iPad mini 6. Generation Testbericht

Vor kurzem hat mich das Brandneue iPad Mini 2021 erreicht. Auf dieses iPad habe ich mich schon sehr gefreut da es das erste Mini ist was ich wirklich interessant finde. Immer mal wieder habe ich die Mini angeschaut aber da war mir das Display einfach zu klein. Das neue 2021er ist vom Gehäuse her sogar ein wenig geschrumpft aber durch das All-Screen Design hat sich das Display auf 8,3 Zoll vergrößert.

Eigentlich handelt es sich um ein verkleinertes iPad Air, daher habe ich es beim Test auch mit diesem verglichen. Ich selbst nutze bisher privat nur ein iPad 8 Classic. Technische Daten zum Mini findet ihr hier: https://www.apple.com/de/ipad-mini/specs/

Gehäuse und Verarbeitung

Bei den Farben kann man sich wie beim Air komplett austoben. Ich habe mich dezent für die Space Grey Variante entschieden. Apple bietet noch drei weitere Farben an.

Das iPad ist Apple Typisch von der Verarbeitung einwandfrei. Bei der Verpackung ist mir aufgefallen das kein Plastik mehr verwendet wird. Das Gerät selbst sogar mit Papier umwickelt. Beim ersten Eindruck hat mich gleich erstaunt wie leicht und dünn es ist. Es macht sehr viel Spaß das Gerät in einer Hand zu halten. Das Gehäuse ist etwas kleiner als ein A5 Blatt.

Auf der Unterseite befindet sich ein USB C Anschluss mit USB 3.1 Gen 1 Standard. Oben findet ihr den Lock Button mit Touch ID und die Lautstärketasten. Außerdem befinden sich zwei Lautsprecher je oben und unten bzw rechts und links einer. Dadurch hat man im Querformat einen Stereo Sound.

Bei allen iPads im All Screen Design steht die Kamera etwas hervor. Das ist nicht störend, würde mir jedoch bündig besser gefallen. Zu vergleichen ist der Überstand auch mit dem iPad Air. Einziger Unterschied ist der Blitz beim iPad Mini. Eine nette Ergänzug, jedoch glaube ich trotzdem das die wenigsten ein Tablet zum Fotografieren nutzen (sollten). 😉

Mini, Air und Classic im Vergleich

Sobald man ein Smart Folie verwendet schließt die Kamera bündig ab und ist dadurch beim Ablegen auf einen Tisch geschützt. Leider hat mich mein Folio noch nicht erreicht, ich ergänze den Bericht jedoch sobald es da ist.

Display

Das neue 8,3 Zoll große Display ist genial. So scharf wie in keinem anderen iPad. Ausreichend hell, hier kann nur das iPad Pro übertrumpfen. Nur bei praller Sonne kommt es zu Spiegelungen. Außerdem ist das Display laminiert, dadurch hat man keinen Spalt mehr, was vor allem bei der Nutzung mit dem Pencil auffällt. Das Schreibgefühl ist sehr natürlich da der Strich direkt „aus der Spitze“ des Pencil kommt. Das ist beim Air ebenso der Fall, nur beim klassischen iPad ist der Spalt bemerkbar, was jedoch für gelegentliche Nutzung auch ok ist. Für Vielschreiber und Zeichner ist das laminierte Display jedoch die bessere Wahl.

Man hat durch das Multitasking auch die Möglichkeit mehrere Apps auf dem Display zu nutzen. Dadurch schrumpfen diese jedoch ordentlich und es macht keinen Spaß mehr. Wenn man jedoch mal was kopieren will oder parallel was nachlesen während man eine Mail schreibt ist das noch ausreichend.

Laminiertes Display des Mini

Mir ist nur aufgefallen das scheinbar einige Apps noch nicht auf das Format angepasst sind. Dadurch kommt es zu seitlichen Balken. Bei Angry Birds ist es mir aufgefallen, da die Skalierung beim iPad Classic und Air passte, beim Mini jedoch nicht. Ich denke aber das so etwas von den Entwicklern noch angeglichen wird.

Display ausgefüllt
Links das Mini mit größeren Rändern

Allerdings besteht beim Display das Problem des „Jelly Scrolling“ was schon auf manchen Seiten im Netz besprochen wurde. Tatsächlich ist mir das aufgefallen ohne das ich im Vorfeld darüber gelesen hatte. Im Netz wird berichtet das es sich um einen vertikal verbauten Displaycontroller handelt der den Effekt Hochkant verursacht. Hält man das Mini Quer ist er nicht vorhanden. Das ganze ist aber keinesfalls schlimm. Einige Leute die ich befragt hatte haben es gar nicht bemerkt, andere schon aber erst als sie darauf hingewiesen worden sind. Man nutzt das Mini eben überwiegend Hochkant und gerade bei Textinhalten ist es für mich sichtbar. Würde aber nicht wegen dem „Problem“ vom Kauf abraten. Komischerweise ist der Effekt bei meinem iPad 8 weder hoch noch quer sichtbar.

Infos hier: https://www.golem.de/news/jelly-scrolling-fuer-apple-gehoert-wackelpudding-scrolling-zum-ipad-mini-dazu-2109-159940.html

Formfaktor und Größe

Dieser Punkt war für mich am interessantesten. Denn warum sollte man ein Mini kaufen wenn man für etwas mehr Geld ein Air bekommt was ähnlich ausgestattet ist und zudem ein größeres Display hat? Mit dieser Frage habe ich mich intensiv beschäftigt. Auch hier kann man wieder mal sagen „Es kommt drauf an.“ Daher würde ich sagen das jedes Gerät im Programm seine Berechtigung hat. Aber wie Groß oder Klein ist denn das Mini?

Mini vs. Air

Bei der Nutzung im Alltag wie Surfen, Mailing, Social Media oder zum Spielen habe ich nahezu immer das Mini bevorzugt. Vor allem jedoch wegen dem Gewicht. Bei den 10 Zoll Modellen wird mir das Gewicht bei der Nutzung mit einer Hand immer zu hoch. Vor allem werden die Geräte dann recht Kopflastig. Dadurch greift man oft um oder nutzt den kleinen Finger zur Abstützung. Das Mini kann man Stundenlang mit einer Hand halten ohne das es anstrengend wird.

iPad 2020 vs. Air 2020 vs. Mini
Mini vs. Air

Auch das Tippen im Hoch- und Querformat macht mir auf dem Mini mehr spaß. Die Bilder habe ich auch auf dem Mini mit Lightroom bearbeitet und auch hier hat mir das Display ausgereicht. Film oder Serien habe ich noch nicht ausprobiert da mir die Aufstellmöglichkeit über das Folio fehlt. Wird jedoch ergänzt. Bei Filmen denke ich aber gilt trotzdem noch das größer einfach besser ist.

Leistung und Funktionen

Durch den A15 ist bis auf den M1 der stärkste Mobile Prozessor verbaut der nahezu jede Anwendung meistern wird. Zum Glück setzt Apple hier nicht auf Budget wie es bei vielen anderen „kleinen“ Tablets der Fall ist. Man bekommt ein vollwertig Leistungsstarkes Tablet im Mini Format.

Touch ID ist jetzt wie beim Air noch oben auf den Lock Button gerutscht. Funktioniert sehr schnell und auch ein teilweise aufgelegter Finger wird schnell erkannt. Für mich als iPad Classic Nutzer war es jedoch erstmal ungewohnt, da ich manchmal versehentlich zum aufwecken und entsperren zweimal gedrückt habe und dann das Gerät wieder gesperrt wurde. Denke aber das ist nur eine Gewöhnung. Tatsächlich reagiert der Sensor beim Mini aber nochmal zuverlässiger als beim Classic, hier wird auch noch die erste Generation verwendet.

Der Apple Pencil der zweiten Generation kann nun auch verwendet werden, parkt und lädt an der rechten Seite des iPad Mini und ist damit sowohl Griffbereit als auch aufgeräumt. Selbst eine günstige Amazon Version wird vom Magneten gehalten, jedoch nicht geladen. Ich selbst nutze den Pencil nur gelegentlich zum ausfüllen von PDF und Notizen machen. Durch das laminierte Display ist das Schreibgefühl sehr natürlich.

Von der Größer her muss man bei A4 PDF schon ein wenig rein und raus zoomen, da es bei Vollbild nahezu unmöglich ist zu beschriften. Wenn man jedoch das iPad Quer nimmt kann man die volle breite sehen und auch gut nutzen.

Wie schon geschrieben habe ich diese Fotos mit dem iPad und Lightroom bearbeitet. Die Leistung ist für solche Aufgaben mehr als ausreichend un der Export von 59 Fotos hat auch nur ein paar Minuten gedauert. Das iPad wird bei solchen Aufgaben schon etwas warm aber nicht heiß. Durch den A15 Prozessor denke ich nicht das jemand Probleme mit zu wenig Leistung bekommen sollte.

Hier merkt man nur das es bei 8 Zoll etwas klein wird. Lightroom bietet eine gute Zoom Funktion, trotzdem kann man hier auf einem großen Display einfach mehr sehen. Im Vergleich zu meinem rund 10 Zoll großen iPad Classic liegen hier aber keine Welten. Hier sehe ich den Mehrwert beim bearbeiten eher auf einem 24 Zoll Monitor. Trotzdem war ich erstaunt wie gut das Bearbeiten auf einem Touchscreen klappt da ich sonst eher der Desktop Nutzer mit Maus bin. Bei vielen Fotos hat man aber auf einem Desktop einfach den schöneren Workflow, gerade wenn man zugleich mit Maus und Tastatur arbeiten kann. Das gibt es bei einem Touchscreen nicht und hier sind dann immer mehr „Tabs“ nötig als mit der Maus.

Die Kameras wurden im vergleich zum Vorgänger auch komplett überarbeitet. Auf der Rückseite befindet sich die gleiche wie im Air außer das dem Mini noch der TrueTone Blitz verpasst wurde. Die Qualität ist mehr als ausreichend.

Auf der Vorderseite haben wir nun auch die neue 12 MP Ultraweitwinkel Kamera mit 122 Grad Sichtfeld. Dadurch kann man bei Facetime anrufen den neuen „Center Stage“ Folgemodus verwenden bei der immer auf das Gesicht gezoomt wird. Das funktioniert wirklich erstaunlich gut und wirkt auch sehr viel Professioneller. Leider ist diese Funktion derzeit nur FaceTime vorbehalten, sollte denke ich aber auch noch für Skype oder Zoom etc. erweitert werden. Derzeit kann man bei externen Programmen nur statisch zwischen dem normalen Sichtfeld und Ultraweit-Sichtfeld umschalten.

Video von Apple

Fazit

Kurz und knapp: Ich liebe das iPad Mini!

Für mich hat es die Ideale Ergänzung für den Alltag gebracht. Oft habe das „große“ iPad nicht mitgenommen und wenn doch dann unterwegs nicht verwendet da ich das meiste doch wieder mit dem iPhone gemacht habe. Das hat sich jetzt geändert. Das Mini ist wie das iPhone ein täglicher Begleiter geworden der mir auch Abends zum surfen auf der Couch viel Freude bereitet. Ich freu mich schon sehr auf das SmartFolio und werde hier noch darüber berichten.

Jeder muss sich natürlich die Frage stellen für was er ein iPad nutzen möchte. Der Preis- Leistungssieger bleibt hier einfach das klassische iPad ab 390 Euro. Damit kann man alles erledigen was man möchte und hat eben nicht das beste Display und nicht das leichteste Tablet. Wer mehr Leistung bei gleichem Formfaktur sucht ist mit dem Air gut aufgehoben. Power User greifen zum Pro. Aber das Mini ist für jeden etwas der ein leichtes, kleines, leistungsstarkes Tablet sucht das jeder Aufgabe gewachsen ist.

ThinkPad X1 Fold (Core i5) Testbericht

Faltbare, rollbare und auch sonstige flexible OLED-Displays sind auf Elektronikmessen schon recht lange zu finden. Tatsächlich erhältliche Produkte unter Nutzung dieser Technik ließen jedoch lange auf sich warten. Als Royole dann 2018 das erste faltbare Smartphone auf den Markt brachte, konnten die großen Hersteller das nicht lange auf sich sitzen lassen – so folgte bald Samsung mit dem Galaxy Fold, und Lenovo hat das Konzept 2019 in den Notebook/Tablet-Bereich übertragen, als der Prototyp des ThinkPad X1 Fold vorgestellt wurde. 2020 schließlich hat es das Gerät zur Marktreife geschafft und ist seitdem unverändert erhältlich. Hier testen wir das ThinkPad X1 Fold 20RL000GGE, auch im Vergleich zum kürzlich getesteten „festen“ Detachable, dem X12.

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ThinkPad X12 Detachable (Core i7) Testbericht

Seit 2016 bietet Lenovo mit dem ThinkPad X1 Tablet auch einen Konkurrenten zu Microsofts erfolgreicher Surface-Produktlinie an. Dabei handelt sich es um Detachables, also Windows-Tablets mit Ultrabook-CPU und einem abnehmbaren, dünnen Keyboard-Folio, das im zugeklappten Zustand wie bei einem Laptop das Display schützt. Während die Serie mit einem modularen Konzept startete, hat sich Lenovo bereits 2018 mit dem X1 Tablet 3rd Gen davon verabschiedet und das Gerät stark an das Surface-Design angeglichen. Lang wurde das X1 Tablet nicht mehr aktualisiert, doch 2021 hat Lenovo nun mit dem ThinkPad X12 Detachable Gen 1 einen Nachfolger veröffentlicht. Hier testen wir das X12 mit Vollausstattung – Core i7, 16GB RAM und 1TB SSD.

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Thinkpad X1 Carbon 2021

Liebe Gemeinde,

seit wenigen Tagen bin ich ein stolzer Besitzer eines krachneuen X1 Carbon der neunten Generation.

Geschichtsstunde: Der lange Weg des X1C

X1 Carbon: Da war ich ein Fan der ersten Stunde. Neulich habe ich festgestellt, dass die Fotos des ersten X1 Carbon (2012) (mit i5-Prozessoren der 3. Generation – das ist jetzt 10 Jahre her) im ThinkPad-Wiki schon von mir stammten. Danach hatte ich lange Jahre ein X1 Carbon 2015 (der dritten Generation, aber mit i5-Prozessor der fünften Generation), bis ich auf ein X1 Extreme 2018 (der ersten Generation, aber der sechsten Generation aus Carbon-Sicht, mit i5-Prozessor der achten Generation) gewechselt bin, das quasi ein aufgebohrtes Carbon in 15 Zoll ist. Und jetzt weiß auch jeder, warum ich die Zählung nach Generationen total unbrauchbar finde.

So oder so: Das X1 Carbon war das Gerät, das in meinen Augen den größten Quantensprung im ThinkPad-Lineup der letzten 20 Jahre darstellte. Groß geworden bin ich mit T40, X60, T400, X200, T420s – tollen Laptops, aber etwas klobig, gefühlt (teils wirklich) mehrere Zentimeter dick, und 14 Zoll unter zwei Kilogramm war weit entfernt oder brachte massive Einschränkungen beim Lüfterlärm oder bei der Akkulaufzeit mit sich. Und dann kam eines Tages das X1 Carbon: Plötzlich waren federleichte, flüsterleise Geräte mit einer großzügigen Bildschirmgröße auf dem Markt. (Ja, ich weiß, das ist halt ein Ultrabook, aber für mich war das eine Erleuchtung.)

Dabei war das nicht das erste leichte Thinkpad: Lenovo hatte auch davor schon seit dem T400(s) eine Slimline-T-Serie im Angebot, die sich um die 1,7 Kilo bewegt hat. Diese gibt es bis heute; sie unterscheidet sich vom X1 Carbon vor allem durch einen gewissen Luxusfaktor, den das schlankere, leichtere und schnittigere X1 mitbringt. Das scheint auch durchaus ein wesentliches Merkmal der Serie zu sein. Während ein T14(s) die nackte Effizienz ausstrahlt, ist ein X1C irgendwie dazu noch elegant. Ein Laptop für die Vorstandsetage.

Nicht-repräsentative Umfrage unter X1-Carbon-Besitzern, n=1.

Wenn wir das originale X1 mitrechnen, sind wir nun schon im zehnten Produktzyklus angekommen. Dabei waren die meisten Entwicklungen in der Serie eher kleine Verbesserungen als große Sprünge.

  • 2011: erstes X1, „HD“ (1366×768), Gorilla-Glas, 38Wh Akku
  • 2012: erstes X1 Carbon, „HD+“ (1600×900), 45Wh-Akku, deutlich leichter, Einführung der U-Prozessoren
  • 2013/14 („Gen 2“): endlich 1080p, sogar WQHD möglich, wegen des berühmt-berüchtigten 2014er „Keine-Buttons-Trackpoint“ und einer nutzlosen, bei Apple abgeschauten „TouchBar“ wenig geliebt
  • 2015 („Gen 3“): übernahm die Vorteile des Vorgängers, beendete aber die Experimente; dieses Gerät war so rundum gut, dass es gewissermaßen der Goldstandard der Serie ist und die folgenden Generationen m.E. nur noch Aktualisierungen des 2015er Jahrganges sind
  • 2018 („Gen 6“): Einführung einer HDR-Display-Option, endlich CPUs mit vier Kernen! Sonst alles beim Alten…
  • 2019 („Gen 7“): optionale 4K- und Low-Power-Displays (nur FHD)
  • 2020 („Gen 8“): Akkuverkleinerung von 57Wh auf 51Wh – wie bitte, was?

Kurzum: Seit 2015 hat das X1 Carbon eigentlich nur die jährliche Modellpflege in Form neuer CPUs, Chipsets und vereinzelt neuer Displays erhalten; Lenovo baut noch immer ganz erheblich auf diesem Modell auf.

X1 Carbon 2021: Evolution/Revolution?

ThinkPad X1 Carbon Gen 9 20XXS00100

Intel® Core® i7-1165G7 Quad Core (4 Cores / 8 Threads)
32 GB LPDDR4 4266 Mhz
1 TB PCIe 3.0×4 NVMe M.2 SSD (OPAL2.0)
14″ WUXGA IPS Low Power (1920 x 1200) 16:10, 400 nits, 1000:1 Kontrast, 100% sRGB, Blue Light
Intel Iris Xe Graphics
57Wh Li-io Akku, bis zu 16 Std. Laufzeit, RapidCharge
315 x 221.6 x 14.9mm, 1.133 kg

ok1.de, Edu-Einsteigermodell, ca. 1700€

Das günstigste Edu-Modell ist geradezu unverschämt günstig und die Preisgestaltung nicht nachvollziehbar; die teureren Geräte sind deutlich schlechter ausgestattet, sodass man sich schon fragt, was da mit der Staffelung der Preise los ist: Wollte Lenovo ein „Sonderangebot“ auf den Markt werfen, solange keine anderen Ausstattungen verfügbar sind, werden die Preise der noch nicht lieferbaren Modelle nochmal angepasst, oder hat ein Lenovo-Mitarbeiter einfach die Preise in seiner Excel-Tabelle vertauscht (möglicherweise am 4K-Display seines X1C vergessen, die Skalierung einzustellen)? Da bin ich wirklich gespannt, ob das jemand erklären kann; ich kann es nicht.

Zurück zur Technik. Auf den ersten Blick fallen mir an dem neuen X1 drei Details ins Auge:

  • Auf dem Powerbutton klebt ein Aufkleber mit einem Fingerabdruck – na endlich: ein integrierter Fingerabdruck-Leser!
  • Der ThinkShutter (ein mechanischer Kamera-Abschalter), der seit etwa zwei Jahren Standard in ThinkPads ist, hat es auch ins X1 Carbon 2021 geschafft.
  • Mit der Generation 2021 sind die X1 Carbon (mit der halben Laptopindustrie) auf ein neues Displayformat umgeschwenkt: Nun gibt es wieder WUXGA (1920×1200) statt FHD (1920×1080) und somit 120 Pixel Extra-Höhe.
  • ….und das war’s: Hätte man mir das Ding vor die Nase gestellt, hätte ich es vom X1 Carbon 2018 meiner Frau oder meinem alten X1 Carbon 2015 nur mit Mühe unterscheiden können.

Ich möchte keine Missverständnisse aufkommen lassen: Ich sehe die Kontinuität als einen Vorteil. Die Carbon-Linie war und ist eines der ausgereiftesten Produkte auf dem Ultrabook-Markt. Wer sich mit irgendeinem X1 Carbon der letzten 7 Jahre wohlgefühlt hat, der wird sich hier auch wohlfühlen. Und da wir somit also nicht viel Neues an Äußerlichkeiten zu berichten haben, können wir dann gleich zu den inneren Werten kommen.

Sieht gut aus.

WUXGA ist eine Auflösung, die vor der „Erfindung“ des Marketingnamens Full-HD der wohl verbreiteteste Standard bei (semi-professionellen) Monitoren war und von der kaum jemand gedacht hätte, dass sie wiederkommt – das Display gewinnt damit gegenüber Full-HD 120 Pixel in der Höhe; im ThinkPad-Forum wurde jahrelang danach geschrien; so ganz überzeugt davon, dass das viel ausmacht, bin ich nicht. Man merkt es durchaus, wenn man in Applikationen mit vielen Bedienleisten und Elementen unterwegs ist, dass etwas „anders“ ist, aber in meinem Alltagsbetrieb nehme ich keinen Produktivitätsunterschied war. Eigentlich wären mir die 120 Extra-Pixel in der Breite deutlich lieber gewesen als in der Höhe, dann wäre nämlich dem ziemlich engen Zwei-Fenster-Betrieb abgeholfen; aber man kann nicht alles haben. Ein dafür optimales Low-Power-WQHD-Panel ist leider zur Zeit nicht in Sichtweite. Wem das richtig wichtig ist, der kann ja das 4K-Display nehmen; das leidet aber unter deutlich schwächeren Akkulaufzeiten.

Mein Eindruck ist allerdings auch, dass die Veränderung in der Displayhöhe (die der ganze Ultrabook-Markt gerade erlebt) zu WUXGA nichts mit display-technischen Erwägungen zu tun hat. Dieser Wandel scheint mir vor allem darauf gründet, dass eine typische Laptop-Tastatur mit typisch dimensioniertem Touchpad einfach eher ein Format von 16:10 als 16:9 ergibt, sodass man durch die höheren Displays die Displayränder – vormals verschenkten Platz – nutzbar macht. Und es ist schön, dass dieser Trend letztlich der maximalen Produktivität Vorzug gibt vor der Multimedia-Optimierung („bei FHD gibt’s keine schwarzen Ränder beim Streaming“).

Das Display im neuen X1 jedenfalls ist richtig hell, im Innenraum reichen mir ca. 50% bei Kunstlicht und ca. 70% bei Tageslicht gut aus. Die Mattierung des WUXGA-Panels ist richtig „matt“, nicht „reflexionsarm“ oder sowas; störende Reflexionen sind äußerst selten sichtbar. Die Farbwiedergabe ist für mich als totalen Amateur super.

Nimmt man das restliche Gerät mit in den Blick, ist es wirklich ein hübsches Gesamtpaket geworden. Der neue, längliche Powerbutton mit seiner weiß leuchtenden LED nebendran, die dank WUXGA-Panel recht schmal gewordenen Displayränder, die elegant eingesetzte Webcam mit rotem (TrackPoint-style?) Warn-Punkt, wenn der ThinkShutter geschlossen ist, das neue, lange Scharnier: Ich finde, das ganze X1 Carbon ist ein optisch gelungenes Paket. Also, für ein Thinkpad. So wie halt ein schwarzer Anzug gut aussieht. Sieht aus wie alle anderen Anzüge. Außer für Liebhaber.

Fühlt sich gut an.

Über die Tastatur und die Eingabegeräte brauchen wir uns nicht groß zu unterhalten: In meinen Augen handelt es sich wieder einmal um die beste Tastatur, die ich in einem Laptop je gesehen habe. Im Vergleich zu meinen Vorgängergeräten der Serie ist der gefühlte Knackpunkt der Tasten ein ganzes Stück „knackiger“, was ein klarer Vorteil in der Haptik und Bediensicherheit ist. Das Tastaturgeräusch ist recht „matt“ (macht das Sinn?), weniger klackerig als ich es vom X1C 2015 und X1C 2018 kenne. Ich finde es angenehm. Ansonsten wird sich hier jeder sofort zuhause fühlen, der mit einer Thinkpad-Tastatur der letzten Jahre zu tun hatte. Das gleiche gilt für Touchpad und Trackpoint.

Erstmal zu Lenovo.

Windows ist bei vielen ThinkPads inklusive, aber bei meinem Modell nicht; also musste ich es selbst installieren. So neu wie dieses X1 und seine Hardware ist, war Windows 10 mit der Einrichtung der Treiber ziemlich überfordert. Wo bei Geräten von vor ein, zwei Jahren fast alle Treiber problemlos mit-installiert werden, lachten mich hier etwa acht fehlende Treiber im Gerätemanager an. Als verwöhnter ThinkPadianer wollte ich mir Vantage aus dem Microsoft App-Store besorgen und… da schau her: Vantage darf man nur auf Lenovo-Geräten installieren. Deshalb prüft der App-Store, ob man gerade ein Lenovo-Gerät benutzt. Aufgrund irgendeines der fehlenden Treiber war sich der App-Store aber gar nicht sicher, was ich für ein Gerät benutze. Also durfte ich Vantage nicht installieren. Also konnte ich die Treiber nicht installieren. Also konnte ich Vantage nicht… und so weiter.

Glücklicherweise kann man Commercial Vantage noch „so wie früher“ in Form eines ZIP-Archivs von der Lenovo-Homepage ziehen und über ein kleines Skript installieren (an die Admin-Rechte denken!). Und damit funktioniert dann auch das große Treiberupdate problemlos, sodass ich nach etwa einer Stunde ein vollständig startbereites Windows vor mir hatte.

Lüften, lüften, lüften – zur Zeit sowieso in.

Während der Installations-Orgie (Windows, dann Treiber, dann dutzende Apps via Ninite, dann Office, dann ein großer Dropbox- und Thunderbird-Download, bis alles synchronisiert war…) bekam der Prozessor ganz gut was zu tun, und das hört man dann auch.

Die Windows-„Leistungseinstellung“ (wenn man auf den Akku in der Taskleiste klickt, mit den vier Stufen von Energiesparmodus bis Raketenmodus) wird von Vantage nun als „Intelligente Kühlung“ verkauft (hat Lenovo das erfunden, oder wie?) und steuert angeblich auch das Lüfterverhalten irgendwie mit. Ich konnte durch ein paar grobe Tests nicht ohne Weiteres herausfinden, ob sich die Lüfterkurve tatsächlich ändert oder ob die Änderung durch das veränderte Taktungsverhalten der CPU erzeugt wird; aber: Bekommt der Prozessor was zu tun und darf etwas hochdrehen, dann fängt der Lüfter schon bald an zu arbeiten. Und er ist dann schon deutlich hörbar. Dazu reichen auch übliche Hintergrundprozesse mit 20-30% Last schon aus; während 80GB Spieledaten von Steam heruntergeladen und laufend entpackt wurden, schnaufte der Lüfter gut hörbar vor sich hin.

Jetzt habe ich ein Modell mit Core i7, und das hatte ich noch nie in einem Ultrabook. Es ist insofern nicht verwunderlich, dass mir das Lüfterverhalten aggressiver vorkommt als in meinen bisherigen Laptops. Aber es ist doch deutlich, dass das X1 2021 unter Last deutlich lauter läuft als die in meinem Haus auch vertretenen X1 2018 und X1 2015.

Das klingt nun wie ein Wermutstropfen, ist aber eigentlich keiner. Im „normalen“ Office-Betrieb ist der Lüfter aus oder unhörbar, sodass ich überzeugt bin, dass er den Allerwenigsten störend auffallen wird. Wer ausdauernd auf allen Kernen rechnet, wird wahrscheinlich sowieso eher nicht zu einem Ultrabook greifen. Und wenn doch – na, dann wird er hoffentlich selber wissen, dass das halt auch gekühlt werden muss.

Läuft wie das Duracell-Häschen.

Akkulaufzeit war schon immer ein Pferdefuß der X1-Serie. Der fest verbaute Akku ohne andockbaren Slice oder andere Möglichkeiten, die Laufzeit mobil zu verlängern, brachte es mit sich, dass man meistens ein Netzteil herumschleppte, wenn man mehr als drei, vier Stunden unterwegs arbeiten wollte.

Das änderte sich ungefähr 2019 mit der Erfindung des „Low Power Display“. Nun konnte man die interessante Entscheidung treffen zwischen einem FHD-Low-Power-Display, mit dem die Akkulaufzeiten durch die Decke gingen und 10 Stunden und mehr kein Problem mehr waren, und oft glänzenden UHD-HDR-4K-Sonder-Spezial-Displays, mit denen die Akkulaufzeiten sich wieder wie in den 90ern anfühlten. Ihr merkt schon, ich habe nie verstanden, warum man in einem Laptop ein solches Kinodisplay haben wollen könnte.

In meinem Modell steckt dementsprechend ein WUXGA-„Low Power“-Display und so kommt das Gerät auf wirklich gute Laufzeiten. Etwa 8 Stunden durchgehender Arbeit (im Browser oder in Office-Programmen) mit WLAN sind ohne größere Optimierungen drin. Wer an das Maximum will, kann durch geringere Helligkeit und wenig WLAN-Traffic auch in Richtung 9-10 Stunden und darüber hinaus kommen. Wer seinen Akku möglichst nicht kaputtladen möchte, der stellt die Ladeschwelle auf 90% und hat so immer noch bequem einen ganzen Arbeitstag abgedeckt (zumindest, wenn er nicht durchgehend in Videocalls sitzt).

Alternativ kann man natürlich auch den Prozessor mit einer großen Installation quälen und zusätzlich die Iris-Grafik befeuern, und wenn man dann noch die Helligkeit aufdreht und eine Funkmaus am USB-Port hat, dann kommt man auch unter 2 Stunden Laufzeit. Klar, geht auch.

Unlimited power!!!11…?

Seit dem X1 von 2018 (also, dem X1 Carbon Gen. 6, oder der achten Generation der Core-i-Prozessoren) sind in nahezu allen Intel-ThinkPads Prozessoren mit vier Kernen verbaut. Die bringen schon einiges an Kraft mit, um auch rechenintensive Arbeiten zeitnah zu stemmen. Bei einem Ultrabook dürfte das typischerweise sowas sein wie Compiling, Foto- und Videorendering, das ein oder andere 3D-Modell, hier und da ein 3D-Spiel.

…und die Grafikkarte? Im X1 2021 steckt eine Intel Iris Xe-Grafik; Intel ist wahnsinnig stolz darauf, endlich (auch, so wie AMD!) eine integrierte Grafik zu verbauen, die mehr kann als nur Windows Aero. Iris ist keine dGPU und will es ja auch gar nicht sein, aber es ist doch ein ganz markanter Sprung nach vorn. Einen richtig ausführlichen Test, der sich nur auf die Iris-Grafik bezieht, kann man hier finden. Kurz gefasst schlägt die Iris-Grafik (laut Datenblatt zumindest…) alles an iGPU, was sonst so in den ThinkPads verbaut ist, um Längen, und hat ziemlich genau halb so viel Performance wie eine GTX 1650 Max-Q (wie sie z.B. im dritten X1 Extreme steckt).

Jetzt zur Realität. Wenn man ein 3D-lastiges Spiel startet, dann erhält man zunächst erfreulich hohe Frameraten. In Age of Empires 2 Definitive Edition – kein echtes Benchmark, aber mein absolutes Lieblingsspiel – schafft das X1 (in nativen 3440×1440 per DisplayPort) um die 60 FPS, das ist ziemlich gut. In Hitman 2 – immerhin ein echter AAA-3D-Titel von vor einigen Jahren – schafft es (reduziert auf 1920×1080) auch die 60 FPS, das ist auch gut spielbar. Also alles super, oder?

…oh

Nnnnnnein! Nach ca. einer Minute unter dieser Last bricht die Leistung komplett ein, es bleiben 1-2 Frames, bis es nach ca. zwanzig Sekunden wieder mit 50-60 FPS vorwärts geht. Dann wieder ein Einbruch, wieder eine Erholung, und so weiter. So sind 3D-Anwendungen faktisch unbenutzbar! Was ist denn da los? Das riecht nach… Moment…

Temperaturverhalten der CPU im Netzteil-Modus („Beste Leistung“-Profil).

Nach Thermal Throttling, genau. Offensichtlich ist die Kühl-Lösung des X1 2021 nicht auf der Höhe der CPU mit der integrierten Iris-Grafik. Oh Herr, was für eine Enttäuschung: Endlich baut Intel vernünftige iGPUs, und dann baut Lenovo keine geeignete Kühlung ein. Mal sehen, ob wir das nachweisen können…

…und ja, können wir! Wenn wir die in den Akkumodus gehen, wo die Leistung von der Firmware gedrosselt wird, läuft die Kiste plötzlich rund. Jetzt läuft Hitman 2 mit stolzen ca. 40-45 FPS (FHD) völlig stabil. Ich bin zwanzig Minuten durch ein belebtes Level gejoggt, ohne dass es einen Einbruch der Leistung gab; die CPU pendelte sich um die 65°C ein. Offensichtlich sind es also die letzten paar Prozent an Turbo, die eine extreme Überhitzung erzeugen (und das ist auch nicht verwunderlich, da beim Übertakten immer ein exponentielles Verhältnis zwischen Takt und Hitzeentwicklung entsteht).

Temperaturverhalten der CPU im Akku-Modus („Beste Leistung“-Profil).

Folglich könnte es möglich sein, die Leistung auszubalancieren, indem man die Leistung der CPU in Windows etwas beschränkt – in meinen Energiesparplaneinstellungen ist diese Einstellung allerdings nicht sichtbar: vielleicht ein Treiberproblem, oder sind diese Einstellungen weggefallen? So oder so ist das ein bitterer Kritikpunkt an diesem tollen Gerät, bis Lenovo ein Firmware-Update rausbringt – und wann das passiert, will ich lieber nicht prognostizieren, wenn wir an die erste Core-i-Generation (X201 etc.) zurückdenken, die genau das gleiche Problem hatte.

Da ich auch erstmal an ein „Montagsgeräteproblem“ dachte, habe ich im Forum gefragt und prompt erfahren, dass notebookcheck.com genau das gleiche erlebt hat. Folglich wird es tatsächlich ein TDP-Konfigurationsproblem der Firmware sein.

Update der CPU-Steuerung

Am 26.05.2021 – keine Woche nach Erscheinen diverser Reviews, in denen das Problem diskutiert wurde – hat Lenovo eine neue UEFI-Version veröffentlicht, die das Problem angeht und weitgehend löst. Man findet die neue Version hier.

Das Update verändert die CPU-Steuerung folgendermaßen: Die CPU kann nun ca. 30 Sekunden auf voller Leistung (ca. 4Ghz und ca. 30-35 Watt) laufen und dort unangenehme 98°C erreichen, danach wird sie deutlich gedrosselt und pendelt sich knapp unter 2.5Ghz und ca. 15-20W und bei deutlich gesünderen ca. 70°C ein.

Diese neue Steuerung führt zu einem deutlich „runderen“ Erlebnis von längeren Belastungsszenarien. In Hitman 2 erreiche ich nun bei 1280×800 und niedrigen Details ein halbwegs spielbares Erlebnis (ca. 30-50 FPS je nach Szene), in Age of Empires II Definitive wird es sogar auf nativen 3440×1440 am großen Bildschirm richtig rund (100 FPS und mehr bei mittleren Details). Der Laptop lüftet dabei immer noch „dezent“ und nicht besonders aufdringlich.

Neues CPU-Verhalten: Spielstart bei -19 bzw. -16 Minuten zeigt den initialen Boost, danach pendelt sich die Leistung um die 15-20 Watt ein.

Fazit

2021 könnte ein gutes Jahr für das ThinkPad-Lineup sein. Mit der Einführung von Iris Xe sind endlich richtig performante iGPUs bei Intel zu haben, sodass man nicht mehr ganz so traurig sein muss um die fehlende AMD-Option beim X1. Auch sonst ist es ein rundes Gerät – was viel damit zu tun hat, dass es die seit sechs Jahren geltenden Standards der Linie einhält und nur graduelle Verbesserungen, z.B. das höhere Display, erhalten hat.

Wer schon ein betagtes X1 besitzt und seit einiger Zeit über ein Upgrade nachdenkt, der dürfte dieses Jahr dank der iGPU einen der größten Leistungssprünge und ein rundum gelungenes Paket bekommen. Wo man 2020 mit einem sonderbaren Rückgriff auf einen 15% kleineren Akku hätte leben müssen oder 2017 mit der letzten Zwei-Kern-CPU-Generation einen gefühlten Fehlkauf gemacht hätte, überzeugt mich das diesjährige X1 fast auf ganzer Linie.

Ich empfehle aber dringend ein UEFI-Update auf die aktuellste Version, um das abstruse Throttling-Verhalten in der ursprünglichen Fassung in den Griff zu bekommen, sonst macht das X1 keinen Spaß.

X1 und seine Konkurrenz

2000 Euro sind eine ganz schöne Stange Geld für einen Laptop, und mit dem X1 ist es kein Problem, diese Schwelle zu reißen. Wie schon angedeutet kann ein X1 Carbon nicht mehr als ein T14s oder ein T14, die um die 1300€ anfangen und nahezu die gleiche Performance liefern, oder gar ein L14, das bei 750€ anfängt. Zwischen diesen Geräten, deren günstigste Modelle in sehr unterschiedlichen Ausstattungen kommen (sodass die Preise schwer zu vergleichen sind), liegt vor allem eine große Spannbreite an Geld, Gewicht (1,6kg bis 1,1kg) und Haptik/Verarbeitung (Carbon vs. Plastik, Glastouchpad vs. Plastiktouchpad, dick vs. dünn usw.).

Wer sich seinen Laptop privat kauft, der wird wahrscheinlich nicht beim X1 landen; für etwa die Hälfte des Preises bekommt er mit einem L14 ein Gerät, das ähnlich viel leisten kann, wenn auch nicht ganz so hübsch ist. Firmen werden wahrscheinlich weiterhin auf die T-Serie setzen, die sich dem X1 sowieso in der Ausstattung schon etwas angenähert hat; das halbe Kilo Gewichtsunterschied ist da das beste Argument für ein X1. Bei dieser Preisgestaltung bleibt das X1, was es schon immer war und auch sein sollte: ein toller Laptop im Premium-Segment für Leute, die bereit sind, das entsprechende Kleingeld für schöne Details und ein bisschen Luxus zu bezahlen.

Also: Sollte man das X1 Carbon kaufen? Natürlich nicht – man sollte es vom Arbeitgeber kaufen lassen (sofern man ihn davon überzeugen kann bzw. der Vorsteuergewinn zu hoch ist). Das X1 ist ein Laptop, der Seriosität, Kompetenz und kompromisslose Perfektion ausstrahlt. Damit gehört er in die Hände von Leuten, die diese Werte in ihrer täglichen Arbeit leben wollen – und sich wünschen, dass ihr Equipment das wiederspiegelt. Ein High-End-Business-Laptop für High-End-Business-User.

X1 Yoga 6th Gen (20Y0S00200) Kurztest

Carbon, Yoga, Nano oder Extreme? Diese Frage stellt sich dem Käufer der Flaggschiff-Modelle der Marke ThinkPad, der X1-Serie. X1 Carbon und X1 Yoga sind sich technisch sehr ähnlich, wobei ersteres das ultramobile 14″-Gerät mit Carbon-Gehäuse und 1.13kg Gesamtgewicht ist – das X1 Yoga bietet ein um 360° rotierbares Display mit Touchscreen und Stifteingabe und besitzt ein Aluminium-Gehäuse, das ebenfalls extrem wertig wirkt, aber rund 300g gegenüber dem X1 Carbon zulegt. Das X1 Nano ist das mit einem 13″-Display und 0.9kg Gewicht das kleinste Gerät im Lineup und absolut auf Mobiltät getrimmt, während das X1 Extreme mit seinem 15.6″-Display eine schicke und mit 1.7kg immer noch sehr leichte Workstation darstellt.

In diesem Kurztest werfen wir nun einen kurzen Blick auf das ThinkPad X1 Yoga der 6. Generation.

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ThinkPad X1 Nano (Core i5) Testbericht

Die X1-Serie stellt nun seit über 8 Jahren das Flaggschiff der ThinkPad-Notebooks – kompakt, leicht und hochwertig verarbeitet richten sich die Modelle an Nutzer, bei denen Mobilität an erster Stelle steht. 2015 hat Dell hier mit dem XPS 13 ein bis heute erfolgreiches Gerät vorgestellt, das mit einem 13″-Display im 12″-Gehäuse den Trend zu extrem dünnen Displayrändern eingeläutet hat. Auch Lenovo ist hier in den letzten Jahren nachgezogen, hat nun aber mit dem ThinkPad X1 Nano einen direkten Konkurrenten vorgestellt, der auf die gleiche Erfolgsformel setzt. Hier testen wir das ThinkPad X1 Nano 20UN002DGE mit Intel Core i5-1130G7.

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ThinkPad E14 (Intel) 2. Gen

Testbericht für das ThinkPad E14 Gen 2 20TBS0DU00

Die technischen Daten:

ModellnummerThinkPad E14 Gen 2 20TBS0DU00
CPU:Intel® Core™ i5-1135G7 QuadCore (4 Cores / 8 Threads) 2.40 – 4.20 GHz, 8 MB Cache
RAM:16 GB DDR4 3200MHz / max. 32 GB (ein Slot)
Festplatte:512 GB M.2 2242 PCIe-NVMe SSD
Display:14″ (35.6 cm) FHD IPS LED (1920 x 1080) 300 nits 100% sRGB, 16:9, 1200:1 Kontrast, 170°
Grafik:Intel Iris Xe Graphics
Netzwerk:100/1000 Gigabit Ethernet Realtek RTL8111H Intel
WLAN AX201 11ax a/b/g/n/ac/ax
Bluetooth 5.1
IR Webcam 720p mit Kameraabdeckung (Thinkshutter)
Schnittstellen:1x USB 3.2 (powered) 1x USB 4.0 / Thunderbolt 4 (Displayport Alt-Mouds und Ladefunktion)
1x USB 2.0 1x RJ-45 Gigabit LAN
1x HDMI 1.4b
1x 3.5mm Mic-In / Audio Out kombiniert
Sicherheit:– TPM 2.0 Security Chip – FingerPrint Reader Touchstyle – Kensington Slot
Eingabegeräte:6 Row Keyboard Layout Deutsch mit Hintergrundbeleuchtung 2+3 Trackpad/ Trackpoint
Akku:3 Zellen Akku 45Wh, bis zu 8 Stunden Laufzeit mit RapidCharge Technologie
Größe/Gewicht:324 x 220 x 18.9 mm, ab 1.59 kg
Garantie:2 Jahre Bring- In Herstellergarantie 1 Jahr auf Akku
Zubehör:inkl. 65W AC Adapter (USB-C)
Betriebssystem:Ohne
Preis:769€

Unboxing, Anschlüsse, Zubehör

Das E14 kommt mit recht wenig Zubehör. In dem Paket selbst ist der Laptop, das Netzteil und ein kleiner Setup-Guide enthalten. Auffällig und für mich etwas „gewöhnungsbedürftig“ ist das Gehäuse, welches ich persönlich bei Thinkpads bisher noch nie hatte. Dazu aber weiter unten mehr!

Die Anschlüsse des E14 sind wie folgt verteilt:
Auf der linken Seite befunden sich der USB-C-Anschluss, ein USB-Port, der HDMI-Anschluss und der kombinierte Audio-Mikrofon Klinke-Anschluss (3,5 mm Anschluss).

Auf der rechten Seite finden die Netzwerk-Buchse und der der zweite USB-Port ihren Platz. Interessant gelöst ist hier mMn der Netzwerk-Port, der sich bei Benutzung „erweitert“. Ein Nachteil könnte jedoch sein, dass der Mechanismus bei zu grober Behandlung oder permanentem an und ab Stöpseln des Kabels ausbricht. Nur da muss man auf Langzeiterfahrungswerte warten.

Das Gehäuse

Das Gehäuse hat einen glänzenden Displaydeckel, der mich etwas an das SL500 erinnert. Damit hebt es sich von der aktuellen T-Serie ab, die sich ja im Laufe der Zeit nicht grundlegend verändert hat. Der Deckel wirkt recht stabil. Durch die glänzende Oberfläche hat es jedoch den Nachteil, dass die Fingerabdrücke recht schnell zu sehen sind. Das selbe Problem herrscht auf dem Palmrest und dem Touchpad vor. Das Problem haben aber auch die anderen Thinkpads. Klappt man das E14 auf, hat man von der Optik her ein ganz normales Thinkpad-Design vor sich. Das E14 hat die Scharnieren auf einer Höhe mit dem Base sitzen, was sich in zwei Punkten bemerkbar macht:

  1. Hat das E14 leicht erhöhte Füße, um das Displayscharnier auch ausfahren zu können (Ein Vorteil für die Kühlung)
  2. Kann das Display nicht auf die vollen 180 Grad ausgeklappt werden

Von der Handhabung und dem Tragegefühl macht es einen robusten Eindruck!

Die Tastatur

Wie bei den Vorgängern und Schwestermodellen handelt es sich auch bei dem E14 der 2. Generation um eine 6-Reihen Precision Tastatur ohne Ziffernblock. Das getestete Modell hat eine Backlight-Tastatur, die wie gehabt in zwei Stufen über die FN + Leertaste zu steuern ist. Viele Tasten haben noch eine zusätzliche LED verbaut, die den Funktionsstatus anzeigen. Das Tippgefühl ist für mein Empfinden sehr gut. Selbst wenn man schnell im 10-Finger System tippt, gibt es keine extrem lauten Geräusche. Mein T410 ist da zumindest lauter! Der Tastaturanschlag ist weich. Ebenfalls hat das E14 die (für mich immer noch noch) neue Belegung der Funktionstasten F10 und F11. Lenovo hat diese mit der Funktion zum Annehmen und Auflegen von Anrufen belegt.

Trackpoint und Touchpad

Der Trackpoint ist weiterhin gut umgesetzt. Da ich diesen recht selten im aktiven Einsatz nutze, kann ich leider kein ausführliches Nutzererlebnis schildern.

Das Touchpad ist 60 mm hoch und 100 mm breit. Dank dieser Größe lässt das Touchpad einem viel Freiraum zum scrollen oder ziehen mit der Maus. Für den reinen Office-Betrieb ist es (für mich) ausreichend und es lässt sich gut damit arbeiten. Zum Spielen halte ich das Touchpad weiterhin weniger für angebracht, aber das ist auch nur meine subjektive Meinung. Ich möchte eben gerne eine richtige Maus in der Hand halten.

Das Touchpad erkennt normale und Multitouch-Eingaben zuverlässig. Linksklicks können entweder durch doppeltes Tippen auf dem Touchpad oder im unteren linken Bereich ausgeführt werden. Für den Rechtsklick bleibt nur das Drücken im rechten Bereich.

Das Display

Verbaut ist hier ein BOE NV140FHM-N66 Panel!

Es ist ein FHD (1920 x 1080) IPS LED Panel, mit 300 nits 100% sRGB, 16:9, 1200:1 Kontrast, 170°. Es hat keinen Touchscreen! Das Panel ist Blickwinkelstabil. Man kann selbst vom Rand aus noch alles klar erkennen und es gibt keine Farbverläufe. Bei der Frage, ob das Panel die Farbe Schwarz auch wirklich schwarz anzeigen kann, kann ich folgendes berichten: Bei einem bestimmten Blickwinkel schimmert es hell durch, was es fast schon bläulich rüber kommen lässt. Sonst ist die Farbe Schwarz auch als solche wahrzunehmen.

Lautsprecher, Mikrofon, Kamera

Die Lautsprecher

Diese sind jeweils links und rechts zur Seite eingesetzt und sorgen für einen verständlichen Klang. Leider kommt der Sound auch unabhängig von der verwendeten Oberfläche etwas „Blechern“ rüber. Im normalen Office-Alltag bringt das keinen Beinbruch mit sich. Beschäftigt man sich aber wie ich noch mit Musik bzw. Audioschnitt, würde ich auf Dauer mit Kopfhörern oder externen Lautsprechern arbeiten wollen.

Die Webcam

Bei der Webcam handelt es sich, wie bei der ersten Generation der E-Serie um eine IR Webcam 720p mit Kameraabdeckung (Thinkshutter). Die Webcam besitzt auch einen Privacy-Schiebeschalter und lässt sich damit ein- und ausschalten. Eine zusätzliche LED zeigt im eingeschalteten Zustand an, wann Windows / ein Programm auf die Kamera zugreift. Sie passt sich den Lichtverhältnissen entsprechend ihrer Umgebung an.

Das Mikrofon:

ist im Displaydeckel neben der Webcam verbaut und somit weit von den potentiellen Störgeräuschquellen wie dem Lüfter entfernt. Die Sprachqualität ist recht gut und Bürotauglich. Als Nachteil sehe ich persönlich jedoch an, dass die Lautsprecher ihre Position am Display haben und den Sound nach oben in Richtung Mikrofon abgeben. Das könnte bei Konferenzen mit mehreren Teilnehmern unter Umständen unangenehm sein.

E14 2. Gen – Welche Konfiguration ist möglich?

KomponenteMögliche Ausbaustufe/Erweiterung
CPU:Intel® Core™ i7-1165G7 QuadCore (4 Cores / 8 Threads) AMD-Variante mit Ryzen 5 oder Ryzen 7
RAM:Ein Slot Frei, max. 32 GB RAM möglich
Festplatte:Up to 2TB PCIe SSD
Display:
Grafik:Intel Iris Xe bei Intel-Modellen
AMD Radeon RX Vega 7 Grafik bei AMD-Modellen
Netzwerk:WLAN-AX201
Intel Wi-Fi 6 AX200 a/b/g/n/ac/ax WLAN
100/1000 Gigabit Ethernet Realtek RTL8111H (Intel)
100/1000 Gigabit Ethernet Realtek R8111GUS (AMD)
Schnittstellen:1x USB 3.2 (powered)
1x USB 4.0 / Thunderbolt 4 (Displayport Alt-Mouds und Ladefunktion)
1x USB 2.0
1x RJ-45 Gigabit LAN
1x HDMI 1.4b
1x 3.5mm Mic-In / Audio Out kombiniert
Sicherheit:– TPM 2.0 Security Chip
– FingerPrint Reader Touchstyle
– Kensington Slot
Eingabegeräte:6 Row Keyboard Layout Deutsch mit Hintergrundbeleuchtung
2+3 Trackpad/ Trackpoint
Akku:3 Zellen Akku 45Wh, bis zu 8 Stunden Laufzeit
mit RapidCharge Technologie
Größe/Gewicht324 x 220 x 18.9 mm, ab 1.59 kg
Garantie:2 Jahre Bring- In Herstellergarantie
Zubehör:65W USB-C Netzteil
Betriebssystem:Up to Windows 10 Pro

Benchmarks / Leistung

CPU

Verbaut ist in dem Testgerät ein Intel® Core™ i5-1135G7 QuadCore (4 Cores / 8 Threads) 2.40 – 4.20 GHz, 8 MB Cache und 12 W TDP. Diese kann bis auf 28 W TDP angehoben werden.

Die CPU hat in drei Tests von Cinebench R20 im Multicore-Ranking einen Schnitt von 1968 Punkten erzielt. Der Höchstwert, der bei dem ersten Test erreicht wurde, lag bei 2042 Punkten. Im Akkubetrieb hat es 1955 Punkte erreicht.

Im Single-Core-Ranking hat das E14 460 Punkte geholt. Im Akkubetrieb hat es 465 Punkte erzielt.

Die CPU taktet unter Volllast bis auf 3,54 GHz hoch und hält diesen auch recht stabil. Der niedrigste Takt unter Volllast lag bei 3,05 GHz auf den Kernen.

Was kann die Grafikeinheit? Eine der wichtigsten Fragen, die ich mir gestellt habe:

Die Intel-Grafik im E14 der 2. Generation kann sich schon sehen lassen. Im 3D-Mark Test „Time Spy“ hat es 959 Punkte geholt.

In Furmark hat die Intel-Grafik 1691 Punkte bei 28 FPS erreicht.
Zum Vergleich: Das T15 hat auf FHD damals im Test 1287 Punkte und 22 FPS mit der Nvidia geschafft.

Der Lüfter und TP Fan Control

Da die Frage nach TP Fan Control und den Temperaturen aufgekommen ist: TP Fan Control (tpfc_v061.zip) funktioniert auf dem E14 und mit der aktuellsten Win10 Version (20H2).

Die Einstellungen „Bios (Embedded controller)“, „Smart (TPFanControl ini)“ oder „Manual“ können wie gewohnt (bzw. im Thinkwiki beschrieben) angewendet werden.

Die Temperaturen: Das E14 dreht bis auf 95 Grad (bei Option Bios) hoch und behält diesen Wert fast durchgehend, bis die CPU-Leistung sich verringert.

Bei Option Smart kommt das E14 kurz an 95 Grad, pendelt sich zum Schluss aber auf Temperaturen um die 77 Grad ein (unter Volllast!).

Bei Option Bios ist mir aufgefallen, dass der Lüfter nur bis zu 3500 Umdrehungen liefert. Bei der gesetzten Option „Smart“ dreht er mit bis zu 4500 Umdrehungen hoch, was natürlich dann DEUTLICH zu hören ist!

Bei der Nutzung von tp fan control kommt es natürlich auch darauf an, was der User möchte und wie er bei „Smart“ die „*.ini“ Datei einrichtet. Ich habe jetzt die Basics von der Installation genommen.

Genug Tests, jetzt wird GTA5 installiert…

Da ich ja GTA5 Online gerne mal für ein paar Stunden spiele, habe ich es dem E14 zugemutet. Das Ergebnis: Es geht! Nicht nur gerade so, sondern recht anständig! Eingestellt wurde es auf FHD (1920×1080) und alle weiteren Grafikeinstellungen laufen auf Maximum! Es läuft recht flüssig bei durchschnittlich 20 FPS. die niedrigste Framerate war zwischendurch 17 FPS und ein kleiner Peak nach oben bei 30 FPS.

Schraubt man jetzt die Grafikdetails etwas herunter, schafft das E14 bestimmt ein paar FPS mehr.

Zur Info: GTA5 setzt folgende Hardware (empfohlen) voraus:
„Prozessor: Intel Core i5 3470 mit 3,20 Gigahertz (4 CPUs) /AMD X8 FX-8350 mit 4 Gigahertz (8 CPUs)
Hauptspeicher: 8 Gigabyte
Grafikkarte: Nvidia GTX 660 2 Gigabyte / AMD HD 7870 2 Gigabyte“

Es ist eben KEIN Gaming-Laptop, aber es kann auch für das ein oder andere Spiel genutzt werden. Es müssen dann nur Kompromisse eingegangen werden.

SSD

Verbaut ist in dem Testgerät eine 512 GB M.2 2242 PCIe-NVMe SSD! Die SSD sollte erstmal genug Platz und auch für viele Anwendungen eine ausreichende Geschwindigkeit bieten.

Der Akku

Verbaut ist in dem E14 ein 3 Zellen Akku 45Wh, bis zu 8 Stunden Laufzeit mit RapidCharge Technologie. Im normalen Office-Einsatz sind die 8 Stunden durchaus erreichbar. Bei meinem Office- und Surfverhalten bin ich immer um die 5 Stunden gekommen. Schaut man auf dem Gerät Videos, hat man bis zu 7 Stunden angezeigte Akkulaufzeit zur Verfügung. Leider kommt es bei der Akkuladung (wenn das Netzteil eingesteckt ist) zu einem hörbaren Spulenfiepen!

WEITERE TESTS UND USERFRAGEN

Ersteinrichtung Windows 10
Die Installation von Windows 10 (2004) verlief recht zügig und ohne Probleme. Verwendet wurde ein SanDisk Ultra USB 3.0 32 GB Stick, der mit dem MediaCreationTool eingerichtet worden ist. Im Anschluss erfolgte das Upgrade auf die 20H2, welches Windows Update für das E14 direkt angeboten hat.

Die Installation von Windows 10 hat keine 15 Minuten in Anspruch genommen. Nach der Installation hat das E14 die Treiber über Windows-Update erhalten. Lediglich die Lenovo-Software musste über Lenovo Vantage nachgeladen werden. Ein Bios-Update ist bereits verfügbar, dieses wurde jedoch nicht installiert, da ich für den Test keine Notwendigkeit gesehen habe. Da bei diesem Modell keine Windows 10 Lizenz dabei war, ist das System für den Test auch nicht aktiviert worden (was aber für die späteren Anwendungen keine Rolle gespielt hat).

Die Nutzung zuhause im Office/Videoschnitt

Ich habe das E14 die letzten Tage für den Onlineunterricht (Microsoft Teams) genutzt und nebenbei die Aufgabenblätter in Word etc. erstellt. Da hat sich das 14″ Panel wieder bezahlt gemacht, da ich auf dem Schreibtisch (musste noch zusätzlich 3 DIN A5-Ordner aufgeschlagen auf dem Schreibtisch liegen haben) genug rum liegen hatte. Die Akkulaufzeit mit Teams lag bei ca. 5 Stunden, danach musste es ans Netzteil angeschlossen werden. Neben der Onlinebesprechung habe ich natürlich auch PDFs geöffnet (in diesen nach Schlagworten gesucht und gelesen) und im Netz Beispiele etc. gesucht.

Videoschnitt ist auch weiterhin ein Thema, welches mich sehr interessiert und dem ich gerne nachgehe. Das E14 hat meine Erwartungen bestätigt. Es lässt sich wunderbar für den Videoschnitt in FHD-Qualität benutzen und die Render-Zeiten im h.264 Format sind auch sehr angenehm. Für ein 3:40 min Video habe ich in FHD-Ausgabe bei einer 10 MB/s Bitrate lediglich 4 Minuten gebraucht. Etwas länger als das Video eigentlich geht, aber die Daten lagen auch auf dem USB-Stick. Kurz noch den USB-Stick angesprochen: Von dem Sandisk Ultra USB 3.0 habe ich die Daten am USB 3-Port mit konstanten 159 MB/s auf das E14 kopiert.

Die Limitierung liegt aber hier eindeutig an dem Stick, der Port könnte garantiert mehr!

Der Test mit Linux

Installiert und getestet wurde auf dem E14 Pop-OS 20.10_amd64_intel_10! Die Installation lief zügig und ohne Probleme durch! Wlan, Sound, die Displaybeleuchtung, Soundregulierung haben direkt funktioniert und haben sich steuern lassen. Da ich mich bei Linux nicht auskenne, ist das auch leider das einzige, was ich testen kann.

Mein persönlicher Eindruck zu dem E14:

Es ist ein gutes Arbeitsgerät, dass mit mehr als nur ausreichender Leistung und Akkulebensdauer für den Office-Alltag gerüstet ist! Die Intel-Grafikeinheit kann sich sehen lassen und für ein Spiel (ggf. mit verringerter Detailtreue) zwischendurch ist sie auch nutzbar. Was mir an dem E14 gefällt: Die CPU taktet nicht extrem herunter, wenn es auch mal wärmer wird. Die Leistung bleibt konstant. Die Geräuschkulisse (es bleibt ja nur der Lüfter) ist auch ganz in Ordnung für ein Gerät dieser Größe und Leistung. Beim Film schauen bleibt der Lüfter entweder komplett aus oder er dreht so langsam, dass man wirklich das Ohr an das Gerät halten muss.

Natürlich gibt es auch (für mich) negative Aspekte:

  1. Der Mangel an verfügbaren USB-Ports (2 Typ A sind mir zu wenig)
  2. Kein SD/MicroSD Cardreader
  3. Das Material vom Gehäuse sagt mir persönlich nicht zu.
  4. Der Klang der Lautsprecher könnte besser sein.

Ob ich es mir kaufen würde?
Aktuell eher nein, da ich zum Spielen und Videoschnitt mittlerweile schon gerne 15.6 Zoll hätte. Als Zweitgerät (für mobile Arbeiten z. B. vor Ort im Wald, wo es auch auf das Gewicht und den Platz im Rucksack ankommt) wäre es auf jeden Fall ein geeigneter Kandidat. Für 769€ ist es auf jeden Fall ein für Thinkpads verhältnismäßig günstiges, gutes und leistungsstarkes Office-Gerät.

Wiko View 5

Auch wenn der Markt subjektiv ziemlich gleichmäßig zwischen Smartphones mit Android und Smartphones mit iOS aufgeteilt zu sein scheint, so dominiert Android in der Praxis doch weltweit mit einem Marktanteil zwischen 80 und 90% – je nachdem, ob man die Zahlen kurz vor oder kurz nach dem Erscheinen jeder neuen iPhone-Generation betrachtet. In Deutschland sehen die Zahlen etwas positiver für Apple aus, mit unter 20% Marktanteil beim Absatz bzw. knapp unter 30% bei den Websiteaufrufen liegt iOS aber trotzdem deutlich hinter Android zurück.

Dabei ist der Markt der Android-Smartphones deutlich breiter. Während es, abgesehen vom immer noch knapp 500€ (gut 400€ im Preisvergleich) teuren iPhone SE, nur hochpreisige (700€ aufwärts bis über 1500€) Endgeräte mit Apples iOS gibt, beginnt der Markt bei Android-Smartphones schon bei deutlich unter 100€. Einzelne durchaus aktuelle Smartphones wie das Ulefone Note 8 oder das ZTE Blade A3 kann man sogar schon für gut 50€ bekommen. Andere Geräte wie z.B. das Samsung Galaxy S21 Ultra 5G liegen dagegen mit ebenfalls ca. 1500€ in ähnlichen Preisregionen wie die Geräte von Apple. Daher kann und darf man Android-Smartphones niemals über einen Kamm scheren – schließlich kann ein Einsteigergerät wie das ZTE Blade A3 niemals auch nur annähernd mit dem Galaxy S21 mithalten.

„Wiko View 5“ weiterlesen

Bowers & Wilkins PI3

Eleganz mit Premiumgefühl

Hier sind sie nun, die Bowers & Wilkins PI3. Diese Wireless Kopfhörer wurden 2019 von Bowers & Wilkins veröffentlicht und wir testen, ob sie auch im Jahr 2020 noch mithalten können. Für 199€ UVP und ca 130€ Straßenpreis, versprechen die Kopfhörer so einiges. Mal sehen, wie sie dabei abschneiden.

Wenn man die Verpackung der PI3 öffnet, findet man alles benötigte für einen schnellen Start.
– Bedienungsanleitung

– Sicherheitshinweise

– USB-C auf USB-A Adapterkabel

– Hülle für Kopfhörer

– verschiedene Größen der In-Ear
   Aufsätze

Das USB-C Kabel dürfte ein Stück länger sein. Ein Netzteil ist nicht beigelegt.


Und natürlich das Wichtigste:

Die Kopfhörer

Die Kopfhörer (hier in der goldenen Ausführung) sehen äußerst schick aus und fühlen sich sehr hochwertig an. Die Magnete auf der Rückseite der In-Ears sorgen dafür, dass man sie sorglos um den Hals tragen kann, ohne Angst haben zu müssen sie zu verlieren.


Die Goldene Ausführung der Bowers & Wilkins PI3. Ich würde sie eher als Rosè-Gold bezeichnen

Allgemein ist das Tragegefühl ziemlich angenehm, Ich konnte den ganzen Tag mit ihnen arbeiten, ohne das Gefühl zu haben, dass sie stören oder unangenehm im Ohr werden.

Die mitgelieferten Finnen und In-Ear Polster können individuell angepasst werden, sodass ein Maximum an Tragekomfort entsteht. Das Auswechseln ist dabei sehr einfach. Das alte Polster abziehen und das neue Polster aufdrücken.



Zur Technik

Bluetooth:

Das verbinden der Kopfhörer mit anderen Geräten ist denkbar einfach. Einfach 5 Sekunden den On-Button drücken und schon sind sie bereit zur Verbindung. Die Bluetooth Verbindung ist dabei stark genug, 2 Räume und circa 15 Meter Abstand zu überbrücken.

Manuelle Bedienung

Die Bedienung der Kopfhörer erfolgt komplett über die 4 Knöpfe auf den Auswölbungen auf beiden Seiten. Wobei auf der linken Seite der On / Off  / Bluetooth Button ist, und auf der rechten Seite der Knopf für   „Lied vor / Lied zurück / Pause“, „Lauter“ und der Knopf für „Leiser“. Natürlich kann man auch Anrufe annehmen und auflegen.
Man hat hier meines Erachtens leider die „Play / Pause“ Taste etwas überbelegt.
1x drücken für „Play / Pause“ , 2x drücken für „Lied vor“, 3x drücken für „Lied zurück“ und bei einem Anruf  1x drücken für „annehmen“ , und wieder einmal drücken für „auflegen“.
Klingt kompliziert ? Ist es auch. Leider hat Bowers & Wilkins es hier verpasst individuell programmierbare Tasten zu implementieren. Auch ist das haptische Feedback der Knöpfe etwas schwammig, um zu spüren ob man einen Knopf gedrückt hat oder nicht, sollte man diesen deshalb lieber mit den Fingernägeln drücken.

Klang

Der Sound der Bowers & Wilkins PI3 ist hervorragend. Wenn ich ein Wort zum beschreiben hätte, wäre es „klar“. Die Tiefen sind nicht aufdringlich, trotzdem deutlich und kräftig. Die Mitten sind wohl definiert und allgemein satt und warm im Klang. Die Höhen sind scharf und präzise, nicht unangenehm oder kratzig. Die Dual-Driver-Technologie leistet hier hervorragende Arbeit, was dazu führt, dass auch kleine Nuancen in Songs deutlich werden. Allgemein macht das Musikhören Spaß und rundet den Eindruck der Bowers und Wilkins PI3 schön ab.

Aber…

Ein Thema, welches um genau zu sein nichts mit den Kopfhörern zu tun hat, und deshalb auch seperat angesprochen werden sollte, muss ich hier trotzdem mit aufführen. Die App. Was ich vorhin bei der manuellen Bedienung angesprochen habe, findet sich hier ebenfalls wieder. Meines Erachtens sollte eine App für Kopfhörer (ausschließlich) 3 Dinge können.
-Den Klang verändern, sprich einen EQ besitzen.
-Die Tasten individuell belegen lassen.
-Meine Kopfhörer suchen, wenn ich sie verloren habe.

Nichts davon wird mit dieser App erfüllt, und ich frage mich, warum ich diese App überhaupt nutzen sollte. Ich habe keinerlei Vorteile oder zusätzliche Features, wenn ich die App öffne. (Man kann sich athmosphärische Sounds, wie Lagerfeuerknistern oder Waldrauschen, anhören… )

In diesem Bereich besteht definitiv Nachholbedarf.

Fazit

Die Bowers & Wilkins PI3 sind starke Kopfhörer, die mit ihrer eleganten Formgebung und hochwertigen Verarbeitung überzeugen. Kleine Mängel, wie das haptische Feedback der Knöpfe oder die App, können daran nichts ändern. Das Wichtigste, nämlich der Klang, ist genauso hochwertig, wie der Rest der Kopfhörer.  





Bowers & Wilkins PX7

Robust und Zuverlässig

Bowers & Wilkins Premium Over-Ear-Kopfhörer, PX7 genannt, bieten auf dem Papier so einiges. Aber sind sie wirklich so stark, wie es von Bowers & Wilkins versprochen wird? Für UVP 399€ und einem Straßenpreis von ca 300€ sind wir gespannt!

Das USB-C Kabel dürfte etwas länger sein, ein Netzteil ist nicht enthalten

Wenn man die Verpackung der PX7 öffnet, findet man alles Benötigte für einen schnellen Start.
– Bedienungsanleitung

– Sicherheitshinweise

– USB-C auf USB-A Adapterkabel

– Case für Kopfhörer

-3,5mm Klinken Kabel in angemessener Länge

und natürlich:

Die Kopfhörer


Die Kopfhörer kamen bei uns in der space-grauen Ausführung an und wirkten ziemlich schlicht. Die Bügel sind laut Bowers & Wilkins aus einem Karbonfaser-Composite-Material gefertigt. Sie lassen sich problemlos in alle Richtungen verbiegen, machen dabei keinerlei Anstalten zu brechen und gehen danach wieder in ihrer Ursprungsform ohne bleibende Schäden. Sehr gut.

Das Tragegefühl war exzellent. Am besten sind die Kopfhörer, bei denen man nach kurzer Zeit vergisst, dass man sie überhaupt trägt. Genau das ist bei diesen der Fall. Es ist zwar kein zusätzliches Polster beigelegt, wer aber neue braucht, kann ein Paar für 27€ auf der Webseite von Bowers & Wilkins erwerben.

Schönes Canvas Case, in der gleichen Farbe wie die Kopfhörer

Zur Technik

Bluetooth/Akku

Das verbinden der Kopfhörer mit anderen Geräten ist denkbar simpel. Einfach 5 Sekunden den On Button drücken und schon sind sie bereit zur Verbindung. Die Bluetooth Verbindung ist dabei stark genug, um 2 Räume und circa 15 Meter Abstand zu überbrücken.
Die Akkulaufzeit wird von Bowers & Wilkins mit 30 Stunden angegeben. Das kommt auf jeden Fall hin.

Manuelle Bedienung

Die Bedienung der Kopfhörer ist ebenfalls recht simpel. Auf der linken Ohrmuschel befindet sich die Noise-Cancelling Taste, auf der rechten Seite der „Ein/ Aus“ Hebel sowie die Tasten für „Lauter“, „Leiser“, „Play/Pause/Lied vor/Lied zurück“.
Man hat hier meines Erachtens leider die „Play / Pause“ Taste etwas überbelegt.
1x drücken für „Play / Pause“ , 2x drücken für „Lied vor“, 3x drücken für „Lied zurück“ und bei einem Anruf  1x drücken für „annehmen“ und wieder einmal drücken für „auflegen“.
Klingt kompliziert? Ist es auch. Leider hat Bowers & Wilkins es hier verpasst individuell programmierbare Tasten zu implementieren. Das haptische Feedback ist dabei sehr gut.

Klang

Ein schwieriges Thema, welches mir leichte Bauchschmerzen verursacht hat.
Um eines Vorweg zu nehmen, der Klang selbst ist ausgezeichnet.
Aber… Es gibt bei der offiziellen Bowers & Wilkins App keinen EQ . Ich weiß, viele können diese Kritik nicht nachvollziehen („Lad dir doch einfach einen aus dem Store?!“), aber ich muss dem immer wiedersprechen. Ich will keine
3. Anbieter App, um den Klang meiner Kopfhörer anzupassen und ich sehe auch bei (fast) allen Herstellern von Kopfhörern/Lautsprechern/Dingen die in irgend einer Art und Weise etwas mit Geräuschen zu tun haben und eine App dazu entwickelt haben, einen EQ. Das ist heutzutage wirklich kein großer Aufwand mehr.
Die Kopfhörer selbst sind in ihrer Vorkonfiguration leicht basslastig, was bei der hervorragenden Klangqualtiät allerdings kein Problem darstellt, da die Tiefen dadurch weder verwaschen noch unsauber sind. Die Mitten kommen dadurch einen Tick zu wenig zur Geltung. Besonders bei Akkustik-Gitarren merkt man den etwas zu stark betonten Tiefenanteil, allerdings kann man das leicht durch einen EQ beheben und hat somit das perfekte Erlebnis. Ach ja… ich vergaß…
Ich denke, das Preset der Kopfhörer sollte duch diese typische „V“ Betonung (Anhebung von Bass und Höhen, während die Mitten gesenkt werden) Pop und Rock Musik gut zur Geltung bringen. Allerdings gehen eh schon basslastig gemischte Songs oder E-Gitarren-betonte Musikrichtungen leicht unter. Das wäre auch kein Problem, da man diese Kleinigkeiten mit einem EQ leicht beheben kann.
(Ich habe testhalber mit einem EQ gearbeitet und siehe da, der Klang ist plötzlich für alles geeignet )

Sehr schlicht gehalten, was mir persönlich sehr gut gefällt. Das Logo lässt sich auch mit hartnäckigem Kratzen nicht entfernen

Fazit

Mir gefallen diese schlichten und äußerst angenehm zu tragenden Kopfhörer.
Die Klangqualität überzeugt auf jeder Linie und für den Alltag sind sie nahezu perfekt. Auch wenn ich sie mir persönlich nicht für 399€ kaufen würde, ist der Straßenpreis mit ca 300€ auf jeden Fall gerechtfertigt, und es schmerzt mich leicht, sie wieder abgeben zu müssen.