ThinkPad L13 Yoga Testbericht

Nachdem ich jetzt schon seit einiger Zeit privat ein X380 Yoga nutze, war es für mich sehr spannend das neue L13 Yoga in den Händen zu haben. Mit der L Klasse der ThinkPads hatte ich bisher noch nicht so viel zu tun. Da es sich hier um die „Budget“ Klasse von ThinkPads handelt muss man mit einigen abstrichen beim Gehäuse rechnen. Vor einiger Zeit hatte ich mal den Vergleich zu meinem T530 mit einem L530, hier hat man ganz klar die Unterschiede bemerkt. Nicht so beim L13 Yoga:

Der Lieferumfang

Technische Daten:

Prozessor:
Intel® Core™ i5-10210U QuadCore 1.60 – 4.20 GHz, 6 MB L2-Cache, TDP 15W

Arbeitsspeicher:
16 GB DDR4-2666 MHz 
(fest verlötet)

Festplatte:
512 GB M.2 PCIe-NVMe SSD OPAL 2.0

Display:
13.3″ (33.8 cm) FHD IPS (1920 x 1080) Multitouch
300nits, 800:1 Kontrast, 72% Gamut, 170° Blickwinkel
AR (Anti-Refelction), 10 Finger Gesten

Grafikkarte:
Intel UHD Grafik
max. 4096×2304 @60Hz USB-C
max. 4096×2160 @30Hz HDMI

Netzwerk/Kommunikation:
100/1000Mbit Netzwerk RJ45 über Adapter möglich
Intel® Dual Band Wireless-AC 9560 (2×2) ac/b/g/n max. 1.73Gbps
Bluetooth 5.0
IR Webcam 720p mit ThinkShutter für Windows Hello

Schnittstellen:
2x USB 3.1 (1x powered)
2x USB 3.1 Type-C Gen1 (1x Display Alternate Mode/DisplayPort, 1x Power Delivery)
1x HDMI 1.4b
1x 3.5mm Mic-In / Audio Out kombiniert
1x Micro SD Card Reader
1x Kensington Slot
1x Smart Card Reader

Akku:
3 Zellen Li-ion Akku 46Wh, bis zu 14 Stunden Laufzeit
RapidCharge: 65W USB-C Adapter 80% in 1Std.

Größe und Gewicht:
311.5 x 219 x 17.6 mm, ab 1.43kg 

Software:
Windows 10 Pro. 64bit

Eingabegeräte:
6 Row Keyboard mit Hintergrundbeleuchtung
2+3 Trackpad/ Trackpoint

Sicherheit:
– TPM 2.0 Security Chip
– Match On Fingerprint Reader
– Kensgington Port

Sonstiges:
65W USB-C AC Netzteil
inkl. ThinkPad Pen Pro.

Garantie:
3 Jahre Bring- In Herstellergarantie
1 Jahr auf Akku

Gehäuse und Verarbeitung:

Direkt nach dem Auspacken war ich total überrascht und musste nochmal nachfragen ob die L Serie wirklich noch als Budget Klasse beworben wird. Mir ist es während des Tests sogar passiert das ich es auf den ersten Blick mit meinem X380 verwechselt habe, bei den Details bemerkt man jedoch schon Unterschiede.

Das Gehäuse ist ThinkPad typisch sehr schlicht gehalten. Die Farbe ist zum X380 Yoga nochmal etwas schwärzer geworden. Man könnte wirklich meinen das Lenovo von Gerät zu Gerät andere Materialen verwendet.

Links: X380 Yoga / Rechts: L13 Yoga

Die Gehäuseoberfläche wirkt etwas glatter als beim X380 Yoga, daher auch etwas empfindlicher gegen Fingerabdrücke. Hier ist denke ich mal mehr putzen angesagt. Trotzdem fühlt es sich sehr hochwertig an.

Mir ist am Logo auf der Außenseite aufgefallen das das Logo nicht eingelassen ist wie üblich sondern nur aufgeklebt ist. Es handelt sich um eine etwas dickere silbrige Folie welche beim überstreichen sich sehr vom Gehäuse absetzte. Hier kann man durchaus hängen bleiben. Außerdem fängt sich zwischen den Einzelbuchstaben der Staub (wie hier auch schon kurz nach dem auspacken zu sehen). Das finde ich nicht ganz so schön gelöst. Interessant wäre wie gut die Buchstaben verklebt sind und ob diese sich über Jahre mechanischer Belastung ablösen. Der i Punkt ist jedoch wieder eine LED uns zeigt an wenn das Gerät eingeschaltet ist.

Auf der Innenseite ist das Logo jedoch wie üblich leicht eingelassen. Kann es mir daher nicht so ganz erklären ob sich Lenovo durch das veränderte äußere Logo viel Geld spart.

Das Gehäuse macht insgesamt einen sehr robusten Eindruck. Es lässt sich kaum verwinden und keine Stelle lässt sich mit dem Finger eindrücken. Ich würde jedoch behaupten das sich das X380 Yoga weniger verwinden lässt. Es kann sein das im inneren doch nicht so ein stabiler Rahmen verbaut wurde. Trotzdem kann man das gerät ohne bedenken an einer Ecke halten und es verbiegt nichts. Wenn ich mir andere Mittelklasse Notebooks anschauen liegt das L13 Yoga um längen vorne!

Verwechsungsgefahr? Links das L13 Yoga und rechts das X380 Yoga

Das Eindrücken des Displays zwischen den Scharnieren im Tablet Modus hatte ich bei meinem X380 Yoga noch bemängelt. Hier wurde nachgebessert.

Außerdem auch die kleine Stelle wo der Stylus eingeschoben wird ist recht stabil. Bei frühren Modellen waren hier Risse im Gehäuse vorprogrammiert, nicht so beim L13 Yoga.

Da es sich um ein Yoga handelt lässt sich das Gerät komplett umklappen um es so als Tablet verwenden zu können. Die Scharnieren machen einen sehr guten Eindruck und sind in gewohnter Lenovo Qualität. Auch wackelt das Display im Notebook Betrieb bei Erschütterungen nicht unnötig nach.

Bei den früheren Serien wurde die Tastatur beim umklappen über 180 Grad durch einen herausfahrenden Tastaturrahmen gesperrt. Diese Funktion hatte Lenovo jedoch schon beim X390 Yoga entfernt. Das ist nicht weiter schlimm da die Tasten softwaremäßig deaktiviert werden. Trotzdem finde ich es etwas komisch wenn man es als Tablet hält und man auf der Rückseite immer weider Tasten drückt.

Was mich eher stört ist die Tatsache das im Tisch Modus, wo das Gerät auf der Tastatur liegt keine Füßchen mehr verbaut sind. Bei meinem X380 sind auf der Unter und Oberseite kleine Gummifüße verbaut welche das Bezel vor Kratzern schützen und das Gerät nicht verrutscht. Das kann beim L13 Yoga schon passieren. Außerdem ragen die Tasten auch minimal aus dem Bezel heraus und könnten somit auch verkratzen.

In diesem Modus ist die Unterseite nicht geschützt.

Die Anschlüsse:

Auf der rechten Seite:

  • Kensington Lock
  • HDMI
  • USB A
  • microSD
  • Ein/Aus Taster
  • Stylus

Auf der Linken Seite:

  • USB C (welcher zum Laden verwendet wird) Lenovo hat den normalen Ladeanschluss nun weggelassen was ich ganz vernünftig finde. Bei meinem X380 Yoga ist dieser noch vorhanden aber total unnötig.
  • UBS C integriert mit
  • Ethernet Anschluss, hier wird jedoch ein Adapter benötigt welcher nicht mit dabei ist
  • USB A
  • 3,5mm Klinke für Headset

Auf der Rückseite befindet sich der Auslass für den Lüfter.

Kamera (’s):

Das Gerät verfügt tatsächlich über zwei Kameras. Die typische Kamera oberhalb des Displays welche für Videotelefonie genutzt werden kann und eine Hauptkamera oberhalb der Tastatur. Diese kann im Tablet Modus dafür genutzt werden Fotos zu machen oder bei Videotelefonie dem Anrufer etwas zu zeigen. Über den Sinn oder Unsinn einer solchen Kamera kann sich jeder seine eigene Meinung bilden, ich würde es jetzt nicht unbedingt brauchen, finde es aber von Lenovo schön das Sie an so etwas denken. Für richtige Fotos ist sie natürlich jedoch nicht geeignet, hat aber eine bessere Qualität als die Frontkamera.

Hauptkamera
Frontkamera

Die Frontkamera kann zum Schutz der Privatsphäre auch mechanisch verschlossen werden. Dann wir ein roter Punkt sichtbar. Beim benutzen leuchtet neben der Kamera eine LED. Die Qualität ist für Videotelefonie ausreichend.

Tastatur:

Da ich schon seit Generationen von ThinkPads die durchaus schwankende Qualität der Tastaturen beobachte bin ich hier schon etwas kritisch. Natürlich ist es zum einen immer Geschmackssache und auch Gewöhnung. Beim Vergleich von meinem X380 zum P43s war ich nicht so begeistert da der Tastenhub verkürzt wurde. Ich habe das Gefühl das es beim L13 Yoga schon wieder besser geworden ist. Das Tippgefühl empfand ich von Anfang an als sehr angenehm. Der Tastenhub ist in etwa so wie bei meinem X380 Yoga jedoch vom Gefühl her etwas „dumpfer“ was aber total in Ordnung ist. Beim X380 Yoga hat man noch mehr das Gefühl „mechanisch“ zu tippen, auc entsteht hier eher ein klackern als beim L13 Yoga. Auch das klicken des Touchpads ist kein „klicken“ mehr sonder auch um einiges dumpfer. Wirkt sehr hochwertig und mach definitiv Spaß damit zu Arbeiten. Auch hier muss ich wieder erwähnen das es sich um ein Gerät der „L Klasse“ handelt aber die Tastatur von der Qualität überragend ist. Hier könnte ich fast etwas neidisch werden. 😉

Die Beleuchtung ist wie beim P43s eher bläulicher geworden und lässt sich in drei Stufen Aus, schwach, stark per FN + Leertaste einstellen. Eine automatische Helligkeitsregelung wie bei meinem X380 Yoga gibt es nicht. Diese Funktion empfand ich aber immer als sehr angenehm da man sich mit der Beleuchtung quasi nicht beschäftigen muss. (Foto folgt)

Performance:

Habe das Gerät nun im Alltag ein wenig getestet. Für normale Büroanwendungen sowie Surfen ist das Gerät mehr als ausreichend schnell unterwegs. In Sachen Grafik kommt das L13 Yoga doch an seine Grenzen. Für sehr einfache CAD Lösungen reicht es jedoch aus. Den 3D Mark habe ich mir dann gespart da man beim PCMark10 bereits bei der Grafik bemerkt hat wie sich das Notebook geplagt hat.

Das Gerät wurde während des Benchmark Test an der Tastatur und an der Unterseite im Schnitt 40 Grad heiß. Am Hotspot der Unterseite, an dem denke ich der Prozessor liegt, hatten wir teilweise 50 Grad, jedoch auch nicht mehr. Der Lüfter wurde zwar deutlich hörbar, aber vom Geräusch her nicht unangenehm hochfrequent wie ich es mal von anderen Geräten gehört hatte. Im normal Betrieb wie Surfen oder Mailen auch mit mehreren Programmen und Streaming läuft der Lüfter jedoch nur sehr selten an. Die meiste Zeit kühlt sich das Gerät passiv. Auch konnte ich kein Spulenfiepen vernehmen.

Fortsetzung folgt…

ThinkPad L13 (i7, FHD) Testbericht

Viele Hersteller aktualisieren ihre Lineups rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft mit Intel-CPUs der 10. Generation, so auch Lenovo. Das ThinkPad L13, das kleinste Modell der budgetorientierten L-Serie, ist als eines der ersten ThinkPads mit Intels Core i5 und Core i7 der 10. Generation verfügbar und tritt die Nachfolge des ThinkPad L390 nach. Zugleich läutet es das neue Namensschema der ThinkPads ein. Hier testen wir das ThinkPad L13 20R3000FGE.

Wie immer möchten wir Euch mit diesem Vorab-Testbericht einen ersten Eindruck des Geräts geben, falls Ihr kurz vor der Kaufentscheidung steht. Der Testbericht wird über die nächsten Wochen kontinuierlich erweitert!

Die wichtigsten technischen Daten des Testgeräts lauten:

ThinkPadL13– Typ 20R3000FGE
CPUIntel Core i7-10510U – 4x 1.8-4.9 GHz, 8MB L3-Cache
RAM16 GB DDR4, 2666 MHz
Display13.3″ 1920×1080, 250 nits, 800:1 Kontrast
GrafikIntel UHD Graphics
Gewicht1.38 kg
Preis1.089 €

Gehäuse

Das ThinkPad L13 entspricht der aktuellen Designsprache von Lenovos Ultrabooks. Mit Abmessungen von 311.5 x 219 x 17.6mm ist es nur wenig größer als ein DIN A4-Block und fällt recht dünn aus, mit 1.38 kg ist es auch angenehm leicht. Im Vergleich zum direkten Vorgänger, dem ThinkPad L390, ist das L13 knapp 1cm schmaler, 0.5cm weniger tief und 1mm dünner. Dadurch fallen die Displayränder entsprechend schmaler aus, was das Gerät moderner wirken lässt.

Das Unterteil des Notebooks ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Das Palmrest wirkt stabil, aber nicht so wertig wie bei anderen Geräten wie beispielsweise der T- oder X-Serie. Den Fingerabdruckleser platziert Lenovo direkt rechts nebem dem Touchpad. Dieses hätte durchaus noch eineinhalb Zentimeter höher ausfallen können. Da sich das Display hinter das Unterteil absenkt, sind die Schnittstellen komplett an der Seite angeordnet, auch der Einschalter befindet sich an der rechten Seite. Interessant: Wie bei den Yoga-Geräten, wo die Hinterseite des Unterteils freibleibt, finden die Luftauslässe dennoch hinten am Unterteil Platz. Vermutlich werden hier Teile gemeinsam mit dem L13 Yoga genutzt. Unser Test wird zeigen, wie sich das auf die thermische Belastung des Systems auswirkt.

Die Bodenabdeckung fällt recht dünn aus und gibt bei Druck nach, wirkt aber stabiler als bei älteren Geräten wie beispielsweise dem X1 Extreme. Der Displaydeckel wird aus Aluminium hergestellt und gibt unter Druck nur wenig nach, damit dürften auch bei häufigem Transport in einem voll gepackten Rucksack keine Schäden am Display auftreten. Auch verwinden lässt der Deckel sich kaum, allerdings ist er der Fingerabdruckmagnet schlechthin – hier kommt man nicht umher, das ThinkPad regelmäßig abzuwischen. Die Scharniere halten das Display fest in seiner Position, auch bei wackelndem Untergrund. Dafür lässt das Gerät sich aber nicht mit einer Hand öffnen.

Die Schnittstellen sind sinnvoll angeordnet: Links finden sich zwei USB 3.1 Typ C-Ports, einer davon integriert in den Side Docking-Anschluss. Über beide lässt sich das L13 laden. Die zweite Buchse im Docking-Anschluss führt den Anschluss für den nativen Ethernet-Chip nach außen, für einen vollwertigen LAN-Anschluss ist das Gehäuse zu dünn. Ein Adapter lässt sich bei Lenovo bestellen. Weiterhin befinden sich links ein USB 3.1 Typ A-Anschluss und die 3,5mm-Klinkenbuchse für Headsets oder Kopfhörer. Auf der rechten Seite platziert Lenovo die Öse für ein Notebookschloss, den HDMI 1.4b-Port, einen weiteren USB 3.1 Typ A-Anschluss, einen microSD-Leser sowie den Einschalter. Alle Anschlüsse sind in ausreichendem Abstand zueinander positioniert, sodass sich auch breite Geräte bzw. Stecker nicht gegenseitig blockieren. Das Testgerät ist zusätzlich mit einem Smartcard-Leser ausgestattet, der an der vorderen Kante links positioniert ist.

Die Unterseite des Notebooks wird komplett von einer großen Wartungsklappe abgedeckt. Hierüber erhält man Zugriff auf die kompletten Komponenten des Geräts – austauschen lassen sich jedoch leider nur noch SSD und Akku, der Arbeitsspeicher ist nun fest auf dem Mainboard verlötet.

Unser Tester ist hier vom ThinkPad L13 überzeugt – das Gerät ist einwandfrei verarbeitet und wirkt mehr als ausreichend stabil für den Alltagseinsatz. Natürlich fällt die Materialauswahl nicht so hochwertig aus wie z.B. bei der X1-Serie, dafür ist das Gerät natürlich auch entsprechend erschwinglicher. Der Formfaktor und das geringe Gewicht machen das L13 aber zu einem idealen Begleiter im Alltagsbetrieb.

Tastatur

Das ThinkPad L13 besitzt eine Tastatur im typischen 6-Reihen-Layout der aktuellen ThinkPad-Serien. Sie ist in zwei Stufen hintergrundbeleuchtet, die über die Tastenkombination Fn-Leertaste durchgeschaltet werden.

Wie bereits beschrieben ist das L13 knapp einen Zentimeter schmaler als sein Vorgänger L390. Bei einem dünnen Gerät wie dem L13 ist es jedoch nicht mehr möglich, die Tastatur wie z.B. beim ThinkPad X61 komplett bis an den Gehäuserand zu führen, da mit die seitlichen Anschlüsse im Gehäuse keine ausreichende Bauhöhe für die Tastatur verbleibt. Daher musste die Tastatur schrumpfen und erinnert nun in einer anderen Weise an das X61 und ähnliche Modelle: die Tasten für Ü, Ä, + und # sowie AltGr, Druck und die rechte Strg-Taste fallen schmaler aus, zudem hat Lenovo in der Funktionstastenreihe die Einfg-Taste eingespart und auf der Ende-Taste doppelt belegt. Während die schmalen Tasten auch beim Zehn-Finger-Tippen nicht stören, muss man sich an die geänderten Positionen von Pos1 und Ende erst einmal gewöhnen, denn diese erwartet man üblicherweise weiter links.

Das Tippgefühl der Tastatur überzeugt unseren Tester sehr. Die Tasten haben für ein Gerät dieser Klasse einen zufriedenstellenden Hub und bieten einen sehr satten Anschlag. Dadurch kann man angenehm schnell und auch lange am Stück mit der Tastatur arbeiten – so wurde dieser Testbericht komplett auf dem ThinkPad L13 verfasst. Ein weiterer Pluspunkt für das im ThinkPad-Vergleich eher günstige Gerät.

TrackPoint und Touchpad

Wie bei anderen Testgeräten der letzten Jahre stammt der Trackpoint auch beim ThinkPad L13 vom Hersteller ELAN. Die Tasten sind als einfache Klickschalter ausgeführt und könnten gerne einen satteren Druckpunkt aufweisen. Das Touchpad mit „Mylar“-Beschichtung wird ebenfalls von ELAN produziert und fühlt sich etwas matter an als ein Glastouchpad. Der Druckpunkt ist sehr angenehm, allerdings ist das Touchpad für eine angenehme Benutzung zu klein ausgefallen – unser Tester stellte fest, dass sein Daumen bei einer angenehmen Handhaltung auf der Kante zwischen Palmrest und Touchpad liegt. Auch optisch ist diese Lösung nicht besonders gelungen, man darf hoffen, dass Lenovo hier bei der nächsten Generation des L13 nachbessert.

Der auf dem ThinkPad L13 vorinstallierte ELAN-Maustreiber bringt entscheidende Verbesserungen im Vergleich zu vorher getesteten Geräten. Nicht nur ist die Zeigerbeschleunigung wieder ähnlicher, wenn auch noch nicht identisch zu Modellen mit Synaptics-Trackpoint – vor allem kann man endlich die Zeigerbeschleunigung von Trackpoint und Touchpad getrennt einstellen. In den Mauseinstellungen legt man nun die Zeigerbeschleunigung für das Touchpad fest, es gibt separate Einstellungen für den Trackpoint.

Display

Unser Testgerät wurde mit einem Full HD-IPS-Panel des Herstellers BOE Hydis geliefert. Es meldet sich sowohl als B133HAN06.6 als auch B133HAK01.1, wobei nur zu letzterer Typnummer ein Datenblatt zu finden ist. Vom Hersteller angegeben wird eine Helligkeit von maximal 250 nits sowie eine Farbraumabdeckung von 45% NTSC – diese Werte begeistern nicht gerade und während die Helligkeit außer zur Arbeit in der Sonne noch ausreichend scheint, fällt die geringe Farbraumabdeckung des Displays schon beim „Lenovo“-Bootlogo während des Hochfahrens ins Auge.

Wie die Vermessung des Displays zeigt, kann das Panel die Angaben des Herstellers leicht übertreffen. Die Farbräume sRGB werden zu 68% und Adobe RGB zu 51% abgedeckt, NTSC zu 49%. Zur Bildbearbeitung ist das Panel damit, wie schon vom optischen Eindruck her zu erwarten, definitiv nicht zu empfehlen. Die maximale Helligkeit beträgt 266 nits – in geschlossenen Räumen reicht das dank der matten Oberfläche aus, aber im Freien bei Sonnenschein wird ein Arbeiten mit dem Display nur schlecht möglich sein. Gedimmt werden kann es auf bis zu 2,7 nits, was in dunkler Umgebung einwandfreies Arbeiten ermöglicht.

Audio, Kamera und Biometrie

Die beiden zwei 2W-Lautsprecher platziert Lenovo an der Unterseite, sie strahlen nach rechts und links ab. Sie sind als „Dolby Audio Premium“ zertifiziert und die entsprechende Software ist ab Werk aktiv, aber der Musiktest fiel enttäuschend aus: Den Lautsprechern fehlt es in jedem Frequenzbereich an Detail, während sich das geringe Volumen des Klangs noch mit dem kleinen Gehäuse rechtfertigen lässt. An dieser Stelle wird die Budgetausrichtung der L-Serie sehr deutlich. Linux-Nutzer müssen besonders Acht geben: Die Dolby Audio Premium-Software ist nur unter Windows verfügbar und sobald man diese deaktiviert, verschlechtert sich nicht nur der Klang weiter, sondern auch die maximale Lautstärke sinkt um knapp 5 dB – gefühlt ein großer Unterschied. Wo unser Tester dem Gerät mit Dolby Audio noch zutrauen würde, einen kleinen Besprechungsraum zu beschallen, wäre das ohne Dolby Audio vermutlich nicht möglich.

Die Mikrofone werden noch getestet.

Unser Testgerät ist mit einer 720p-Webcam und IR-Kamera zum Windows Hello-Login ausgestattet. Hierbei handelt es sich vermutlich in allen ThinkPad-Linien um ähnliche oder gleiche Kameramodule, denn wie bereits bei früheren Testberichten ist die Qualität der Kamera enttäuschend. Einige Testbeispiele werden in den nächsten Wochen gezeigt. Die Gesichtserkennung mittels IR-Kamera funktioniert dagegen einwandfrei und erkannte unseren Tester bei normalen Lichtverhältnissen wie auch bei völliger Dunkelheit schnell und zuverlässig.

Eine biometrische Zugangskontrolle ist weiterhin über den Fingerabdruckleser möglich, der rechts neben dem Touchpad im Palmrest eingelassen ist. Wie auch beim kürzlich getesteten ThinkPad P53 fällt dieser sehr klein aus, funktioniert aber zuverlässig.

Konnektivität

Anschluss an die Außenwelt findet das L13 drahtlos über eine Intel Wireless-AC 9560, die 802.11ac-WLAN sowie Bluetooth 5.0 unterstützt. Eine Wi-Fi 6-Karte (802.11ax) ist optional verfügbar. WWAN bzw. LTE wird beim L13 jedoch leider nicht angeboten. Ethernet kann, wie bereits beschrieben, über einen Adapter nativ angeschlossen werden.

Technische Daten

TestgerätAlternativen/Maximal
CPUIntel Core i7-10510U (4 Kerne, 8 Threads, 8MB Cache, 14nm++)Intel Core i3-10110U (2c)
Intel Core i5-10210U (4c)
RAM16 GB DDR4-2666, verlötet, kein Slotab 4GB
Display13.3″ FHD (1920×1080), IPS, 250 nits, 800:1 KontrastHD (1366×768), TN, 250 nits, 500:1 Kontrast
FHD (1920×1080) Multi-Touch, IPS, 300 nits, 700:1 Kontrast
GrafikIntel UHD Graphics
HDD/SSD512 GB M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 x4M.2 2242 NVMe SSD, PCIe 3.0 x2
Intel Optane Memory H10 + M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 v4
WLANIntel Wireless-AC 9560 (2×2 802.11ac)Intel Wi-Fi 6 AX201 (2×2 802.11ax)
Bluetooth5.05.0
LTE
Schnittstellen2x USB 3.1 Gen1
2x USB 3.1 Typ C Gen1
HDMI 1.4b
microSD-Reader
3,5mm Klinke
Side Docking-Anschluss
BiometrieFingerprint-Reader
Windows Hello Infrarot-Kamera
Audio2W Stereo-Lautsprecher
Stereo-Mikrofon
WebcamHD 720p
Akku46 Wh
Netzteil65 W45 W
65 W Slim
OSWindows 10 ProWindows 10 Home

Hardware

CPU

Der Intel Core i7-10510U ist eine 4-Kern-CPU der 10. Generation „Comet Lake“ im 14nm++-Verfahren. Er taktet mit 1,8 GHz und kann im Turbo Boost bis zu 4,9 GHz erreichen. 8MB L3-Cache unterstützen die CPU, die eine TDP von 15W besitzt – diese kann auf 25W angehoben werden.

Wir haben den Core i7-10510U im Cinebench R20 getestet. Im Netzbetrieb erreicht die CPU durchschnittlich 1227 Punkte im Multicore-Test und 426 Punkte im Singlecore-Test, was ein Multicore-Verhältnis von 2,88 ergibt. Im Akkubetrieb mit Einstellungen auf „Höchstleistung“ dokumentierten wir 1537 Punkte im Multicore-Test und 443 Punkte im Singlecore-Test, somit ein Multicore-Verhältnis von 3,47 und interessanterweise eine höhere Performance als im Netzbetrieb. Mit Einstellungen für „optimierte Leistung“ erreicht der Core i7-10510U noch 812 Punkte im Multicore-Test und 351 Punkte im Singlecore-Test, also ein Multicore-Verhältnis von 2,31. Die Werte bleiben nach mehreren Durchläufen noch stabil, wir testen hier aber noch ausführlich weiter.

GPU

Der Test der integrierten Intel UHD Graphics-GPU steht noch aus.

SSD

In unserem Testgerät arbeitet eine Toshiba XG6 NVMe-SSD mit 512GB Speicher (KXG6AZNV512G). Diese SSD besitzt TLC-Speicher und ist per PCIe 3.0 x4 angebunden. Die Benchmark-Ergebnisse sind überzeugend.

Temperatur, Stromverbrauch und Lautstärke

Das Kühlsystem des L13 wird in den nächsten Wochen weiter getestet. Im bisherigen Eindruck bleibt das Notebook im Normalgebrauch komplett lautlos, unter Last dreht der Lüfter jedoch schnell hoch und ist deutlich zu hören.

Akkulaufzeit

Das ThinkPad L13 ist mit einem 46 Wh-Akku ausgestattet. Lenovo gibt eine Laufzeit von bis zu 14 Stunden an, wir werden dies über die nächsten Wochen testen.

Preis und Konfiguration

Die hier getestete Konfiguration kostet 1089 Euro und ist die zweitgrößte Ausbaustufe des ThinkPad L13, die hierzulande verkauft wird.


Fazit

Das Fazit wird mit dem Abschluss des Testberichts veröffentlicht.

Benchmarks

Hier findet Ihr eine Übersicht der Benchmarks, zu allen bisher getesteten Notebooks.

PCMark10

NotebookCPUGPUWert
T490 i5-8265U Intel UHD 620 3559
E495 AMD Ryzen 5 3500U AMD Radeon Vega 8 3418
P43s i7-8665U Nvidia Quadro P520 3706
X1 Carbon i7-8565U UHD Graphics 620 4224
X390 i5-8265U UHD 620 Grafik 3950
15 IML i7-10510U UHD 620 Grafik 4532
L13 Yoga i5-10210UUHD 3757

3DMark

NotebookCPUGPUWert
T490i5-8265UIntel UHD 620327
P43s i7-8665U Nvidia Quadro P520 761
X1 Carbon i7-8565U UHD Graphics 620 423
X390 i5-8265U UHD 620 Grafik 409
15 IML i7-10510U UHD 620 Grafik 492

Geeks3D FurMark

NotebookCPUGPUWert
T490si5-8265UIntel UHD 620470
X1 Extremei7-8750H Intel HD 630 436
X1 Yoga i7-8565U Intel UHD 620 423
T495 AMD Ryzen 5 Pro 3500 AMD Radeon Vega 8 624
P1 i7-9750H NVIDIA Quadro T1000 2102
15 IML i7-10510U UHD 620 Grafik 494

Cinebench R15

NotebookCPUGPUWert
T490i5-8265UIntel UHD 620 43,12 fps / 485 ps
X1 Carboni7-8565U UHD Graphics 620 58,51 fps / 776 ps
X390i5-8265U UHD 620 Grafik 48,45 fps
15 IML i7-10510U UHD 620 Grafik 59,33 fps

Cinebench R20

NotebookCPUGPUWert
T490s i5-8265U Intel UHD 6201334
X1 Extreme i7-8750H Intel HD 630 1109
X1 Yoga i7-8565U Intel UHD 620 1028
T495 AMD Ryzen 5 Pro 3500 AMD Radeon Vega 8 1330
E495 AMD Ryzen 5 3500U AMD Radeon Vega 8 1422
P1 i7-9750H NVIDIA Quadro T1000 1960
15 IML i7-10510U UHD 620 Grafik 1762
L13 i7-10510U Intel UHD Graphics 1227

ThinkBook 15 IML (FHD IPS) Testbericht

„Ein Thinkbook“ by mcb

Diesmal kein Thinkpad im Test, sondern als Novum ein Thinkbook. Das Notebook wurde mir von ok2.de zur Verfügung gestellt und ist natürlich auch dort erhältlich: ok2.de

Die wichtigsten Eckdaten:

Intel Core i7-10510U / 16 GB Ram / 512 GB SSD / 15.6″ FHD Panel (250nits) / Größe und Gewicht: 365 x 245 x 18,9 mm, ~ 1,8 kg

Inklusive Windows 10 Pro. (64bit) und einem Jahr Herstellergarantie.

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ThinkPad X1 ANC Kopfhörer

demnächst hier im Test im Vergleich mit Bose QuietComfort 35.

Kopfhörer

ThinkPad X1 ANC Kopfhörer 4XD0U47635

ThinkPad X1 ANC Kopfhörer

Lenovo X1 Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancellation (ANC))

Die Lenovo ™ ThinkPad X1-Kopfhörer bieten erstklassiges Hör- und Gesprächsverhalten in jeder Geräuschumgebung.

Genießen Sie die erstklassige Anrufqualität, die über sechs Boomless-Mikrofone mit ENC-Technologie geliefert wird und störende Hintergrundgeräusche reduziert.

Mit der aktiven Geräuschunterdrückungstechnologie können Sie jederzeit ungestört fokussieren. Bei 200 g und mit echter Falttechnik passt der X1 überall hin und vermittelt Luxus mit Silikonleder , Premium-Kunststoffe und ein elegantes Metall-Finish.

Produktbeschreibung

Support: Boom-less mic: Never Slow Down to Charge:
ANC (you hear) | ENC ( they hear) optimized 4 of 6x MIC for ANC, 4 of 6x MIC for ENC for crystal clear conferencing Bluetooth 5.0 + USB-C Audio/Charge
Sound: Battery charge time: Lightweight and Stylish:
32-bit Hi-Fidelity Sound 3 hours 195g, Fold-Flat Design w/ Premium Materials
Comfort & Sound Reimagined: Skype optimized: Unterstützte Betriebssysteme:
Multi-Layered Memory Foam Ear Cups USB Digital Audio only Windows 10, Android™ 8.0, iOS 10.0

Thinkpad X390 (13.3″ FHD IPS) Testbericht

„Kleiner Hitzkopf“ by mcb

Diesmal der Testbericht eines X390 aus dem Campusprogramm, hierbei handelt es sich wider um ein Sondermodell, welches gegen Nachweis vergünstigt bezogen werden kann.

Das Notebook wurde mir von ok1.de zur Verfügung gestellt. Erhältlich unter anderem hier: https://ok1.de/ThinkPads/ThinkPad-X390-13-3/ThinkPad-X390-20Q1S02M00::1767.html

Die Eckdaten:

Intel Core i5-8265U / 16 GB Ram / 512 GB SSD / 13.3″ FHD Panel (300nits) / Größe und Gewicht: 311.9 x 217 x 16.5 mm, ~ 1.29 kg

Inklusive 3 Jahre Vor-Ort Premier Herstellergarantie.

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Test ThinkPad P53 (20QN000AGE)

Das ThinkPad P53 (20QN000AGE).

Stromsparende Ultrabook-CPUs finden sich mittlerweile in den meisten Notebooks, auch in Lenovos ThinkPad-Lineup. Dementsprechend können die Geräte auch dünner und leichter gestaltet werden. Während das ThinkPad X1 Extreme (Testbericht) den Spagat zwischen Ultrabook-Gehäuse und sehr leistungsstarker Hardware schafft, stellen zwei Modelle der P-Serie in 15,6″ und 17,3″ noch Vertreter der klassischen Gattung „mobile Workstation“ dar. Hier testen wir das ThinkPad P53 mit 6-Kern-CPU und 15,6″-4K-Display.

Die wichtigsten technischen Daten des Testgeräts lauten:

ThinkPadP53– Typ 20QN000AGE
CPUIntel Core i7-9850H – 6x 2.6-4.6 GHz, 12 MB L3-Cache
RAM16 GB DDR4, 2666 MHz
Display15.6″ 3840×2160 HDR 400, IPS, Dolby Vision, 500 nits
GrafikNvidia Quadro T 2000, 4 GB VRAM
Gewicht2.5 kg
Preis2.659 €

Gehäuse

Das ThinkPad P53 kann nach aktuellen Maßstäben schon fast als „klassiches“ ThinkPad bezeichnet werden: Ein für aktuelle Notebooks vergleichsweise dickes Unterteil mit aufgesetzten Scharnieren, an denen das 15,6″-Display mit je nach Seite 1,5-2,5cm breiten Displayrändern aufgehängt ist. An Vorgängermodelle bis zum W530 erinnert das abgesetzte Clearplate unter dem Display mit der Modellbezeichnung „P53“ und einer WLAN- sowie einer Festplatten-LED. Ein schönes Detail: die LEDs können im BIOS deaktiviert werden.

Das Unterteil des P53 ist sehr gut verarbeitet. Die Unterschale ist aus einer Magnesium-Aluminium-Kombination gefertigt und mit einem glatten, mattschwarzen Lack beschichtet, was sehr hochwertig anmutet. Sie gibt dem Unterteil seine Stabilität – es ist derart verwindungssteif, dass es bei einer kleinen Unebenheit im Tisch schon wackelt. Insgesamt scheint es jedoch auch ab Werk leider nicht perfekt gerade zu sein, was angesichts seiner Stabilität umso mehr auffällt. Im Betrieb stört dies jedoch wenig. Die Handballenauflage ist aus ThinkPad-typischem, leicht angerauten Plastik gefertigt, gibt aber dennoch keinen Millimeter nach. Hier hat Lenovo alles richtig gemacht. Oberhalb der großen Tastatur mit Ziffernblock finden sich der weiß beleuchtete Einschalter und ein Gitter, unter dem die beiden 2W-Lautsprecher sitzen. Unter den Pfeiltasten sitzt der Fingerabdruckleser, der mit ca. 1cm² Fläche ungewohnt klein ausfällt.

Der Displaydeckel überzeugt leider weniger, lässt er sich doch schon mit einer Hand verwinden und auch durch Druck von außen signifikant nach innen verbiegen. Insbesondere bei den empfindlichen hochauflösenden, da dickeren Panels befürchtet unser Tester hier langfristig Schäden wie helle oder dunkle Stellen im Display, wenn man das Gerät oft in einem voll gepackten Rucksack transportiert. Der Deckel wird von zwei aufgesetzten Scharnieren gehalten, die einen Öffnungswinkel von bis zu ca. 190° erlauben. Den Widerstand der Scharniere hat Lenovo perfekt getroffen: Das Display lässt sich einhändig öffnen, wird aber auch bei mittleren Erschütterungen wie im Bus oder Zug stabil gehalten. Die Beschichtung des Deckels ist glatter als bei älteren Geräten, sammelt dadurch aber auch schnell Abdrücke und muss häufiger gereinigt werden.

Die Schnittstellen sind sinnvoll angeordnet: Links finden sich zwei USB 3.1 Typ A-Ports, ein HDMI-Port – in ausreichendem Abstand, damit angeschlossene Kabel und Geräte sich nicht blockieren – sowie SD- und Smartcard-Leser. Rechts platziert Lenovo einen USB 3.1 Typ C-Port, den Nano SIM-Slot, die 3,5mm-Klinkenbuchse sowie die Öse für ein Notebookschloss. An der Rückseite findet das 170W-Netzteil Anschluss, ebenfalls befinden sich dort zwei USB 3.1 Typ C/Thunderbolt 3-Buchsen und ein Gigabit Ethernet-Anschluss. Die linken und rechten hinteren Ecken werden komplett als Auslässe für die beiden Lüfter genutzt. Dennoch bleibt seitlich erstaunlich viel Platz, insbesondere an der Rückseite. Unser Tester wünscht sich weitere USB Typ A-Schnittstellen.

Die Unterseite des Notebooks wird fast komplett von einer großen Wartungsklappe abgedeckt. Hierüber erhält man Zugriff auf den Akku, WLAN- und WWAN-Karte, zwei der vier RAM-Slots, beide M.2 2280-Slots (NVMe, PCIe 3.0 x4) für SSDs und den 2,5″-Slot für eine SSD oder HDD. Dieser nur bei dem Modellen mit Quadro T1000 und T2000 vorhanden, Konfigurationen mit Quadro RTX besitzen ein abweichendes anderes Mainboard-Layout ohne 2,5″-Slot, aber dafür mit drei M.2 2280-Slots. Fast alle Komponenten werden durch Plastikfolien abgedeckt. Etwas schade ist jedoch, dass die Lüfter nicht zur einfachen Reinigung von unten zugänglich sind.

Einen dedizierten Dockinganschluss gibt es nicht mehr, das P53 setzt hierfür auf Thunderbolt. Die ThinkPad Thunderbolt 3 Workstation Dock (40AN0230EU) kommt mit einem 230W- und einem 65W-Netzteil – ersteres lädt das P53, letzteres versorgt die Dockingstation mit Strom. Notebook und Dock werden dann über ein Kombi-Kabel verbunden, das sowohl in die Netzteilbuchse als auch einen Thunderbolt-Port gesteckt wird.

Insgesamt liefert das ThinkPad P53 ein stimmiges Gesamtbild. Das Gerät wirkt robust, die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut und das Gewicht ist für ein Notebook dieser Größen- und Leistungsklasse mehr als in Ordnung. Spaltmaße fallen überall gleichmäßig und sehr gering aus. Im Vergleich zu einem älteren Vorgängermodell, dem T540p/W540, hat sich nicht nur die Gehäusefarbe zurück zum ThinkPad-typischen Schwarz verändert, auch die Verarbeitung ist um Klassen besser.

Tastatur

Das ThinkPad P53 besitzt eine Tastatur im typischen 6-Reihen-Layout der aktuellen ThinkPad-Serien mit einem zusätzlichen Nummernblock auf der rechten Seite. Die Tastatur ist in zwei Stufen hintergrundbeleuchtet, die per Fn-Leertaste durchgeschaltet werden können.

Auf der Höhe der F-Tasten hat Lenovo beim Nummernblock eine Schnelltaste für den Rechner (mit Fn: =), Klammer-Tasten und eine Standby-Taste (mit Fn: Backspace) hinzugefügt – insbesondere die Klammer-Tasten sind für die Arbeit mit Microsoft Excel erstaunlich praktisch. Um diese Tastatur im Gehäuse des P53 unterzubringen, hat Lenovo die Tasten Ü, Ä, # und + schmaler gestaltet.

Das Tippgefühl der Tastatur überzeugt unseren Tester sehr. Die Tasten haben ausreichend Hub, wenn auch weniger als z.B. beim älteren Vorgänger T540p, aber bieten einen sehr satten Anschlag. Auch längere Texte können mit der Tastatur so angenehm verfasst werden.

TrackPoint und Touchpad

Der ThinkPad-typische Trackpoint unseres Testgeräts wurde von ELAN produziert. Wer an einen Synaptics-Trackpoint gewöhnt ist, muss sich hier auf eine etwas andere Zeigerbeschleunigung einstellen – abseits dieser Eingewöhnung funktioniert der Trackpoint jedoch einwandfrei, wie man es von einem ThinkPad erwartet. Die Tasten sind wie z.B. beim X1 Extreme (Testbericht) als einfache Klickschalter ausgeführt und könnten einen satteren Druckpunkt aufweisen.

Das Touchpad mit „Mylar“-Beschichtung wird ebenfalls von ELAN produziert und erinnert stark an ein Glastouchpad, ist aber im Gegensatz zu diesen fest montiert. Das P53 hat separate Touchpadtasten und derer sogar drei. Hierbei handelt es sich um hochwertig anmutende Membranschalter. Schade, dass die Trackpoint-Tasten nicht ebenfalls auf diese setzen. Das Touchpad ist ausreichend groß dimensioniert und lässt sich angenehm benutzen. Ein Nachteil des ELAN-Treibers: Er bietet keine Möglichkeit, die Scrollgeschwindigkeit separat für Trackpoint und Touchpad einzustellen, was im Treiber des langjährigen Herstellers Synaptics möglich ist. Windows bietet ebenfalls eine Einstellung für die Scrollgeschwindigkeit, jedoch gilt diese dann für Trackpoint und Touchpad gleichermaßen. Was am Trackpoint eine angenehme Geschwindigkeit ist, ist am Touchpad jedoch sehr langsam.

Display

Neben der leistungsstarken Hardware hebt sich das P53 auch beim Display vom restlichen ThinkPad-Portfolio ab. Die besten Optionen sind ein 4K-„HDR 400 Dolby Vision“-IPS-Display mit 100% Adobe RGB-Abdeckung und 500 cd/m² Helligkeit sowie ein 4K-„HDR 500 True Black Dolby Vision“-OLED-Display mit 100% DPI-P3-Abdeckung und 350 cd/m² Helligkeit (Peak: 400 cd/m²). Unser Testgerät ist mit ersterer Option ausgestattet, die man ansonsten auch im ThinkPad P53s und im T590 findet Alle IPS-Panels sind matt, wobei zumindest die HDR-Panels eine „seidenmatte“ Oberfläche haben, auf der leichte Reflektionen sichtbar werden. Das OLED-Panel ist bauartbedingt ein glänzendes Panel mit antireflektiver Beschichtung.

Für unser 4K-HDR-Panel zeichnet BOE Hydis verantwortlich, das Panel meldet sich als B156ZAN04.2. Auf den ersten Blick entfährt unserem Tester ein „Wow“, sieht man dem Panel seinen erweiterten Farbraum (Wide Gamut) doch sofort an. Windows 10 ist korrekt eingerichtet, sodass HDR-Inhalte wiedergegeben werden können – das Panel liefert ein beeindruckendes Bild. Eine Vermessung mit einem Colorimeter (Datacolor Spyder 5 Pro) ergibt eine sRGB– und Adobe RGB-Abdeckung von 100%. Somit ist es uneingeschränkt für Foto- und Videobearbeitung geeignet. Ein passendes Farbprofil (Gamma 2.2, Weißpunkt 6500K) bieten wir hier zum Download an.

Die niedrigste Helligkeit liegt bei 7 cd/m² und ist somit auch in völliger Dunkelheit angenehm benutzbar, auf voller Helligkeit strahlt das Panel mit 527 cd/m². Sogar bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Bild so noch erkennbar. Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung ist mit Abweichungen von -5.6% bis +3.6% im Vergleich zur Mitte des Displays bei voller Helligkeit nicht perfekt, aber ausreichend gut.

Audio, Kamera und Biometrie

Über der Tastatur platziert Lenovo zwei 2W-Lautsprecher unter einem großen Gitter. Trotz „Dolby Atmos“-Zertifizierung und erfolgreich eingerichteter Software können diese jedoch nicht überzeugen, es fehlt ihnen schlichtweg an Klarheit der Höhen sowie an Volumen. Bei deaktivierter Software wirkt der Klang fast blechern. Externe Lautsprecher sind daher eigentlich für alles außer kurzen Youtube-Videos Pflicht. Schade, denn die Technik ist mittlerweile vorhanden, wie das X1 Yoga 4th Gen zeigt. Auch wenn Unterhaltung nicht der Fokus des P53 ist, sollte Lenovo hier bei einem Flaggschiff nicht sparen. Die zwei Weitfeldmikrofone überzeugen dagegen und liefern in einer Telefonkonferenz einen klaren Ton.

Unser Testgerät ist mit einer 720p-Webcam und IR-Kamera zum Windows Hello-Login ausgestattet. Wie auch beim ThinkPad X1 Yoga 4th Gen wird hier die gleiche Kamera für beide Funktionen genutzt und kann mit dem ThinkShutter abgedeckt werden. Die Webcam liefert leider ein extrem unscharfes und verwaschenes Bild. Für die Gesprächspartner mag das noch ausreichend sein, aber auf dem 4K-Display des P53 wirkt das 720p-Bild wie ein YouTube-Video in niedrigster Qualität. Natürlich sind ThinkPads keine Multimedia-Geräte, aber für Videokonferenzen sind Webcams auch hier wichtig und insbesondere bei einem derart gut ausgestatteten Gerät wie dem P53 ist ein solcher Patzer peinlich. Die Gesichtserkennung mittels IR-Kamera funktioniert dagegen einwandfrei und erkannte unseren Tester bei normalen Lichtverhältnissen wie auch bei völliger Dunkelheit schnell und zuverlässig. Lediglich im Freien bei Gegenlicht funktioniert die Erkennung nicht mehr.

In diesem Fall kann man auf den Fingerabdruckleser zurückgreifen, der rechts neben dem Touchpad im Palmrest eingelassen ist. Auch wenn die Fläche sehr klein ausfällt, funktioniert er einwandfrei und erlaubt ein schnelles Entsperren des Geräts.

Konnektivität

Anschluss an die Außenwelt findet das P53 drahtlos über eine Intel WiFi 6 AX200, die 802.11ax-WLAN sowie Bluetooth 5.0 unterstützt. Ebenfalls ist unser Testgerät mit einer Fibocom L850-GL LTE-A-Karte ausgestattet. Geräte ohne WWAN sind laut Lenovo nicht für WWAN vorbereitet, besitzen also keine Antennen. Als eines von wenigen Geräten besitzt das P53 auch noch einen Ethernet-Anschluss, der von einem Intel I219-LM-Chip bereitgestellt wird.

Technische Daten

TestgerätAlternativen/Maximal
CPUIntel Core i7-9850H (6 Kerne, 12 Threads, 12MB Cache)Intel Core i5-9400H (4c)
Intel Core i7-9750H (6c)
Intel Core i9-9980H (8c)
Intel Xeon E-2276M (6c)
RAM16 GB DDR4-2666max. 128 GB (4 Slots)
Nur Xeon: mit ECC
GrafikIntel UHD Graphics 630
Nvidia Quadro T2000, 4GB GDDR5

max. 5 externe Displays
Nur Xeon: Intel P630
Nvidia Quadro T1000 (4GB)
Nvidia RTX 3000 (6GB)
Nvidia RTX 4000 (8GB)
Nvidia RTX 5000 (16GB)
HDD/SSD512 GB NVMe SSD, M.2, PCIe 3.0 x42,5″ 7mm-SATA 3-HDD/SSD
M.2 2280-SSD
RAID 0/1/5
WLANIntel WiFi 6 200AX 802.11ax
Bluetooth4.05.0
LTEFibocom L850-GL
Schnittstellen2x USB 3.1 Gen1
3x USB 3.1 Typ C (davon 1x Gen 1, 2x Gen 2/Thunderbolt 3)
HDMI 2.0
Ethernet (RJ-45)
SDXC-Reader (UHS-II)
Smartcard-Reader
BiometrieFingerprint-Reader
Windows Hello Infrarot-Kamera
AudioStereo-Lautsprecher
Dual-Weitfeld-Mikrofon
WebcamHD 720p
Akku90 Wh
Netzteil170 W230 W
OSWindows 10 Pro

Hardware

CPU

Der Intel Core i7-9850H ist eine 6-Kern-CPU der 9. Generation „Coffee Lake“ im 14nm-Verfahren. Er taktet mit 2,6 GHz und kann im Turbo Boost bis zu 4,6 GHz erreichen. 12 MB Cache unterstützen die CPU, die eine TDP von 45W besitzt – also identisch zu früheren Quadcore-CPUs wie dem Core i7-7820HQ. Maximal werden 128 GB DDR4-RAM mit 2666 MHz unterstützt.

Wir haben den Core i7-9850H im Cinebench R20 getestet. Im Netzbetrieb erreicht die CPU durchschnittlich 2295 Punkte im Multicore-Test und 437 Punkte im Singlecore-Test, was ein Multicore-Verhältnis von 5,25 ergibt. Im Akkubetrieb mit Einstellungen auf „Höchstleistung“ dokumentierten wir 2358 Punkte im Multicore-Test und 440 Punkte im Singlecore-Test, somit ein Multicore-Verhältnis von 5,35. Mit Einstellungen für „optimierte Leistung“ erreicht der Core i7-9850H im Durchschnitt noch 2183 Punkte im Multicore-Test und 425 Punkte im Singlecore-Test, also ein Multicore-Verhältnis von 5,13.

Damit überzeugt das ThinkPad P53 auf ganzer Linie. Die volle Leistung der CPU ist im Akkubetrieb abrufbar, sofern man die UEFI- und Windows-Energieeinstellungen entsprechend setzt. In unserem Test war die Leistung im Akkubetrieb sogar etwas höher als im Netzbetrieb, was aber vermutlich unter die Messungenauigkeit fällt. In den ersten Cinebench R20-Durchläufen kann sich der i7-9850H sogar vor der Desktop-CPU i7-7700K positionieren, später nimmt die Leistung im Multicore-Test jedoch ab, weil die CPU heruntertaktet. Insgesamt spricht das Multicore-Verhältnis von deutlich über 5 dafür, dass das Kühlsystem ausreichend dimensioniert ist, um die Abwärme der starken CPU abzuführen. Im Singlecore-Test schwanken die Ergebnisse ebenfalls nur vernachlässigbar.

GPU

Die Nvidia Quadro T2000 erreicht im Furmark-Benchmark im Akkubetrieb durchschnittlich 2206 Punkte mit ca. 32 FPS in Full HD-Auflösung, wobei auch nach fünf Durchläufen kein Einbruch in der Leistung erkennbar ist. Die GPU-Temperatur pendelt sich zwischen 55 und 60 Grad ein und der Lüfter läuft hörbar, aber nicht laut.

Im Netzbetrieb steigt die Bildrate auf ca. 40 FPS an, womit die GPU durchschnittlich 2546 Punkte erreicht. Auch hier bleibt die Leistung über fünf Durchläufe konstant. Nun wird der Lüfter erstmals im Test richtig laut, während die GPU maximal 85°C erreicht – die GPU belastet das Kühlsystem also deutlich stärker als die CPU alleine.

SSD

In unserem Testgerät arbeitet eine Intel SSD Pro 7600p Series mit 512GB Speicher. Diese SSD besitzt TLC-Speicher und ist per PCIe 3.0 x4 angebunden. Sie ist zwar bei sequentiellen Zugriffen nur im Mittelfeld anzusiedeln, punktet dafür aber beim Intervallzugriff.

CrystalDiskMark-Ergebnis der Intel Pro 7600p 512GB-SSD.

Sehr durchdacht: Die SSD ist über ein Wärmeleitpad mit dem Mainboard verbunden, um die bei NVMe-Laufwerken üblicherweise hohe Abwärme effizienter abzuführen. Für eine zweite SSD wird ein Wärmeleitpad direkt auf der Abdeckfolie mitgeliefert. Leider muss für die Installation einer SSD/HDD im 2,5″-Schacht, wie bei der P-Serie üblich, ein Adapterkabel separat erworben werden.

Hier begannen jedoch die Probleme: Ein solches Adapterkabel war bei Lenovo nicht verfügbar, bestellen konnte man lediglich das „ThinkPad MWS P52 P72 HDD Bracket“ mit der Teilenummer 4XH0S69185, das mit einem Festplattenrahmen und zwei SATA-Kabeln zum Anschluss an den im Bild links neben den SSD-Slots zu sehenden geliefert wird. Während der Festplattenrahmen perfekt passt, ist jedoch leider keines der Kabel zum P53 kompatibel. Das kurze Kabel zeigt in die falsche Richtung, wenn der SATA-Anschluss korrekt ausgerichtet wird, um zum Abstandshalter im Gehäuse zu passen. Mit dem langen Kabel kann die Festplatte verbaut und angeschlossen werden, allerdings ist es dann deutlich zu lang und wirkt zu stabil, um keinen Schaden zu nehmen, wenn Druck darauf ausgeübt wird. So wollten wir das Gerät nicht langfristig betreiben.

Mittlerweile ist nun endlich zumindest eine FRU für den passenden Adapter verfügbar, diese lautet 02DM497. Wir bestellen den Adapter und melden uns hier zeitnah mit einem Update zurück!

DPC-Latenzen

Für Echtzeit-Audioanwendungen sind die DPC-Latenzen von großer Bedeutung, die nach Möglichkeit 500 µs nicht überschreiten sollten, um ein problemloses Arbeiten zu erlauben. Hierbei haben wir über 30 Minuten gemessen, während mit Firefox 69.0.1 an diesem Testbericht getippt und in PowerPoint 2019 eine Präsentation erstellt wurde. Leider verfehlt das P53 die Grenzwerte deutlich und scheint sich somit in normaler Konfiguration nicht für Echtzeit-Audio zu eignen. Hauptverantwortlich sind scheinbar insbesondere die Treiber der Grafikkomponenten.

Temperatur, Stromverbrauch und Lautstärke

Im ThinkPad P53 verbaut Lenovo ein potentes Kühlsystem mit zwei Lüftern. Der größere der beiden kühlt hauptsächlich die CPU, während der kleinere für die Nvidia-GPU zuständig ist. Die Heatpipe des GPU-Lüfters ist jedoch weiter zum CPU-Wärmeleitblech verbunden, sodass sich die Abwärme beider Komponenten über das gesamte System verteilen kann. Das verbessert natürlich die Kühlleistung, insbesondere CPU oder GPU selektiv belastet werden.

Wird das Notebook nicht verwendet, verbraucht selbst der Core i7-9850H nur noch sehr wenig Energie. Die Package TDP fällt auf bis zu 1.5W und die CPU-Temperatur liegt dann bei 38°C, während die CPU die Taktfrequenz auf bis zu 800 MHz senkt. Der Lüfter bleibt hier natürlich still. Der Gesamtverbrauch des Notebooks (ausgelesen mit Lenovo Vantage) ist dennoch relativ hoch: Mit 0% Displayhelligkeit verbraucht das Gerät im Idle etwa 8W, auf einer normalen Arbeitshelligkeit (50%) eher 9-10W. Vermutlich verbrauchen sowohl die Hintergrundbeleuchtung des mit 3840×2160 Pixeln hoch auflösenden HDR-Panels als auch das Berechnen der Bildinhalte erheblich Strom. Die Akkulaufzeit ist bei einem derart leistungsstarken Gerät jedoch kein Hauptaugenmerk.
Bei geringer Last takten einzelne Kerne der CPU mit bis zu 4,5 GHz und können diese Frequenz auch langfristig halten.

Bei Multicore-Belastung im Netzbetrieb oder im Akkubetrieb auf „Höchstleistung“ sinkt die Taktfrequenz sofort auf 3,3 GHz (ca. 60W Package TDP) und fällt dann über die nächste Minute auf 2,9 GHz ab (ca. 40W Package TDP), wo sie auch bei andauernder Last verbleibt. Die Package-Temperatur schnellt sofort auf 97°C und bleibt dort auch nach dem Anlaufen der Lüfter. Interessanterweise sind die Kerne 3 und 5 unter Volllast dauerhaft mit 97°C die heißesten, woraus sich die Package-Temperatur ergibt – die restlichen Kerne bewegen sich trotz ebenfalls voller Auslastung zwischen 80°C und 90°C. Eventuell hat unser Testgerät nicht die „beste“ CPU erhalten. Chapeau an Lenovo, dass die volle Leistung der CPU im Akkubetrieb abgerufen werden kann – so muss ein Workstation-Gerät arbeiten. Setzt man die Energieeeinstellungen im Akkubetrieb auf „Optimierte Leistung“, greift nach ca. einer Minute das Power Limit und begrenzt die Package TDP auf 35W, was einer Frequenz von 2,8 GHz bei Volllast entspricht.
Bei Singlecore-Belastung taktet der ausgelastete Kern mit 4,4 GHz bei 25W Package TDP. Nach einiger Sekunden greift das Thermal Throttling, da der Kern 97°C erreicht, der Lüfter läuft leise hörbar an und die Frequenz sinkt auf 3,9 GHz (18W Package TDP). Nach etwa 10 Sekunden ist die CPU ausreichend abgekühlt, sodass die volle Frequenz wieder freigegeben wird. Dieses Verhalten kann ebenfalls über längere Zeit gehalten werden. Bei der Einstellung „Optimierte Leistung“ im Akkubetrieb wird die CPU schneller und länger gedrosselt, sodass der Lüfter teilweise sogar lautlos bleibt.

Wie schon beim ThinkPad X1 Extreme (Testbericht) lohnt es sich beim P53, mit Intels Extreme Tuning Utility (XTU) die CPU-Spannung zu reduzieren. Die CPU unseres Testgeräts lief bei -125mV Offset immer noch stabil, konnte aber dauerhaft mit 3,2 GHz takten und im Cinebench R20-Multicore-Test eine Leistungssteigerung von ca. 6% erzielen.

Auf Wunsch eines Nutzers des ThinkPad-Forums haben wir mittels des „Small FFT“-Tests in Prime95 mit AVX noch die höchstmögliche thermische Belastung der CPU über einen Zeitraum von 30 Minuten getestet. Bereits wenige Sekunden nach dem Start greift das Thermal Throttling, da die Package-Temperatur 97°C erreicht. Die CPU taktet dann mit 2,4 GHz bei einer TDP von 35W und kann dies über den Testzeitraum konstant halten. Die Lüfter laufen dabei zwar hörbar, aber nicht störend auf einer mittleren Stufe – alleine kann die CPU das Kühlsystem also definitiv nicht auslasten. Auch bei dieser Aufgabe zeigt sich wieder, dass Undervolting mittels Intel XTU sich lohnt: Bei -125mV kann die CPU nun bei gleicher TDP und Temperatur einen Takt von 2,8 GHz halten.

Akkulaufzeit

Das ThinkPad P53 ist mit einem 90 Wh-Akku ausgestattet. Im Battery Eater v2.70 „Reader’s Test“ erreicht das P53 damit eine Laufzeit von 12h 57min. Im „Classic Test“ mit Last für CPU, GPU und HDD können immerhin noch 1h 35min erreicht werden. Geladen wird der Akku von 5% auf 100% in 1h 38min.

Im alltäglichen Betrieb mit Office, Internet und etwas gelegentlicher Bildbearbeitung erreichte unser Tester eine übliche Laufzeit von etwa fünf Stunden. Das ist für ein Gerät mit derart hoher Leistung zwar in Ordnung, aber im Vergleich zu beispielsweise dem ThinkPad X1 Extreme 1st Gen nicht viel. Der große Unterschied erklärt sich, wie bereits erläutert, vermutlich durch das helle 4K-Display. Wir hoffen dennoch, dass Lenovo hier nachträglich mit Treiberupdates nachbessern kann.

Preis und Konfiguration

Die hier getestete Konfiguration kostet 2659 Euro und ist die einzige, welche das herausragende 4K-HDR-Display mitbringt – die Wahl dieses Displays limitiert daher leider auf den Core i7-9850H und die Nvidia Quadro T 2000, die Kombination mit einem Core i5, Core i9, Xeon oder einer Quadro RTX-Grafik ist nicht möglich. Andere vordefinierte Konfigurationen mit diesem Display gibt es nicht und im Lenovo-Konfigurator wird es ebenfalls nicht angeboten, dort ist lediglich das 4K-OLED-Panel zu finden. Das ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar – hoffentlich reicht Lenovo hier noch nach.


Fazit

Das ThinkPad P53 stellt die aktuellste Iteration von Lenovos mobiler Workstation-Serie dar. Es ist ein gelungenes Paket für all diejenigen, die auch unterwegs nicht auf mit einem Desktop vergleichbare Leistung verzichten wollen – von CAD-Anwendungen über Bild- und Videobearbeitung bis zur Datenanalyse dürfte das P53 den meisten Aufgaben gewachsen sein. Leistungstechnisch macht Lenovo alles richtig, lediglich beim Gehäuse (Unterschale, Displaydeckel) und den Multimediafähigkeiten sollte beim Nachfolgemodell nachgebessert werden. Von diesen Kleinigkeiten sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen – wer in diesem Segment nach einem Notebook sucht, der ist beim ThinkPad P53 an der richtigen Adresse.