ThinkPad X13 (AMD Ryzen 7 Pro) Testbericht

AMDs Ryzen-CPUs ziehen schon seit einigen Jahren Aufmerksamkeit auf sich, bieten sie doch endlich wieder eine leistungsfähige und günstigere Alternative zu den CPUs des Marktführers Intel. Mittlerweile wendet sich AMD auch wieder Notebooks zu und bietet mit der Ryzen Pro Mobile-Produktlinie mobile CPUs, die mit bis zu 8 Kernen und SMT (Hyperthreading) Leistung pur versprechen, aber nicht zuletzt dank 7nm-Fertigung dennoch stromsparend und kühl genug für den Ultrabook-Einsatz sein sollen. In der aktuellen ThinkPad-Generation werden die AMD-CPUs in der T- und X-Serie verbaut. Hier testen wir das ThinkPad X13 20UGS00800 mit AMD Ryzen 7 Pro 4750U.

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ThinkPad X1 Carbon 8th Gen (i7, FHD) Testbericht

Intels neueste Comet Lake-CPU-Generation hält nun weltweit in Lenovos Topmodellen Einzug. Nachdem außerhalb des EMEA-Raums (Europa und mittlerer Osten) auch das X1 Carbon der 7. Generation schon mit Comet Lake-CPUs bestellt werden konnte, setzt das neue ThinkPad X1 Carbon der 8. Generation nun komplett auf die „neuen“ CPUs, stellt sonst aber ein vergleichsweise kleineres Update des Vorgängers da. Hier testen wir das X1 Carbon 8th Gen (20UAS04T00) mit Core i7-10510U.

Die wichtigsten technischen Daten des Testgeräts lauten:

ThinkPadX1 Carbon 8th Gen– Typ 20UAS04T00
CPUIntel Core i7-10510U – 4x 1.8-4.9 GHz, 8MB L3-Cache
RAM16 GB LPDDR3, 2133 MHz
Display14.0″ 1920×1080, IPS, 400 nits, 800:1 Kontrast
GrafikIntel UHD Graphics
Gewicht1.09 kg
Preis1.449 € (Bildungsprogramm)

Vergleich zum Vorgänger (7th Gen)

Im Vergleich zur 7. Generation ist das X1 Carbon 8th Gen ein kleines Update: Verbaut werden nun die etwas leistungsfähigeren Core i-CPUs der 10. Generation. Das Multitouch-Panel leuchtet nun mit 400 statt 300 nits, das ePrivacy-Panel mit 500 statt 400 nits. Die Tastatur hat neue Funktionstasten für Anrufe erhalten und der WLAN-Chip unterstützt nun 802.11ax statt 802.11ac.

Gehäuse

Das ThinkPad X1 Carbon 8th Gen nutzt weiterhin das Gehäuse der 7. Generation, die wir bereits hier getestet haben. Mit 323mm x 217mm x 14.9mm und einem Gewicht von nur 1.09 kg ist das X1 Carbon mit Abstand das kleinste und leichteste 14″-ThinkPad. Entscheidet sich der Nutzer für das Privacy Guard-Display (später mehr zu den Displayoptionen), legt das Gerät um 0.5mm auf 15.4mm Dicke zu und wiegt 1.21 kg.

Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, ist das X1 Carbon nicht komplett aus Carbon gefertigt. Das Unterteil, in das die Tastatur von unten eingebaut ist, besteht aus einer Magnesiumlegierung. Wenngleich das einen Tastaturtausch für den Endkunden teuer und ohne Garantieverlust unmöglich macht, spart Lenovo dadurch Bauhöhe ein und kann trotz des dünnen Gehäuses einen überzeugenden Tastenhub realisieren. Die Schnittstellen sind links und rechts des Gehäuses angeordnet, der Lüfterauslass sitzt auf der rechten Seite – schlechte Nachrichten für Rechtshänder mit externer Maus.

Die Wartungsklappe am Boden ist erstaunlich stabil und vermutlich ebenfalls aus einer Magnesiumlegierung gefertigt. Der Displaydeckel macht nun endlich dem Namen alle Ehre und besteht aus Carbon – er wirkt sehr stabil, lässt sich kaum verwinden und gibt auch unter Druck nicht nach, was hellen Stellen im Display durch Druck z.B. beim Rucksacktransport vorbeugt.

Insgesamt wirkt das X1 Carbon 8th Gen sehr hochwertig und gut verarbeitet. Dazu trägt auch bei, dass das komplette Gehäuse, selbst das Displaybezel, mit einer matten Gummierung versehen ist. Beim Palmrest müssen Träger einer Uhr mit Metallband hier vermutlich aufpassen, da Kratzer sonst vorprogrammiert sind – zudem sammelt die Gummierung Fett und Fingerabdrücke und muss somit öfter gereinigt werden. Die Haptik ist dafür exzellent. Einzig der ThinkShutter-Schieber trübt den Eindruck, da er nicht beschichtet ist und somit sowohl von der Farbe als auch von der Struktur vom Rest des Gehäuses abweicht.

Die Schnittstellen sind sinnvoll angeordnet: Links finden sich zwei USB 3.2 Typ-C Gen2/Thunderbolt 3-Ports, wovon einer in den Side Docking-Anschluss integriert ist. Beide Ports können das Gerät laden. Die zweite Buchse im Docking-Anschluss führt den Anschluss für den nativen Intel I219-V Ethernet-Chip nach außen, der passende Adapter ist im Lieferumgang des Geräts enthalten. Weiterhin befinden sich links ein USB 3.2 Gen1 Typ A-Anschluss, ein HDMI 1.4b-Port und die 3,5mm-Klinkenbuchse für Headsets oder Kopfhörer. Hier könnten sich ein breiterer USB-Stick und ein HDMI-Kabel in die Quere kommen, da die Anschlüsse nah beieinander sitzen. Auf der rechten Seite finden sich die Öse für ein Notebookschloss, ein weiterer USB 3.2 Gen1 Typ A-Anschluss mit Always On-Funktion sowie der Einschalter.

Tastatur

Das ThinkPad X1 Carbon Gen 8 besitzt eine Tastatur im aktuellen 6-Reihen-Layout. Hier findet sich eine Neuerung im Vergleich zum Vorgänger – Lenovo hat F10 und F11 mit Funktionstasten zum Annehmen und Auflegen von Anrufen belegt. Natürlich ist die Tastatur in zwei Stufen hintergrundbeleuchtet, diese können über die Tastenkombination Fn-Leertaste durchgeschaltet werden.

Trotz des dünnen Gehäuses hat Lenovo es geschafft, eine Tastatur mit einem überzeugenden Tippgefühl zu konstruieren. Hierzu trägt auch bei, dass es sich aufgrund des 14″-Formfaktors um eine Tastatur normaler Größe handelt – es gibt keine kleineren Tasten wie bei den 13,3″-ThinkPads. Abstriche musste Lenovo beim Hub der Tasten machen – wie auch beim X1 Carbon 7th Gen beträgt dieser nur noch 1.5mm statt der üblichen 1.8mm. Trotzdem – oder eventuell auch deswegen – ist der Anschlag jedoch sehr satt, was das Tippen ebenfalls vereinfacht. Auch das Tippen längerer Texte in 10-Finger-Technik ist auf dem X1 Carbon 8th Gen sehr bequem möglich, so wurde wie immer fast der komplette Testbericht auf diesem Gerät verfasst.

TrackPoint und Touchpad

ELAN scheint Synaptics als Standardhersteller der ThinkPad-Maushardware abgelöst zu haben, stammen auch bei diesem Gerät TrackPoint und Touchpad von diesem Hersteller. Der TrackPoint funktioniert einwandfrei und erlaubt eine präzise Steuerung des Zeigers. Die TrackPoint-Tasten sind, wie auch schon beim X1 Carbon 7th Gen, fast komplett flach und stehen kaum aus dem Gehäuse hervor, sind aber dennoch angenehm zu bedienen. Sie sind wie bei den meisten neuen ThinkPads als Klickschalter ausgeführt, besitzen aber dennoch einen gut definierten Druckpunkt. Das Glastouchpad überzeugt ebenfalls – es besitzt eine sehr glatte, angenehme Oberfläche und einen satten Druckpunkt. Der vorhandene Platz wird gut ausgenutzt.

Leider fehlt dem Maustreiber die Möglichkeit, die Scrollgeschwindigkeit für den TrackPoint separat festzulegen. Stellt man diese passend für das Scrollen mit dem TrackPoint ein, scrollt man mit dem Touchpad viel zu langsam. Wir hoffen, dass Lenovo hier in der Zukunft noch mit einem Treiberupdate nachlegen kann.

Display

Unser Testgerät ist mit einem Low Power Full HD-IPS-Display des Herstellers BOE ausgestattet, das auf die Typbezeichnung NE140FHM-N61 hört. Während Lenovo eine Helligkeit von 400 nits, eine Farbraumabdeckung von 72% NTSC und ein Kontrastverhältnis von 800:1 angibt, listet der Hersteller einen Kontrast von 1500:1.

Das Bild überzeugt bereits im Auslieferungszustand, allerdings profitiert das Panel dennoch von einer Kalibrierung, um einen leichten Gelb-/Grünstich zu korrigieren. Die Farbräume sRGB werden zu 94% und Adobe RGB zu 74% abgedeckt, NTSC zu 74%. Ein Farbprofil stellen wir am Ende des Berichts zum Download bereit. Wenngleich eine vollständige Abdeckung des sRGB-Farbraums wünschenswert wäre und von anderen Displays auch erreicht wird, kann das X1 Carbon 8th Gen damit dennoch sinnvoll zur Bild- und Videobearbeitung eingesetzt werden. Lenovo verbaut allerdings verschiedene Panel-Typen mit ähnlichen, aber nicht identischen Daten – ein anderes Gerät kann somit eine etwas bessere, aber auch eine etwas schlechtere sRGB-Abdeckung aufweisen. Wenn eine perfekte Abdeckung des sRGB-Farbraums erforderlich ist, greift man besser zum 4K-Display, das jedoch mit einem deutlich höheren Akkuverbrauch einhergeht.

Die maximal gemessene Helligkeit beträgt 421 nits – damit sollte selbst im Freien bei Sonnenschein problemloses Arbeiten möglich sein. Gedimmt werden kann es auf bis zu 5.2 nits, womit man in dunkler Umgebung angenehm arbeiten kann. Die Regelung ist nicht linear, so erreicht das Display bei eingestellten 70% Helligkeit mit 168 nits noch nicht einmal seine halbe Leuchtkraft – vermutlich soll damit dem Umstand Sorge getragen werden, dass man in dunkler Umgebung und dementsprechend niedriger Helligkeitseinstellung eher in kleinen Schritten nachjustieren möchte. Die Ausleuchtung konnte aufgrund technische Probleme mit unserem Messgerät nicht quantifiziert werden, im subjektiven Eindruck konnte jedoch keine große Ungleichmäßigkeit festgestellt werden.

In individuellen Konfigurationen bietet Lenovo das 400 nits-Full HD-Display auch mit 10-Finger-Multitouch an. Eine weitere Full HD-Option besteht in dem mit 500 nits strahlenden Panel mit Privacy Guard-Option – hier kann per Tastendruck ein Blickschutzfilter hinzugeschaltet werden. Als Topmodell kann man ein 4K-Display („DolbyVision HDR400“) mit 500 nits Helligkeit und 90% P3-Abdeckung konfigurieren, das aber leider nur mit glänzender Oberfläche verfügbar ist. Ein WQHD-Display mit 300 nits kann in manchen Regionen noch geordert werden, bietet aber keine signifikanten Vorteile.

Audio, Kamera und Biometrie

Lenovo verbaut im X1 Carbon 8th Gen zwei nach unten abstrahlende 2W-Lautsprecher sowie zwei über der Tastatur sitzende 0.8W-Lautsprecher, die Dolby Atmos-zertifiziert sind. Wenngleich die Lautsprechergitter 2020 fast schon ungewohnt sind, beeindruckt das System, sobald die Dolby-Software eingerichtet und aktiv ist. Für die Ultrabook-Kategorie besitzt der Klang ein erstaunliches Volumen und kräftige Tiefen. Mitten werden klar wiedergegeben, lediglich bei den Höhen verwischt das Klangbild. In der Software kann der Klang mit einem Equalizer weiter dem eigenen Geschmack angepasst werden. Die Lautstärke reicht problemlos aus, um einen mittleren Konferenzraum zu beschallen. Sehr erfreulich ist auch, dass die Lautsprecher mit deaktivierter Dolby-Software (also z.B. unter Linux) nur geringfügig leiser sind – allerdings gehen insbesondere die Tiefen verloren. Dennoch kann der Klang auch unter Linux als überdurchschnittlich beurteilt werden.

Vier 360°-Weitfeld-Mikrofone sind an der oberen Kante des Displaydeckels positioniert und erlauben eine gute Verständigung in einer Telefonkonferenz. Die Webcam scheint sich im Vergleich zu anderen ThinkPads etwas verbessert zu haben, besitzt sie doch bei guten Lichtverhältnissen einen besseren Dynamikumfang. Das Bild ist aber dennoch recht verwaschen und löst nur mit 1280×720 Pixeln auf – 2020 sollte Full HD ein Standard sein, insbesondere in High-End-Geräten wie der X1-Serie. Die Gesichtserkennung mittels IR-Kamera funktioniert einwandfrei und sehr schnell – da das X1 Carbon auch sehr schnell aus dem Standby aufwacht, ist man nach dem Aufklappen des Deckels fast sofort eingeloggt.

Biometrisch kann man sich auch per Fingerabdruckleser einloggen – dieser sitzt rechts neben dem Touchpad und funktioniert ebenfalls problemlos.

Konnektivität

Im ThinkPad X1 Carbon 8th Gen ist ein Intel Wi-Fi 6 AX201-Chip verbaut, der 802.11ax sowie Bluetooth 5.1 unterstützt – er wird aber von Windows aktuell auf Bluetooth 5.0 limitiert. LTE-A ist optional bestellbar, die Fibocom L850-GL LTE-Karte ist optional auch in einer 2×2 MIMO-Version verfügbar, was die Datenrate verdoppeln kann. Lenovo bietet hier auch die Möglichkeit einer eSIM. Ethernet ist, wie bereits beschrieben, über einen Adapter nativ anzuschließen.

Technische Daten

TestgerätAlternativen/Maximal
CPUIntel Core i7-10510U (4 Kerne, 8 Threads, 8MB Cache, 14nm++)Intel Core i5-10210U
Intel Core i5-10310U
Intel Core i7-10610U
RAM16 GB LPDDR3-2133, verlötet, kein Slot8 GB
Display14.0″ FHD (1920×1080), IPS, Low Power, 400 nits, 800:1 Kontrast, 72% NTSC14.0″ FHD (1920×1080), IPS, Multitouch, 400 nits, 700:1 Kontrast, 72% NTSC
14.0″ FHD (1920×1080), IPS, Privacy Guard, 500 nits, 1500:1 Kontrast, 72% NTSC
14.0″ 4K/UHD (3840×2160) DolbyVision HDR400, IPS, 500 nits, 1500:1 Kontrast, glossy, 90% DCI-P3
GrafikIntel UHD Graphics
HDD/SSD512 GB M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 x4Intel Optane Memory H10 + M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 v4
WLANIntel Wi-Fi 6 AX201 (2×2 802.11ax)
Bluetooth5.1
LTEFibocom L850-GL
Fibocom L850-GL 2×2 MIMO
Schnittstellen2x USB 3.2 Typ A Gen1
2x USB 3.2 Typ C Gen2/Thunderbolt 3
HDMI 1.4b
3,5mm Klinke
Side Docking-Anschluss

BiometrieFingerprint-Reader
Windows Hello Infrarot-Kamera

Audio2x2W + 2x 0.8W Lautsprecher
4x 360°-Weitfeld-Mikrofon

WebcamHD 720p
Akku51 Wh
Netzteil65 W Slim45 W
65 W
OSWindows 10 Home
Windows 10 Pro

Hardware

CPU

Der Intel Core i7-10510U ist eine 4-Kern-CPU der 10. Generation „Comet Lake“ im 14nm++-Verfahren. Er taktet mit 1,8 GHz und kann im Turbo Boost bis zu 4,9 GHz erreichen. 8MB L3-Cache unterstützen die CPU, die eine TDP von 15W besitzt – diese kann auf 25W angehoben werden.

Wir haben den Core i7-10510U im Cinebench R20 getestet. Im Netzbetrieb erreicht die CPU nach einer Stunde durchschnittlich 1388 Punkte im Multicore-Test und 436 Punkte im Singlecore-Test, was ein Multicore-Verhältnis von 3.67 ergibt. Im Akkubetrieb (Einstellungen auf „Höchstleistung“ in Windows bzw. „Maximum Performance“ im UEFI-Setup) werden 1391 Punkte im Multicore-Test bzw. 440 Punkte im Singlecore-Test erreicht. Die Leistung im Akku- und Netzbetrieb ist also identisch – das ist vorbildlich, so wie die über eine Stunde nahezu konstante Leistung unter Singlecore-Last. Bei Multicore-Volllast sinkt die Leistung nach ca. 25 Minuten auf ca. 80% des anfänglichen Ergebnisses, da die CPU ihre Leistung begrenzen muss (mehr dazu unter „Temperatur“).

Im Geekbench 4.4.2 erreicht das X1 Carbon 8th Gen im Netzbetrieb 17.373 Punkte im Multicore-Test und 5.433 Punkte im Singlecore-Test. Die Einzelergebnisse lassen sich hier nachlesen. Im Akkubetrieb wurden 16.175 Punkte im Multicore-Test und 5.309 Punkte im Singlecore-Test erreicht (Ergebnisse hier).

Leider ist es aufgrund der Updates für „Plundervolt“ genannte Sicherheitslücken in der 10. Core i-Generation nicht mehr möglich, die CPU zu undervolten, also mit geringerer Spannung zu betreiben, um die Abwärme und somit das Throttling-Verhalten zu verringern. Die Einstellungen werden zwar übernommen, wirken sich aber nicht aus.

GPU

Die integrierte Intel UHD Graphics-GPU ist identisch zur bisher verbauten Intel UHD Graphics 620 und fällt leistungsmäßig weit hinter die AMD-Konkurrenz wie im zeitgleich getesteten ThinkPad X13 zurück.

Im FurMark-Benchmark v1.21.2.0 erreicht das ThinkPad X1 Carbon 8th Gen im Durchschnitt 460 Punkte nach fünf Durchläufen. Im Geekbench 4.4.2 (Bericht hier abrufbar) werden 24925 Punkte im OpenGL-Test erreicht. Weiterhin haben wir diverse 3DMark-Benchmarks getestet:

3DMark Fire Strike v1.11.236
Graphics Score1.349
Physics Score10.646
Combined Score419
3DMark Time Spy v1.2496
Graphics Score434
CPU Score2.660
3DMark Night Raid v1.15.830
Graphics Score5.916
CPU Score5.391
3DMark Sky Diver v1.04.816
Graphics Score4.514
Physics Score8.324
Combined Score4.262
3DMark-Benchmarks auf dem X1 Carbon 8th Gen

Man sieht, dass die CPU eine solide Leistung abliefert, während die GPU aber lediglich bei den für Laptops und integrierte Grafiken gedachten Benchmarks „Night Raid“ und „Sky Diver“ deutlich vierstellige Ergebnisse erzielen kann. Während gerade ältere Spiele damit wohl durchaus brauchbar gespielt werden können, ist das X1 Carbon 8th Gen erst einmal nicht zum Spielen geeignet. Dank Thunderbolt 3 lässt sich aber natürlich eine externe Grafikkarte mit dem Gerät verbinden, über die dann auch anspruchsvollere Spiele möglich werden.

SSD

In unserem Testgerät verbaut Lenovo eine Samsung PM981a-SSD mit 512GB Speicher (MZVLB512HBJQ-000L7). Die SSD ist per PCIe 3.0 x4 angebunden und nutzt TLC-Speicher. Im Alltagsbetrieb fühlt sich das System extrem schnell an und auch der Benchmark überzeugt.

PCMark „Alltags-Benchmark“

Im PCMark 10 hat das X1 Carbon 8th Gen 4.349 Punkte erzielt.

Essentials9.340
Apps Start-up Score13.455
Video Conferencing Score7.524
Web Browsing Score8.049
Productivity7.144
Spreadsheets Score8.320
Writing Score6.135
Digital Content Creation3.346
Photo Editing Score4.107
Rendering and Visualisation Score2.238
Video Editing Score4.079
PCMark 10-Ergebnisse des X1 Carbon 8th Gen

Die Ergebnisse fallen wie erwartet aus. Im Vergleich z.B. zum gleichzeitig getesteten ThinkPad L14 1st Gen mit i5-10210U beobachten wir ein geringes Leistungsplus, aber beim Starten von Programmen kann sich das X1 Carbon 8th Gen dank der Samsung-SSD deutlich vom L14 und seiner günstigeren WD-SSD absetzen.

Temperatur, Stromverbrauch und Lautstärke

Unter Last heizt sich das Gehäuse des X1 Carbon 8th Gen an der rechten Seite deutlich auf, leicht spürt man die Abwärme auch an den dort liegenden Tasten. Im Bereich der Handballenauflage fühlt man jedoch keine Wärmeentwicklung mehr. Der Lüfter überzeugt dagegen – im normalen Betrieb läuft er nicht oder nur mit 2600 rpm, wo man ihn so gut wie nicht hört. Unter Last beschleunigt er zunächst auf ca. 4000 rpm, dann auf ca. 4600 rpm, wo ein Rauschen vernehmbar wird, aber nicht stört und keinen hohen Pfeifton mit sich bringt.

Mittels HWInfo haben wir während der Cinebench R20-Benchmarks sämtliche Sensor-Parameter mitgeschnitten. Im Multicore-Benchmark verhält sich das Gerät im Netz- und Akkubetrieb sehr ähnlich: In den ersten fünf Minuten sinkt der CPU-Takt langsam von ca. 4 auf 3 GHz, während der Lüfter schnell von unhörbaren 2600 rpm auf hörbar rauschende, aber nicht störende 4600 rpm hochdreht. Die Temperatur klettert auf bis zu 97 °C, wobei die CPU-Leistung durch Thermal Throttling begrenzt wird. Nach fünf Minuten setzt die TDP-Begrenzung auf 13W ein, was die CPU-Temperatur auf ca. 75 °C und den CPU-Takt auf ca. 2.2 GHz senkt. Nach kurzer Zeit steigt die TDP langsam wieder auf bis zu 25 W an, während die CPU mit bis zu 3 GHz taktet und die Temperatur auf bis zu 95 °C ansteigen darf. Teilweise setzt kurz Thermal Throttling ein, aber vor allem greift nach weiteren ca. 2 Minuten wieder die TDP-Begrenzung auf 13W. Dies wiederholt sich konstant während des einstündigen Benchmarks.
Hier limitiert also das Kühlsystem des X1 Carbon. Reserven bestünden hier sicherlich, wenn man die CPU undervolten könnte – allerdings ist das, wie bereits oben beschrieben, aufgrund der „Plundervolt“-Sicherheitslücken nicht mehr möglich.

Im Singlecore-Test sieht das Bild etwas anders aus: Im Netzbetrieb steigt die Temperatur rapide auf 97 °C und schwankt dann zwischen 80 °C und 97 °C, während die CPU zwischen 3.0 GHz und 4.2 GHz taktet. Die TDP schwankt zwischen 13 und 20 Watt. Hauptsächlich wird die Leistung durch Thermal Throttling begrenzt, zusätzlich setzt ab fünf Minuten nach Start des Benchmarks gelegentlich die TDP-Begrenzung (Power Limit Throttling) ein.

Im Akkubetrieb taktet die CPU nahezu konstant mit ca. 4.2 GHz, während die Temperatur entsprechend konstant bei 97 °C bleibt. Die TDP sinkt von Anfangs ca. 25 W auf 17 W ab, bleibt dann aber auch dort etwa konstant. Thermal Throttling ist durchgehend aktiv, zudem wird ständig für kurze Zeit Power Limit Throttling aktiv (daher im Graph transparent dargestellt).

Die Leistung ist dennoch auch im Singlecore-Test zwischen Netz- und Akkuebtrieb sehr ähnlich. Eventuell macht hier die zusätzliche thermische Belastung durch den Netzbetrieb einen Unterschied, auch kann ein Einfluss durch die Umgebungstemperatur nicht ausgeschlossen werden. Der Lüfter beschleunigt auch hier nach wenigen Minuten auf ca. 4600 rpm.

Wie auch bereits an den Ergebnissen des Cinebench-Tests deutlich wurde, ist das Kühlsystem des X1 Carbon ausreichend dimensioniert, um die anfängliche Leistung bei Singlecore-Last auch über einen längeren Zeitraum beizubehalten. Bei Multicore-Last ist das nicht der Fall, hier muss sich das Gerät einbremsen. Da angesichts der geringen Bauhöhe die thermischen Reserven des Kühlsystems auch physikalisch begrenzt sind, wäre das Gerät ein Kandidat für Undervolting – das ist allerdings, wie bereits gesagt, aktuell technisch nicht möglich.

Akkulaufzeit

Lenovo verbaut im ThinkPad X1 Carbon 8th Gen einen 51 Wh-Akku, der in unserem Testgerät von SMP produziert wurde, und gibt eine Laufzeit von bis zu 18 Stunden an.

Wir haben die Laufzeit mit Battery Eater v2.70 getestet. Aufgrund technischer Probleme mit der aktuellen Version unter Windows 10 1909 werden die Ergebnisse inklusive der tatsächlichen Messperiode extrapoliert angegeben. Im Classic Test (3D-Rendering, WLAN ein, volle Helligkeit) wurde eine Laufzeit von ca. 1h45min ermittelt (gemessen: 86% Verbrauch in 90min). Im Reader’s Test (Scrollen in einer Textdatei, WLAN ein, Helligkeit ca. 100 cd/m²) erreicht das X1 Carbon 8th Gen eine Laufzeit von ca. 18h30min (gemessen: 27% Verbrauch in 5h).
Im Alltagsbetrieb erreicht das Gerät bei kombinierter Nutzung von Office, Internet und leichter wissenschaftlicher Bildbearbeitung eine Lautzeit zwischen 8 und 10 Stunden, somit hält es einen kompletten, üblichen Arbeitstag durch. Beim Videostreaming (Netflix) haben wir eine extrapolierte Laufzeit von ca. 9 Stunden ermittelt.

Dem Gerät liegt ein 65W-USB Typ C-Netzteil in der neuen „Slim“-Bauform bei, das sehr stark an die Bauform des Dell XPS-Netzteils erinnert. Das ist eine positive Entwicklung – man kann hier das Kabel einfach platzsparend auf dem Netzteil aufwickeln.

Preis und Konfiguration

Die hier getestete Konfiguration kostet im Bildungsprogramm 1.549 Euro und ist die kleinere Topseller-Konfiguration, die hierzulande verkauft wird. Für 1.899 Euro erhält man das Gerät mit LTE-Karte, 1TB-SSD und Windows-Vorinstallation – da den Bezugsberechtigten jedoch meist ohnehin kostenlose Windows-Lizenzen zur Verfügung stehen, lohnt sich diese nur selten. Displayoptionen etc. stehen bisher nur in individuellen Konfigurationen zur Wahl.


User-Fragen

Lasst uns über die Kommentare oder in der Diskussion über das Testgerät im ThinkPad-Forum Eure Fragen zukommen, die wir natürlich gerne mit aufnehmen!

Wie verhält sich das Gerät unter Linux? Funktioniert die Lautstärkeregelung?

Ich habe das X1 Carbon 8th Gen kurz mit POP!_OS 20.04 vom USB-Stick betrieben. Tatsächlich funktioniert out of the box alles Offensichtliche – WLAN und Bluetooth, Grafikbeschleunigung, die Helligkeits- und Lautstärkeregelung, Trackpoint, Touchpad, Fingerabdruckleser, Webcam etc. Die Lautsprecher sind auch ohne Dolby Atmos für ein Notebook erstaunlich laut und gut, der voluminöse Eindruck des Klangs unter Windows geht jedoch verloren. Auch der Akkuverbrauch scheint auf den ersten Blick ähnlich zum Verbrauch unter Windows zu sein.

Insgesamt lässt sich das X1 Carbon 8th Gen also auch für Linux-Anfänger ohne weitere Anpassungen gut mit Linux einsetzen. Erfahrene Nutzer sollen hier keine Probleme haben, die Installation zu perfektionieren.

Anhänge

Hier könnt Ihr einige Dateien zum Testgerät herunterladen:


Fazit

Im Test hat das X1 Carbon 8th Gen überzeugt. Die Verarbeitung ist erstklassig, die Eingabegeräte sind auf gewohnt hohem ThinkPad-Niveau, das Display ist sehr gut – wenn auch nicht perfekt – und die Akkulaufzeit stimmt. Bei der Leistung muss man aufgrund des extrem dünnen Gehäuses zumindest bei Multicore-Last kleine Abstriche im Vergleich zu dickeren Geräten wie dem T14 machen. Zudem fehlt es dem Intel-SoC an Grafikleistung, insbesondere im Vergleich zu aktuellen AMD Ryzen-Notebooks. Dank Thunderbolt 3 lässt sich hier jedoch mit einer externen GPU Abhilfe schaffen. Weitere kleine Kritikpunkte bestehen in der Wärmeentwicklung am Gehäuse sowie der Webcam, die dem Preis des Geräts nach wie vor nicht gerecht wird.

Das X1 Carbon 8th Gen empfiehlt sich somit für all diejenigen, für die Mobilität und eine hochwertige Anmutung an erster Stelle stehen. Man nimmt das Gerät einfach gerne mit, weil man es im Rucksack oder der Tasche fast gar nicht merkt. Der Preis im Bildungsprogramm – 1.449 Euro – steht absolut im Verhältnis zum Gebotenen.

Wer etwas sparen möchte, kann sich das ebenfalls sehr gute Gerät der 7. Generation anschauen. Wer mehr Leistung wünscht, dadurch aber etwas Mobilität, Premium-Haptik und Features wie Thunderbolt aufzugeben bereit ist, schaut in Richtung der aktuellen AMD-Modelle wie T14 und X13.

Lenovo Yoga Book C930 Testbericht

Neue, innovative Bedienkonzepte liegen in der ThinkPad-Produktlinie schon lange im Fokus. Nicht zuletzt war schon das allererste ThinkPad 700T ein Tablet-PC – auch später folgten mit dem ThinkPad Transnote, den Convertibles der X-Serie, dem X1 Carbon mit variabler Touch-Leiste und den durch alle Produktlinien Lenovos erfolgreichen Yoga-Geräten immer wieder neue Ideen. 2016 stellte Lenovo mit dem Yoga Book den „Nachfolger“ des ThinkPad Transnote, ein kompaktes Notebook, dessen Tastatur als Touch-Oberfläche ausgeführt war, auf der man auch einen Papierblock befestigen konnte, der handschriftliche Eingaben gleichzeitig digitalisiert. Dessen 2018 eingeführter Nachfolger, das Yoga Book C930, ersetzt diese Schreibfläche durch ein E-Ink-Display, welches neben einer Tastatur zahlreiche weitere Funktionen annehmen kann. Im Lichte kommender Neuvorstellungen wie dem ThinkBook Plus oder dem ThinkPad X1 Fold, die dieses Konzept weiterführen, testen wir hier das Yoga Book C930.

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ThinkPad L13 (i7, FHD) Testbericht

Viele Hersteller aktualisieren ihre Lineups rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft mit Intel-CPUs der 10. Generation, so auch Lenovo. Das ThinkPad L13, das kleinste Modell der budgetorientierten L-Serie, ist als eines der ersten ThinkPads mit Intels Core i5 und Core i7 der 10. Generation verfügbar und tritt die Nachfolge des ThinkPad L390 nach. Zugleich läutet es das neue Namensschema der ThinkPads ein. Hier testen wir das ThinkPad L13 20R3000FGE.

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Test ThinkPad P53 (20QN000AGE)

Das ThinkPad P53 (20QN000AGE).

Stromsparende Ultrabook-CPUs finden sich mittlerweile in den meisten Notebooks, auch in Lenovos ThinkPad-Lineup. Dementsprechend können die Geräte auch dünner und leichter gestaltet werden. Während das ThinkPad X1 Extreme (Testbericht) den Spagat zwischen Ultrabook-Gehäuse und sehr leistungsstarker Hardware schafft, stellen zwei Modelle der P-Serie in 15,6″ und 17,3″ noch Vertreter der klassischen Gattung „mobile Workstation“ dar. Hier testen wir das ThinkPad P53 mit 6-Kern-CPU und 15,6″-4K-Display.

Die wichtigsten technischen Daten des Testgeräts lauten:

ThinkPadP53– Typ 20QN000AGE
CPUIntel Core i7-9850H – 6x 2.6-4.6 GHz, 12 MB L3-Cache
RAM16 GB DDR4, 2666 MHz
Display15.6″ 3840×2160 HDR 400, IPS, Dolby Vision, 500 nits
GrafikNvidia Quadro T 2000, 4 GB VRAM
Gewicht2.5 kg
Preis2.659 €

Gehäuse

Das ThinkPad P53 kann nach aktuellen Maßstäben schon fast als „klassiches“ ThinkPad bezeichnet werden: Ein für aktuelle Notebooks vergleichsweise dickes Unterteil mit aufgesetzten Scharnieren, an denen das 15,6″-Display mit je nach Seite 1,5-2,5cm breiten Displayrändern aufgehängt ist. An Vorgängermodelle bis zum W530 erinnert das abgesetzte Clearplate unter dem Display mit der Modellbezeichnung „P53“ und einer WLAN- sowie einer Festplatten-LED. Ein schönes Detail: die LEDs können im BIOS deaktiviert werden.

Das Unterteil des P53 ist sehr gut verarbeitet. Die Unterschale ist aus einer Magnesium-Aluminium-Kombination gefertigt und mit einem glatten, mattschwarzen Lack beschichtet, was sehr hochwertig anmutet. Sie gibt dem Unterteil seine Stabilität – es ist derart verwindungssteif, dass es bei einer kleinen Unebenheit im Tisch schon wackelt. Insgesamt scheint es jedoch auch ab Werk leider nicht perfekt gerade zu sein, was angesichts seiner Stabilität umso mehr auffällt. Im Betrieb stört dies jedoch wenig. Die Handballenauflage ist aus ThinkPad-typischem, leicht angerauten Plastik gefertigt, gibt aber dennoch keinen Millimeter nach. Hier hat Lenovo alles richtig gemacht. Oberhalb der großen Tastatur mit Ziffernblock finden sich der weiß beleuchtete Einschalter und ein Gitter, unter dem die beiden 2W-Lautsprecher sitzen. Unter den Pfeiltasten sitzt der Fingerabdruckleser, der mit ca. 1cm² Fläche ungewohnt klein ausfällt.

Der Displaydeckel überzeugt leider weniger, lässt er sich doch schon mit einer Hand verwinden und auch durch Druck von außen signifikant nach innen verbiegen. Insbesondere bei den empfindlichen hochauflösenden, da dickeren Panels befürchtet unser Tester hier langfristig Schäden wie helle oder dunkle Stellen im Display, wenn man das Gerät oft in einem voll gepackten Rucksack transportiert. Der Deckel wird von zwei aufgesetzten Scharnieren gehalten, die einen Öffnungswinkel von bis zu ca. 190° erlauben. Den Widerstand der Scharniere hat Lenovo perfekt getroffen: Das Display lässt sich einhändig öffnen, wird aber auch bei mittleren Erschütterungen wie im Bus oder Zug stabil gehalten. Die Beschichtung des Deckels ist glatter als bei älteren Geräten, sammelt dadurch aber auch schnell Abdrücke und muss häufiger gereinigt werden.

Die Schnittstellen sind sinnvoll angeordnet: Links finden sich zwei USB 3.1 Typ A-Ports, ein HDMI-Port – in ausreichendem Abstand, damit angeschlossene Kabel und Geräte sich nicht blockieren – sowie SD- und Smartcard-Leser. Rechts platziert Lenovo einen USB 3.1 Typ C-Port, den Nano SIM-Slot, die 3,5mm-Klinkenbuchse sowie die Öse für ein Notebookschloss. An der Rückseite findet das 170W-Netzteil Anschluss, ebenfalls befinden sich dort zwei USB 3.1 Typ C/Thunderbolt 3-Buchsen und ein Gigabit Ethernet-Anschluss. Die linken und rechten hinteren Ecken werden komplett als Auslässe für die beiden Lüfter genutzt. Dennoch bleibt seitlich erstaunlich viel Platz, insbesondere an der Rückseite. Unser Tester wünscht sich weitere USB Typ A-Schnittstellen.

Die Unterseite des Notebooks wird fast komplett von einer großen Wartungsklappe abgedeckt. Hierüber erhält man Zugriff auf den Akku, WLAN- und WWAN-Karte, zwei der vier RAM-Slots, beide M.2 2280-Slots (NVMe, PCIe 3.0 x4) für SSDs und den 2,5″-Slot für eine SSD oder HDD. Dieser nur bei dem Modellen mit Quadro T1000 und T2000 vorhanden, Konfigurationen mit Quadro RTX besitzen ein abweichendes anderes Mainboard-Layout ohne 2,5″-Slot, aber dafür mit drei M.2 2280-Slots. Fast alle Komponenten werden durch Plastikfolien abgedeckt. Etwas schade ist jedoch, dass die Lüfter nicht zur einfachen Reinigung von unten zugänglich sind.

Einen dedizierten Dockinganschluss gibt es nicht mehr, das P53 setzt hierfür auf Thunderbolt. Die ThinkPad Thunderbolt 3 Workstation Dock (40AN0230EU) kommt mit einem 230W- und einem 65W-Netzteil – ersteres lädt das P53, letzteres versorgt die Dockingstation mit Strom. Notebook und Dock werden dann über ein Kombi-Kabel verbunden, das sowohl in die Netzteilbuchse als auch einen Thunderbolt-Port gesteckt wird.

Insgesamt liefert das ThinkPad P53 ein stimmiges Gesamtbild. Das Gerät wirkt robust, die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut und das Gewicht ist für ein Notebook dieser Größen- und Leistungsklasse mehr als in Ordnung. Spaltmaße fallen überall gleichmäßig und sehr gering aus. Im Vergleich zu einem älteren Vorgängermodell, dem T540p/W540, hat sich nicht nur die Gehäusefarbe zurück zum ThinkPad-typischen Schwarz verändert, auch die Verarbeitung ist um Klassen besser.

Tastatur

Das ThinkPad P53 besitzt eine Tastatur im typischen 6-Reihen-Layout der aktuellen ThinkPad-Serien mit einem zusätzlichen Nummernblock auf der rechten Seite. Die Tastatur ist in zwei Stufen hintergrundbeleuchtet, die per Fn-Leertaste durchgeschaltet werden können.

Auf der Höhe der F-Tasten hat Lenovo beim Nummernblock eine Schnelltaste für den Rechner (mit Fn: =), Klammer-Tasten und eine Standby-Taste (mit Fn: Backspace) hinzugefügt – insbesondere die Klammer-Tasten sind für die Arbeit mit Microsoft Excel erstaunlich praktisch. Um diese Tastatur im Gehäuse des P53 unterzubringen, hat Lenovo die Tasten Ü, Ä, # und + schmaler gestaltet.

Das Tippgefühl der Tastatur überzeugt unseren Tester sehr. Die Tasten haben ausreichend Hub, wenn auch weniger als z.B. beim älteren Vorgänger T540p, aber bieten einen sehr satten Anschlag. Auch längere Texte können mit der Tastatur so angenehm verfasst werden.

TrackPoint und Touchpad

Der ThinkPad-typische Trackpoint unseres Testgeräts wurde von ELAN produziert. Wer an einen Synaptics-Trackpoint gewöhnt ist, muss sich hier auf eine etwas andere Zeigerbeschleunigung einstellen – abseits dieser Eingewöhnung funktioniert der Trackpoint jedoch einwandfrei, wie man es von einem ThinkPad erwartet. Die Tasten sind wie z.B. beim X1 Extreme (Testbericht) als einfache Klickschalter ausgeführt und könnten einen satteren Druckpunkt aufweisen.

Das Touchpad mit „Mylar“-Beschichtung wird ebenfalls von ELAN produziert und erinnert stark an ein Glastouchpad, ist aber im Gegensatz zu diesen fest montiert. Das P53 hat separate Touchpadtasten und derer sogar drei. Hierbei handelt es sich um hochwertig anmutende Membranschalter. Schade, dass die Trackpoint-Tasten nicht ebenfalls auf diese setzen. Das Touchpad ist ausreichend groß dimensioniert und lässt sich angenehm benutzen. Ein Nachteil des ELAN-Treibers: Er bietet keine Möglichkeit, die Scrollgeschwindigkeit separat für Trackpoint und Touchpad einzustellen, was im Treiber des langjährigen Herstellers Synaptics möglich ist. Windows bietet ebenfalls eine Einstellung für die Scrollgeschwindigkeit, jedoch gilt diese dann für Trackpoint und Touchpad gleichermaßen. Was am Trackpoint eine angenehme Geschwindigkeit ist, ist am Touchpad jedoch sehr langsam.

Display

Neben der leistungsstarken Hardware hebt sich das P53 auch beim Display vom restlichen ThinkPad-Portfolio ab. Die besten Optionen sind ein 4K-„HDR 400 Dolby Vision“-IPS-Display mit 100% Adobe RGB-Abdeckung und 500 cd/m² Helligkeit sowie ein 4K-„HDR 500 True Black Dolby Vision“-OLED-Display mit 100% DPI-P3-Abdeckung und 350 cd/m² Helligkeit (Peak: 400 cd/m²). Unser Testgerät ist mit ersterer Option ausgestattet, die man ansonsten auch im ThinkPad P53s und im T590 findet Alle IPS-Panels sind matt, wobei zumindest die HDR-Panels eine „seidenmatte“ Oberfläche haben, auf der leichte Reflektionen sichtbar werden. Das OLED-Panel ist bauartbedingt ein glänzendes Panel mit antireflektiver Beschichtung.

Für unser 4K-HDR-Panel zeichnet BOE Hydis verantwortlich, das Panel meldet sich als B156ZAN04.2. Auf den ersten Blick entfährt unserem Tester ein „Wow“, sieht man dem Panel seinen erweiterten Farbraum (Wide Gamut) doch sofort an. Windows 10 ist korrekt eingerichtet, sodass HDR-Inhalte wiedergegeben werden können – das Panel liefert ein beeindruckendes Bild. Eine Vermessung mit einem Colorimeter (Datacolor Spyder 5 Pro) ergibt eine sRGB– und Adobe RGB-Abdeckung von 100%. Somit ist es uneingeschränkt für Foto- und Videobearbeitung geeignet. Ein passendes Farbprofil (Gamma 2.2, Weißpunkt 6500K) bieten wir hier zum Download an.

Die niedrigste Helligkeit liegt bei 7 cd/m² und ist somit auch in völliger Dunkelheit angenehm benutzbar, auf voller Helligkeit strahlt das Panel mit 527 cd/m². Sogar bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Bild so noch erkennbar. Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung ist mit Abweichungen von -5.6% bis +3.6% im Vergleich zur Mitte des Displays bei voller Helligkeit nicht perfekt, aber ausreichend gut.

Audio, Kamera und Biometrie

Über der Tastatur platziert Lenovo zwei 2W-Lautsprecher unter einem großen Gitter. Trotz „Dolby Atmos“-Zertifizierung und erfolgreich eingerichteter Software können diese jedoch nicht überzeugen, es fehlt ihnen schlichtweg an Klarheit der Höhen sowie an Volumen. Bei deaktivierter Software wirkt der Klang fast blechern. Externe Lautsprecher sind daher eigentlich für alles außer kurzen Youtube-Videos Pflicht. Schade, denn die Technik ist mittlerweile vorhanden, wie das X1 Yoga 4th Gen zeigt. Auch wenn Unterhaltung nicht der Fokus des P53 ist, sollte Lenovo hier bei einem Flaggschiff nicht sparen. Die zwei Weitfeldmikrofone überzeugen dagegen und liefern in einer Telefonkonferenz einen klaren Ton.

Unser Testgerät ist mit einer 720p-Webcam und IR-Kamera zum Windows Hello-Login ausgestattet. Wie auch beim ThinkPad X1 Yoga 4th Gen wird hier die gleiche Kamera für beide Funktionen genutzt und kann mit dem ThinkShutter abgedeckt werden. Die Webcam liefert leider ein extrem unscharfes und verwaschenes Bild. Für die Gesprächspartner mag das noch ausreichend sein, aber auf dem 4K-Display des P53 wirkt das 720p-Bild wie ein YouTube-Video in niedrigster Qualität. Natürlich sind ThinkPads keine Multimedia-Geräte, aber für Videokonferenzen sind Webcams auch hier wichtig und insbesondere bei einem derart gut ausgestatteten Gerät wie dem P53 ist ein solcher Patzer peinlich. Die Gesichtserkennung mittels IR-Kamera funktioniert dagegen einwandfrei und erkannte unseren Tester bei normalen Lichtverhältnissen wie auch bei völliger Dunkelheit schnell und zuverlässig. Lediglich im Freien bei Gegenlicht funktioniert die Erkennung nicht mehr.

In diesem Fall kann man auf den Fingerabdruckleser zurückgreifen, der rechts neben dem Touchpad im Palmrest eingelassen ist. Auch wenn die Fläche sehr klein ausfällt, funktioniert er einwandfrei und erlaubt ein schnelles Entsperren des Geräts.

Konnektivität

Anschluss an die Außenwelt findet das P53 drahtlos über eine Intel WiFi 6 AX200, die 802.11ax-WLAN sowie Bluetooth 5.0 unterstützt. Ebenfalls ist unser Testgerät mit einer Fibocom L850-GL LTE-A-Karte ausgestattet. Geräte ohne WWAN sind laut Lenovo nicht für WWAN vorbereitet, besitzen also keine Antennen. Als eines von wenigen Geräten besitzt das P53 auch noch einen Ethernet-Anschluss, der von einem Intel I219-LM-Chip bereitgestellt wird.

Technische Daten

TestgerätAlternativen/Maximal
CPUIntel Core i7-9850H (6 Kerne, 12 Threads, 12MB Cache)Intel Core i5-9400H (4c)
Intel Core i7-9750H (6c)
Intel Core i9-9980H (8c)
Intel Xeon E-2276M (6c)
RAM16 GB DDR4-2666max. 128 GB (4 Slots)
Nur Xeon: mit ECC
GrafikIntel UHD Graphics 630
Nvidia Quadro T2000, 4GB GDDR5

max. 5 externe Displays
Nur Xeon: Intel P630
Nvidia Quadro T1000 (4GB)
Nvidia RTX 3000 (6GB)
Nvidia RTX 4000 (8GB)
Nvidia RTX 5000 (16GB)
HDD/SSD512 GB NVMe SSD, M.2, PCIe 3.0 x42,5″ 7mm-SATA 3-HDD/SSD
M.2 2280-SSD
RAID 0/1/5
WLANIntel WiFi 6 200AX 802.11ax
Bluetooth4.05.0
LTEFibocom L850-GL
Schnittstellen2x USB 3.1 Gen1
3x USB 3.1 Typ C (davon 1x Gen 1, 2x Gen 2/Thunderbolt 3)
HDMI 2.0
Ethernet (RJ-45)
SDXC-Reader (UHS-II)
Smartcard-Reader
BiometrieFingerprint-Reader
Windows Hello Infrarot-Kamera
AudioStereo-Lautsprecher
Dual-Weitfeld-Mikrofon
WebcamHD 720p
Akku90 Wh
Netzteil170 W230 W
OSWindows 10 Pro

Hardware

CPU

Der Intel Core i7-9850H ist eine 6-Kern-CPU der 9. Generation „Coffee Lake“ im 14nm-Verfahren. Er taktet mit 2,6 GHz und kann im Turbo Boost bis zu 4,6 GHz erreichen. 12 MB Cache unterstützen die CPU, die eine TDP von 45W besitzt – also identisch zu früheren Quadcore-CPUs wie dem Core i7-7820HQ. Maximal werden 128 GB DDR4-RAM mit 2666 MHz unterstützt.

Wir haben den Core i7-9850H im Cinebench R20 getestet. Im Netzbetrieb erreicht die CPU durchschnittlich 2295 Punkte im Multicore-Test und 437 Punkte im Singlecore-Test, was ein Multicore-Verhältnis von 5,25 ergibt. Im Akkubetrieb mit Einstellungen auf „Höchstleistung“ dokumentierten wir 2358 Punkte im Multicore-Test und 440 Punkte im Singlecore-Test, somit ein Multicore-Verhältnis von 5,35. Mit Einstellungen für „optimierte Leistung“ erreicht der Core i7-9850H im Durchschnitt noch 2183 Punkte im Multicore-Test und 425 Punkte im Singlecore-Test, also ein Multicore-Verhältnis von 5,13.

Damit überzeugt das ThinkPad P53 auf ganzer Linie. Die volle Leistung der CPU ist im Akkubetrieb abrufbar, sofern man die UEFI- und Windows-Energieeinstellungen entsprechend setzt. In unserem Test war die Leistung im Akkubetrieb sogar etwas höher als im Netzbetrieb, was aber vermutlich unter die Messungenauigkeit fällt. In den ersten Cinebench R20-Durchläufen kann sich der i7-9850H sogar vor der Desktop-CPU i7-7700K positionieren, später nimmt die Leistung im Multicore-Test jedoch ab, weil die CPU heruntertaktet. Insgesamt spricht das Multicore-Verhältnis von deutlich über 5 dafür, dass das Kühlsystem ausreichend dimensioniert ist, um die Abwärme der starken CPU abzuführen. Im Singlecore-Test schwanken die Ergebnisse ebenfalls nur vernachlässigbar.

GPU

Die Nvidia Quadro T2000 erreicht im Furmark-Benchmark im Akkubetrieb durchschnittlich 2206 Punkte mit ca. 32 FPS in Full HD-Auflösung, wobei auch nach fünf Durchläufen kein Einbruch in der Leistung erkennbar ist. Die GPU-Temperatur pendelt sich zwischen 55 und 60 Grad ein und der Lüfter läuft hörbar, aber nicht laut.

Im Netzbetrieb steigt die Bildrate auf ca. 40 FPS an, womit die GPU durchschnittlich 2546 Punkte erreicht. Auch hier bleibt die Leistung über fünf Durchläufe konstant. Nun wird der Lüfter erstmals im Test richtig laut, während die GPU maximal 85°C erreicht – die GPU belastet das Kühlsystem also deutlich stärker als die CPU alleine.

SSD

In unserem Testgerät arbeitet eine Intel SSD Pro 7600p Series mit 512GB Speicher. Diese SSD besitzt TLC-Speicher und ist per PCIe 3.0 x4 angebunden. Sie ist zwar bei sequentiellen Zugriffen nur im Mittelfeld anzusiedeln, punktet dafür aber beim Intervallzugriff.

CrystalDiskMark-Ergebnis der Intel Pro 7600p 512GB-SSD.

Sehr durchdacht: Die SSD ist über ein Wärmeleitpad mit dem Mainboard verbunden, um die bei NVMe-Laufwerken üblicherweise hohe Abwärme effizienter abzuführen. Für eine zweite SSD wird ein Wärmeleitpad direkt auf der Abdeckfolie mitgeliefert. Leider muss für die Installation einer SSD/HDD im 2,5″-Schacht, wie bei der P-Serie üblich, ein Adapterkabel separat erworben werden.

Hier begannen jedoch die Probleme: Ein solches Adapterkabel war bei Lenovo nicht verfügbar, bestellen konnte man lediglich das „ThinkPad MWS P52 P72 HDD Bracket“ mit der Teilenummer 4XH0S69185, das mit einem Festplattenrahmen und zwei SATA-Kabeln zum Anschluss an den im Bild links neben den SSD-Slots zu sehenden geliefert wird. Während der Festplattenrahmen perfekt passt, ist jedoch leider keines der Kabel zum P53 kompatibel. Das kurze Kabel zeigt in die falsche Richtung, wenn der SATA-Anschluss korrekt ausgerichtet wird, um zum Abstandshalter im Gehäuse zu passen. Mit dem langen Kabel kann die Festplatte verbaut und angeschlossen werden, allerdings ist es dann deutlich zu lang und wirkt zu stabil, um keinen Schaden zu nehmen, wenn Druck darauf ausgeübt wird. So wollten wir das Gerät nicht langfristig betreiben.

Mittlerweile ist nun endlich zumindest eine FRU für den passenden Adapter verfügbar, diese lautet 02DM497. Wir bestellen den Adapter und melden uns hier zeitnah mit einem Update zurück!

DPC-Latenzen

Für Echtzeit-Audioanwendungen sind die DPC-Latenzen von großer Bedeutung, die nach Möglichkeit 500 µs nicht überschreiten sollten, um ein problemloses Arbeiten zu erlauben. Hierbei haben wir über 30 Minuten gemessen, während mit Firefox 69.0.1 an diesem Testbericht getippt und in PowerPoint 2019 eine Präsentation erstellt wurde. Leider verfehlt das P53 die Grenzwerte deutlich und scheint sich somit in normaler Konfiguration nicht für Echtzeit-Audio zu eignen. Hauptverantwortlich sind scheinbar insbesondere die Treiber der Grafikkomponenten.

Temperatur, Stromverbrauch und Lautstärke

Im ThinkPad P53 verbaut Lenovo ein potentes Kühlsystem mit zwei Lüftern. Der größere der beiden kühlt hauptsächlich die CPU, während der kleinere für die Nvidia-GPU zuständig ist. Die Heatpipe des GPU-Lüfters ist jedoch weiter zum CPU-Wärmeleitblech verbunden, sodass sich die Abwärme beider Komponenten über das gesamte System verteilen kann. Das verbessert natürlich die Kühlleistung, insbesondere CPU oder GPU selektiv belastet werden.

Wird das Notebook nicht verwendet, verbraucht selbst der Core i7-9850H nur noch sehr wenig Energie. Die Package TDP fällt auf bis zu 1.5W und die CPU-Temperatur liegt dann bei 38°C, während die CPU die Taktfrequenz auf bis zu 800 MHz senkt. Der Lüfter bleibt hier natürlich still. Der Gesamtverbrauch des Notebooks (ausgelesen mit Lenovo Vantage) ist dennoch relativ hoch: Mit 0% Displayhelligkeit verbraucht das Gerät im Idle etwa 8W, auf einer normalen Arbeitshelligkeit (50%) eher 9-10W. Vermutlich verbrauchen sowohl die Hintergrundbeleuchtung des mit 3840×2160 Pixeln hoch auflösenden HDR-Panels als auch das Berechnen der Bildinhalte erheblich Strom. Die Akkulaufzeit ist bei einem derart leistungsstarken Gerät jedoch kein Hauptaugenmerk.
Bei geringer Last takten einzelne Kerne der CPU mit bis zu 4,5 GHz und können diese Frequenz auch langfristig halten.

Bei Multicore-Belastung im Netzbetrieb oder im Akkubetrieb auf „Höchstleistung“ sinkt die Taktfrequenz sofort auf 3,3 GHz (ca. 60W Package TDP) und fällt dann über die nächste Minute auf 2,9 GHz ab (ca. 40W Package TDP), wo sie auch bei andauernder Last verbleibt. Die Package-Temperatur schnellt sofort auf 97°C und bleibt dort auch nach dem Anlaufen der Lüfter. Interessanterweise sind die Kerne 3 und 5 unter Volllast dauerhaft mit 97°C die heißesten, woraus sich die Package-Temperatur ergibt – die restlichen Kerne bewegen sich trotz ebenfalls voller Auslastung zwischen 80°C und 90°C. Eventuell hat unser Testgerät nicht die „beste“ CPU erhalten. Chapeau an Lenovo, dass die volle Leistung der CPU im Akkubetrieb abgerufen werden kann – so muss ein Workstation-Gerät arbeiten. Setzt man die Energieeeinstellungen im Akkubetrieb auf „Optimierte Leistung“, greift nach ca. einer Minute das Power Limit und begrenzt die Package TDP auf 35W, was einer Frequenz von 2,8 GHz bei Volllast entspricht.
Bei Singlecore-Belastung taktet der ausgelastete Kern mit 4,4 GHz bei 25W Package TDP. Nach einiger Sekunden greift das Thermal Throttling, da der Kern 97°C erreicht, der Lüfter läuft leise hörbar an und die Frequenz sinkt auf 3,9 GHz (18W Package TDP). Nach etwa 10 Sekunden ist die CPU ausreichend abgekühlt, sodass die volle Frequenz wieder freigegeben wird. Dieses Verhalten kann ebenfalls über längere Zeit gehalten werden. Bei der Einstellung „Optimierte Leistung“ im Akkubetrieb wird die CPU schneller und länger gedrosselt, sodass der Lüfter teilweise sogar lautlos bleibt.

Wie schon beim ThinkPad X1 Extreme (Testbericht) lohnt es sich beim P53, mit Intels Extreme Tuning Utility (XTU) die CPU-Spannung zu reduzieren. Die CPU unseres Testgeräts lief bei -125mV Offset immer noch stabil, konnte aber dauerhaft mit 3,2 GHz takten und im Cinebench R20-Multicore-Test eine Leistungssteigerung von ca. 6% erzielen.

Auf Wunsch eines Nutzers des ThinkPad-Forums haben wir mittels des „Small FFT“-Tests in Prime95 mit AVX noch die höchstmögliche thermische Belastung der CPU über einen Zeitraum von 30 Minuten getestet. Bereits wenige Sekunden nach dem Start greift das Thermal Throttling, da die Package-Temperatur 97°C erreicht. Die CPU taktet dann mit 2,4 GHz bei einer TDP von 35W und kann dies über den Testzeitraum konstant halten. Die Lüfter laufen dabei zwar hörbar, aber nicht störend auf einer mittleren Stufe – alleine kann die CPU das Kühlsystem also definitiv nicht auslasten. Auch bei dieser Aufgabe zeigt sich wieder, dass Undervolting mittels Intel XTU sich lohnt: Bei -125mV kann die CPU nun bei gleicher TDP und Temperatur einen Takt von 2,8 GHz halten.

Akkulaufzeit

Das ThinkPad P53 ist mit einem 90 Wh-Akku ausgestattet. Im Battery Eater v2.70 „Reader’s Test“ erreicht das P53 damit eine Laufzeit von 12h 57min. Im „Classic Test“ mit Last für CPU, GPU und HDD können immerhin noch 1h 35min erreicht werden. Geladen wird der Akku von 5% auf 100% in 1h 38min.

Im alltäglichen Betrieb mit Office, Internet und etwas gelegentlicher Bildbearbeitung erreichte unser Tester eine übliche Laufzeit von etwa fünf Stunden. Das ist für ein Gerät mit derart hoher Leistung zwar in Ordnung, aber im Vergleich zu beispielsweise dem ThinkPad X1 Extreme 1st Gen nicht viel. Der große Unterschied erklärt sich, wie bereits erläutert, vermutlich durch das helle 4K-Display. Wir hoffen dennoch, dass Lenovo hier nachträglich mit Treiberupdates nachbessern kann.

Preis und Konfiguration

Die hier getestete Konfiguration kostet 2659 Euro und ist die einzige, welche das herausragende 4K-HDR-Display mitbringt – die Wahl dieses Displays limitiert daher leider auf den Core i7-9850H und die Nvidia Quadro T 2000, die Kombination mit einem Core i5, Core i9, Xeon oder einer Quadro RTX-Grafik ist nicht möglich. Andere vordefinierte Konfigurationen mit diesem Display gibt es nicht und im Lenovo-Konfigurator wird es ebenfalls nicht angeboten, dort ist lediglich das 4K-OLED-Panel zu finden. Das ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar – hoffentlich reicht Lenovo hier noch nach.


Fazit

Das ThinkPad P53 stellt die aktuellste Iteration von Lenovos mobiler Workstation-Serie dar. Es ist ein gelungenes Paket für all diejenigen, die auch unterwegs nicht auf mit einem Desktop vergleichbare Leistung verzichten wollen – von CAD-Anwendungen über Bild- und Videobearbeitung bis zur Datenanalyse dürfte das P53 den meisten Aufgaben gewachsen sein. Leistungstechnisch macht Lenovo alles richtig, lediglich beim Gehäuse (Unterschale, Displaydeckel) und den Multimediafähigkeiten sollte beim Nachfolgemodell nachgebessert werden. Von diesen Kleinigkeiten sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen – wer in diesem Segment nach einem Notebook sucht, der ist beim ThinkPad P53 an der richtigen Adresse.

ThinkPad X1 Yoga 4th Gen (20QGS00A00) – Core i7, 16 GB RAM, Low Power FHD-IPS

Seit Mitte 2012 produziert Lenovo mit dem ThinkPad X1 Carbon ein edles, dünnes und leichtes Ultrabook, das auf Mobilität bei dennoch überzeugender Leistung getrimmt ist. Seit 2019 wird die Serie durch das ThinkPad X1 Yoga ergänzt – ein stark am X1 Carbon orientiertes Modell, das jedoch das von anderen ThinkPad Yoga-Modellen bekannte, um 360° drehbare Display mit Touch- und Stifteingabe besitzt. Dadurch eröffnen sich dem Gerät direkt einige weitere Zielgruppen. Aktuell wird gerade die 4. Generation des X1 Yoga auf dem Markt eingeführt, welche wir hier testen.

Das ThinkPad X1 Yoga 4th Gen (20QGS00A00)
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ThinkPad X1 Extreme (i7 6-Core, FHD) Testbericht

Schon seit einigen Jahren werden die leistungsstarken ThinkPad-Serien von Lenovo umorganisiert. Die Workstation-Serie „W“ wurde durch die P-Serie mit 15,6″ und 17,3″ großen Displays ersetzt – die leistungsstärksten Geräte im ThinkPad-Lineup, aber auch ein großer Kompromiss an die Mobilität. Die mit einem 14,0″-Display kompakteren „p“-Modelle der T-Serie, welche weiterhin ohne stromsparende Ultrabook-CPUs auskamen, schienen jedoch zu entfallen, nachdem das 2017 vorgestellte ThinkPad T470p keinen Nachfolger mehr erhielt. Unter anderem diese Klientel, aber auch X1 Carbon-Kunden, welche mehr Leistung benötigen, spricht Lenovo mit dem Ende 2018 vorgestellten ThinkPad X1 Extreme an, welches wir hier testen.

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