iPad mini 6. Generation Testbericht

Vor kurzem hat mich das Brandneue iPad Mini 2021 erreicht. Auf dieses iPad habe ich mich schon sehr gefreut da es das erste Mini ist was ich wirklich interessant finde. Immer mal wieder habe ich die Mini angeschaut aber da war mir das Display einfach zu klein. Das neue 2021er ist vom Gehäuse her sogar ein wenig geschrumpft aber durch das All-Screen Design hat sich das Display auf 8,3 Zoll vergrößert.

Eigentlich handelt es sich um ein verkleinertes iPad Air, daher habe ich es beim Test auch mit diesem verglichen. Ich selbst nutze bisher privat nur ein iPad 8 Classic. Technische Daten zum Mini findet ihr hier: https://www.apple.com/de/ipad-mini/specs/

Gehäuse und Verarbeitung

Bei den Farben kann man sich wie beim Air komplett austoben. Ich habe mich dezent für die Space Grey Variante entschieden. Apple bietet noch drei weitere Farben an.

Das iPad ist Apple Typisch von der Verarbeitung einwandfrei. Bei der Verpackung ist mir aufgefallen das kein Plastik mehr verwendet wird. Das Gerät selbst sogar mit Papier umwickelt. Beim ersten Eindruck hat mich gleich erstaunt wie leicht und dünn es ist. Es macht sehr viel Spaß das Gerät in einer Hand zu halten. Das Gehäuse ist etwas kleiner als ein A5 Blatt.

Auf der Unterseite befindet sich ein USB C Anschluss mit USB 3.1 Gen 1 Standard. Oben findet ihr den Lock Button mit Touch ID und die Lautstärketasten. Außerdem befinden sich zwei Lautsprecher je oben und unten bzw rechts und links einer. Dadurch hat man im Querformat einen Stereo Sound.

Bei allen iPads im All Screen Design steht die Kamera etwas hervor. Das ist nicht störend, würde mir jedoch bündig besser gefallen. Zu vergleichen ist der Überstand auch mit dem iPad Air. Einziger Unterschied ist der Blitz beim iPad Mini. Eine nette Ergänzug, jedoch glaube ich trotzdem das die wenigsten ein Tablet zum Fotografieren nutzen (sollten). 😉

Mini, Air und Classic im Vergleich

Sobald man ein Smart Folie verwendet schließt die Kamera bündig ab und ist dadurch beim Ablegen auf einen Tisch geschützt. Leider hat mich mein Folio noch nicht erreicht, ich ergänze den Bericht jedoch sobald es da ist.

Display

Das neue 8,3 Zoll große Display ist genial. So scharf wie in keinem anderen iPad. Ausreichend hell, hier kann nur das iPad Pro übertrumpfen. Nur bei praller Sonne kommt es zu Spiegelungen. Außerdem ist das Display laminiert, dadurch hat man keinen Spalt mehr, was vor allem bei der Nutzung mit dem Pencil auffällt. Das Schreibgefühl ist sehr natürlich da der Strich direkt „aus der Spitze“ des Pencil kommt. Das ist beim Air ebenso der Fall, nur beim klassischen iPad ist der Spalt bemerkbar, was jedoch für gelegentliche Nutzung auch ok ist. Für Vielschreiber und Zeichner ist das laminierte Display jedoch die bessere Wahl.

Man hat durch das Multitasking auch die Möglichkeit mehrere Apps auf dem Display zu nutzen. Dadurch schrumpfen diese jedoch ordentlich und es macht keinen Spaß mehr. Wenn man jedoch mal was kopieren will oder parallel was nachlesen während man eine Mail schreibt ist das noch ausreichend.

Laminiertes Display des Mini

Mir ist nur aufgefallen das scheinbar einige Apps noch nicht auf das Format angepasst sind. Dadurch kommt es zu seitlichen Balken. Bei Angry Birds ist es mir aufgefallen, da die Skalierung beim iPad Classic und Air passte, beim Mini jedoch nicht. Ich denke aber das so etwas von den Entwicklern noch angeglichen wird.

Display ausgefüllt
Links das Mini mit größeren Rändern

Allerdings besteht beim Display das Problem des „Jelly Scrolling“ was schon auf manchen Seiten im Netz besprochen wurde. Tatsächlich ist mir das aufgefallen ohne das ich im Vorfeld darüber gelesen hatte. Im Netz wird berichtet das es sich um einen vertikal verbauten Displaycontroller handelt der den Effekt Hochkant verursacht. Hält man das Mini Quer ist er nicht vorhanden. Das ganze ist aber keinesfalls schlimm. Einige Leute die ich befragt hatte haben es gar nicht bemerkt, andere schon aber erst als sie darauf hingewiesen worden sind. Man nutzt das Mini eben überwiegend Hochkant und gerade bei Textinhalten ist es für mich sichtbar. Würde aber nicht wegen dem „Problem“ vom Kauf abraten. Komischerweise ist der Effekt bei meinem iPad 8 weder hoch noch quer sichtbar.

Infos hier: https://www.golem.de/news/jelly-scrolling-fuer-apple-gehoert-wackelpudding-scrolling-zum-ipad-mini-dazu-2109-159940.html

Formfaktor und Größe

Dieser Punkt war für mich am interessantesten. Denn warum sollte man ein Mini kaufen wenn man für etwas mehr Geld ein Air bekommt was ähnlich ausgestattet ist und zudem ein größeres Display hat? Mit dieser Frage habe ich mich intensiv beschäftigt. Auch hier kann man wieder mal sagen „Es kommt drauf an.“ Daher würde ich sagen das jedes Gerät im Programm seine Berechtigung hat. Aber wie Groß oder Klein ist denn das Mini?

Mini vs. Air

Bei der Nutzung im Alltag wie Surfen, Mailing, Social Media oder zum Spielen habe ich nahezu immer das Mini bevorzugt. Vor allem jedoch wegen dem Gewicht. Bei den 10 Zoll Modellen wird mir das Gewicht bei der Nutzung mit einer Hand immer zu hoch. Vor allem werden die Geräte dann recht Kopflastig. Dadurch greift man oft um oder nutzt den kleinen Finger zur Abstützung. Das Mini kann man Stundenlang mit einer Hand halten ohne das es anstrengend wird.

iPad 2020 vs. Air 2020 vs. Mini
Mini vs. Air

Auch das Tippen im Hoch- und Querformat macht mir auf dem Mini mehr spaß. Die Bilder habe ich auch auf dem Mini mit Lightroom bearbeitet und auch hier hat mir das Display ausgereicht. Film oder Serien habe ich noch nicht ausprobiert da mir die Aufstellmöglichkeit über das Folio fehlt. Wird jedoch ergänzt. Bei Filmen denke ich aber gilt trotzdem noch das größer einfach besser ist.

Leistung und Funktionen

Durch den A15 ist bis auf den M1 der stärkste Mobile Prozessor verbaut der nahezu jede Anwendung meistern wird. Zum Glück setzt Apple hier nicht auf Budget wie es bei vielen anderen „kleinen“ Tablets der Fall ist. Man bekommt ein vollwertig Leistungsstarkes Tablet im Mini Format.

Touch ID ist jetzt wie beim Air noch oben auf den Lock Button gerutscht. Funktioniert sehr schnell und auch ein teilweise aufgelegter Finger wird schnell erkannt. Für mich als iPad Classic Nutzer war es jedoch erstmal ungewohnt, da ich manchmal versehentlich zum aufwecken und entsperren zweimal gedrückt habe und dann das Gerät wieder gesperrt wurde. Denke aber das ist nur eine Gewöhnung. Tatsächlich reagiert der Sensor beim Mini aber nochmal zuverlässiger als beim Classic, hier wird auch noch die erste Generation verwendet.

Der Apple Pencil der zweiten Generation kann nun auch verwendet werden, parkt und lädt an der rechten Seite des iPad Mini und ist damit sowohl Griffbereit als auch aufgeräumt. Selbst eine günstige Amazon Version wird vom Magneten gehalten, jedoch nicht geladen. Ich selbst nutze den Pencil nur gelegentlich zum ausfüllen von PDF und Notizen machen. Durch das laminierte Display ist das Schreibgefühl sehr natürlich.

Von der Größer her muss man bei A4 PDF schon ein wenig rein und raus zoomen, da es bei Vollbild nahezu unmöglich ist zu beschriften. Wenn man jedoch das iPad Quer nimmt kann man die volle breite sehen und auch gut nutzen.

Wie schon geschrieben habe ich diese Fotos mit dem iPad und Lightroom bearbeitet. Die Leistung ist für solche Aufgaben mehr als ausreichend un der Export von 59 Fotos hat auch nur ein paar Minuten gedauert. Das iPad wird bei solchen Aufgaben schon etwas warm aber nicht heiß. Durch den A15 Prozessor denke ich nicht das jemand Probleme mit zu wenig Leistung bekommen sollte.

Hier merkt man nur das es bei 8 Zoll etwas klein wird. Lightroom bietet eine gute Zoom Funktion, trotzdem kann man hier auf einem großen Display einfach mehr sehen. Im Vergleich zu meinem rund 10 Zoll großen iPad Classic liegen hier aber keine Welten. Hier sehe ich den Mehrwert beim bearbeiten eher auf einem 24 Zoll Monitor. Trotzdem war ich erstaunt wie gut das Bearbeiten auf einem Touchscreen klappt da ich sonst eher der Desktop Nutzer mit Maus bin. Bei vielen Fotos hat man aber auf einem Desktop einfach den schöneren Workflow, gerade wenn man zugleich mit Maus und Tastatur arbeiten kann. Das gibt es bei einem Touchscreen nicht und hier sind dann immer mehr „Tabs“ nötig als mit der Maus.

Die Kameras wurden im vergleich zum Vorgänger auch komplett überarbeitet. Auf der Rückseite befindet sich die gleiche wie im Air außer das dem Mini noch der TrueTone Blitz verpasst wurde. Die Qualität ist mehr als ausreichend.

Auf der Vorderseite haben wir nun auch die neue 12 MP Ultraweitwinkel Kamera mit 122 Grad Sichtfeld. Dadurch kann man bei Facetime anrufen den neuen „Center Stage“ Folgemodus verwenden bei der immer auf das Gesicht gezoomt wird. Das funktioniert wirklich erstaunlich gut und wirkt auch sehr viel Professioneller. Leider ist diese Funktion derzeit nur FaceTime vorbehalten, sollte denke ich aber auch noch für Skype oder Zoom etc. erweitert werden. Derzeit kann man bei externen Programmen nur statisch zwischen dem normalen Sichtfeld und Ultraweit-Sichtfeld umschalten.

Video von Apple

Fazit

Kurz und knapp: Ich liebe das iPad Mini!

Für mich hat es die Ideale Ergänzung für den Alltag gebracht. Oft habe das „große“ iPad nicht mitgenommen und wenn doch dann unterwegs nicht verwendet da ich das meiste doch wieder mit dem iPhone gemacht habe. Das hat sich jetzt geändert. Das Mini ist wie das iPhone ein täglicher Begleiter geworden der mir auch Abends zum surfen auf der Couch viel Freude bereitet. Ich freu mich schon sehr auf das SmartFolio und werde hier noch darüber berichten.

Jeder muss sich natürlich die Frage stellen für was er ein iPad nutzen möchte. Der Preis- Leistungssieger bleibt hier einfach das klassische iPad ab 390 Euro. Damit kann man alles erledigen was man möchte und hat eben nicht das beste Display und nicht das leichteste Tablet. Wer mehr Leistung bei gleichem Formfaktur sucht ist mit dem Air gut aufgehoben. Power User greifen zum Pro. Aber das Mini ist für jeden etwas der ein leichtes, kleines, leistungsstarkes Tablet sucht das jeder Aufgabe gewachsen ist.

Bowers & Wilkins Formation

Wir haben von Bowers & Wilkins einige Lautsprecher der neuen Formation Serie erhalten. Es handelt sich um ein Multiroom System, welches man flexibel miteinander kombinieren kann. Ich hatte in den letzten Wochen die Möglichkeit mir das System ausführlich anzuhören. Spannend war für mich vor allem der Vergleich mit meinen doch schon etwas älteren Bowers & Wilkins Lautsprechern an einem Pioneer Verstärker.

Die komplette Formation Serie

Bei meinem Test möchte ich vor allem auf den Klang eingehen, da das für mich das wichtigste ist. Vorweg möchte ich sagen das der Klang selbstverständlich immer subjektiv ist, trotzdem versuche ich neutral zu sein. Denn für eine gute Musikwiedergabe zählt für mich vor allem das der Klang sehr natürlich und nicht zu stark vom System verändert wird. Natürlich werde ich auch auf die Einrichtung und Anbindung eingehen.

Die unterschiedlichen Komponenten

Uns wurden folgende Geräte zur Verfügung gestellt:
2x Formaton Flex
1x Formation Wedge
1x Formation Bar
1x Formation Bass
1x Formation Audio

Formation Flex

Bei der Formation Flex handelt es sich um die kleinste und günstigste Box. Ideal geeignet um mehrere Räume zu beschallen oder als Surround Lautsprecher in Kombination mit einer Formation Bar. Das Design ist recht unauffällig aber trotzdem elegant. Oben befindet sich eine Glasplatte mit einem Touch Bedienfeld, welches bei Annäherung aufleuchtet. Im „Ruhezustand“ sieht man keine Bedienelemente. Der Korpus ist mit Lautsprecherstoff überzogen und man erkennt das Formation Design, unten befindet sich ein Metallfuß und eine Gummimatte welche für einen sicheren Stand sorgt. Trotz der kompakten Größe ist der Flex relativ schwer und hat einen unglaublichen Klang, dazu jedoch später mehr.

Formation Wedge

Der große Bruder der Flex ist die Wege. Ein größerer Lautsprecher, welcher vor allem für die Beschallung von größeren Räumen geeignet ist, oder man einfach einen volleren Klang möchte als mit der Flex. Man merkt klar das hier deutliche mehr Treiber vorhanden sind. Beeindruckt hat mich vor allem der Bass, man hat wirklich auch bei höhere Lautstärke einen unglaublich voluminösen Klang. Verarbeitet ist die Wedge sehr gut. Oben befinden sich wieder die Touch Bedienelemente, welche auch einen Annäherungssensor haben. Auf der Rückseite ist eine Holzabdeckung, die Front ist wieder im Formation Design mit Lautsprecherstoff bezogen. Das Design ist keinesfalls unauffällig, sondern eher ein Eyecatcher, welcher polarisiert. So habe ich im Bekanntenkreis sehr unterschiedliche Meinungen gehört.

Formation Bar

Die Formation Bar ist eine Soundbar welche man per optischem Kabel auch direkt an den TV anschließen kann. Natürlich ist es auch möglich die Bar per App anzusteuern und mit Audio zu füttern. Bei der Bar handelt es sich um meinen persönlichen Favorit, da ich es immer noch nicht glauben kann was aus dieser verhältnismäßig kleinen „Stange“ für ein Klang raus kommt. Sie ist durchgehend mit Stoff bezogen, an den seitlichen Enden befindet sich eine Abdeckung mit dem Logo, welche etwas wackelig war, jedoch ist das Kritik auf hohem Niveau. Auf der Oberseite befinden sich die Bedienelemente in Tastenform, diese lassen sich meist etwas schwer mit dem Fingernagel drücken. Habe jedoch die Lautstärke hier auch selten geregelt.

Vom Anschluss an den TV war ich etwas überrascht, ich hatte erwartet, dass man die Bar per HDMI ARC oder per durchschleifen anschließen kann, leider geht das ausschließlich per optischem Kabel. Auch eine Fernbedienung für die Bar gibt es nicht. In der Anleitung steht das die Bar über einen Infrarot Empfänger und Transmitter verfügt sodass man die TV Fernbedienung verwenden kann. Leider hat das bei mir alles nicht geklappt, da der TV eine statische Lautstärke an die Bar abgibt dadurch konnte ich die Lautstärke nur per App regeln. Das sehe ich ganz klar als Nachteil. Vielleicht wäre es auch mit etwas mehr Aufwand gegangen die Bar doch noch per TV Fernbedienung zu steuern, jedoch wollte ich nicht mein privates Setup komplett auseinander nehmen, da ich alles über einen AV Receiver laufen lasse.

Formation Bass

Der Subwoofer des Systems ist sehr chic und somit kann man ihn auch lässig im Raum platzieren ohne das er groß auffällt. Das Gewicht und die Leistung passt nur mit der Größe überhaupt nicht zusammen. Er wiegt sehr viel und es ist unglaublich wie stark die Bässe dieses Subwoofers sind. Der Vorteil ist das man ihn flexibel zu allen möglichen Boxen koppeln kann. Wenn man also zum Beispiel bei der Flex mehr Volumen möchte, kann man den Subwoofer auch wo anders platzieren um den Klang im Raum zu verbessern. Die Verarbeitung ist sehr gut. Es handelt sich um einen Röhre und an den Seiten sind die beiden Treiber, welche dann auch Schwingen. Man findet vorne lediglich die Formation Taste, welche zum koppeln dient. Die Einstellung der Lautstärke macht man anschließend über die App. Habe den Bass meistens um einiges leiser gedreht, da er wirklich sehr viel Leistung hat. Gerade bei Filmen ideal, für die Musik war er mir teilweise zu heftig, aber dazu später mehr beim Klangvergleich.

Formation Audio

Das Bindeglied des Multiroom Systems heißt Formation Audio und streamt Musik von einer kabelgebundenen Audioquelle zu den Formation Boxen. Genauso kann man es auch anders herum machen um zum Beispiel seine vorhandene Anlage Multiroom fähig zu machen. Für mich ist dieses Produkt am wenigsten interessant. Ich nutze als Abspielquelle ausschließlich Spotify und habe somit auch nicht die Notwendigkeit zum Beispiel einen Plattenspieler anzuschließen. Auch die vorhandene Anlage in das Multiroom einzubinden finde ich nicht so gut, da ich an einer HiFi Anlage eher aktiv Musik höre als mich passiv nebenbei beschallen zu lassen. Außerdem muss der Verstärker noch manuell eingeschalten werden, daher funktioniert das dann nicht so einfach wie mit echten Multiroom Boxen. Wer jedoch seine HiFi Anlage parallel zu den Formation Boxen laufen lassen möchte ist mit dem Formation Audio gut bedient, da hier alle Möglichkeiten offen sind. Zudem ist das Design sehr elegant und unauffällig.

Die Einrichtung

Alle Formation Produkte können per WLAN oder Ethernet an das Netzwerk angebunden werden. Was ich sehr angenehm empfunden habe war das sämtliche Produkte nur über ein Eurostecker direkt mit Strom versorgt werden, kein extra Netzteil das für Unordnung sorgt und bei Bedarf kann man die Kabel in unterschiedlichen Längen und Farben nachkaufen. Sobald man die Boxen mit dem Strom verbindet senden diese ein Signal aus, damit sie von der App gefunden werden. Das funktioniert meistens recht zuverlässig. Nur beim koppeln und zusammenführen von mehreren Formation Komponenten waren einige Neustarts der Produkte notwendig und hat ein paar Nerven gekostet.

Nachdem die Boxen erkannt wurden muss man diese noch mit dem WLAN verbinden. Ab da werden die Boxen in Spotify erkannt, auch die Widergabe mit AirPlay 2 ist möglich. Es kommt hier darauf an was man bevorzugt.

Ich hatte während der Testphase keine Verbindungsabbrüche. Habe sowohl per Spotify Connect als auch mit AirPlay 2 gearbeitet. Beides funktioniert wirklich sehr zuverlässig. Grundvoraussetzung hierbei ist natürlich eine gute WLAN Abdeckung. Alternativ kann man auch über Ethernet Kabel arbeiten, jedoch habe ich das nicht getestet. Im privaten Bereich denke ich ist WLAN einfach die flexiblere Lösung.

Die Lautsprecher lassen sich unterschiedlich zusammenschließen. So kann man das System beliebig erweitern. Gerade wenn man zu Anfang nicht so viel Geld ausgeben möchte ist das recht angenehm, das man jederzeit einen Subwoofer oder zweiten Lautsprecher hinzufügen kann. Der Hersteller unterscheidet hier zwischen Musik Konfigurationen und TV Konfigurationen.

Ich habe ein paar Koppelungen ausprobiert, bei der Menge an Möglichkeiten jedoch nicht alle. Das hätte den Zeitlichen Rahmen gesprengt und macht meiner Meinung auch nicht so viel Sinn zu testen. Beim koppeln hatte ich jedoch wie schon beschrieben ein paar Schwierigkeiten. Die App findet wieder einen Lautsprecher nicht und bis dieses neu gestartet ist, sind die anderen nicht mehr im Koppelungsmodus und man muss alle neu starten usw.. Das ganze kenne ich jedoch auch von anderen Systemen, daher hat der Hersteller vermutlich keine Schuld daran.

Der Klang

Das wohl wichtigste bei Lautsprechern ist der Klang. Allgemein kann ich zu allen Produkten sagen das sie wirklich einen sehr unverfälschten und guten Klang haben. Bei dem Preis sollte man das auch erwarten, nur bin ich auch von manchen Marktbegleitern schon enttäuscht worden, da mir die zu sehr „gesoundet“ sind. Natürlich möchte jeder Hersteller seine eigene Klangcharakteristik einbringen, nur zu sehr sollte man nicht eingreifen.

Generell kann man sagen das man bei Aktivboxen die perfekte Abstimmung von Verstärker und Treiber hat, das ist ein großer Vorteil gegenüber einer klassischen Anlage. Denn hier sind einfach viele Komponenten vorhanden die den Klang beeinflussen. Also nutzen einem die besten Boxen nichts, wenn der Verstärker nicht gut ist. Ebenso habe ich festgestellt, dass ein einmessen der Verstärker noch eine enorme Verbesserung bringt. Jedoch kann man bei Verstärkern auch viele Einstellmöglichkeiten haben um so auf sein persönliches Empfinden eingehen zu können. Man sieht also das es gar nicht so einfach ist Lautsprecher zu vergleichen.

Bei jedem der Formation Komponenten merkt man das sie sich individuell auf das Eingangssignal abstimmen. Macht man die Musik sehr laut, werden automatisch die Bässe reduziert um ein übersteuern zu verhindern. Man muss also der Box das vertrauen schenken das sie aus jedem Eingangssignal das bester herausholt. Und das machen die Boxen auch.

Formation Bar

Besonders beeindruckt bin ich von der Formation Bar, welche ich im Vergleich zu einem Stereopaar von meinen Bowers & Wilkins DM 603 gehört habe. Der Größenunterschied von den beiden Boxen zu der Verhältnismäßig kleinen Bar ist enorm. Ich dachte mir das die Bar verlieren wird aber da habe ich mich getäuscht. Der Klang der Bar ist dermaßen räumlich das man denken könnte man hat ein Stereopaar vor sich stehen. Einiger meiner Bekannten dachten auch das die „großen“ Boxen an sind und nicht die Soundbar. Getestet habe ich lange ohne Subwoofer und Flex als Rearboxen. Egal welches Genre, die Bar kommt damit zurecht. Was mir ebenfalls aufgefallen ist, das sie auch bei leisen und sehr dynamischen Stücken wunderbar funktioniert. Einige Lautsprecher benötigen eine gewisse Lautstärke um einen guten Klang zu haben, aber Bar und eigentlich alle Formation Komponenten sind ebenso gute Laut- wie Leisesprecher.

Formation Wedge

Die Wedge habe ich mir auch im Vergleich zu den anderen Komponenten angehört. Es handelt sich um eine größere Box mit mehreren Treibern und einem integrierten Subwoofer. Dadurch entsteht ein sehr voller und Raumfüllender Klang. Die Box klingt auch deutlich „breiter“ als sie ist. Man hat auch ein Stereogefühl wenn man vor ihr sitzt. Natürlich nicht so stark wie bei der Bar, jedoch definitiv ausreicht wenn man wenig Platz hat und trotzdem einen sehr guten Klang haben möchte. Auch bei der Lautstärke braucht sich die Wedge keinesfalls verstecken, sie kann man wirklich sehr laut stellen und auch die Bässe bleiben lange im vollem Umfang erhalten. Bei zu hoher Lautstärke regelt sie natürlich wieder etwas die Tiefen runter um ein übersteuern zu verhindern. Die Wedge ist die perfekte Anschlussklasse zwischen Passivbeschallung für nebenbei und bewusstem Musikhören mit einer kompakten Box.

Formation Flex

Der Flex ist das Einstiegsmodell in die Formation Serie. Habe auch schon gelesen das sie mit den Amazon Echos verglichen wird, jedoch finde ich das die Flex nochmal um einiges besser abschneidet. Der Klang ist für die Größe wieder mal beeindruckend gut. Größenbedingt natürlich nicht ganz so Voluminös und Raumfüllend. Aber für mein 25qm Büro hat auch sie den Raum ausreichen gefüllt um „nebenbei“ Musik zu hören. Interessant wird es wenn man zwei Flex miteinander kombiniert und dadurch ein echtes Stereopaar erhält. Es wird alles um einiges räumlicher und die „Bühne“ ist bei Musikstücken deutlich vorhanden. Bei höherer Lautstärke fehlt jedoch das Volumen. Das könnte man dann optional mit dem Formation Bass ergänzen. Ich tue mich sehr schwer zu entscheiden ob ich eine Wedge oder zwei Flex lieber nutzen würde, denke jedoch das ich eher zu zwei Flex tendieren würde, da man, wie der Name sagt, einfach flexibler ist. Es kommt natürlich auf die persönlichen Vorlieben und die räumlichen Anforderungen an.

Formation Flex Photography

Formation Bass

Den Bass habe ich in verschiedenen Kombinationen getestet. Zum Musik hören ist er mir generell zu Laut. Im HiFi Bereich hört man generell eher ohne Subwoofer Musik und benötigt diesen bei entsprechenden Boxen auch nur im Heimkino. Bei der Formation Flex kann man eventuell darüber nachdenken ihn bei der Musik mit einzubringen, bei allen weiteren Komponenten ist er für die Musik meiner Meinung nach zu intensiv. Im Heimkino bei Filmen wird es jedoch interessanter, gerade bei dynamischen Filmen mit vielen Effekten haut der Bass nochmal eine ordentliche Portion Druck mit drauf. Beeindruckend ist das er nicht mal so groß ist und so einen starke Leistung hat, durch das Hohe Gewicht von 12,5 kg hat er genug Masse was den tiefen intensiven Klang erklärt.

Koppelung der Lautsprecher im 5.1 Setup

Da sich die Lautsprecher wie oben beschrieben beliebig Kopplen lassen habe ich auch ein 5.1 Setup intensiv getestet. Vorne die Bar, die beiden Flex als Rear Lautsprecher und der Bass als Subwoofer.

Hier muss ich zugeben kommt die Anlage nicht an ein „echtes“ 5.a Setup heran. Problem ist hauptsächlich das die beiden hinteren Lautsprecher viel weiter auseinander Stehen als die Bar breit ist. Dadurch enttarnt sich die Bar als kein echtes Stereopaar. Es entsteht wie ein Dreieck. Interessanterweise ist mir das bei der Bar alleine im vergleich zu meinen Stereoboxen nicht so stark aufgefallen.

Formation Bar und Bass im Heimkino Setup

Wenn jemand überwiegend Filme schaut ist es trotzdem ein gutes Setup, da bei den meisten Filmen nur Geräusche und Musik auch auf die hinteren Boxen abgemischt wird. Und durch die kabellose Verbindung muss man nicht Kabel durch das ganze Wohnzimmer ziehen. Wer also überwiegend Filme schaut und „echtes“ 5.1 möchte kommt auch mit der Bar und den beiden Flex sehr gut zurecht. Der Subwoofer ergänz hier das System schön in den Tiefen und gerade bei Soundeffekten kommt dieser richtig gut zur Geltung.

Bei der Musik muss ich ganz klar sagen habe ich das Setup nicht gemocht, die beiden Flex musste ich auch in der App um einiges Leiser stellen. Da man ja doch näher an diesen sitzt wie an der Bar. Bei meinen Boxen wird die Lautstärkekorrektur durch eine Messung angeglichen, bei der Wedge Serie stellt man nur den Abstand ein, was mir jedoch nicht zuverlässig genug war und man musste eben manuell eingreifen. Finde ich auch gut, das einem die App hier die Möglichkeit gibt. Beim Musikhören habe ich mich einfach nicht damit anfreunden können und habe lieber ausschließlich über die Bar gehört.

Fazit

Abschließend kann ich sagen das mir die B&W Formation Serie durch und durch gefallen hat. Man merkt klar das die HighEnd Schiene gefahren wird. Die einfache Anbindung des Systems per WLAN und App sind sehr angenehm in der Bedienung. Es ist im Alltag sehr angenehm einfach per App Musik zu starten ohne erst einen Verstärker etc anschalten und einstellen zu müssen. Gerade weil mir aufgefallen ist das der Klang mit einer (etwas älteren) HighEnd Anlage mit AV Receifer locker mithalten kann und in machen Stellen sogar übertreffen kann.

Für Musikliebhaber sind Aktivboxen jedoch immer ein zweischneidiges Schwert. Vorteil ist ganz klar das die Box mit integriertem Verstärker die Audiodatei selbst angleichen kann. Dadurch ist eine sehr gute Abstimmung von Verstärker und Treiber vorhanden. Nachteil ist das man in das System nicht mehr eingreifen kann, die Einstellmöglichkeiten wie bei einem Verstärker gibt es hier einfach nicht. Man muss sich also darauf verlassen können was das System macht und das einem dieser Klang gefällt. Wer jedoch die Einfache Handhabung und Bedienung nicht missen möchte und trotzdem ein sehr gutes und vor allem ausgewogenes Klangbild möchte ist mit der Formation Serie sehr gut bedient.

ThinkPad L13 Yoga Testbericht

Nachdem ich jetzt schon seit einiger Zeit privat ein X380 Yoga nutze, war es für mich sehr spannend das neue L13 Yoga in den Händen zu haben. Mit der L Klasse der ThinkPads hatte ich bisher noch nicht so viel zu tun. Da es sich hier um die „Budget“ Klasse von ThinkPads handelt muss man mit einigen abstrichen beim Gehäuse rechnen. Vor einiger Zeit hatte ich mal den Vergleich zu meinem T530 mit einem L530, hier hat man ganz klar die Unterschiede bemerkt. Nicht so beim L13 Yoga:

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ThinkPad X1 ANC Kopfhörer Testbericht

Endlich ist es soweit. Die X1 ANC Kopfhörer von Lenovo sind da. Ich war schon sehr gespannt diese Kopfhörer zu testen. Momentan bin ich noch dabei den Klang sowie die ANC Funktion mit einem Bose zu vergleichen. Der erste Eindruck zum Klang war jedenfalls schon mal sehr gut. Privat bin ich etwas mit dem Thema HiFi Vertraut und durch meinen Beruf als Hörakustiker bin ich in Sachen Klang auch ein wenig verwöhnt. Trotzdem versuche ich den Test relativ objektiv zu halten, auch wenn ich weiß das Klang immer subjektiv ist.

Technische Daten:

KopfhörerKopfhörertreiber: 40 mm NeodymFrequenzbereich: 20 Hz – 20 kHzImpedanz: 32 ΩMax. Eingangsleistung: 30 mWEmpfindlichkeit (SDP): > 111 dBm ± 3 dBmKlirrfaktor (THD+N) bei –3 dBFS: –77 dBAkkuunterstützung: 14 Stunden Wiedergabe ohne ANCAkku-Ladezeit: < 3 Stunden
MikrofonKlirrfaktor (THD+N) bei –3 dBFS: – 85 dBDynamikumfang: 95 dBFrequenz: 50 Hz – 8 kHzAktive Geräuschunterdrückung (ANC): Hybride ANC, bis zu –30 dB, 4 von 6 Mikrofonen für ANC, Stufe 1, Stufe 2 und ANC ausUnterdrückung von Umgebungsgeräuschen (ENC): 4 von 6 Mikrofonen für ENCSignal-Rausch-Verhältnis: Bis zu 75 dB
SchnittstelleBluetooth® 5.0, Digitaler Sound über USB
Bluetooth®-ProfilA2DP, HFP, AVRCP
Unterstützte Bluetooth®-AudioformateSBC / AAC / aptX / aptXLL / HP1.7 / mSBC
KabellängeUSB-C-auf-USB-A: 1,3 m geflochtenes Kabel
KopfhörertypOn-Ear-Design, flach zusammenklappbar
MikrofontypOhne Ausleger
GewichtAb 214 g
Unterstützte BetriebssystemeWindows 10Android™ 8.0 oder höheriOS 10.0 oder höher
GarantieEin Jahr

Verpackung:

Die X1 Kopfhörer kommen in einem sehr hochwertigen Karton. Das ThinkPad Logo ist jedoch leider schwarz glänzend eingeprägt das man es nur mit Mühe in den idealen Lichtverhältnissen erkennen kann.

Im Inneren kommt dann die eigentlichen Aufbewahrungstasche zum Vorschein, welche auch das Zubehör enthält.

Die Tasche ist aus einer Art gummiertem Stoff, welcher den Kopfhörer denke ich auch vor leichter Nässe schützen würde. Die Tasche ist sehr Formstabil.

Beim schreiben des Test ist mir erst aufgefallen das auf der Rückseite noch das ThinkPad Logo zu sehen ist (Foto folgt). Auf der Oberseite befindet sich das X1 Logo.

Der Reißverschluss ist wirklich excellent. Er läuft sehr leicht und durch das umgedrehte vernähen schaut das ganze wirklich sehr gut aus.

Im Inneren befindet sich dann der eigentliche Kopfhörer welcher durch die drehbaren Hörer relativ kompakt ist. Außerdem ist im Deckel eine Kurzanleitung, die Bedienungsanleitung und ein USB C Kabel verstaut. Somit hat man alles mit dabei.

Besonders gut gefällt mir die Lasche auf der sich ein Pictogramm befindet, wie man den Kopfhörer „zusammenfalten“ muss damit er in die Tasche passt. Für solche Details bin ich sowieso schnell zu begeistern. 😉

Man muss tatsächlich sonst ein wenig rumprobieren bis man verstanden hat wie er in die Tasche kommt, da die Ohrhörer unterschiedlich stark eingedreht werden.

Design und Verarbeitung:

Der Kopfhörer gefällt mir Optisch wirklich sehr gut. Die ganzen bunten Kopfhörer mit denen die Leute auf der der Straße rum rennen haben mir sowieso nie gefallen, aber das ist geschmackssache. Ich finde der Kopfhörer wird durh das Dunkelgraue Metallgehäuse in Verbindung mit dem Schwarzen Kunstleder sehr elegant. Die Verarbeitung ist auf den ersten Blick sehr gut.

Bei den Drehbaren Ohrhörern habe ich immer die Angst das auf Dauer vielleicht ein Kabel brechen könnte. Hier kann man jedoch nur jemand ein Feedback geben, wer den Kopfhörer über sehr lange Zeit nutzt. Ich hoffe jedoch, dass Lenovo diese „Schwachstelle“ ausreichend robust gebaut hat.

Auf einer rechten Seite des Hörers befindet sich das X1 Logo. Die linke Seite ist leer. Das ThinkPad Logo befindet sich am rechten Bügel oberhalb des Drehmechanismus, auf der linken Seite ist das Lenovo Logo abgebildet. Mir gefällt das der Kopfhörer nicht zu sehr mit Logos zugepflastert ist.

Bedienelemente:

Rechte Seite

Auf der rechten Seite befindet sich der Schalter um das Mikrofon stumm zu schalten. Außerdem die Tasten für die Lautstärke sowie die Taste für die Noise Cancelling Funktion.

Linke Seite

Auf der linken Seite ist die USB C Buchse, um den Kopfhörer mit Strom zu Versorgen. Außerdem der Ein und Ausschalter, welchen Man zum Bluetooth Koppeln weiter Schieben und halten muss. Eine Multifunktionstaste um Anrufe anzunehmen oder die Musik zu unterbrechen ist auch dabei.

Meiner Meinung nach würde die Taste in der Mitte der Lautstärkenregelung für Multifunktion mehr Sinn ergeben. Da das ANC ja eine Zusatzfunktion ist, hätte ich diese auch physisch eher getrennt. Beim meinem Vergleichskopfhörer Bose QuietComfort 35 ist dies so gelöst.

Die Störgeräuschunterdrückung:

Wie funktioniert das überhaupt? Für alle die es interessiert hier eine kleine Theoriestunde…

Eigentlich ist das ganze simpel ausgedrückt „Antischall“ also das Gegenteil von Schall. Aber was ist Schall überhaupt? Eigentlich nichts anderes als Druckschwankungen, daher benötigen wir auch ein Medium wie Luft oder Wasser in dem sich der Schall bewegen kann. Durch einen Auslöser wie unsere Stimmbänder oder Geräusche werden Teilchen in der Luft zum schwingen gebracht. Diese Schwingungen breiten sich Wellenförmig aus und treffen schließlich auf unser Trommelfell. Dieses leitet über das Mittelohr den Schall ans Innenohr weiter, welches dann diese Druckschwankungen in elektrische Impulse umwandelt. Diese Impulse werden dann vom Gehirn verarbeitet.

Um einen Schall auszulöschen muss man diese Druckschwankungen erkennen und das „Gegenteil“ dazu addieren. Somit entsteht eine Auslöschung.

Die Phase beschreibt eine Periode des Signals. Anfang bis Ende sind 360 Grad.

Würde man einen reinen, klaren Ton wiedergeben würde man auf dem Graphen eine reine Sinuswelle erkennen. Ein Auslöschung passiert nun wenn man das Signal aufnimmt, die Phase (Anfangszeit eines Signals) um 180 Grad verschiebt und das verschobene Signal darüber legt.

Hier sieht man die verschiedenen Phasen.
Ein zweites Signal um 180 Grad Phasenverschoben.

Die Signal würden sich exakt überlagern und es ist nichts mehr zu hören. Daher lassen sich reine Sinussignale relativ einfach auslöschen. Leider spielt hier auch immer der Abstand der Quelle eine Rolle. Sobald dieser sich veränder wird auch die Phase verändert und es muss neu berechnet werden.

Da wir in unserer Umwelt viele Überlagernde Sinussignale haben entstehen Summensignale welche in Ihrem Aufbau und Phase sich permanent ändern.

Beispiel eines Summensignals.

Ein Kopfhörer mit Störgeräuschunterdrückung muss also permanent die Umgebungsgeräusche analysieren, die Phase umkehren und den Antischall aufs Ohr geben. Dies muss in unglaublich schneller Geschwindigkeit erfolgen. Diese Technik finde ich auch noch höchst faszinierend.

Das ANC im Vergleich:

Hier habe ich zum Vergleich einen Bose QuietComfort 35 mitgeschickt bekommen. Kurz gesagt der Bose hat bei der Unterdrückung definitiv die Nase vorne. Bei beiden Kopfhörern lässt sich die Unterdrückung in zwei Stufen einstellen. Der X1 hat auch passiv (also durch die normale Dämmung) schon eine gute Schallschutzwirkung, diese ist beim Bose nicht so hoch.

Aktiv jedoch, also mit aktiviertem ANC auf der ersten Stufe merkt man beim X1 fast keinen unterschied. Beim Bose auch noch nicht so stark, jedoch schon deutlich mehr als der X1.

Auf der zweiten Stufe ist beim Bose bis auf hochfrequente Geräusche sofort alles ruhig. Der X1 braucht ein wenig bis er sich auf die Umgebung einstellt und unterdrückt dann auch die Geräusche bis auf die Höhen relativ gut. Hohe Frequenzen lassen sich aufgrund der kürzeren Wellenlänge und somit schnelleren Periodendauer nicht so gut unterdrücken, hier ist die Technik einfach noch zu langsam.

Trotzdem ist im Direktvergleich der Bose um Welten besser. Da ich das ganze ohne Musik getestet habe entsteht beim Bose ein merkbares Eigenrauschen (lässt sich technisch nicht vermeiden), dies ist beim X1 kaum wahrnehmbar. Daher merkt man auch hier das die Unterdrückung beim X1 nicht so stark ist.

Leider habe ich bisher keine anderen ANC Kopfhörer wirklich bewusst im Vergleich gehabt. Wie im Forum geschrieben soll Sony nochmal um einiges besser sein. Dies wäre auch für mich Interessant.

Die Frage ist natürlich ob das von Lenovo so gewollt ist, oder ob die X1 es technisch einfach nicht schaffen, da ja doch einiges an Berechnung notwendig ist um Schall auslöschen zu können. Eventuell ist es auch eine Softwaresache und kann per Update noch verbessert werden. Lassen wir uns überraschen…

Wenn man leise Musik hört genügt das ANC des X1 jedoch um sich schön auf die Musik konzentrieren zu können ohne Störgeräusche mitzubekommen. Habe bis jetzt das ganze auf der Straße und beim Staubsaugen getestet.

Bei der Autofahrt mit meinem Kastenwagen würde ich das gerne noch testen, da ich hier bei Langstrecken bisher immer Gehörschutz trage. Hier werde ich den Test Zeitnah ergänzen.

Der Klang:

Zum Musikhören zu später Stund Zuhause nutze ich einen Beyerdynamic DT990. Hierbei handelt es sich um einen offenen Kopfhörer, welche dem hören über Lautsprecher sehr nahe kommt. Für Unterwegs sind offene Kopfhörer jedoch nicht so gut geeignet, da man alles von seiner Umwelt mitbekommt. Im Klangbild ist jedoch ein offener Kopfhörer nicht zu übertreffen.

Um den Test nicht unfair zu gestalten habe ich auch den Bose QuietComfort 35 im Vergleich zu den X1 Probegehört. Leider muss ich zugeben, dass ich generell kein Fan von Bose bin. Hier stimmt meiner Meinung nach die Qualität nicht. Die Bose Kopfhörer sind über das doppelte teurer und trotzdem aus Kunststoff. Der Klang ist sehr „gesoundet“, dass heißt das Bose mit Tricks versucht die Produkte spontan gut klingend zu gestalten um somit Kunden zu gewinnen. In Kombination mit guten Marketing haben sich sich einen guten ruf bei den Kunden aufgebaut. Generell kann man jedoch sagen, dass man in Sachen klang oft besseres für weniger Geld bekommt. In der HiFi Branche hat dieser Hersteller auch ein eher schlechtes Bild. Aber genug gelästert, wie klingen die X1 denn nun?

Vom ersten Eindruck haben mir die X1 sehr gut gefallen. Sie sind vom Bass her nicht übertrieben und haben ein sehr ausgewogenes Klangbild. Beim Probehören von unterschiedlichen Musikrichtungen hat sich das auch bestätigt. Der Klang ist sehr voll, jedoch nicht dröhnend, die Mitten sind angenehm präsent und die Höhen klar und übersteuern nicht.

Die Bose im Vergleich hingegen haben (wie bei Bose üblich) fast keine Mitten und einen starken und meiner Meinung nach verwaschenen Bass.

Im Vergleich zu meinen Beyerdynamic DT990 verlieren natürlich die beiden anderen Kopfhörer. Dies ist jedoch auch kein fairer Vergleich. Trotzdem würde ich den X1 definitiv als Alternative für Unterwegs sehen, da der Klang eben so schön ausgewogen und linear ist.

Trotzdem möchte ich nochmal betonen das es bei Klang kein richtig oder falsch gibt. Es ist immer eine Empfindungssache, daher muss sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Fortsetzung folgt:

Und das wars erstmal zum ersten Eindruck. Ich werde den Kopfhörer nun ein wenig Probehören. Das ANC ausgiebig testen und auch mit einem Bose ANC Kopfhörer vergleichen. Außerdem werde ich dann auch noch etwas zum Tragekomfort sowie zur Akkulaufzeit sagen können.

Headset Funktion:

Habe das Headset nun auch schon einige male beim telefonieren auf gehabt. Klappt auch bei Störgeräuschen problemlos. Da Die Kopfhörer durch den leichten Anpressdruck doch relativ abdichten kommt es bei der eigenen Stimme jedoch etwas zum dröhnen, das lässt sich aber nicht ganz vermeiden und ist bei jedem geschlossenen Kopfhörer so. Das Sprachverstehen ist auch für den der angerufen wird gut, da denke ich durch die mehrfachen Mikrofone auch eine leichte Richtwirkung erzielt wird.

ANC im Langzeittest:

Leider wurden meine geschäftlichen Termine um eine längere Fahrt zu unternehmen abgesagt. Daher konnte ich das noch nicht bei längerem Lärmeinfluss testen. Habe die Kopfhörer jedoch bei einigen kurzen Fahrten mit dem Kastenwagen getragen. Die Störgeräuschunterdrückung ist wie schon beim Ersteindruck bemerkt nicht sehr gut, aber gut. Fahrgeräusche werden angenehm abgesenkt, sodass man die Musik nicht so laut machen muss. Auch ohne Musik als „Gehörschutz“ funktioniert der Kopfhörer gut, da er kein bemerkbar hohes Eigenrauschen hat.

Tragekomfort:

Wenn man den Kopfhörer über ein paar Stunden trägt kommt es doch dann mal zu „heißen Ohren“, das liegt an dem leichten Anpressdruck. Hier sind Ohrumschließende Kopfhörer auf die Dauer angenehmer. Solche sind jedoch eher was für den häuslichen Gebrauch, da die doch etwas albern aussehen ;-). Für den Anwendungszweck des X1 ist es aber in Ordnung da man ihn ja eher für zwischendurch nutzt. Habe jedoch auch Abends immer mal wieder zu ihm gegriffen und noch den ein oder anderen Song damit gehört, da mir gerade der unverfälschte Klang relativ gut zusagt.

ThinkPad P43s Testbericht

Kurz nach meinem ersten Testbericht zum X380 Yoga habe ich jetzt die Ehre gleich im Anschluss das neue P43s für euch zu testen. Da das Gerät sehr neu ist wollte ich es nicht zu lange bei mir behalten. Daher habe ich mir das Gehäuse sehr ausführlich angesehen und zusätzlich ein paar Benchmarks gemacht.

Falls ihr trotzdem noch Details benötigt, welche nicht im Test sind, kann ich das von ok2.de noch nachtragen lassen.

ThinkPad P43s
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ThinkPad X380 Yoga Testbericht

Nachdem ich mein T530 nun in der Arbeit nutze habe ich mir für den privaten Gebrauch ein kleineres Gerät suchen wollen. Da ich das Gerät auch unterwegs als Tablet Ersatz nutzen wollte habe ich mich relativ schnell für das ThinkPad X380 Yoga entschieden.

Bei diesem Test versuche ich möglichst objektiv meine Eindrücke zu vermitteln. Gerade was die Verarbeitung angeht, habe ich festgestellt, dass Lenovo gerne mal schwankt, daher habe ich mich sehr viel mit dem Gehäuse befasst. Wer genaue Analysen sucht, wie schnell die Festplatte ist oder 3D Benchmarks braucht wird hier leider enttäuscht werden. Zu den Hardware Spezifikationen kann man jedoch im Netz genügend nachlesen.

thinkpad
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