MacBook Air M2 15 Zoll Testbericht

Tja, lange, lange hab ich mich dagegen gewehrt auch beim Notebook auf Apple zu wechseln und habe bis vor ein paar Tagen das noch mit meinem ThinkPad X380 gearbeitet. Durch den Wechsel auf ein iPhone in 2020 haben nach und nach mehr Apple Produkte meinen Geldbeutel geschmälert. Sowohl was Hardware angeht wie iPad, Watch und Mac aber auch die Software wie das Zusammenspiel im Ökosystem und auch seit kurzem die Hauseigene Office Suite Pages, Numbers und Keynote.

Nachdem ich hier ja schon meine Erfahrung zum Mac niedergeschrieben habe werde ich hier nur eher auf die Hardware des MacBooks eingehen:

Hier habe ich die Basisvariante des Mac Mini getestet. Habe auch vor der Bestellung des MacBooks lange überlegt welches Gerät ich nehme und was ich wirklich brauche. Die Entscheidung fiel dann auf folgendes Gerät:

MacBook Air M2 mit 15 Zoll Bildschirm im klassischem Space Gray

  • Apple M2 Chip mit 8‑Core CPU, 10‑Core GPU und 16‑Core Neural Engine
  • 16 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher
  • 512 GB SSD Speicher
  • 15,3″ Liquid Retina Display mit True Tone³
  • 1080p FaceTime HD Kamera
  • MagSafe 3 Ladeanschluss
  • Zwei Thunderbolt / USB 4 Anschlüsse
  • 35W Dual USB‑C Port Power Adapter
  • Beleuchtetes Magic Keyboard mit Touch ID – Deutsch

Habe vorab auf meinem Mac mal alles was ich im Alltag brauche geöffnet und noch ein paar Tabs in Chrome mehr um zu sehen wie weit der Arbeitsspeicher ausgelastet wird. Meistens nicht mehr als 6-8 GBite. Und da waren schon 3 Gig von Paralles an Windows vergeben. Also komme ich mit 8 Gig eigentlich komplett zurecht hatte beim Mac Mini auch wirklich nie Performanceeinbrüche, liegt aber vermutlich auch daran das keinen Videoschnitt oder extreme Fotobearbeitung mache. Trotzdem habe ich bei meinem MacBook 16 genommen, da ich einfach für die Zukunft gerüstet sein mag und wer weiß was sich noch ändert.

Im Netz liest man viel über die langsamere SSD bei den 256 Gig Modellen. Auch hier habe ich bei meinem Mac auch nie was davon bemerkt. Da ich alle meine Dateien auf einer NAS und Cloud habe benötige ich fast keinen lokalen Speicher auf meinen Endgeräten. Bei meinem Mac Mini mit 256 Gig hatte ich immer noch rund 100 Gig frei. Da ich aber das Air als Hauptrechner verwende und auch noch in einigen Jahren Freude damit haben möchte habe ich auch hier das recht teure Upgrade auf 512 Gig durchgeführt…

Und hier sind wir auch schon bei der überaus Clever gestalteten Upselling Preisgestaltung von Apple.

Der Preis und wie clever Apple es macht

Okay das MacBook Air ist das “Standard” Notebook von Apple mit einem angenehmen Einstiespreis von 1299,-€ für das 13 Zoll Modell. Das 15 Zoll Modell kostet pauschal 300 Euro mehr, also 1599,-€.

Das sind immer die Modelle mit 256 Gig Festplatte und 8 Gig RAM. Eine Stufe höher kostet dann immer stolze 230,-€ Aufpreis. Also sind wir in meinem Fall mit dem 15 Zoll Gerät immerhin schon bei 2059,-€

Aber moment mal…da bekomme ich ja schon ein Einsteiger MacBook Pro für weniger. Also 1999,-€ und wenn ich meine Upgrades rein packe sind es nur 2229,-€ also müsste ich “nur” 170€ mehr ausgeben und hab ein Pro?! Aber dann halt das bessere Display, was aber “nur” 14 Zoll hat. Dann hab ich aber den M3 und nicht den Pro der zwei Displays unterstützt. Und für 2499,-€ bekomme ich dann noch den M3 Pro mit viel besserer Ausstattung. Also nur noch 279€ mehr und ich hab das Pro mit mehr Leistung die ich jemals brauchen werde. Und schon kreisen die Gedanken und am Ende gibt man dann doch mehr aus für etwas das man nicht braucht und vom Ursprungsgedanke eigentlich nicht wollte.

Mich hat das ganze dann fast eine Woche dann gequält. Mal ganz davon abgesehen das man noch M2 MacBook Pros mit M2 Pro deutlich günstiger bekommen würde. Das machte die Sache dann nur noch schwerer. Wie gesagt, die Leistung vom Pro brauche ich eigentlich nicht, aber wie so oft im Leben ist es schön Dinge zu haben die man nicht braucht 😅.

Nun ja, ist es aber dann eben doch das Air mit 15 Zoll Display geworden, meine Entscheidung fiel letztendlich wegen der Displaygröße. Was mich zum nächsten Punkt bringt.

Das Display – das Dilemma mit der Größe

Zur Vorgeschichte: Mein erstes Notebook war ein ThinkPad E420s mit 14 Zoll Display, jedoch ohne Dockingfunktion. Dann wurde es ersetzt durch ein T530 mit 15 Zoll Display. Eigentlich wollte ich damals ein 430er mit 14 Zoll Display, das gab es damals jedoch nicht mehr und so wurde es dann eben doch das T530. Zu der Zeit habe ich es viel Unterwegs aber auch Zuhause auf der Dockingstation genutzt. Das Notebook war mir unterwegs immer eine Ecke zu groß. Daher habe ich es später durch ein X380 mit 13 Zoll Display ersetzt. Dieses war super handlich und unterwegs ein Traum, jedoch war für mich Produktiv arbeiten eigentlich nur am externen Monitor möglich. Das 13 Zoll Display reicht für “das übliche” aber sobald man viel hin her kopieren muss oder mehrere Fenster hat wurde es sehr schnell Eng auf dem Display.

Daher habe ich wirklich lang überlegt ob ich nun das 13 Zoll Air, 14 Zoll Pro oder 15 Zoll Air nehmen soll. Habe gefühlt jedes Video und jeden Bericht dazu angeschaut und auch im Elektrofachmarkt mal einen Blick drauf geworfen. Finde jedoch das man es erst so richtig merkt wenn man das Gerät mit seinen Programmen in seinem Alltag nutzt. Nachdem ich momentan schon zwischen zwei drei Standorten wechsle wollte ich auf jeden Fall ein Geräte das ich auch ohne externen Monitor produktiv nutzen kann denn zum Surfen und Mailen kann ich auch ein iPad nehmen.

Zuerst gefiel mir die freie Fläche neben der Tastatur nicht, dann hatte ich wieder Angst das ein Gerät ohne Lüfter zu warm werden könnte. Dann fand ich die Dicke vom MacBook Pro wieder zu “normal”. Und zum Schluss habe ich einfach meine 2 jährige Tochter gefragt, die hat sofort auf das 15 Zoll Air getippt und die Entscheidung war gefallen 😂.

Und jetzt nach knapp einer Woche produktiven arbeiten kann ich sagen: Zum Glück wurde es das 15 Zoll Modell!

Da ich es eben auch oft ohne externen Monitor nehme brauche ich den Platz definitiv. Ich muss viel zwischen Progammen springen und oft auch was kopieren oder ab Tippen das alles wäre mir mit jedem Zoll weniger eine Qual. Ab und zu wird mir sogar der 15 Zoll Bildschirm zu klein aber der Formfaktor auch für Unterwegs ist einfach perfekt. Gerade weil das Gerät so dünn ist wird es bei weitem nicht so klobig.

Zur Auflösung: Wenn man einmal ein Retina Display in der Größe gesehen hat wirken alle anderen Monitore irgendwie alt und pixelig. Es ist wirklich ein Traum auf dem MacBook zu arbeiten. Auch hab ich noch nie 120 Hz bei mir im Alltag gesehen und vermisse es daher nicht. Auch brauche ich kein OLED in meinem Laptop da ich eben überwiegend Officeaufgaben damit erledige.

Was mich am meisten Fasziniert hat ist jedoch die Helligkeit. Man kann es unfassbar gut ablesen, egal in welcher Situation und man hat nicht das Gefühl in ein Display zu schauen sondern als würden man direkt in das Betriebssystem hinein schauen. Kann es nicht genau ausdrücken aber man hat eine enorm hohe Plastizität. An dieser Stelle habe ich mich gefragt ob andere Hersteller so etwas nicht bauen können oder einfach nicht wollen…

Die Verarbeitung

Wir haben noch gar nicht über die Verarbeitung gesprochen. Nun ja Apple ist ja bekannt für eine enorm gute Verarbeitung der Geräte und das ist das MacBook allemal. Wirklich faszinierend wie dünn ein so leistungsstarker Rechner sein kann und durch das Alugehäuse ist er sowohl chic anzusehen als auch von der Haptik enorm gut. Alu hat lediglich den Nachteil, dass es recht weich ist und so können die Geräte schon Dellen oder Kratzer ab bekommen. Eine gute Hülle ist daher unerlässlich.

Wenn man von ThinkPads kommt ist man gewohnt das sich das Display um 180 Grad öffnen lässt. So habe ich auch jahrelang immer die Unterscheidung zwischen gut verarbeiteten und schlecht verarbeiteten Notebooks gemacht. Beim MacBook ist das anders. Ja das Display kann man nur rund 130 Grad öffnen und hatte im Alltag auch noch nicht die Notwendigkeit es weiter auf zu machen, es liegt einem einfach im Magen wenn man sich ausmalt in welchen Situationen es vielleicht doch praktischer wäre den Öffnungswinkel noch größer zu haben. Ein mal vor Jahren im Auto auf dem Lenkrad hatte ich bei meinem ThinkPad den “Aha Effekt” warum es so gabaut war, das wars jedoch auch schon. Daher kann ich beruhigt sagen das man vermutlich keine Nachteile im Alltag hat durch den kleineren Öffnungswinkel.

Was mir bei der Haptik nur etwas aufgefallen ist, ist ein kleiner Spalt auf der Rückseite wenn man es an dieser Stelle trägt. Das ist dem Displayscharnier geschuldet. Es ist kein Mangel, nur irritierte es mich am Anfang bei Greifen, da das Gehäuse sonst so makellos geschlossen ist. Sogar am Displayrand befindet sich eine Gummilippe um Staub am eindringen zu hindern.

Außerdem finde ich die Ecke der Mulde zur Öffnung des Display etwas zu scharf. Wenn man hier mit der Haut entlang fährt bekommt man leichte weiße Kratzer.

Das ganze ist aber wrklich Kritik auf sehr hohem Niveau, da man sonst nahezu keine Computerhardware auf dem Markt findet die so gut Verarbeitet sind wie ein Schmuckstück.

Ach ja und Anschlüsse hat das MacBook ja auch noch, hier ist aber wirklich Minimalismus angesagt.

Peinlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich im Alltag noch keinen anderen Anschluss vermisst habe, dass liegt jedoch vermutlich auch an meinem Alltag, wo ich auf wenig externe Geräte angewiesen bin. Unterwegs habe ich sowieso das MacBook im Rucksack und habe immer einen kleinen USB-C Adapter dabei, welche die verschiedensten Anschlüsse adaptiert. Hier gibt es eine gigantische Auswahl an unterschiedlichen Adaptern im Netz für schmales Geld.

Zuhause nutze ich das MacBook des öfteren am externen Monitor und hier genügt mir eben auch ein Kabel und die Hardware ist am Monitor angeschlossen und wird problemlos durchgereicht. Das MacBook wird auch noch geladen.

Einfach ein Traum was Thunderbolt kann! Trotzdem trauere ich hier schon ein wenig den alten ThinkPads mit ihren Dockingstationen nach, welche am Markt wirklich einzigartig waren. Das alles wurde jetzt durch ein Kabel abgelöst und das ist wirklich fantastisch. Allerdings ist USB-C nicht gleich USB-C, gerade bei den Kabeln muss man hier rum probieren da nicht immer alle klappen. Das habe ich bei meinem Test des mobilen USB-C Monitors “Lenovo M14d”, welchen ich gerade Teste, herausgefunden.

Die Tastatur

Ein sehr wichtiges Thema bei einem Notebook und hier ist man ebenfalls durch die ThinkPads noch kritischer. Leider lässt einem Apple, wie beim Öffnungswinkel, keine Wahl. Entweder man nimmt was auf dem Markt ist oder man lässt es.

Lange habe ich behauptet nie auf eine MacBook Tastatur wechseln zu können. Aus der Arbeit weiß ich jedoch das der Mensch ein enormes Gewöhnungstier ist und man sich an sehr viel gewöhnen kann, daher wollte ich nicht so verschlossen sein und habe dem ganzen eine Chance gegeben.

Auf dem Schreibtisch nutze ich seit einiger Zeit eine Logitech MX Keys. Muss zugeben das es bisher die beste Desktoptastatur ist, die ich jemals hatte. Der Anschlag ist satt und der Hub ausreichen groß. Würde behaupten das diese wirklich mit denen von ThinkPads vergleichbar ist.

Beim Macbook hat man einen Hub von nur 1mm. Der MX Keys fühlt sich doppelt so groß an. Dafür ist die Tastatur im MacBook deutlich knackiger, mir persönlich etwas zu knackig. Durch den geringen Hub ist es mir jedoch lieber ein gutes Feedback zu haben als gefühlt auf einem Schwamm schreiben zu müssen. Gerade vor den Apple M Chips hatten die MacBook wirklich unangenehme Tastaturen und standen da auch in der Kritik.

Auf der MacBook Tastatur kann ich wirklich sehr flott schreiben und habe auch wenige Tippfehler. Es macht tatsächlich richtig Spaß damit zu arbeiten. Denke auch das man sich noch mehr daran gewöhnt. Man muss natürlich auch bedenken das das Gehäuse sehr dünn ist und die Tasten ja auch irgendwo hin müssen, für das begrenzte Platzangebot hat Apple jedoch wirklich was vernünftiges gebaut. Trotdem merkt man einfach gegenüber den ThinkPads eine Verschlechterung. Ob man das in Kauf nehmen kann um die anderen Vorzüge eines Macs zu haben muss jeder für sich entscheiden.

Genial ist natürlich das man oben rechts einen Touch ID Fingerabdrucksensor hat, welcher auch mit nichts anderem vergleichbar ist. Jeder der es vom iPhone oder iPad kennt weiß wie gut Apple darin ist. Man brauch mit dem Finger quasi nur über den Sensor schweben und schon ist er erkannt. Das ganze nutzte ich wirklich oft und gerne. Sei es zum Entsperren, bei Passworteingaben im Browser oder der Banking App. Apple hat sich hier wirklich Mühe gegeben es den Entwicklern leicht zu machen und dadurch hat eben der Touch ID Sensor auch so einen großen Nutzer.

Der Akku

Wie der Ausschnitt hier von der Apple Seite schon recht deutlich macht ,ist die Akkulaufzeit wirklich enorm. Hatte bisher nicht Ansatzweise einen Computer mit so krasser Laufzeit. Ich bekomme das Teil über den Tag einfach nicht leer, egal wie sehr ich es versuche. Das ganze ähnelt vom Ladeverhalten mehr einen iPad, als einen Laptop wie ich ihn bisher kannte. Man kann bei Tagesausflügen das Netzteil ohne Bedenken Zuhause lassen.

Geladen wird das MacBook überwiegend wenn ich es Abends am Monitor nutze, per USB-C. Ein Stoffkabel mit MagSafe Funktion liegt bei. Als nettels Detail liefert Apple den MagSave Anschluss in der passenden Aluminumfarbe wie das MacBook.

Hier sieht man mal einen “normalen” Alltag. Vormittag das MacBook durchgehend für Businessaufgaben genutzt, ab Nachmittag dann am Monitor genutzt und wieder geladen. Da bin ich ja tatsächlich mal unter 80% gekommen, gefährlich 😅. Das MacBook war zu Anfang nicht mal voll.

Also denke ich das jeder damit über den Tag kommen kann ohne auch nur Ansatzweise an das Thema Akku denken zu müssen.

Fazit

Wer genauer was über die Software aus Sicht eines Windows Users wissen möchte kann ich noch meinen Test vom Mac Mini an Herz legen. Hier hab ich nach Jahren mal wieder auf ein Mac Betriebssystem gewechselt und habe meine Eindrücke und Startschwierigkeiten niedergeschrieben. Das MacBook ist ja von der Software her identisch und hat sich daher wie der Mac in meinem Alltag sehr gut integriert. Durch die Erfahrung des Mac Mini kann ich die Software nun auch gut beherrschen, denn diese hat (wie Windows) auch ihre Macken und ihr Eigenleben.

Trotzdem ist das Apple Ökosystem meiner Meinung nach einfach unantastbar, gerade da ich ebne sehr viele Apple Geräte nutze. Der Mac Mini ist tatsächlich in mein Büro gezogen und ich nutze die Windows Umgebung der Remotedesktop.

Das MacBook hat sich als ein wirklich genial Alltagsbegleiter etabliert, gerade wenn es um produktive Dinge geht ist es einfach einem iPad überlegen, da MacOS deutlich mehr Freiheiten bietet und das fängt schon beim Fenstermanagement an und hört bei der Softwarevielfalt auf.

Daher kann ich das MaBook Air in allen Punkten nur loben. Die Verarbeitung ist hervorragend, die Tastatur auch absolut in Ordnung und die Akkulaufzeit nicht von dieser Welt. Das 15 Zoll Display macht wirklich Spaß und ist von der Größe super, durch das dünne Design wirkt das MacBook auch nicht klobig.

Über Andreas Fink

ThinkPads haben mir eigentlich schon immer gut gefallen. Das schlichte Design und die hohe Stabilität fand ich faszinierend. Angefangen hat es mit einem E420s, dann T530, X380 Yoga und diversen Desktop PC. Durch meine Ausbildung als Hörakustiker teste ich auch gerne alles rund um das Thema Hifi.

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