iPad mini 6. Generation Testbericht

Vor kurzem hat mich das Brandneue iPad Mini 2021 erreicht. Auf dieses iPad habe ich mich schon sehr gefreut da es das erste Mini ist was ich wirklich interessant finde. Immer mal wieder habe ich die Mini angeschaut aber da war mir das Display einfach zu klein. Das neue 2021er ist vom Gehäuse her sogar ein wenig geschrumpft aber durch das All-Screen Design hat sich das Display auf 8,3 Zoll vergrößert.

Eigentlich handelt es sich um ein verkleinertes iPad Air, daher habe ich es beim Test auch mit diesem verglichen. Ich selbst nutze bisher privat nur ein iPad 8 Classic. Technische Daten zum Mini findet ihr hier: https://www.apple.com/de/ipad-mini/specs/

Gehäuse und Verarbeitung

Bei den Farben kann man sich wie beim Air komplett austoben. Ich habe mich dezent für die Space Grey Variante entschieden. Apple bietet noch drei weitere Farben an.

Das iPad ist Apple Typisch von der Verarbeitung einwandfrei. Bei der Verpackung ist mir aufgefallen das kein Plastik mehr verwendet wird. Das Gerät selbst sogar mit Papier umwickelt. Beim ersten Eindruck hat mich gleich erstaunt wie leicht und dünn es ist. Es macht sehr viel Spaß das Gerät in einer Hand zu halten. Das Gehäuse ist etwas kleiner als ein A5 Blatt.

Auf der Unterseite befindet sich ein USB C Anschluss mit USB 3.1 Gen 1 Standard. Oben findet ihr den Lock Button mit Touch ID und die Lautstärketasten. Außerdem befinden sich zwei Lautsprecher je oben und unten bzw rechts und links einer. Dadurch hat man im Querformat einen Stereo Sound.

Bei allen iPads im All Screen Design steht die Kamera etwas hervor. Das ist nicht störend, würde mir jedoch bündig besser gefallen. Zu vergleichen ist der Überstand auch mit dem iPad Air. Einziger Unterschied ist der Blitz beim iPad Mini. Eine nette Ergänzug, jedoch glaube ich trotzdem das die wenigsten ein Tablet zum Fotografieren nutzen (sollten). 😉

Mini, Air und Classic im Vergleich

Sobald man ein Smart Folie verwendet schließt die Kamera bündig ab und ist dadurch beim Ablegen auf einen Tisch geschützt. Leider hat mich mein Folio noch nicht erreicht, ich ergänze den Bericht jedoch sobald es da ist.

Display

Das neue 8,3 Zoll große Display ist genial. So scharf wie in keinem anderen iPad. Ausreichend hell, hier kann nur das iPad Pro übertrumpfen. Nur bei praller Sonne kommt es zu Spiegelungen. Außerdem ist das Display laminiert, dadurch hat man keinen Spalt mehr, was vor allem bei der Nutzung mit dem Pencil auffällt. Das Schreibgefühl ist sehr natürlich da der Strich direkt „aus der Spitze“ des Pencil kommt. Das ist beim Air ebenso der Fall, nur beim klassischen iPad ist der Spalt bemerkbar, was jedoch für gelegentliche Nutzung auch ok ist. Für Vielschreiber und Zeichner ist das laminierte Display jedoch die bessere Wahl.

Man hat durch das Multitasking auch die Möglichkeit mehrere Apps auf dem Display zu nutzen. Dadurch schrumpfen diese jedoch ordentlich und es macht keinen Spaß mehr. Wenn man jedoch mal was kopieren will oder parallel was nachlesen während man eine Mail schreibt ist das noch ausreichend.

Laminiertes Display des Mini

Mir ist nur aufgefallen das scheinbar einige Apps noch nicht auf das Format angepasst sind. Dadurch kommt es zu seitlichen Balken. Bei Angry Birds ist es mir aufgefallen, da die Skalierung beim iPad Classic und Air passte, beim Mini jedoch nicht. Ich denke aber das so etwas von den Entwicklern noch angeglichen wird.

Display ausgefüllt
Links das Mini mit größeren Rändern

Allerdings besteht beim Display das Problem des „Jelly Scrolling“ was schon auf manchen Seiten im Netz besprochen wurde. Tatsächlich ist mir das aufgefallen ohne das ich im Vorfeld darüber gelesen hatte. Im Netz wird berichtet das es sich um einen vertikal verbauten Displaycontroller handelt der den Effekt Hochkant verursacht. Hält man das Mini Quer ist er nicht vorhanden. Das ganze ist aber keinesfalls schlimm. Einige Leute die ich befragt hatte haben es gar nicht bemerkt, andere schon aber erst als sie darauf hingewiesen worden sind. Man nutzt das Mini eben überwiegend Hochkant und gerade bei Textinhalten ist es für mich sichtbar. Würde aber nicht wegen dem „Problem“ vom Kauf abraten. Komischerweise ist der Effekt bei meinem iPad 8 weder hoch noch quer sichtbar.

Infos hier: https://www.golem.de/news/jelly-scrolling-fuer-apple-gehoert-wackelpudding-scrolling-zum-ipad-mini-dazu-2109-159940.html

Formfaktor und Größe

Dieser Punkt war für mich am interessantesten. Denn warum sollte man ein Mini kaufen wenn man für etwas mehr Geld ein Air bekommt was ähnlich ausgestattet ist und zudem ein größeres Display hat? Mit dieser Frage habe ich mich intensiv beschäftigt. Auch hier kann man wieder mal sagen „Es kommt drauf an.“ Daher würde ich sagen das jedes Gerät im Programm seine Berechtigung hat. Aber wie Groß oder Klein ist denn das Mini?

Mini vs. Air

Bei der Nutzung im Alltag wie Surfen, Mailing, Social Media oder zum Spielen habe ich nahezu immer das Mini bevorzugt. Vor allem jedoch wegen dem Gewicht. Bei den 10 Zoll Modellen wird mir das Gewicht bei der Nutzung mit einer Hand immer zu hoch. Vor allem werden die Geräte dann recht Kopflastig. Dadurch greift man oft um oder nutzt den kleinen Finger zur Abstützung. Das Mini kann man Stundenlang mit einer Hand halten ohne das es anstrengend wird.

iPad 2020 vs. Air 2020 vs. Mini
Mini vs. Air

Auch das Tippen im Hoch- und Querformat macht mir auf dem Mini mehr spaß. Die Bilder habe ich auch auf dem Mini mit Lightroom bearbeitet und auch hier hat mir das Display ausgereicht. Film oder Serien habe ich noch nicht ausprobiert da mir die Aufstellmöglichkeit über das Folio fehlt. Wird jedoch ergänzt. Bei Filmen denke ich aber gilt trotzdem noch das größer einfach besser ist.

Leistung und Funktionen

Durch den A15 ist bis auf den M1 der stärkste Mobile Prozessor verbaut der nahezu jede Anwendung meistern wird. Zum Glück setzt Apple hier nicht auf Budget wie es bei vielen anderen „kleinen“ Tablets der Fall ist. Man bekommt ein vollwertig Leistungsstarkes Tablet im Mini Format.

Touch ID ist jetzt wie beim Air noch oben auf den Lock Button gerutscht. Funktioniert sehr schnell und auch ein teilweise aufgelegter Finger wird schnell erkannt. Für mich als iPad Classic Nutzer war es jedoch erstmal ungewohnt, da ich manchmal versehentlich zum aufwecken und entsperren zweimal gedrückt habe und dann das Gerät wieder gesperrt wurde. Denke aber das ist nur eine Gewöhnung. Tatsächlich reagiert der Sensor beim Mini aber nochmal zuverlässiger als beim Classic, hier wird auch noch die erste Generation verwendet.

Der Apple Pencil der zweiten Generation kann nun auch verwendet werden, parkt und lädt an der rechten Seite des iPad Mini und ist damit sowohl Griffbereit als auch aufgeräumt. Selbst eine günstige Amazon Version wird vom Magneten gehalten, jedoch nicht geladen. Ich selbst nutze den Pencil nur gelegentlich zum ausfüllen von PDF und Notizen machen. Durch das laminierte Display ist das Schreibgefühl sehr natürlich.

Von der Größer her muss man bei A4 PDF schon ein wenig rein und raus zoomen, da es bei Vollbild nahezu unmöglich ist zu beschriften. Wenn man jedoch das iPad Quer nimmt kann man die volle breite sehen und auch gut nutzen.

Wie schon geschrieben habe ich diese Fotos mit dem iPad und Lightroom bearbeitet. Die Leistung ist für solche Aufgaben mehr als ausreichend un der Export von 59 Fotos hat auch nur ein paar Minuten gedauert. Das iPad wird bei solchen Aufgaben schon etwas warm aber nicht heiß. Durch den A15 Prozessor denke ich nicht das jemand Probleme mit zu wenig Leistung bekommen sollte.

Hier merkt man nur das es bei 8 Zoll etwas klein wird. Lightroom bietet eine gute Zoom Funktion, trotzdem kann man hier auf einem großen Display einfach mehr sehen. Im Vergleich zu meinem rund 10 Zoll großen iPad Classic liegen hier aber keine Welten. Hier sehe ich den Mehrwert beim bearbeiten eher auf einem 24 Zoll Monitor. Trotzdem war ich erstaunt wie gut das Bearbeiten auf einem Touchscreen klappt da ich sonst eher der Desktop Nutzer mit Maus bin. Bei vielen Fotos hat man aber auf einem Desktop einfach den schöneren Workflow, gerade wenn man zugleich mit Maus und Tastatur arbeiten kann. Das gibt es bei einem Touchscreen nicht und hier sind dann immer mehr „Tabs“ nötig als mit der Maus.

Die Kameras wurden im vergleich zum Vorgänger auch komplett überarbeitet. Auf der Rückseite befindet sich die gleiche wie im Air außer das dem Mini noch der TrueTone Blitz verpasst wurde. Die Qualität ist mehr als ausreichend.

Auf der Vorderseite haben wir nun auch die neue 12 MP Ultraweitwinkel Kamera mit 122 Grad Sichtfeld. Dadurch kann man bei Facetime anrufen den neuen „Center Stage“ Folgemodus verwenden bei der immer auf das Gesicht gezoomt wird. Das funktioniert wirklich erstaunlich gut und wirkt auch sehr viel Professioneller. Leider ist diese Funktion derzeit nur FaceTime vorbehalten, sollte denke ich aber auch noch für Skype oder Zoom etc. erweitert werden. Derzeit kann man bei externen Programmen nur statisch zwischen dem normalen Sichtfeld und Ultraweit-Sichtfeld umschalten.

Video von Apple

Fazit

Kurz und knapp: Ich liebe das iPad Mini!

Für mich hat es die Ideale Ergänzung für den Alltag gebracht. Oft habe das „große“ iPad nicht mitgenommen und wenn doch dann unterwegs nicht verwendet da ich das meiste doch wieder mit dem iPhone gemacht habe. Das hat sich jetzt geändert. Das Mini ist wie das iPhone ein täglicher Begleiter geworden der mir auch Abends zum surfen auf der Couch viel Freude bereitet. Ich freu mich schon sehr auf das SmartFolio und werde hier noch darüber berichten.

Jeder muss sich natürlich die Frage stellen für was er ein iPad nutzen möchte. Der Preis- Leistungssieger bleibt hier einfach das klassische iPad ab 390 Euro. Damit kann man alles erledigen was man möchte und hat eben nicht das beste Display und nicht das leichteste Tablet. Wer mehr Leistung bei gleichem Formfaktur sucht ist mit dem Air gut aufgehoben. Power User greifen zum Pro. Aber das Mini ist für jeden etwas der ein leichtes, kleines, leistungsstarkes Tablet sucht das jeder Aufgabe gewachsen ist.

Autor: Andreas Fink

ThinkPads haben mir eigentlich schon immer gut gefallen. Das schlichte Design und die hohe Stabilität fand ich faszinierend. Angefangen hat es mit einem E420s, dann T530, X380 Yoga und diversen Desktop PC. Durch meine Ausbildung als Hörakustiker teste ich auch gerne alles rund um das Thema Hifi.