T14 Gen2 - Beitrag

Die Teststellung

Die wichtigsten Eckdaten:

Intel Core i7-1165G7 / 16 GB Ram (fest verlötet)/ 1 TB SSD / 14″ FullHD Panel (400 nits) / NVIDIA GeForce MX 450 (2 GB) / Thunderbolt 4 / ohne Betriebssystem

Größe und Gewicht: 329 x 227 x 17.9 mm, ~ 1.47 kg

inklusive 3 Jahre Vor-Ort Premier Herstellergarantie (auch auf den Akku, ja da haben es die Studenten besser :-))

Die Teststellung
Die Teststellung

Das Gerät stammt aus der Lenovo Campus Collection und wurde mir von ok1.de zur Verfügung gestellt. https://ok1.de/ThinkPad/ThinkPad-T14-14/ThinkPad-T14-Gen-2-20W1S00000::2289.html

Da das Gehäuse dem T14 Gen 1 oder auch T490 entspricht, verweise ich an dieser Stelle auf die bisherigen Testberichte https://nbreview.de/?s=T14, und werde hauptsächlich auf etwaige Unterschiede eingehen.

Die gelungene Tastatur ist nach wie vor wechselbar und Lenovo hat den Hub gottseidank nicht weiter reduziert.

T14 Gen 2 Tastatur

Die Inbetriebnahme:

UEFI und die USB-Sticks 🙁

Nach dem ersten Einschalten startete das T14 nicht vom frisch erstelltem Windows Stick, obwohl ich ihn noch an meinen privaten Thinkpads gestestet hatte. Das ist mir leider schon öfters passiert. Also mußte eine Lösung her. Da ich privat inzwischen gerne Linux nutze habe ich mir ein Hertz genommen und endlich einen Multiboot Stick erstellt.

Das Opensource Tool Ventoy verrichtet einen ganz vorzüglichen Job, deshalb an dieser Stelle als kleine Empfehlung: https://www.ventoy.net/en/index.html

Man kann den Stick mit Ventoy im mbr-Modus einrichten und dann die draufkopierten Iso-Dateien sowohl auf Legacy- als auch UEFI-Rechnern booten. Secureboot muß man für die Installation allerdings abschalten.

Tastatur, Touchpad und Schreibkomfort:

Das Gehäuse, einschließlich Schnittstellen, entspricht den bisherigen T14 / T490.

Die größten Abweichungen sind der neue Sticker 😉 , zusätzlich ein sehr hochwertiges und wirklich glattes Touchpad ! Das hat mir selbst als Trackpointnutzer Spaß bereitet.

Das Touchpad
Verbesserte Touchpadoberfläche

Wirklich schön und ähnlich „glatt“ wie z.B. beim T440s.

Das Display

Das verbaute 14 Zoll Display stammt diesmal von LG und wird von Lenovo mit folgenden Angaben beworben:35.5 cm (14″) LowPower FHD IPS LED (1920 x 1080)400 nits, 16:9, 800:1 Kontrast, 170°, Anti Glare

Es handelt sich um ein LP140WF9-SPF2 !

LP140WF9-SPF2

Der erste Eindruck war wieder sehr positiv. Die Displaylotterie bei den FullHD 400nits Displays kann man meiner Meinung nach nur „gewinnen“. Hell, scharf und gleichmäßig ausgeleuchtet begrüßt einen das Bios und später dann auch das Betriebssystem.

Meine Wahrnehmung während der Tests:

  • super Kontrast
  • unter Windows (mit 125% Skalierung) und Linux (Gnome ohne Skalierung) läßt sich gut arbeiten, und die Augen ermüden nicht
  • die Helligkeit ist völlig ausreichend
  • gute Schaltzeiten (ich kann keinen Unterschied zum Innolux N140HCG-GQ2 erkennen)
  • kein/kaum störendes Displaybleeding (Screenbleeding)
  • einzig die Farbtemperatur ist für meine Augen recht kühl und ein wenig unstimmig

Folgend die Benchmarkergebnisse unter Windows 10 auf maximale Leistung im Netzbetrieb, im Vergleich zum Vorgänger.

Benchmark:T14 Gen 2T14 Gen 1 (Intel)Gen 2 / Gen 1
PC Mark53474149128,87 %
3D Mark (TimeSpy)16451181139,29 %
Furmark (FullHD)26 fps *21 fps123,81 %
Cinebench R15133.76 fps99.45 fps134,50 %
Cinebench R202266 cb1634 cb138,68 %
Cinebench R23 (Multi-Core)5192 pts
Geekbench 4 Multi-Core Score1936215034128,79 %
Geekbench 4 Single-Core Score6244 5145121,36 %
* gerundet im Netz- und Akku-
betrieb auf Voreistellungen
Mittelwert
(gerundet)
131 %

Geekbench 4 Score Gen 2: https://browser.geekbench.com/v4/cpu/16150887

PC Mark Ergebnis als pdf: https://nbreview.de/wp-content/uploads/2021/05/T14_Gen2_MX_Pcm10.pdf

Also 130 Prozent der Leistung des Vorjahresmodells ! Das ist schon wiklich Ordentlich.

OpenCL Performance (Geekbench 4)„Better Battery“AC maximale Leistung
Iris Xe Graphics3424534414https://browser.geekbench.com/v4/compute/compare/5027427?baseline=5027431
GeForce MX4501705081604https://browser.geekbench.com/v4/compute/compare/5027425?baseline=5027433
OpenCL Leistung im Batterie- und Netzbetrieb

Die Abwärme ?

Leider alles Andere als Ideal. Am Testgerät lief der Lüfter mehr oder weniger die ganze Zeit und das auch meist nicht leise, ganz im Gegenteil. Die Kühlung ist definitiv aktiv, dies äußert sich z.B. durch den laut drehenden Lüfter direkt nach dem Einschalten. Leider gab es insgesamt nur zwei Betriebsarten, die das T14 Gen 2 ähnlich leise, wie die bisherigen Testgeräte, werden lassen:

  • leichte Last im Netzbetrieb mit TPFanControl im Modi „smart“
  • leichte bis mittlere Last im Batteriebetrieb unter Windows und Linux (Nvidia deaktiviert)

Der Rest war deutlich lauter. Es reicht schon ohne Last das Netzkabel wieder anzustecken um den Ventilator zu starten … Gut möglich das Lenovo die Lüftersteuerung durch ein Biosupdate noch ein wenig feinjustieren kann. Zum Testzeitpunkt war Bios 1.10 aktuel.

Unter Last ist das Kühlsystem trotz der Lärmkulisse „überfordert“:

  • die Bodenplatte heizt sich unangenehm auf
  • nach dem 3DMark kann man sich die Finger rechts neben der Enter-Taste verbrennen
  • positiv die Handballenauflage und die Tasten erhitzen sich nur minimal !

Storage

Die verbaute Samsung SSD mit 1 TB Speicherkapazität habe ich der Vergleichbarkeit wegen mit Bitlocker im Softwaremodus verschlüsselt. Erneut ein Laufwerk mit excellenten Werten. Rasend schnell und zuverlässig. Spulenfiepen entsteht nur bei absoluter Volllast (CrystalDiskMark Q8T1), da kann man problemlos mit leben.

Die Windowsinstallation gestalltete sich wiedereinmal denkbar „einfach“, sofern der USB-Stick startet (siehe oben). Ich habe ohne Netzwerkverbindung installiert um die Microsoft-Konto Aufforderung zu umgehen. Fehlende Treiber kamen über „Windows Update“, den Rest habe ich per Lenovo-Systemupdate nachinstalliert. Der Soundkartentreiber wünscht inzwischen auch ein MS-Konto 🙁 , wer denkt sich so etwas aus?

Der Stand der Linuxunterstützung ?

Die Nvidiakarten sind unter Liunx nicht besonders beliebt, zurecht ?

Ich habe die Linuxkompitabilität mit Debian 11 (Bullseye), Fedora 34 vom Stick und POP_OS! ausprobiert.

Unter Debian 11 funktionieren Wifi und Audio noch nicht, es fehlt die Firmware. Da sich Debian zur Zeit im Freeze befindet gibt es momentan leider kaum Aktualisierungen. Fedora 34 fehlt ebenfalls die WLan-Firmware, dafür läuft der Soundchip. Die restliche Hardware wird erkannt und funktioniert, inklusive Funktionstasten und Akkusteuerung (tlp). Dies sollte sich in absehbarer Zukunft weiter verbessern. Für den Praxistest habe ich dann POP_OS! in der aktuellen Version aufgespielt (20.10).

Positiv:

  • die Hardware wir komplett erkannt
  • Kamera und Microphone funktionieren

Negativ:

  • Standby bzw. Aufwachen funktioniert überhaupt nicht (im Bios gibt es auch keine Einstellungen)
  • der Lüfter läuft konstant sobald das Netzkabel angesteckt ist (Unabhängig vom GPU Betriebsmodus)
  • mit aktivierter Nvidia-GPU läuft der Lüfter konstant und die geschätzte Akkulaufzeit sinkt auf 1,5 Stunden

Das macht insgesamt kaum Sinn und für Linux würde ich auf jeden Fall zu einem T14 Gen 1 raten, die liefen alle deutlich runder.

Fazit:

Wirklich schöne Detailverbesserungen wie das Touchpad, der Netzstecker sitzt fester am Thinkpad, 30 Prozent mehr Rechenleistung, gepaart mit einem sehr guten Panel und üppiger Ausstattung, der Lüfter kann dem Nutzer den letzten Nerv rauben. Das ist wirklich schade. Persönlich wäre mir der Lüfter zu laut.

Positiv:

  • das helle und sehr gute Display
  • umfangreiche und lange Garantie
  • hohe 3D-Leisung
  • hohe Rechenleistung
  • viele Anschlüsse
  • große und schnelle SSD
  • wechselbare Tastatur
  • gutes Touchpad
  • der Akku hält

Negativ:

  • hohe Gehäusetemperatur
  • nerviger und sehr lauter Lüfter

Neutral:

  • ab und zu Spulenfiepen (moderat)
  • Linux läuft noch nicht „rund“

PS.: Das T14 bietet einen freien Speicherslot und es kann zusätzlich ein LTE-Modem (m.2 2242) verbaut werden.

T14 Gen 2 (Intel)