„Ein T14 in groß #2“ by mcb

Nachfolgend der Testbericht eines T16 mit AMD Prozessor.

Die wichtigsten Eckdaten:

AMD Ryzen 7 Pro 6850U / 32 GB DDR5 Ram (verlötet) / 1 TB PCIe 4.0 SSD / 16″ WQXGA Panel (400 nits)

Größe und Gewicht: 361.9 x 255.5 x 20.5 mm / 1.844 Kg auf der Küchenwage

inklusive 3 Jahren Herstellergarantie und Windows 10 bzw. 11 Pro

Der Anschaffungspreis liegt zur Zeit bei 2090 € brutto.

Das Gehäuse entspricht dem T16 mit Intel Prozessor https://nbreview.de/thinkpad-t16-gen-1-review/.

Die Schnittstellen sind jeweils links und rechts angeordnet, mit Ausnahme des Simkarten-Slots, der sich an der Rückseite befindet.

Links: RJ45 / 2 x USB-C 3.2 (Gen 2) / HDMI 2.0b / USB-A und Kopfhörer-/Mikrofon-Kombianschluss

Rechts: Smart card reader (nicht belegt) / USB-A und der Kensington lock slot

Als kleiner Nachtrag, weil es auch im Forum gefragt wurde, der Displaydeckel ist deutlich weniger verwindungssteif als bei den 14 Zöllern.

Die Eingabegeräte:

Die Eingabegeräte

Auch mit ein paar Wochen Abstand empfand ich die Eingabegeräte wie beim T16 Intel.

„… Tasten links und rechts etwas schmaler. Insgesamt stört das die Eingabe subjektiv nicht sonderlich, nach etwas Eingewöhnung konnte ich genauso gut tippen wie an meinem T490s.“ Verglichen mit dem „klassischen“ Tastaturformat, bei dem die Länge Fn bis rechte Cursortaste grob 28 cm beträgt, erfordert die Verkürzung auf 27 cm eine Umstellung. Gestört haben mich der verringerte Hub und die flachen Tastaturkappen, für mein Empfinden ist das wirklich zuviel des Guten und hat mit den früheren Thinkpadtastaturen nur noch wenig zu tun. Aber gut, verglichen mit z. B. Thinkbooks bietet sie einen klar definierten Druckpunkt und klappert nicht übermäßig. Die Hintergrundbeleuchtung ist nach wie vor etwas gewöhnungsbedürftig, hilft aber unter schwierigen Lichtverhältnissen.

Fn bis rechte Pfeiltaste 27 cm

Das Touchpad ist wirklich gelungen und funktionierte 1A. Auch Middleclick und Scrollen funktionieren inzwischen gleichzeitig unter Firefox.

Das Display:

Das verbaute 16 Zoll Display löst mit 2560 mal 1600 Pixeln auf. Es wird von Lenovo mit folgenden Angaben beworben: 400 nits, 16:10, 1200:1 Kontrast, 100% sRGB Gamut

Es handelt sich um ein MNG007DA1-C von CSOT!

Der erste Eindruck war wieder sehr positiv.

  • super Kontrast unter Windows mit 150 % Skalierung (die Voreinstellung)
  • die Helligkeit ist völlig ausreichend
  • kein/kaum störendes Displaybleeding (Screenbleeding)
  • unter Windows nimmt der Kontrast für meine Augen ohne Skalierung ab
  • die Schaltzeiten im Akkubetrieb sind ein wenig langsamer
  • gute Blickwinkel

Die Interessante Frage: kann man die recht hohe Auflösung unter Windows sinnvoll nutzen?

In/mit meinen Augen nur bedingt. Zwar kann man in der nativen Auflösung zwei Browserfenster nebeneinander plazieren und muß dann nicht einmal dauernd scrollen, aber die Schriften werden dadurch schon extrem klein, und ich müßte die Helligkeit ein ganzes Stück erhöhen. Auf Dauer wäre mir das zu anstrengend. Das Ganze hängt natürlich letztendlich von den persönlichen Vorlieben ab, aber in den allermeisten Fällen kann man mit WUXGA (1920 x 1200) auf 16 Zoll ebenso gut arbeiten.

Insgesamt ist das Panel aber klasse. Ich würde es eventuell dem WUXGA Display vorziehen, um bei Bedarf mehr Arbeitsfläche nutzen zu können.

Lautsprecher / Soundkarte:

Die Dolbyzauberei soll jetzt Geld kosten?

Die Lautsprecher sind im T16 oberhalb der Tastatur angeordnet und klingen, verglichen mit älteren Thinkpads, recht solide. Wenig bis gar kein Bass, Mitten und Höhen dünn aber sauber. Unter Windows ließ sich die Qualität mit der Dolby-Treibersoftware noch ein Stück verbessern, diese kostet inzwischen aber Geld? Das wäre wirklich schade. Der Tester hat kein MS-Konto um das zu probieren.

Storage:

Die verbaute SSD von Samsung unterstützt PCIe 4.0 und werkelt entsprechend „flott“. Einzig die Kapazität dürfte ein wenig größer sein, aber 1TB sind schon nice. Hier die Transferraten mit Bitlockerverschlüsselung:

Praxis und Windows:

Das Gerät kam mit Windows 10 und die Vorinstallation bringt keinerlei unnütze Testversionen von Virenscannern oder Officepaketen mit. Lenovo Vantage ist vorinstalliert und man kann direkt loslegen. Sehr schön und Ten gefällt mir nach wie vor besser als Win11.

Skalierungsprobleme mit alten Programmen

Rechenleistung, Lüfter und Abwärme:

Gemessen unter Windows 10 (Ver. 22H1) auf „maximale Leistung“.

PCMark10 -> Score 6095

Das Ergebnis als Pdf: https://nbreview.de/wp-content/uploads/2022/10/T16-Gen1_AMD_Pcm10.pdf

Altagsaufgaben laufen selbstverständlich sehr flott und völlig zufriedenstellend. Hier die Resultate im Vergleich zum T16 Intel:

BenchmarkT16 AMDT16 IntelAMD / Intel
PC Mark60954694130 %
3D Mark (TimeSpy)27631167237 %
Cinebench R23 (Multi-Core)10747 pts6352 pts169 %
Geekbench 4 Multi-Core Score32329 25668126 %
Geekbench 4 Single-Core Score61206122100 %
FurMark FullHd (gerundet)30 fps20 fps150 %
AMD relativ zu IntelMittelwert
CPU Leistung *131 %
GPU 3D Mark / Furmark194 %

* PC Mark, Cinebench und Geekbench Single- und Multicore jeweils mit 25 %

Geekbench 4: https://browser.geekbench.com/v4/cpu/16647268

und nochmals im Akkusparbetrieb: https://browser.geekbench.com/v4/cpu/16650864

Lustigerweise ist die Single-Core Leistung unter Geekbench bei beiden Geräten identisch :-). Beim Rest liegt AMD deutlich vorne. Doppelte GPU-Leistung und deutlich mehr CPU-Power. Am Testgerät verhielt sich der Lüfter recht eratic, ab und an deutlich hörbar, aber fast immer leiser als am Intel-Modell, das ist insgesamt schon extrem gut.

Akku und Netzteilt sind diesmal eine Nummer kleiner. Mitgeliefert wird das Standart 65W Ladegerät und der verbaute Akku hat 52 Wh. Windows schätzt die Laufzeit beim Schreiben im Moment auf fünf Stunden. Sechs bis acht Stunden sollten bei leichter bis mittlerer Last also realistisch sein.

Vergleich zum T16 Gen 1 Intel:

Ausgesprochen schick sind beide Testgeräte.

  • sie teilen sich das gleiche Gehäuse und die Tastatur.
  • AMD liegt bei der Rechenleistung deutlich vorne
  • beide Panels sind sehr gut
  • das AMD Gerät ist deutlich besser ausgestattet und entsprechend teurer

Abgesehen vom Preis ist das AMD Model die bessere Wahl, beim Thinkpad T16 Intel waren im direkten Vergleich Rechenleistung und Abwärme schlechter, dafür die Laufzeit höher.

Persönlich würde ich ein T16 mit AMD Prozessor bevorzugen.

Fazit:

Positiv:

  • deutlich mehr Rechenleistung als beim T16 mit i5 Prozessor
  • leiserer Lüfter
  • sehr schnelle SSD
  • sehr gutes Display
  • Windows 10 vorinstalliert
  • 4G integriert (Fibocom L860-GL)

Negativ:

  • die Tastatur fällt zu den Vorgängergeneration ab
  • Displaydeckel nicht besonders verwindungssteif
  • hoher Preis