by mcb

Diesmal der Testbericht eines T16 aus dem Campusprogramm. Hierbei handelt es sich wieder um ein Sondermodell, welches gegen Nachweis vergünstigt bezogen werden kann. Der Anschaffungspreis liegt zur Zeit bei 1449 € brutto.

Die wichtigsten Eckdaten:

Intel Core i5-1240P / 16 GB DDR4 Ram (verlötet) / 512 GB PCIe 4.0 SSD / 16″ WUXGA Panel (400 nits)

Größe und Gewicht: 361.9 x 255.5 x 20.5 mm / ab 1.65 kg

inklusive 3 Jahre Vor-Ort Premier Herstellergarantie (auch auf den Akku!)

Insgesamt wertig und schick. Die Schnittstellen sind jeweils links und rechts angeordnet, mit Ausnahme des Simkarten-Slots, der sich an der Rückseite befindet.

Links: RJ45 / 2 x Thunderbolt 4 / HDMI 2.0b / USB-A und Kopfhörer-/Mikrofon-Kombianschluss

Rechts: Smart card reader / USB-A und der Kensington lock slot

Der erste Eindruck:

Schick! Das Gerät fühlt sich wertig und stabil an. Die Oberfäche hat, wie auch die T14, einen „gummierten“, etwas weicheren Touch. Der Displaydeckel ist stabil und die Scharniere straff. Es lässt sich aber nicht einhändig öffnen (es kippt das komplette Thinkpad hinterher). Verglichen mit den T14 aber ungleich schwerer und groß, fast „massiv“. Das Testgerät bringt recht genau 1,9 kg auf die Waage. Die riesige Displayfläche in 16:10 entschuldigt dafür allerdings sofort. Die Grundfläche entspricht einem R500.

Die verbaute Tastatur verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung und den vom Tester geliebten Nummernblock. Dafür sitzt das Buchstabenfeld nicht mittig. Desweiteren sind die Tasten links und rechts etwas schmaller. Insgesammt stört das die Eingabe subjektiv nicht sonderlich, nach etwas Eingewöhnung konnte ich genauso gut tippen wie an meinem T490s. Weitaus mehr haben mich der nochmals verringerte Hub und die flachen Tastaturkappen gestört, für mein Empfinden ist das wirklich zuviel des Guten und hat mit den früheren Thinkpadtastaturen nur noch wenig zu tun.

Die Eingabegeräte:

Die Touchpadoberfläche ist deutlich größer als bei den 14 Zöllern und wirklich glatt. Die drei Maustasten und der Trackpoint funktionieren einfach wie eh und je. Unter Windows 11 funktionieren Middleclick und Scrollen aber nicht gleichzeitig unter Firefox, hier sollte ein Treiberupdate Abhilfe leisten.

Das Display:

Das verbaute 16 Zoll Display stammt mal wieder von AUO und wird von Lenovo mit folgenden Angaben beworben: 16″ WUXGA IPS (1920×1200) 400 nits, 16:10, 1000:1 Kontrast, 100% sRGB Gamut, Low Power, Eyesafe und ist matt.

Es handelt sich um ein B160UAN01.K !

Die Kurzform das Panel ist sehr gut, für meine Augen waren nur die Schriften unter Windows 11 auf 100% Skalierung etwas zu flau und kontrastarm. Der Rest ist so gut, wie es die technischen Daten vermuten lassen.

Meine Wahrnehmung während der Tests:

  • super Kontrast
  • unter Windows (mit 125% Skalierung) läßt sich gut arbeiten, und die Augen ermüden nicht
  • Videos laufen flüssig (Windows)
  • die Helligkeit ist völlig ausreichend
  • gute Schaltzeiten
  • kaum störendes Displaybleeding (Screenbleeding)

Kurzum das Panel ist klasse!

Lautsprecher / Soundkarte:

Die Lautsprecher sind im T16 oberhalb der Tastatur angeordnet und klingen, verglichen mit älteren Thinkpads, recht solide. Wenig bis gar kein Bass, Mitten und Höhen dünn aber sauber. Unter Windows lässt sich die Qualität mit der Dolby-Treibersoftware noch ein Stück verbessern. Subjektiv deutlich besser als die, für meine Ohren, völlig unbrauchbaren Speaker des T490s. Einen auf englisch abgespielten Spielfilm konnte ich gut verstehen. Musik möchte ich aber nach wie vor lieber auf der Stereoanlage hören.

Storage:

Die verbaute SSD von Samsung unterstützt PCIe 4.0 und werkelt entsprechend „flott“. Einzig die Kapazität dürfte ruhig ein wenig größer sein.

Eine externe USB-C SSD funktionierte am Testgerät leider nicht an beiden Ports. Hier die ermittelte Transferrate:

Praxis und Windows 11

Das Testgerät kam mit Windows 11 und die Vorinstallation bringt keinerlei unnütze Testversionen von Virenscannern oder Officepaketen mit. Lenovo Vantage ist vorinstalliert und man kann direkt loslegen. Sehr schön.

Die Vorinstallation kommt mit Bitlockerverschlüsselung, diese mußte ich am T16 nur noch einschalten. Steam startete leider nach Installation nur auf Chinesisch. Oben schon erwähnt: der Maustreiber bietet unter Windows nur Scrollen oder Mittelklick, das ging bisher auch gleichzeitig und erschwert die Arbeit.

Wirklich gut ist die Akkulaufzeit. Lenovo wirbt mit bis zu 10 Stunden Laufzeit und das ist wirklich realistisch bei leichter Last.

Linuxonthinkpad:

Ich habe zusätzlich Debian 11 installiert, um die Treiberunterstützung auszuprobieren.

Es funktionieren zur Zeit WLan, das Touchpad und die Helligkeitssteuerung noch nicht. Ein Upgrade auf Debian Testing schuff auch keine Abhilfe, es war zusätzlich die Desktopumgebung fehlerhaft (Gnome). Ja Testing steht für Beta ;-). Im Moment bietet Lenovo das T16 Gen 1 auch (noch) nicht mit Linux an.

Update: Ich habe nochmal Fedora 36 ausprobiert. Hier werden WLan und das Touchpad automatisch erkannt und Gnome 4x läuft auch. 🙂 Einzig beim Standby hakt es noch.

Hier das glmark2 Resultat: glmark2 Score: 2043

Rechenleistung, Lüfter und Abwärme:

Gemessen unter Windows 11 auf „maximale Leistung“.

PCMark10 -> Score 4694

Geekbench 4: https://browser.geekbench.com/v4/cpu/16594335

Das Ergebnis als Pdf: T16_Pcm10.pdf

3DMark (Time Spy) -> Graphics Score: ~ 1167

Cinebench R23: 6352 pts

FurMark v 1.3 (FullHd): 1140 points / 19 fps

Altagsaufgaben laufen selbstverständlich sehr flott und völlig zufriedenstellend. Subjektiv ist das T16 das bisher schnellste meiner Testgerät. Wie ordnet man das Ergebnis nun ein? Ich habe die Resultate nochmals, wie beim E15, mit dem T490 mit i5 und T14 Gen2 mit i7 verglichen:

BenchmarkT16 Gen 1T490 (i5)T14 Gen 2 (i7)
PC Mark4694 **35595347
3D Mark (TimeSpy)1167374 (iGPU)1645 (Nvidia)
Cinebench R23 (Multi-Core)6352 pts5192 pts
Geekbench 4 Multi-Core Score25668 1258519362
Geekbench 4 Single-Core Score6122 44276244
T16 / T490T14 / T490
CPU Leistung *177 %100 %150 %
GPU Leistung 3D Mark312 %100 %440 %

* PC Mark und Geekbench Single- und Multicore jeweils mit 33%

** Ein zweiter Durchlauf ergab 4600

Puh, einzig das relativ niedrige PC Mark Resultat fällt negativ auf, dafür funktionierte die Kühlung und man verbrennt sich nicht am Gerät. Den Lüfter hört man dann zwar deutlich und auch die Bodenplatte wird heiß. An der Oberseite und Tastatur ist die Abwärme aber recht gering. Insgesammt eine deutliche Verbesserung zum T14 Gen 2 mit Nvidia.

Mein persönliches Fazit:

Das extrem gute Display und die gehobene Ausstatung haben mich ziemlich begeistert. Akkulaufzeit und Rechengeschwindigkeit geben auch keinerlei Grund zur Beanstandung. Einzig der Lüfter ist (mir) ein wenig zu laut und die Tastatur für ein Thinkpad dann doch schwach. Mit der Linuxunterstützung muß man noch ein wenig abwarten.

Positiv:

  • klasse Display
  • hohe Rechenleistung
  • kein Spulenfiepen
  • hohe Akkulaufzeit
  • sehr schnelle SSD
  • Lan ohne Adapter
  • sehr gute Ausstattung
  • wechselbare Tastatur

Neutral:

  • recht groß und schwer
  • „moderate“ Abwärme, aber der Lüfter ist dann recht laut
  • 135W Netzteil
  • Linux läuft noch nicht rund

Negativ:

  • die Tastatur fällt nochmals zu der Vorgängergeneration ab
  • kein SD Card Reader
  • Maustreiber unter Windows 11

Weitere Dateien:

Pdf: Secure Boot for Linux von Lenovo

PS.: Das T16 bietet einen freien Speicherslot und es kann zusätzlich ein LTE-Modem (m.2 2242) verbaut werden.