„Kleiner Hitzkopf“ by mcb

Folgend der Testbericht eines Z13 mit AMD-Prozessors.

Die Eckdaten:

AMD Ryzen 7 Pro 6850U-Prozessor / 16 GB LPDDR5-6400MHz Gelötet / 13.3″ WUXGA (1920 x 1200) IPS (400 nits, Low Power) / 512 GB SSD

Der Anschaffungspreis liegt zur Zeit um 2000 € brutto.

Puh!

Der erste Eindruck:

Winzig! Der gesammte Footprint ist, verglichen mit den 14 Zoll-Geräten, unglaublich klein. Das Gerät liegt ausgesprochen angenehm in der Hand und die Haptik ist einfach stimmig. Das Gehäuse besteht aus Aluminium in Silber/Grau. Trotz des Gewichtes von 1,214 kg fühlt sich das Z13 recht schwer an, man erwartet einfach weniger Masse. Die Bodenplatte besteht aus Kunststoff.

Diesmal nicht in schwarz

Seitlich befinden sich die „Schnittstellen“ 😉 links und rechts jeweils ein USB4-Anschluß. Auf der rechten Seite sind zusätzlich der Simkartenslot und die Powertaste verbaut.

Die Eingabegeräte:

Nach dem Aufklappen fühlt man sich als Thinkpadnutzer wieder Zuhause. Die Tastatur entspricht in der Breite denen der größeren Thinkpads, einzig die verkleinerten F-Tasten erfordern etwas Umgewöhnung. Tippgefühl und Hub sind dem T16 recht ähnlich. Persönlich fand ich den Wegfall der BildAuf- und BildAb-Tasten, sowie die halbierten Cursor rauf/runter Tasten sehr störend. Ctrl und Fn sind wieder richtig angeordnet! Aber das kann man ja seit Ewigkeiten im Bios oder mit Vantage umschalten …

Touchpad und Handballenauflage bestehen aus „Glass“.

Das Touchpad aus „Glass“

Oberhalb des Touchpad sind, wie beim T440(s), keine mechanischen Tasten angebracht und auch die kleinen Kugeln im Bereich der mittleren Maustaste kenne ich noch vom T440s. Im Gegensatz zu damals bewegt sich das Touchpad beim Mausclick aber nicht mechanisch nach unten, eine akkustische Rückmeldung bekommt man trotzdem und man hat (wirklich) den Eindruck eine Taste betätigt zu haben. Impressive! Nein Spaß beiseite, es funktioniert sehr ordentlich. Linke Maustaste klappte auf Anhieb eigentlich immer. Für die mittlere und rechte brauchte ich ein wenig Eingewöhnung. Kann Lenovo die Tasten jetzt einsparen? Bitte nicht! So angenehm sich die Fläche auch anfühlt, mit mechanischen Tasten ist der Trackpoint erst richtig nutzbar. Die Glasoberfläche kann gerne bei allen Thinkpads zum Standard erhoben werden. 😉

Das Display:

Das verbaute 13 Zoll Display wird von Lenovo mit folgenden Angaben beworben:

33,8 cm (13,3″) WUXGA (1.920 x 1.200), IPS, 400 cd/m², stromsparend, 100 % sRGB, Low Blue Light

Der erste Eindruck war wieder sehr positiv. Hell, scharf und gleichmäßig ausgeleuchtet begrüßt einen das Bios und später dann auch das Betriebssystem. Es handelt sich um ein BOE HF NV133WUM-N63.

Meine Wahrnehmung während der Tests:

  • super Kontrast
  • unter Windows (mit 150% Skalierung) läßt sich gut arbeiten, und die Augen ermüden nicht
  • die Helligkeit ist völlig ausreichend
  • gute Schaltzeiten
  • schwarz ist wirklich schwarz
  • kein/kaum störendes Displaybleeding (Screenbleeding)
  • einzig die Farbtemperatur ist für meine Augen minimal ‚rötlich‘
  • Fedora / Gnome waren mit 100 % Skalierung zwar recht klein aber gut lesbar!

Die Vorinstallation unterstützt inzwischen auch Free-Sync!

Lautsprecher / Soundkarte:

Dolbyeinstellungen

Die Lautsprecher sind im Z13 unterhalb der Tastatur an der Bodenplatte angebracht und klingen, verglichen mit älteren Thinkpads, recht solide. Wenig bis gar kein Bass, Mitten und Höhen dünn aber sauber. Unter Windows lässt sich die Qualität mit der Dolby-Treibersoftware verbessern. Subjektiv deutlich besser als die, für meine Ohren, völlig unbrauchbaren Speaker des T490s. Einen auf englisch abgespielten Spielfilm konnte ich gut verstehen.

Die Dolbysoftware bewirkte diesmal wirklich Wunder je nach Ausgangsmaterial ließen sich wirklich beeindruckende Resultate erzielen.

Storage:

Die verbaute SSD stammt diesmal von Micron. Es handelt sich um eine Micron MTFDKCD512TFK. Ich habe sie der Vergleichbarkeit halber mit Bitlocker im Softwaremodus verschlüsselt. Erneut ein Laufwerk mit excellenten Werten, allerdings nur grob halb so schnell wie die neuen PCIe 4.0 SSDs der beiden getesteten T16. In der Praxis ist die Leistung für die allermeisten Anwendungen aber völlig außreichend. Spulenfiepen gab es auch nicht.

Meine externe Samsung SSD lieferte an den USB-Ports 375 MB/sec.

Praxis und Windows (11):

Das Testgerät kam diesmal mit gesperrtem Bios und Windows 11. Windows verlangte zwingend eine Internetverbindung um die Einrichtung abzuschließen. 🙁 Ein wenig zuviel des Guten, aber mich fragt ja keiner.

Arbeiten ließ sich nach der Installation aber ausgesprochen gut mit dem Z13.

WLan, Display, Akkulaufzeit, Sound und Abwärme passten im Batteriebetrieb. Einzig die Bauart-bedingten Einschränkungen können stören. Wo packt man große Hände hin? Der Abstand von der unteren Tastenreihe bis zur Gerätekante beträgt nur 7,5 cm. Der Powerbutton ist so klein das man ihn nur mir dem Fingernagel betätigen kann.

Akkulaufzeit:

Hier mal der Stromverbrauch mit Firefox im WLan, grob vergleichbar mit dem Thinkpad Z13 OLED Review:

Thinkpad Z13 2022 IPS
Stromverbrauch:ca. 8 Watt
Helligkeit:100 %
Gemessen im Modus „Ausbalanciert“

Eine Verringerung der Helligkeit ergab nur eine Reduzierung auf sechs bis sieben Watt.

Rechenleistung, Lüfter und Abwärme:

Gemessen unter Windows 11 auf „maximale Leistung“.

PCMark10 -> Score 6113

Das Ergebnis als Pdf: https://nbreview.de/wp-content/uploads/2023/01/Z13-TEST_2023-01-15_16-52-11_Pcm10.pdf

Altagsaufgaben laufen selbstverständlich sehr flott und völlig zufriedenstellend. Hier die Resultate im Vergleich zum T16 AMD:

BenchmarkZ13 AMDT16 AMDZ13 / T16
PC Mark61136095100 %
3D Mark (TimeSpy)2215276380 %
Cinebench R23 (Multi-Core)7756 pts10747 pts72 %
Geekbench 4 Multi-Core Score3421032329105 %
Geekbench 4 Single-Core Score61456120100 %
FurMark FullHd (gerundet)26 fps30 fps87 %
Z13 relativ zum T16 AMDMittelwert
CPU Leistung *94 %
GPU 3D Mark / Furmark83.5 %
* PC Mark, Cinebench und Geekbench Single- und Multicore jeweils mit 25 %

Mit Bios 1.22 stürzte der PC Mark reproduzierbar ab, Abhilfe schaffte Bios 1.27. Während der Benchmarks heitzte sich das Gerät ordentlich auf und der Lüfter bewegt sich dann in Richtung Baustellenlärm. Für rechenintensive Anwendungen am Netzteil eignet sich das Z13 als Dauerlösung in meinen Augen nicht.

Ich habe unter Bios 1.27 (N3GET47W) zusätzlich die OpenCL Performance (Geekbench 4) gemessen. Das Resultat liegt mit 86891 recht genau auf dem Niveau der GeForce MX450 eines T14 Gen2. Das ist wirklich beeindruckend! Hier als Vergleich: https://browser.geekbench.com/v4/compute/compare/5181401?baseline=5027433

Fazit:

Alles schön soweit, und wenn ein wirklich portables Gerät gewünscht ist fallen nur Tastatur und die fehlenden Maustasten negativ ins Gewicht. Das mitgelieferte Netzteil machte sich beim Laden durch ein lautes Pfeifen bemerkbar … so etwas sollte beim ausgerufenden Preis von ~ 2000 € nicht passieren.

Positiv:

  • klein und portable
  • gutes Display
  • wertige Haptik
  • gute Tastatur
  • sehr bequeme Handballenauflage
  • hohe Rechenleistung
  • Linux wird von Lenovo unterstützt

Negativ:

  • verkleinerte F-Tasten
  • keine BildAuf / BildAb Tasten mehr
  • überfordertes Kühlsystem unter Last
  • Netzteil pfeift
  • recht hochpreisig
  • Display nicht 180 Grad klappbar

Neutral:

  • für große Hände nur bedingt geeignet
  • keine Trackpointtasten
  • Ctrl-Taste wieder am rechten (richtigem) Platz!
  • Bauartbedingte Einschränkungen

Wenigstens ein Klinken-Anschluß 🙂