Ich darf in diesen Tagen ein ThinkPad Z13 testen. Ich vergleiche es im Wesentlichen mit zwei anderen Geräten, die mir zur Verfügung stehen: dem X1 Carbon 2018 (Intel 8250U) meiner Frau und meinem aktuellen Daily Driver, einem X1 Nano 2021 (Intel 1130G7), aber auch mit dem X1 Carbon 2022 (Intel 1260p), das ich im Sommer testen konnte, und mit dem X1 Extreme 2021 (Intel 11800H), das bis zu diesem Winter mein täglicher Begleiter war.

Bei dem Testgerät handelt es sich um ein 21D2001DGE, das es regulär im Handel überhaupt nicht gibt. Ein ähnliches Modell wäre das 21D20029GE. Da gerade diverse Rabatt-Aktionen für das Z13 laufen, sind allgemeine Aussagen zum Preis sehr schwierig; zu rechnen ist mit Preisen deutlich unterhalb von 2000 Euro für vergleichbare Modelle.

ThinkPad Z: Fortsetzung einer Kurzgeschichte

Die Z-Serie wurde erstmalig kurz nach Ende der Steinzeit im Jahr 2005 mit dem Z60 eingeführt und 2006 mit dem Z61 eingestampft. Für die zeitliche Einordnung: Diese Laptops hatten Pentium-M- bzw. Core-Duo-Prozessoren. Z war damals die Technologieträger-Serie für mutige Leute; sie galt als spezialisierte Multimedia-Linie unter den ThinkPads und bekam als erste Serie Widescreen-LCDs. Als Widescreen ungefähr zur gleichen Zeit zum allgemeinen Standard wurde, hat man die Serie auch gleich wieder beerdigt. Dass Lenovo bei der Benennung der neuen Z-Geräte an diese ur-alte Serie gedacht hat, würde ich allerdings eher bezweifeln.

Das Z13 kommt, wie auch andere Laptops der aktuellen Generation, in einer sehr sicheren Pappverpackung und fast ohne Plastik.

Die Neuauflage

2022 hat Lenovo mit dem Z13 (13″-Displays) und Z16 (16″-Displays) eine Neuauflage der Serie mit ähnlichem Schwerpunkt gewagt: Die beiden Z-Geräte nehmen ein Stück weit eine Sonderstellung im Portfolio ein, weil sie vom typischen ThinkPad abweichende (Design-)Elemente aufweisen. Das sind vor allem

  • Touchpad ohne physische Trackpoint-Tasten, sondern mit „Haptischem Touchpad“
  • insgesamt andersartige Oberfläche z.B.
  • am Palmrest (hochwertiges, chemisch gebranntes Glas),
  • optional an der äußeren Einfassung der Base Unit und des Displays (gebürstete Bronze) und an der Oberseite (Kunstleder),
  • und ausschließlich AMD-CPUs (nur Ryzen 5 und Ryzen 7).

In Größe, Ausstattung, Leistungsfähigkeit und Preis ist das Z13 ein sehr enger Konkurrent zu Lenovos Corporate-Flagschiff, dem X1 Carbon, und das Z16 ein enger Konkurrent zu Lenovos Corporate-Sternenzerstörer, dem X1 Extreme. Diese beiden gibt es ausschließlich mit Intel-Prozessoren (nur Core i5 und Core i7). Ist die Z-Serie also die AMD-Version der Intel-geprägten X-Serie, oder richtet sich die Z-Serie einfach an ein jüngeres, weniger konservativeres, alternativeres Publikum, das auf Trackpoint und ThinkPad-Unterstatement pfeift?

Das neue Z13 gibt es in zwei unterschiedlichen äußerlichen Designs, einmal im klassischen ThinkPad-Carbon-Look, einmal im Leder-Bronze-Look. Ich teste hier ein Gerät in der ungewöhnlichen letzteren Variante. In meinen Augen ist es wirklich hübsch und mal was ganz anderes. Wer in der Bibliothek durch Stil und erlesenen Geschmack auffallen will und mit einem Macbook nicht mehr genug auffällt, weil schon längst sämtliche Hipster eins haben: Das Z13 wäre eine Option. Ob die Oberfläche für Kratzer anfällig ist, kann ich momentan nicht sagen und will ich ja auch nicht ausprobieren. Fingerabdrücke sind jedenfalls komplett unsichtbar, sowohl auf dem Plastikmaterial des Palmrest, als auch auf dem Kunstleder und den Bronzerändern. Das ist ein echter „Win“ gegenüber anderen ThinkPads, die gerne und ziemlich schnell speckig werden.

Leder- und Bronzeoptik: Nicht ganz echt, trotzdem schick.

Auf den ersten Blick fällt die Ausbuchtung um das Kameramodul auf, an der sich der Laptop etwas komfortabler öffnen lässt. Das ist gut gemacht und fühlt sich durchdacht an. Etwas merkwürdig erscheint es mir, dass auf der Ausbuchtung mit den Fähigkeiten der Webcam geprotzt wird. Da müssen wir nachher mal schauen, was die wirklich kann.

Tastatur

Auf der Tastatur des Z13 fühle ich mich sofort zuhause. Die Qualität ist identisch zu jener, die ich aus der X1-Serie seit Jahren gewohnt bin: ein absolut gleichmäßiger, unaufgeregter Anschlag ohne jegliche Irritationen. Aber: Die Tastatur nutzt die Fläche bis zum Rand nahezu vollständig aus und ist dadurch ein ganzes Stück größer. Das X1 Nano 2021 und das X1 Carbon 2022 haben – bei nahezu gleichem Footprint – deutlich größere Abstände zum Gehäuserand und dadurch eine schmalere Tastatur. Davon profitieren vor allem die äußeren Tasten im linken, unteren und rechten Bereich, d.h. wir haben breitere Tabulator-, CapsLock-, Backspace-, Return- und Shift-Tasten, und wir haben höhere Control-, Function-, Alt- und Spacebar-Tasten. Das ist optisch auf den ersten Blick „interessant“, aber es hat mich keine Sekunde gekostet, mich daran zu gewöhnen.

Ähnlich, aber anders: Vergrößerte Tasten am linken, unteren und rechten Hand. Und wo sind die Tasten für den Trackpoint hin?

Die Tastatur ist etwas anders gemacht als beim X1 Carbon oder X1 Nano. Die Tasten sind für mein Empfinden ein klein wenig flacher und „geradliniger“ als beim X1, welches die Form des aufliegenden Fingers aufnimmt und ein bisschen zur Mitte hin abfällt, was ich beim Z13 nicht erkennen kann – der Unterschied ist aber wirklich sehr subtil (oder bilde ich ihn mir ein!?). Die Tasten sind ein gutes Stückchen flacher (der Hub scheint mir auch minimal niedriger, eher wie beim X1 Nano). Und, eine Runde Applaus bitte, Lenovo hat die Spaltmaße um die einzelnen Tasten so gut hinbekommen, dass man die Tastaturbeleuchtung nur noch aus extremen Winkeln unter den Tasten durchschimmern sieht. Dadurch sieht die ganze Tastatur sofort viel, viel wertiger aus. Das sieht richtig gut aus.

Noch eine Kleinigkeit am Rande: Die linken Fn- und Strg-Tasten haben mal wieder (können sie sich bei Lenovo nicht entscheiden?!) die Position getauscht. Das ist zunächst sehr störend für alle, die CTRL+C und CTRL+V und FN+F2 fest in ihrem motorischen Gedächtnis abgespeichert haben. Man kann im BIOS umschalten, aber das erscheint mir irgendwie keine elegante Lösung. Hier würde ich mir wirklich eine einheitliche Linie wünschen, dieses Hin und Her seit 15 Jahren ist einfach Quatsch.

Für mein Gefühl ist die Tastatur im Z13 ganz hervorragend und tendentiell besser als die anerkanntermaßen beste Laptop-Tastatur der Welt im X1 Carbon. Darauf eine Johannisbeerschorle!

Touchpad und Trackpoint

Wenn wir zurück zur kurzen, unrühmlichen Geschichte der Vorgänger des Z13 blicken, dann haben wir einen Vorgänger ignoriert. Nicht nur bei der Z-Serie hat man sich (vielleicht) die generelle Ausrichtung und den Namen abgeschaut: Bei der 40er-Generation, also den Laptops des Jahres 2014, hat man sich den Verzicht auf physisch vorhandene Trackpoint-Tasten abgeschaut. Wer schon lange genug dabei ist, der riecht schon den Braten: Wenn das mal gut geht…

Das Touchpad fühlt sich gut an. Die Oberfläche ist ein entschieden hochwertiges Plastik und fühlt sich, das ist positiv gemeint, identisch an wie das Palmrest drumherum. Meine Finger fühlen sich hier sehr wohl, man möchte es die ganze Zeit streicheln. Das Touchpad ist eine Winzigkeit, vielleicht einen halben Millimeter, nach unten abgesetzt, sodass man sofort weiß, ob man Palmrest oder Touchpad berührt bzw. ob man am Rand angekommen ist. Das Touchpad arbeitet superpräzise. Die Balance zwischen Palm Rejection und Reaktionsschnelligkeit ist hervorragend. Ein Träumchen.

Der Trackpoint dagegen: ein Trauerspiel. Die fehlenden Tasten vermitteln dem Benutzer sofort ein Gefühl der Unsicherheit, ob ein Klick wirklich registriert wurde. Wo ich meinem X1 Carbon oder X1 Nano blind vertraue, dass der Klick angekommen ist, gucke ich beim Z13 jedes Mal nach, und es klappt zwar fast immer, aber eben doch nicht ganz, sodass sich eine latente Unsicherheit in der Bedienung einschleift. Diesen zusätzlichen Gedankenschritt, jeden Mausklick kontrollieren zu müssen, kann ich beinahe hören, so sehr unterbricht er meinen Workflow.

Die Eingabegeräte sind insgesamt wirklich hervorragend gemacht. Die Oberflächen sind super hochwertig, die Spaltmaße perfekt, die Tastatur großartig, das Touchpad riesig. Wer im Alltag sowieso eher zum Touchpad greift oder sich vorstellen kann, den Wechsel zu machen: Ein tolles Gerät für euch. Wer leidenschaftlich mit dem Trackpoint arbeitet: Sorry Leute, vermutlich nicht euer Gerät.

OLEDck, sieht das gut aus

Im Saarland sagt man „O leck“, bei Lenovo sagt man „O LED“: Das Display ist wirklich schön. Die Farben und vor allem die Kontraste sind super hübsch. Insbesondere ganz dunkle Töne werden mit dieser Technologie „dunkel“ und sehen nicht ausgewaschen-grau aus. Wenn man die neue Z-Serie als Multimedia-Sparte begreift, dann macht dieses Display Sinn; wenn man ThinkPads generell als Büro-Sparte begreift, schon eher weniger. Lenovo hat hier auch mal beim Marketing richtig mitgedacht und ein Standard-Wallpaper installiert, das diesen Effekt durch extreme Kontraste im Bild perfekt ausnutzt. Längst nicht jedes Hintergrundbild wirkt mit dem Display gleich so bombastisch, aber es zeigt gut, was mit OLED möglich ist. Die deutlich höhere Auflösung von 2880 x 1800 Pixeln schafft neben den tollen Farben auch noch eine hervorragende Schärfe.

Links das X1 Nano mit IPS, rechts das Z13 mit OLED. In natura sieht das OLED deutlich besser aus – vor allem, wenn man sie direkt nebeneinander stellt.

Es ist glossy, aber doch „weniger als befürchtet“ spiegelnd, und auf höheren Einstellungen so hell, dass selbst meine Deckenbeleuchtung im Büro nur stört, wenn ich das Display absichtlich in einen doofen Winkel bringe. Es handelt sich um ein völlig anderes „glossy“ als etwa bei einem Macbook Air, wo einen jede Lampe sofort anlacht. Die Reflexionen sind erträglich. Trotzdem stören sie mich gelegentlich, da ich keine gewohnt bin. Insbesondere, wenn man z.B. vor einem Fenster bei Tageslicht sitzt – auch ohne dass die Sonne direkt draufscheint -, bekommt man zu spüren, dass dieses Display eben nicht matt ist.

Das Display ist ein Touchscreen. Er funktioniert ganz genau so, wie man es erwartet. Reaktionsgeschwindigkeit und Treffsicherheit sind bis die Ecken hervorragend, ich könnte mich sofort daran gewöhnen. Vielleicht braucht man einfach keinen Trackpoint (und deshalb auch keine extra Tasten), wenn man einen so guten Touchscreen hat? Die Fingerfettanfälligkeit ist im üblichen Rahmen, aber durch die glossy Oberfläche lässt sich das Display sehr gut sauber wischen.

X1 Carbon 2018 (90% Helligkeit), Z13 OLED (60% Helligkeit), X1 Nano 2021 (70% Helligkeit), subjektiv ähnliche Helligkeit.
Das Display des X1 Carbon wirkt deutlich kontrastärmer und kälter, das des X1 Nano eher wärmer.

Nun habe ich das X1N2021, das X1C2018 und das Z13 nebeneinander gestellt. Bei möglichst ähnlicher Helligkeit produzieren die drei Laptops trotzdem ein völlig unterschiedliches Bild. Das mieseste, kontast- und farbärmste Bild liefert mit Abstand das X1 Carbon 2018 (FHD IPS). Das X1 Nano 2021 (WUXGA+ IPS) sieht deutlich besser aus, aber der Kontrast ist nicht in der Nähe. Das Z13 (OLED) strahlt hier wie ein Polarlicht in finsterer Nacht – tolle Farben, tolle Kontraste, gestochen scharf. Einfach eine tolle Sache.

Boxen

Das Z13 klingt richtig, richtig gut. Ich kann das nicht quantifizieren, aber es klingt super. Im Vergleich mit dem X1 Nano oder X1 Carbon ein viel breiteres, klareres Klangbild. Und viel lauter kann es auch werden.

Akkulaufzeiten

Über die Akkulaufzeit der OLED-Variante wurde im Vorfeld an einigen Stellen geschimpft, da der Stromverbrauch vergleichsweise hoch sei. Tatsächlich ist der Unterschied nicht „dramatisch“, aber schon messbar. Für einen halbwegs seriösen Test habe ich die drei Laptops nebeneinander gestellt, die Helligkeit möglichst ähnlich eingestellt, an den drei Geräten gleichzeitig auf FAZ.NET Zeitung zu lesen versucht, und den Stromverbrauch aufgezeichnet. Da solche Messungen von der WLAN-Last, der Geschwindigkeit des Benutzers und vielen Faktoren mehr abhängen, gebe ich hier nur ungefähre Werte an.

Thinkpad X1 Carbon 2018Thinkpad Z13 2022 OLEDThinkpad X1 Nano 2021
Stromverbrauch*ca. 6 Wattca. 6,5 Wattca. 4,5 Watt
Helligkeit**ca. 90%ca. 60%ca. 70%
Laufzeit***ca. 9,5 Stunden (57 Wh)ca. 8 Stunden (51.5 Wh)ca. 10,5 Stunden (48,2 Wh)
80%-Laufzeit****ca. 8,5 Stundenca. 7 Stundenca. 9,5 Stunden
Fazitreicht bequemkann reichenreicht noch bequemer
* Die Helligkeit der Displays wurde aneinander so angepasst, dass eine subjektiv sehr ähnliche und zum Arbeiten im beleuchteten Büro angenehme Bildschirmhelligkeit gegeben war.
** Die Helligkeit aller Displays war subjektiv möglichst ähnlich auf einen im beleuchteten Büro angenehmen Wert eingestellt.
*** Laufzeit vom mittleren Stromverbrauch über 15 Minuten beim Online-Zeitunglesen auf die Gesamtkapazität hochgerechnet.
**** Es ist empfehlenswert, die obersten und untersten 10% des Akkus nicht auszuschöpfen, um die Lebensdauer des Akkus massiv zu verlängern. Deshalb berechne ich eine „gesunde Laufzeit“, bei der nur die mittleren 80% des Akkus ausgeschöpft werden.

Es fällt mir allerdings stark auf, dass das OLED-Display im obersten Helligkeitsbereich eine ganze Menge Strom frisst. Da kommt man auf 9-10 Watt und somit mäßige 5-6 Stunden Laufzeit. Im Büro empfinde ich ca. 60% der Helligkeitseinstellungen als angenehm, womit ich zwischen etwa 5 und 6 Watt pendle und dann sehr ordentliche Laufzeiten erreiche.

Leistung

Um die Leistung zu testen, habe ich Cinebench in der gleichen Version auf allen drei Geräten ausgeführt, sodass die CPU auf allen Kernen unter hoher Last stand:

AkkubetriebThinkpad X1 Carbon 2018 (8250U)Thinkpad Z13 2022 OLED (6850U)Thinkpad X1 Nano 2021 (1130G7)
„Maximale Leistung“um die 2600 Punkteum die 6200 Punkteum die 2700 Punkte
dabei Power Draw22 Watt40 Watt20 Watt
dabei Akkulaufzeitca. 2,5 Stundenca. 1 Stundeca. 2 Stunden
„Beste Energieeinsparung“um die 5300 Punkteum die 2400 Punkte
dabei Power Draw12 Watt13 Watt
dabei Akkulaufzeitca. 4 Stundenca. 3,5 Stunden
Das Z13 ist im Energiesparmodus erschreckend performant und braucht dabei sehr wenig Strom.

Das Z13 dreht buchstäblich Runden um seine beiden Vergleichsgeräte. Das ist nicht so überraschend, immerhin hat es 8 Kerne und 16 Threads gegenüber den 4 Kernen und 8 Threads der Vergleichsgeräte. Das X1 Nano mit seinem Supersparprozessor aus 2021 liegt gleichauf mit dem X1 Carbon mit einem Normalsparprozessor aus 2018. Das Z13 leert seinen Akku auf diese Weise allerdings auch deutlich schneller. Aber wer Cinebench im Akkumodus rechnet, ist auch irgendwie selbst schuld, wenn die Kiste leerläuft. Steckt man das Z13 ans Netzteil, geht die Party erst richtig los:

NetzteilbetriebThinkpad Z13 2022 OLED (6850U)
Maximale Leistung*um die 11600 Punkte
Geräuschkulisseschschschschschschschschsch
Am Netzteil zeigt der 6850U seine Zähne.
*Maximale Leistung: Die Werte fluktuieren geringfügig mit den Temperaturen.

Mit 11600 Punkten in Cinebench ist dieser Prozessor fast exakt genau so schnell wie ein Ryzen 5600(G/X), eine Desktop-Hexacore-CPU, und aufgrund der Throttling-Problematik im X1C 2022 etwa 30% schneller als ein X1 Carbon mit 1260p. Was ist das für ein Hexenwerk!? Der Lüfter wird dabei gut hörbar, ist aber unaufdringlich und keineswegs laut. Störend fände ich es in der Bibliothek schon, aber wer rechnet in der Bibliothek ein paar Milliarden Stellen von Pi aus (oder was auch immer Cinebench tut)? Hiermit ein Sonderpreis an das Z13 in der Kategorie „nackte Performance“. Der absolute Wahnsinn. Und wie sieht es mit dem Grafikchip aus? Nicht schlecht:

3DMark11, NetzteilbetriebGaming-DesktopThinkpad Z13 2022 OLEDThinkpad X1 Nano 2021
Grafik-Score1984428021323
Physik-Score16941140307151
Kombinierter Score1504228941561
GrafikchipRTX 3080 (Desktop)Radeon 680M (APU)Iris Xe G7 80EUs
Anmerkung1x DNF*2x DNF*
* Beide Laptops stürzten im ersten bzw. den ersten beiden Versuchen mit einem eingefrorenen Bildschirm ab, haben den Test aber im zweiten bzw. dritten Durchlauf beenden können. Da 3DMark 11 schon Legacy-Status hat, dürfte das ein Problem der modernen Treiber mit einer so alten Test-Suite sein.

Gegenüber Intels (allerdings älterer) Iris Xe zeigt das Z13 eine ziemlich genau doppelte Performance. Insgesamt bewegt sich die 3D-Leistung grob auf dem Niveau einer GTX 1050 Ti. Das reicht für Casual-Games gut aus. Ich habe mit CS:GO getestet:

getestet in cs_office mit BotsCounter Strike Global Offensive
FPS (1920×1200)ziemlich runde 60-80 FPS ohne Einbrüche
gefühlte Spielbarkeitfluffig
Die APU im Z13 ist für wenig anspruchsvolle Spiele in FHD-Qualität absolut ausreichend.

Hier schlägt sich das Z13 sehr unauffällig bei gleichbleibender Performance und wenig Lüfterlärm. Mit 60 FPS und mehr ist der Spielfluss völlig einwandfrei. Der integrierte Grafikchip scheint auch bei Belastung nicht besonders viel Wärme zu produzieren, insbesondere nicht im Vergleich zur vollen Auslastung der CPU, bei der man die Lüftung sehr deutlich hört.

Fazit

Einfach gut: Das Z13 ist ein Experiment, das mich fast auf ganzer Linie überzeugt. Wer die Trackpoint-Tasten nicht vermisst, bekommt hier ein Träumchen von einem Laptop.

Das Z13 ist ein pfeilschneller Laptop in einem ungewöhnlichen, aber nicht unangenehmen Design. Das OLED-Display ist optisch eine Wucht und vor allem in Verbindung mit dem Touchscreen ganz hervorragend zum Arbeiten geeignet. Ein voller Arbeitstag ist gut machbar, wenn man es mit der Bildschirmhelligkeit nicht übertreibt, auch wenn die krachenden Farben des OLED-Displays natürlich dazu einladen.

Das Z13 ist in diesem Sinne ein rundum gelungenes Experiment, wären da nicht die fehlenden Trackpoint-Tasten. Die Umsetzung ist deutlich besser gelungen als „damals“ bei T440s und co, aber überzeugt mich nicht. Solange ein Trackpoint an einem ThinkPad dran ist, gehören in meinen Augen drei Knöpfe darunter, um einen Mehrwert zu bieten. An diesem Z13 kann der sehr hochwertige Touchscreen den Trackpoint für viele vielleicht sogar ersetzen, auch wenn man beim Programmieren oder in Tabellen einen sehr präzisen Finger braucht, um genau zu treffen. Ansonsten kann man natürlich auch das sehr hochwertige und sehr treffsichere Touchpad verwenden, wenn man das denn möchte.