„Kleiner Hitzkopf“ by mcb

Diesmal der Testbericht eines X390 aus dem Campusprogramm, hierbei handelt es sich wider um ein Sondermodell, welches gegen Nachweis vergünstigt bezogen werden kann.

Das Notebook wurde mir von ok1.de zur Verfügung gestellt. Erhältlich unter anderem hier: https://ok1.de/ThinkPads/ThinkPad-X390-13-3/ThinkPad-X390-20Q1S02M00::1767.html

Die Eckdaten:

Intel Core i5-8265U / 16 GB Ram / 512 GB SSD / 13.3″ FHD Panel (300nits) / Größe und Gewicht: 311.9 x 217 x 16.5 mm, ~ 1.29 kg

Inklusive 3 Jahre Vor-Ort Premier Herstellergarantie.

Das Gerät:

Das X390 direkt nach dem Auspacken

Der erste Eindruck:

Klein und leicht, der gesammte Footprint ist, verglichen mit den 14 Zoll-Geräten, unglaublich klein. Das Gerät liegt ausgesprochen angenehm in der Hand und die Haptik ist einfach stimmig. Die Handballenauflage hat im Gegensatz zum T490 oder X1 Carbon 2019 wieder die „normale“ Oberfläche der Thinkpads, ist also weniger gummiert und fühlt sich ein wenig mehr nach Kunststoff an, mir persönlich gefällt das ausgesprochen gut.

Gehäuse stabil, Schaniere straff, Deckel verwindungssteiff und zusätzlich pechschwarz, da war der Tester schon zufrieden. 🙂

Seitlich befinden sich die Schnittstellen, Einschub für Sim und micro-sd rückseitig.

Links: USB-C-Netzanschluss / USB-C Thunderbolt 3 / Ethernet-Erweiterungsanschluss / USB 3.1 / HDMI 1.4
sowie Kopfhörer-/Mikrofon-Kombianschluss

Rechts: Smartcardreader / USB 3.1 (always-on) und Kensington-lock slot

Inbetriebnahme:

Ich habe die Betriebssysteme im Bios-Mode installiert, um unnötige Komplikation durch das UEFI zu vermeiden. Nach Aktualisierung auf Biosversion 1.51 besteht die Möglichkeit im Bios zwischen Text- und Grafikoberfläche zu wechseln. Die voreingestellte Deaktivierung von Intel VT habe ich beibehalten.

Die Eingabegeräte:

Die hintergrundbeleuchtete Tastatur ist beim X390, im Gegensatz zu größeren Thinkpads, nur ~ 27 cm statt ~ 29 cm breit. Damit einhergehend sind die Tasten ebenfalls ~ 2 mm schmaler. Zusätzlich sind Enter und Sonderzeichen rechts nochmals deutlich kleiner und die Tastatur erfordert eine deutliche Umgewöhnung. Während es mir möglich ist zwischen R/T500, der alten Thinkpad-USB-Tastatur und T440s nahtlos zu switchen, fühle ich mich am X390 zuerst immer fremd. Natürlich auch eine Sache der Gewöhnung.

Handballenauflage und Haptik der Tastatur sind dafür ausgesprochen angenehm. Der Hub ist etwas größer als beim T490 oder X1 Carbon 2019 und die Tastatur fühlt sich nicht so „schrecklich“ flach an. Lautstärke und Druckpunkt gaben keinen Anlaß zur Kritik. Die Tasten klappern nicht, allerdings überträgt sich das Tipgeräusch stärker als bei älteren Modellen auf die Tischplatte. StatusLeds in Umschalttaste, Esc (für FnLk), F1 (AudioMute) und F4 (Mikrofon Aus) sind ebenfalls vorhanden und die zweistufige Beleuchtung blendet diesmal nicht.

Touchpad und Trackpoint funktionierten wie gewohnt. Die Touchpadoberfläche ist leider nicht aus „Glass“ und entsprechend für meinen Geschmack ein wenig zu „rau“. Unter Windows 10 Ver. 1903 ist die Oberfläche der Treiber nun in den Windowsstore gewandert und wird aus diesem installiert.

Zusammenfassend ist eine Windowsinstallation inklusive aller Treiber inzwischen deutlich einfacher als früher.

Das Display:

Das verbaute 13.3 Zoll Display stammt von AUO und wird von Lenovo mit folgenden Angaben beworben:

13.3″ LED IPS FHD (1920 x 1080)
300nits, 1200:1 Kontrast, 72% NTSC

Sofern man das mit bloßem Auge beurteilen kann werden die Angaben eingehalten, die Helligkeit liegt beim Testgerät ev. sogar höher.

Meine Wahrnehmung währen der Tests:

  • ausreichend hell
  • sehr guter Kontrast
  • scharf
  • gute Schaltzeiten
  • minimales Screenbleeding
  • Farbraum gut

Nicht ganz so gelungen, die Folie? des Panels führt zu einem relativ starkem Schatten, sofern man nicht im richtigen Winkel draufschaut, dieser Effekt ist stärker ausgeprägt als bei den 14-Zöllern. Auf obigen Fotos ganz gut zu erkennen. Dieser tritt aus allen Richtungen auf und verringert den nutzbaren Winkel recht stark.

Wie arbeitet es sich auf 13.3 Zoll mit FHD?

Vielleicht die spannenste Frage des Tests. Windows ohne Skalierung war mir auf Dauer zu klein also habe ich 150% und 125% ausprobiert.

Mit beiden Skalierungsstufen konnte ich angenehm arbeiten. Würde aber für längeres Arbeiten zu dauerhaft 150% raten. Ich brauche persönlich um so mehr Helligkeit, je kleiner die Schrift ist. Ohne Skalierung sind viele Fonts auf Webseiten ~ halb so groß wie in einem Taschenbuch …

Alles in allem ein sehr ordentliches Display. Kein Vergleich zu älteren Thinkpads.

Lautsprecher / Soundkarte:

Die beiden Lautsprecher sind vorne an der Unterseite angeordnet und geben den Schall nach unten ab. Unter Windows lassen sich Volumen und Lautstärke mit der Dolby-Software ein wenig verbessern. Sowohl unter Windows, als auch unter Linux, war die Soundausgabe recht ordentlich. Keine Störgeräusche, die Höhen sauber und ein klitzekleiner Hauch von Bass. Kein Hifi aber besser als beim T440s oder T490.

Rechenleistung, Lüfter und Abwärme:

Recht „unspektakulär“ die Benchmarkergebnisse unter Windows 10 auf maximale Leistung im Netzbetrieb. Ersteinmal die Einzelergebnisse:

PCMark 10 -> Score: 3950

Pdf: https://nbreview.de/wp-content/uploads/2019/09/X3_2019-09-15_16-49-23_Pcm10.pdf

3DMark -> Graphics Score: 409 / CPu Score: 2847 https://www.3dmark.com/3dm/39408417?

Cinebench R15 ermittelte: 48,45 fps

Geekbench 4.4.2 -> Single-Core 4715 / Multi-Core 11399

https://browser.geekbench.com/v4/cpu/14616740

Hier im Vergleich zu meinem T440s unter Linux:

https://browser.geekbench.com/v4/cpu/compare/14710947?baseline=14709580

Und gegen das T490:

https://browser.geekbench.com/v4/cpu/compare/14710947?baseline=13476981

Alles in allem sehr Ordentlich. 🙂

An den Messungen kann man schön die Steigerung durch Dual Channel Ram-Betrieb sehen (Geekbench vs. T490).

Das gute Abschneiden gegenüber dem X1 Carbon 2019 liegt wahrscheinlich an einem besser funktionieredem Kühlsystem (3DMark).

Ach ja der Lüfter und die Abwärme.

Die Hitzeentwicklung:

Z.B 92 Grad CPU-Temperatur nach einem Windowsupdate. Gefällt mir persönlich, wie auch am T490 und X1, nicht gut und führte während des Tests oftmals zu einem „heißen“ Gerät. Die Lüfterlautstärke blieb allerdings im Rahmen (des technisch möglichem) erträglich.

TPFancontrol läuft und ermöglicht die Lüftersteuerung unter Windows. Funktionsfähigkeit ist unter Windows 10 Ver. 1903 & Ver. 1909 gegeben. Ich habe es hauptsächlich zum Anzeigen der Temperaturen verwendet.

Storage:

Gelungen der kleine Karteneinschub aus Blech.

Die verbaute SSD stammt diesmal von Intel (INTEL SSDPEKKF512G8L) und funktionierte in der Praxis genau so gut wie die Laufwerke im T490 oder X1 Carbon. Einfach rasend schnell! 🙂

Praxis und Softwaresupport:

Die 19er Versionen von Windows 10 funktionierten während des Ausprobierens ohne Auffälligkeiten (Mit 1909 ist die Umschaltung der offenen Programme per Alt-Tab allerdings kaputt).

Spannend natürlich die Linuxunterstützung. Ich habe Debian Buster aufgespielt.

Das Setup gestaltete sich wirklich einfach. Die Hardware inklusive der Intel WLan-Karte wurde erkannt und man kann nach der Installation sofort arbeiten (Fingerprint- und Smartcardreader mal außen vor). Die Funktionstasten für Displayhelligkeit und Lautstärke liefen ohne Nacharbeit und die Audioausgabe ist, wie oben schon erwähnt, recht gut. Einzig das Setzen der unteren Batterie-Ladeschwelle hat anfangs gezickt.

Wirklich gut!

Retrogaming:

Quake liefert in FullHD recht genau 60 fps (timerefresh und timedemo)

Das entspricht genau der Leisung des X1C mit i7, mein T440s erreicht 30 fps. Ich staune immer wieder was idsoftware damals mit 256 Farben hinbekommen hat.

Fazit:

Positiv:

  • das helle und gute Display (leider ist der nutzbare Blickwinkel eingeschränkt)
  • klein und leicht
  • schick
  • hohe Rechenleistung
  • praktikable Lautsprecher
  • umfangreiche und lange Garantie
  • sehr gute Linuxkompatibilität
  • kein Spulenfiepen
  • eines der wenigen X-Modelle bei dem sich die Tastatur einfach wechseln lässt
  • Akkulaufzeit völlig i.O. (ich konnte ihn wieder nicht wirklich fordern)

Weniger gelungen:

  • Gehäusetemperatur (unter MS-Windows)
  • kaum erweiterbar
  • nur microSD

Neutral:

  • ohne MS-Windows (finde ich inzwischen ehr positiv) 🙂
  • die Tastatur ist klein
  • das Display ist ebenfalls klein

Meine persönliche Bewertung: Ein sehr stimmiges Thinkpad. Lenovo hat beim X390 fast alles richtig gemacht und der ausgerufene Studentenpreis ist wirklich fair. Die Ausstattung mit IPS-Panel, 16GB Ram und 512GB SSD ein super Kompromiss, um das Gerät nicht zu teuer werden zu lassen. Display und Tastatur sind durch die Baugröße allerdings, genau wie das Thinkpad, klein.