„E14: E wie einfach oder E wie Edge ?“ by mcb

Folgend der Test eines Thinkpad E14 mit i5-Prozessor der „10ten“ Generation und 14″ FHD-Display.

Die Teststellung wurde mir von ok.2 zur Verfügung gestellt und kann dort natürlich auch erworben werden: https://ok2.de/ThinkPad/E14-14/ThinkPad-E14-20RA0016GE::1842.html

Die Eckdaten:

Intel Core i5-10210U / 8 GB Ram / 256 GB SSD (OPAL 2) /14″ FHD Panel (250nits) / Größe und Gewicht: 325 x 232 x 18.9 mm, ab 1.69kg

Inklusive Windows 10 Pro. (64bit) und einem Jahr Herstellergarantie.

Das Gerät:

Der erste Eindruck:

Schwer und gut! Das Gerät ist für heutige Verhältnisse recht „dick“ und „klobig“. Auf den ersten Blick erinnerte es mich sofort an mein T440s. Nach wie vor kein schlechter Footprint. 😉 Das Gerät liegt angenehm in der Hand und die Haptik entspricht auf den ersten Blick der älterer T-Serien 14″ Zöller. Ungewohnt für den Tester: das Gewicht, dies ist für heutige Verhältnisse mit 1,650 kg recht hoch. Alles in allem ist die Haptik aber gut und das Thinkpad wirkt weder billig, noch unzureichend stabil. Insgesamt nicht ganz so hochwertig wie die deutlich teureren T- oder X-Modelle. Die Handballenauflage ist ein wenig weicher als beim T490s und bequem. Leider sind die Kanten zwischen Unterschale und Tastaturrahmen, wie auch beim T490, recht scharfkantig, weil nicht perfekt entgratet. https://nbreview.de/test-thinkpad-t490/#more-247. Der Displaydeckel schnappt wie beim T440s beim Zuklappen zu.

Die Schnittstellen sind jeweils links und rechts angeordnet.

Links: USB-C-(Netzanschluss) / 2x USB 3.1 / HDMI sowie Kopfhörer-/Mikrofon-Kombianschluss

Rechts: USB 2 / Ethernetanschluss und Kensington-lock slot

Zur Verdeutlichung:

ThinkPad E14 Seitenansicht (Lenovo Pressephotos)

Inbetriebnahme:

Windows 10 war in der Version 1903 vorinstalliert. Abgesehen von kleinen Wehwechen mit den Windowsupdates und einem von Microsoft lahmgelegtem Startmenü kann man sofort mit dem Arbeiten beginnen.

Windows 10 Startmenü zum Testzeitpunkt 🙁

Ich habe für den Test 1909 per Iso installiert. Die Bedienelemente der Treiber kommen größtenteils über den Windowsstore, insgesamt praktisch. Ebenfalls vorinstalliert Lenovo-Vantage und McAfee, würde ich persönlich nicht unbedingt aufspielen, aber gut.

Schmalle Displayränder links und rechts

Die Eingabegeräte:

Die nicht wechselbare hintergrundbeleuchtete Tastatur entspricht mehr oder weniger denen der übrigen 14-Zöllern der 90er Serie. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl und vom T490s kommend ist die Umstellung minimal. Die Tastaturkappen sind im direkten Vergleich etwas weicher und bestehen aus weichem Kunststoff. Der Hub ist genau wie beim T490(s) streng-genommen zu kurz und die Tastatur klappert ein wenig mehr. Druckpunkt und Hintergrundbeleuchtung sind aber vorhanden, und alles in allen ist eine angenehme Eingabe möglich, leider nicht ganz auf dem Niveau eines T490s.

Der Elan-Trackpoint funktionierte während des Tests dafür perfekt. Andererseits ist das Touchpad leider sehr rau, hier wäre eine etwas „bessere“ Oberfläche wünschenswert. Die Qualität der Trackpointtasten entspricht, so weit ich das beurteilen kann, dem T490s. Leider dauert es nicht allzu lange bis die linke Taste dann ein wenig blank wird.

Die Eingabegeräte haben mich als langjährigen Trackpointnutzer gut arbeiten lassen, liegen aber keinesfalls auf Augenhöhe mit dem T490s.

Das Display

Das verbaute 14 Zoll Display stammt von Innolux /CNN und wird von Lenovo mit folgenden Angaben beworben:

14″ (35.6 cm) FHD IPS LED (1920 x 1080)

250nits, 16:9, 700:1 Kontrast, 170°

Sofern man das mit bloßem Auge beurteilen kann werden die Angaben eingehalten.

Meine Wahrnehmung während der Tests:

  • Indoor durchaus hell genug (ab 70%)
  • Für Officeaufgaben wunderbar geeignet
  • unter Windows (mit 125% Skalierung) und Linux läßt sich gut arbeiten, und die Augen ermüden kaum
  • gute Schaltzeiten
  • kein störendes Displaybleeding (Screenbleeding)
Verbaut ein N140HCA-EAC von CNN
  • verglichen mit höherwertigen Displayoptionen wie dem 400nits Panel fehlen leider Farbraum, Kontrast und Brillanz

Insgesamt ordentlich aber keinesfalls sehr gut.

Leider bietet Lenovo auch gegen Aufpreis kein deutlich besseres Panel an.

Lautsprecher / Soundkarte:

Die Lautsprecher sitzen vorne links und rechts und geben den Sound nach unten ab. Je nach Unterlage ändert sich dieser ein wenig. Unter Windows ist wieder die Dolby-Software für zusätzliche Verbesserungen vorhanden. Leider knackt es beim An- und Ausschalten der Dolbysoftware.

Positiv unter Windows und Linux ist der Klang ok, selbst ohne Dolbyzaubereien. Man darf keine Wunder erwarten, aber nur das X1 Carbon 2019 hatte von meinen Testgeräten unter Windows eine bessere Audioqualität.

Der Bass klingt ein wenig gepresst, aber insgesamt für ein Thinkpad mehr als ordentlich.

Rechenleistung, Lüfter und Abwärme:

Recht „unspektakulär“ die Benchmarkergebnisse unter Windows 10 auf maximale Leistung im Netzbetrieb. Erst einmal die Einzelergebnisse:

PCMark 10 -> 3954

https://www.3dmark.com/pcm10/43978392

3DMark -> Graphics Score: 395 https://www.3dmark.com/3dm/43981494

Cinebench R15 -> 44.31 fps

Cinebench R20 -> 1216 cb

Geekbench 4.4.2 -> Single-Core 4463 / Multi-Core 12525

Hier im Vergleich zu meinem T490s:

https://browser.geekbench.com/v4/cpu/compare/15194673?baseline=15196963

Etwas langsamer als die achte Generation mit ebenfalls 8GB.

Intel hat neue Abschwächungen der Spectre Angriffsvektoren integriert, evtl. bremsen diese auch ein wenig.

Persönliches Highlight: Der Lüfter ist angenehm leise und das Gerät bleibt kühl! Kann ich eigentlich gar nicht genug loben.

Furmark ermittelte 416 points (7 fps)

Storage:

Die verbaute SSD stammt von Sandisk (WDC PC SN520 SDAPMUW-256G-1001) und bereitete während des Tests keine Probleme.

Den Messwerten zufolge nicht ganz so schnell wie einige andere SSDs, in der Praxis ist dies aber kaum relevant. Schade die geringe Kapazität, hier wären 512 GB wünschenswert. Bei WD direkt ist eine ordentliche Lebenserwartung von 200 TBW angegeben, hier sind also keine Probleme zu erwarten. Das Laufwerk produziert leider ein ordentliches Spulenfiepen, besonders unter Last. Kannte ich schon von der WDC PC SN730 SDBQNTY-512G-1001 des T490s.

Einen SD-Cardreader sucht man vergeblich, finde ich persönlich schade.

Praxis:

Curabenchmark

Das Kultbetriebsystem:

Wie schlägt sich das Thinkpad E14 unter Linux?

Kurz sehr gut! 🙂 Debian Buster mit Gnome und Wayland bootet leider nicht bis zum Desktop, ich vermute der Kernel ist zu alt, also habe ich zum testen Pop!_OS by System76 (ein modifiziertes Ubuntu) aufgespielt. Out of the box funktioniert die komplette Hardware anstandslos (Fingerprintreader und Kamera habe ich nicht probiert). Die Audioausgabe ist auch tauglich! 🙂 Absolut nichts zu bemängeln…

Fazit / Bewertung:

Alles im grünen Bereich, das T490s kostet fast doppelt soviel, ist aber nur 20% schneller 🙁 , insgesamt trotzdem ein besseres Gerät. Andererseits ist am Thinkpad E14 alles o.k., einzig das Display ist nicht besonders farbstark.

Positiv:

  • günstig
  • mit Windows 10 Pro
  • Top Linuxkompatibilität
  • alles funktioniert praxistauglich
  • Speicher wechselbar
  • leiser Lüfter !
  • kühles Gerät !!
  • gute Lautsprecher (für ein Thinkpad)

Neutral:

  • Stabilität
  • Akkulaufzeit

Negativ:

  • nur ein Jahr Garantie
  • „schwaches“ Panel
  • Ethernet-Port hakelig
  • Nerviges Knacken beim Umschalten der Dolby-Software
  • nur eine usb-c-Buchse
  • kein Dual-Channel-Ram Betrieb möglich
  • Kamerablende nicht besonders stabil
  • Tastatur klappert ein wenig
  • kein Cardreader
  • schwer

Insgesamt stimmig und empfehlenswert: Leise, kühl inklusive brauchbarer Soundausgabe unter Linux, sowas sucht man bei der T-Serie zur Zeit vergeblich.