ThinkPad L13 (i7, FHD) Testbericht

Viele Hersteller aktualisieren ihre Lineups rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft mit Intel-CPUs der 10. Generation, so auch Lenovo. Das ThinkPad L13, das kleinste Modell der budgetorientierten L-Serie, ist als eines der ersten ThinkPads mit Intels Core i5 und Core i7 der 10. Generation verfügbar und tritt die Nachfolge des ThinkPad L390 nach. Zugleich läutet es das neue Namensschema der ThinkPads ein. Hier testen wir das ThinkPad L13 20R3000FGE.

Wie immer möchten wir Euch mit diesem Vorab-Testbericht einen ersten Eindruck des Geräts geben, falls Ihr kurz vor der Kaufentscheidung steht. Der Testbericht wird über die nächsten Wochen kontinuierlich erweitert!

Die wichtigsten technischen Daten des Testgeräts lauten:

ThinkPadL13– Typ 20R3000FGE
CPUIntel Core i7-10510U – 4x 1.8-4.9 GHz, 8MB L3-Cache
RAM16 GB DDR4, 2666 MHz
Display13.3″ 1920×1080, 250 nits, 800:1 Kontrast
GrafikIntel UHD Graphics
Gewicht1.38 kg
Preis1.089 €

Gehäuse

Das ThinkPad L13 entspricht der aktuellen Designsprache von Lenovos Ultrabooks. Mit Abmessungen von 311.5 x 219 x 17.6mm ist es nur wenig größer als ein DIN A4-Block und fällt recht dünn aus, mit 1.38 kg ist es auch angenehm leicht. Im Vergleich zum direkten Vorgänger, dem ThinkPad L390, ist das L13 knapp 1cm schmaler, 0.5cm weniger tief und 1mm dünner. Dadurch fallen die Displayränder entsprechend schmaler aus, was das Gerät moderner wirken lässt.

Das Unterteil des Notebooks ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Das Palmrest wirkt stabil, aber nicht so wertig wie bei anderen Geräten wie beispielsweise der T- oder X-Serie. Den Fingerabdruckleser platziert Lenovo direkt rechts nebem dem Touchpad. Dieses hätte durchaus noch eineinhalb Zentimeter höher ausfallen können. Da sich das Display hinter das Unterteil absenkt, sind die Schnittstellen komplett an der Seite angeordnet, auch der Einschalter befindet sich an der rechten Seite. Interessant: Wie bei den Yoga-Geräten, wo die Hinterseite des Unterteils freibleibt, finden die Luftauslässe dennoch hinten am Unterteil Platz. Vermutlich werden hier Teile gemeinsam mit dem L13 Yoga genutzt. Unser Test wird zeigen, wie sich das auf die thermische Belastung des Systems auswirkt.

Die Bodenabdeckung fällt recht dünn aus und gibt bei Druck nach, wirkt aber stabiler als bei älteren Geräten wie beispielsweise dem X1 Extreme. Der Displaydeckel wird aus Aluminium hergestellt und gibt unter Druck nur wenig nach, damit dürften auch bei häufigem Transport in einem voll gepackten Rucksack keine Schäden am Display auftreten. Auch verwinden lässt der Deckel sich kaum, allerdings ist er der Fingerabdruckmagnet schlechthin – hier kommt man nicht umher, das ThinkPad regelmäßig abzuwischen. Die Scharniere halten das Display fest in seiner Position, auch bei wackelndem Untergrund. Dafür lässt das Gerät sich aber nicht mit einer Hand öffnen.

Die Schnittstellen sind sinnvoll angeordnet: Links finden sich zwei USB 3.1 Typ C-Ports, einer davon integriert in den Side Docking-Anschluss. Über beide lässt sich das L13 laden. Die zweite Buchse im Docking-Anschluss führt den Anschluss für den nativen Ethernet-Chip nach außen, für einen vollwertigen LAN-Anschluss ist das Gehäuse zu dünn. Ein Adapter lässt sich bei Lenovo bestellen. Weiterhin befinden sich links ein USB 3.1 Typ A-Anschluss und die 3,5mm-Klinkenbuchse für Headsets oder Kopfhörer. Auf der rechten Seite platziert Lenovo die Öse für ein Notebookschloss, den HDMI 1.4b-Port, einen weiteren USB 3.1 Typ A-Anschluss, einen microSD-Leser sowie den Einschalter. Alle Anschlüsse sind in ausreichendem Abstand zueinander positioniert, sodass sich auch breite Geräte bzw. Stecker nicht gegenseitig blockieren. Das Testgerät ist zusätzlich mit einem Smartcard-Leser ausgestattet, der an der vorderen Kante links positioniert ist.

Die Unterseite des Notebooks wird komplett von einer großen Wartungsklappe abgedeckt. Hierüber erhält man Zugriff auf die kompletten Komponenten des Geräts – austauschen lassen sich jedoch leider nur noch SSD und Akku, der Arbeitsspeicher ist nun fest auf dem Mainboard verlötet.

Unser Tester ist hier vom ThinkPad L13 überzeugt – das Gerät ist einwandfrei verarbeitet und wirkt mehr als ausreichend stabil für den Alltagseinsatz. Natürlich fällt die Materialauswahl nicht so hochwertig aus wie z.B. bei der X1-Serie, dafür ist das Gerät natürlich auch entsprechend erschwinglicher. Der Formfaktor und das geringe Gewicht machen das L13 aber zu einem idealen Begleiter im Alltagsbetrieb.

Tastatur

Das ThinkPad L13 besitzt eine Tastatur im typischen 6-Reihen-Layout der aktuellen ThinkPad-Serien. Sie ist in zwei Stufen hintergrundbeleuchtet, die über die Tastenkombination Fn-Leertaste durchgeschaltet werden.

Wie bereits beschrieben ist das L13 knapp einen Zentimeter schmaler als sein Vorgänger L390. Bei einem dünnen Gerät wie dem L13 ist es jedoch nicht mehr möglich, die Tastatur wie z.B. beim ThinkPad X61 komplett bis an den Gehäuserand zu führen, da mit die seitlichen Anschlüsse im Gehäuse keine ausreichende Bauhöhe für die Tastatur verbleibt. Daher musste die Tastatur schrumpfen und erinnert nun in einer anderen Weise an das X61 und ähnliche Modelle: die Tasten für Ü, Ä, + und # sowie AltGr, Druck und die rechte Strg-Taste fallen schmaler aus, zudem hat Lenovo in der Funktionstastenreihe die Einfg-Taste eingespart und auf der Ende-Taste doppelt belegt. Während die schmalen Tasten auch beim Zehn-Finger-Tippen nicht stören, muss man sich an die geänderten Positionen von Pos1 und Ende erst einmal gewöhnen, denn diese erwartet man üblicherweise weiter links.

Das Tippgefühl der Tastatur überzeugt unseren Tester sehr. Die Tasten haben für ein Gerät dieser Klasse einen zufriedenstellenden Hub und bieten einen sehr satten Anschlag. Dadurch kann man angenehm schnell und auch lange am Stück mit der Tastatur arbeiten – so wurde dieser Testbericht komplett auf dem ThinkPad L13 verfasst. Ein weiterer Pluspunkt für das im ThinkPad-Vergleich eher günstige Gerät.

TrackPoint und Touchpad

Wie bei anderen Testgeräten der letzten Jahre stammt der Trackpoint auch beim ThinkPad L13 vom Hersteller ELAN. Die Tasten sind als einfache Klickschalter ausgeführt und könnten gerne einen satteren Druckpunkt aufweisen. Das Touchpad mit „Mylar“-Beschichtung wird ebenfalls von ELAN produziert und fühlt sich etwas matter an als ein Glastouchpad. Der Druckpunkt ist sehr angenehm, allerdings ist das Touchpad für eine angenehme Benutzung zu klein ausgefallen – unser Tester stellte fest, dass sein Daumen bei einer angenehmen Handhaltung auf der Kante zwischen Palmrest und Touchpad liegt. Auch optisch ist diese Lösung nicht besonders gelungen, man darf hoffen, dass Lenovo hier bei der nächsten Generation des L13 nachbessert.

Der auf dem ThinkPad L13 vorinstallierte ELAN-Maustreiber bringt entscheidende Verbesserungen im Vergleich zu vorher getesteten Geräten. Nicht nur ist die Zeigerbeschleunigung wieder ähnlicher, wenn auch noch nicht identisch zu Modellen mit Synaptics-Trackpoint – vor allem kann man endlich die Zeigerbeschleunigung von Trackpoint und Touchpad getrennt einstellen. In den Mauseinstellungen legt man nun die Zeigerbeschleunigung für das Touchpad fest, es gibt separate Einstellungen für den Trackpoint.

Display

Unser Testgerät wurde mit einem Full HD-IPS-Panel des Herstellers BOE Hydis geliefert. Es meldet sich sowohl als B133HAN06.6 als auch B133HAK01.1, wobei nur zu letzterer Typnummer ein Datenblatt zu finden ist. Vom Hersteller angegeben wird eine Helligkeit von maximal 250 nits sowie eine Farbraumabdeckung von 45% NTSC – diese Werte begeistern nicht gerade und während die Helligkeit außer zur Arbeit in der Sonne noch ausreichend scheint, fällt die geringe Farbraumabdeckung des Displays schon beim „Lenovo“-Bootlogo während des Hochfahrens ins Auge.

Wie die Vermessung des Displays zeigt, kann das Panel die Angaben des Herstellers leicht übertreffen. Die Farbräume sRGB werden zu 68% und Adobe RGB zu 51% abgedeckt, NTSC zu 49%. Zur Bildbearbeitung ist das Panel damit, wie schon vom optischen Eindruck her zu erwarten, definitiv nicht zu empfehlen. Die maximale Helligkeit beträgt 266 nits – in geschlossenen Räumen reicht das dank der matten Oberfläche aus, aber im Freien bei Sonnenschein wird ein Arbeiten mit dem Display nur schlecht möglich sein. Gedimmt werden kann es auf bis zu 2,7 nits, was in dunkler Umgebung einwandfreies Arbeiten ermöglicht.

Audio, Kamera und Biometrie

Die beiden zwei 2W-Lautsprecher platziert Lenovo an der Unterseite, sie strahlen nach rechts und links ab. Sie sind als „Dolby Audio Premium“ zertifiziert und die entsprechende Software ist ab Werk aktiv, aber der Musiktest fiel enttäuschend aus: Den Lautsprechern fehlt es in jedem Frequenzbereich an Detail, während sich das geringe Volumen des Klangs noch mit dem kleinen Gehäuse rechtfertigen lässt. An dieser Stelle wird die Budgetausrichtung der L-Serie sehr deutlich. Linux-Nutzer müssen besonders Acht geben: Die Dolby Audio Premium-Software ist nur unter Windows verfügbar und sobald man diese deaktiviert, verschlechtert sich nicht nur der Klang weiter, sondern auch die maximale Lautstärke sinkt um knapp 5 dB – gefühlt ein großer Unterschied. Wo unser Tester dem Gerät mit Dolby Audio noch zutrauen würde, einen kleinen Besprechungsraum zu beschallen, wäre das ohne Dolby Audio vermutlich nicht möglich.

Die Mikrofone werden noch getestet.

Unser Testgerät ist mit einer 720p-Webcam und IR-Kamera zum Windows Hello-Login ausgestattet. Hierbei handelt es sich vermutlich in allen ThinkPad-Linien um ähnliche oder gleiche Kameramodule, denn wie bereits bei früheren Testberichten ist die Qualität der Kamera enttäuschend. Einige Testbeispiele werden in den nächsten Wochen gezeigt. Die Gesichtserkennung mittels IR-Kamera funktioniert dagegen einwandfrei und erkannte unseren Tester bei normalen Lichtverhältnissen wie auch bei völliger Dunkelheit schnell und zuverlässig.

Eine biometrische Zugangskontrolle ist weiterhin über den Fingerabdruckleser möglich, der rechts neben dem Touchpad im Palmrest eingelassen ist. Wie auch beim kürzlich getesteten ThinkPad P53 fällt dieser sehr klein aus, funktioniert aber zuverlässig.

Konnektivität

Anschluss an die Außenwelt findet das L13 drahtlos über eine Intel Wireless-AC 9560, die 802.11ac-WLAN sowie Bluetooth 5.0 unterstützt. Eine Wi-Fi 6-Karte (802.11ax) ist optional verfügbar. WWAN bzw. LTE wird beim L13 jedoch leider nicht angeboten. Ethernet kann, wie bereits beschrieben, über einen Adapter nativ angeschlossen werden.

Technische Daten

TestgerätAlternativen/Maximal
CPUIntel Core i7-10510U (4 Kerne, 8 Threads, 8MB Cache, 14nm++)Intel Core i3-10110U (2c)
Intel Core i5-10210U (4c)
RAM16 GB DDR4-2666, verlötet, kein Slotab 4GB
Display13.3″ FHD (1920×1080), IPS, 250 nits, 800:1 KontrastHD (1366×768), TN, 250 nits, 500:1 Kontrast
FHD (1920×1080) Multi-Touch, IPS, 300 nits, 700:1 Kontrast
GrafikIntel UHD Graphics
HDD/SSD512 GB M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 x4M.2 2242 NVMe SSD, PCIe 3.0 x2
Intel Optane Memory H10 + M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 v4
WLANIntel Wireless-AC 9560 (2×2 802.11ac)Intel Wi-Fi 6 AX201 (2×2 802.11ax)
Bluetooth5.05.0
LTE
Schnittstellen2x USB 3.1 Gen1
2x USB 3.1 Typ C Gen1
HDMI 1.4b
microSD-Reader
3,5mm Klinke
Side Docking-Anschluss
BiometrieFingerprint-Reader
Windows Hello Infrarot-Kamera
Audio2W Stereo-Lautsprecher
Stereo-Mikrofon
WebcamHD 720p
Akku46 Wh
Netzteil65 W45 W
65 W Slim
OSWindows 10 ProWindows 10 Home

Hardware

CPU

Der Intel Core i7-10510U ist eine 4-Kern-CPU der 10. Generation „Comet Lake“ im 14nm++-Verfahren. Er taktet mit 1,8 GHz und kann im Turbo Boost bis zu 4,9 GHz erreichen. 8MB L3-Cache unterstützen die CPU, die eine TDP von 15W besitzt – diese kann auf 25W angehoben werden.

Wir haben den Core i7-10510U im Cinebench R20 getestet. Im Netzbetrieb erreicht die CPU durchschnittlich 1227 Punkte im Multicore-Test und 426 Punkte im Singlecore-Test, was ein Multicore-Verhältnis von 2,88 ergibt. Im Akkubetrieb mit Einstellungen auf „Höchstleistung“ dokumentierten wir 1537 Punkte im Multicore-Test und 443 Punkte im Singlecore-Test, somit ein Multicore-Verhältnis von 3,47 und interessanterweise eine höhere Performance als im Netzbetrieb. Mit Einstellungen für „optimierte Leistung“ erreicht der Core i7-10510U noch 812 Punkte im Multicore-Test und 351 Punkte im Singlecore-Test, also ein Multicore-Verhältnis von 2,31. Die Werte bleiben nach mehreren Durchläufen noch stabil, wir testen hier aber noch ausführlich weiter.

GPU

Der Test der integrierten Intel UHD Graphics-GPU steht noch aus.

SSD

In unserem Testgerät arbeitet eine Toshiba XG6 NVMe-SSD mit 512GB Speicher (KXG6AZNV512G). Diese SSD besitzt TLC-Speicher und ist per PCIe 3.0 x4 angebunden. Die Benchmark-Ergebnisse sind überzeugend.

Temperatur, Stromverbrauch und Lautstärke

Das Kühlsystem des L13 wird in den nächsten Wochen weiter getestet. Im bisherigen Eindruck bleibt das Notebook im Normalgebrauch komplett lautlos, unter Last dreht der Lüfter jedoch schnell hoch und ist deutlich zu hören.

Akkulaufzeit

Das ThinkPad L13 ist mit einem 46 Wh-Akku ausgestattet. Lenovo gibt eine Laufzeit von bis zu 14 Stunden an, wir werden dies über die nächsten Wochen testen.

Preis und Konfiguration

Die hier getestete Konfiguration kostet 1089 Euro und ist die zweitgrößte Ausbaustufe des ThinkPad L13, die hierzulande verkauft wird.


Fazit

Das Fazit wird mit dem Abschluss des Testberichts veröffentlicht.

Autor: Yassin

Mein erstes ThinkPad war ein T41, das ich 2009 als Übergangsgerät zwischen einem Samsung-Notebook und einem MacBook Pro verwendet habe. Nach einem Jahr und einem defekten Unibody-Gehäuse habe ich dann ein ThinkPad X201 neu erworben - und dann hat das Sammeln begonnen. Geschätzte 50 ThinkPads später (von denen ich einige immer noch habe) arbeite ich aktuell mit einem ThinkPad T470p und teste hier im Team gerne Lenovos Neuvorstellungen.