ThinkPad L13 (i7, FHD) Testbericht

Viele Hersteller aktualisieren ihre Lineups rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft mit Intel-CPUs der 10. Generation, so auch Lenovo. Das ThinkPad L13, das kleinste Modell der budgetorientierten L-Serie, ist als eines der ersten ThinkPads mit Intels Core i5 und Core i7 der 10. Generation verfügbar und tritt die Nachfolge des ThinkPad L390 nach. Zugleich läutet es das neue Namensschema der ThinkPads ein. Hier testen wir das ThinkPad L13 20R3000FGE.

Die wichtigsten technischen Daten des Testgeräts lauten:

ThinkPadL13– Typ 20R3000FGE
CPUIntel Core i7-10510U – 4x 1.8-4.9 GHz, 8MB L3-Cache
RAM16 GB DDR4, 2666 MHz
Display13.3″ 1920×1080, 250 nits, 800:1 Kontrast
GrafikIntel UHD Graphics
Gewicht1.38 kg
Preis1.089 €

Gehäuse

Das ThinkPad L13 entspricht der aktuellen Designsprache von Lenovos Ultrabooks. Mit Abmessungen von 311.5 x 219 x 17.6mm ist es nur wenig größer als ein DIN A4-Block und fällt recht dünn aus, mit 1.38 kg ist es auch angenehm leicht. Im Vergleich zum direkten Vorgänger, dem ThinkPad L390, ist das L13 knapp 1cm schmaler, 0.5cm weniger tief und 1mm dünner. Dadurch fallen die Displayränder entsprechend schmaler aus, was das Gerät moderner wirken lässt.

Das Unterteil des Notebooks ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Das Palmrest wirkt stabil, aber nicht so wertig wie bei anderen Geräten wie beispielsweise der T- oder X-Serie. Den Fingerabdruckleser platziert Lenovo direkt rechts nebem dem Touchpad. Dieses hätte durchaus noch eineinhalb Zentimeter höher ausfallen können. Da sich das Display hinter das Unterteil absenkt, sind die Schnittstellen komplett an der Seite angeordnet, auch der Einschalter befindet sich an der rechten Seite. Interessant: Wie bei den Yoga-Geräten, wo die Hinterseite des Unterteils freibleibt, finden die Luftauslässe dennoch hinten am Unterteil Platz. Vermutlich werden hier Teile gemeinsam mit dem L13 Yoga genutzt. Unser Test wird zeigen, wie sich das auf die thermische Belastung des Systems auswirkt.

Die Bodenabdeckung fällt recht dünn aus und gibt bei Druck nach, wirkt aber stabiler als bei älteren Geräten wie beispielsweise dem X1 Extreme. Der Displaydeckel wird aus Aluminium hergestellt und gibt unter Druck nur wenig nach, damit dürften auch bei häufigem Transport in einem voll gepackten Rucksack keine Schäden am Display auftreten. Auch verwinden lässt der Deckel sich kaum, allerdings ist er der Fingerabdruckmagnet schlechthin – hier kommt man nicht umher, das ThinkPad regelmäßig abzuwischen. Die Scharniere halten das Display fest in seiner Position, auch bei wackelndem Untergrund. Dafür lässt das Gerät sich aber nicht mit einer Hand öffnen.

Die Schnittstellen sind sinnvoll angeordnet: Links finden sich zwei USB 3.1 Typ C-Ports, einer davon integriert in den Side Docking-Anschluss. Über beide lässt sich das L13 laden. Die zweite Buchse im Docking-Anschluss führt den Anschluss für den nativen Ethernet-Chip nach außen, für einen vollwertigen LAN-Anschluss ist das Gehäuse zu dünn. Ein Adapter lässt sich bei Lenovo bestellen. Weiterhin befinden sich links ein USB 3.1 Typ A-Anschluss und die 3,5mm-Klinkenbuchse für Headsets oder Kopfhörer. Auf der rechten Seite platziert Lenovo die Öse für ein Notebookschloss, den HDMI 1.4b-Port, einen weiteren USB 3.1 Typ A-Anschluss, einen microSD-Leser sowie den Einschalter. Alle Anschlüsse sind in ausreichendem Abstand zueinander positioniert, sodass sich auch breite Geräte bzw. Stecker nicht gegenseitig blockieren. Das Testgerät ist zusätzlich mit einem Smartcard-Leser ausgestattet, der an der vorderen Kante links positioniert ist.

Die Unterseite des Notebooks wird komplett von einer großen Wartungsklappe abgedeckt. Hierüber erhält man Zugriff auf die kompletten Komponenten des Geräts – austauschen lassen sich jedoch leider nur noch SSD, WLAN-Karte und Akku, der Arbeitsspeicher ist nun fest auf dem Mainboard verlötet.

Unser Tester ist hier vom ThinkPad L13 überzeugt – das Gerät ist einwandfrei verarbeitet und wirkt mehr als ausreichend stabil für den Alltagseinsatz. Natürlich fällt die Materialauswahl nicht so hochwertig aus wie z.B. bei der X1-Serie, dafür ist das Gerät natürlich auch entsprechend erschwinglicher. Der Formfaktor und das geringe Gewicht machen das L13 aber zu einem idealen Begleiter im Alltagsbetrieb.

Tastatur

Das ThinkPad L13 besitzt eine Tastatur im typischen 6-Reihen-Layout der aktuellen ThinkPad-Serien. Sie ist in zwei Stufen hintergrundbeleuchtet, die über die Tastenkombination Fn-Leertaste durchgeschaltet werden.

Wie bereits beschrieben ist das L13 knapp einen Zentimeter schmaler als sein Vorgänger L390. Bei einem dünnen Gerät wie dem L13 ist es jedoch nicht mehr möglich, die Tastatur wie z.B. beim ThinkPad X61 komplett bis an den Gehäuserand zu führen, da mit die seitlichen Anschlüsse im Gehäuse keine ausreichende Bauhöhe für die Tastatur verbleibt. Daher musste die Tastatur schrumpfen und erinnert nun in einer anderen Weise an das X61 und ähnliche Modelle: die Tasten für Ü, Ä, + und # sowie AltGr, Druck und die rechte Strg-Taste fallen schmaler aus, zudem hat Lenovo in der Funktionstastenreihe die Einfg-Taste eingespart und auf der Ende-Taste doppelt belegt. Während die schmalen Tasten auch beim Zehn-Finger-Tippen nicht stören, muss man sich an die geänderten Positionen von Pos1 und Ende erst einmal gewöhnen, denn diese erwartet man üblicherweise weiter links.

Das Tippgefühl der Tastatur überzeugt unseren Tester sehr. Die Tasten haben für ein Gerät dieser Klasse einen zufriedenstellenden Hub und bieten einen sehr satten Anschlag. Dadurch kann man angenehm schnell und auch lange am Stück mit der Tastatur arbeiten – so wurde dieser Testbericht auf dem ThinkPad L13 verfasst. Ein weiterer Pluspunkt für das im ThinkPad-Vergleich eher günstige Gerät.

TrackPoint und Touchpad

Wie bei anderen Testgeräten der letzten Jahre stammt der Trackpoint auch beim ThinkPad L13 vom Hersteller ELAN. Die Tasten sind als einfache Klickschalter ausgeführt und könnten gerne einen satteren Druckpunkt aufweisen. Das Touchpad mit „Mylar“-Beschichtung wird ebenfalls von ELAN produziert und fühlt sich etwas matter an als ein Glastouchpad. Der Druckpunkt ist sehr angenehm, allerdings ist das Touchpad für eine angenehme Benutzung zu klein ausgefallen – unser Tester stellte fest, dass sein Daumen bei einer angenehmen Handhaltung auf der Kante zwischen Palmrest und Touchpad liegt. Auch optisch ist diese Lösung nicht besonders gelungen, man darf hoffen, dass Lenovo hier bei der nächsten Generation des L13 nachbessert.

Der auf dem ThinkPad L13 vorinstallierte ELAN-Maustreiber bringt entscheidende Verbesserungen im Vergleich zu vorher getesteten Geräten. Nicht nur ist die Zeigerbeschleunigung wieder ähnlicher, wenn auch noch nicht identisch zu Modellen mit Synaptics-Trackpoint – vor allem kann man endlich die Zeigerbeschleunigung von Trackpoint und Touchpad getrennt einstellen. In den Mauseinstellungen legt man nun die Zeigerbeschleunigung für das Touchpad fest, es gibt separate Einstellungen für den Trackpoint.

Display

Unser Testgerät wurde mit einem Full HD-IPS-Panel des Herstellers BOE Hydis geliefert. Es meldet sich sowohl als B133HAN06.6 als auch B133HAK01.1, wobei nur zu letzterer Typnummer ein Datenblatt zu finden ist. Vom Hersteller angegeben wird eine Helligkeit von maximal 250 nits sowie eine Farbraumabdeckung von 45% NTSC – diese Werte begeistern nicht gerade und während die Helligkeit außer zur Arbeit in der Sonne noch ausreichend scheint, fällt die geringe Farbraumabdeckung des Displays schon beim „Lenovo“-Bootlogo während des Hochfahrens ins Auge.

Wie die Vermessung des Displays zeigt, kann das Panel die Angaben des Herstellers leicht übertreffen. Die Farbräume sRGB werden zu 68% und Adobe RGB zu 51% abgedeckt, NTSC zu 49%. Ein Farbprofil stellen wir am Ende des Berichts zum Download bereit.
Zur Bildbearbeitung ist das Panel damit, wie schon vom optischen Eindruck her zu erwarten, definitiv nicht zu empfehlen – die Zielgruppe des L13 liegt aber auch nicht im Kreativbereich. Dennoch wäre eine Option auf ein besseres Display wünschenswert, denn die passenden Teile sind bei Lenovo im Regal vorhanden (Testbericht ThinkPad X390).

Die maximale Helligkeit beträgt 266 nits – in geschlossenen Räumen reicht das dank der matten Oberfläche aus, aber im Freien bei Sonnenschein wird ein Arbeiten mit dem Display nur schlecht möglich sein. Gedimmt werden kann es auf bis zu 2,7 nits, was in dunkler Umgebung einwandfreies Arbeiten ermöglicht. Die Regelung erfolgt leider nicht linear, so wird erst bei einer Einstellung von 70% die halbe Helligkeit erreicht. Die Blickwinkel sind gut, auch von der Seite bzw. von oben verfälschen sich die Farben nur leicht.

Audio, Kamera und Biometrie

Die beiden zwei 2W-Lautsprecher platziert Lenovo an der Unterseite, sie strahlen nach rechts und links ab. Sie sind als „Dolby Audio Premium“ zertifiziert und die entsprechende Software ist ab Werk aktiv, aber der Musiktest fiel enttäuschend aus: Den Lautsprechern fehlt es in jedem Frequenzbereich an Detail, während sich das geringe Volumen des Klangs noch mit dem kleinen Gehäuse rechtfertigen lässt. An dieser Stelle wird die Budgetausrichtung der L-Serie sehr deutlich. Linux-Nutzer müssen besonders Acht geben: Die Dolby Audio Premium-Software ist nur unter Windows verfügbar und ohne diese Verbesserungen verschlechtert sich nicht nur der Klang weiter, sondern auch die maximale Lautstärke sinkt um knapp 5 dB – gefühlt ein großer Unterschied. Wo unser Tester dem Gerät mit Dolby Audio noch zutrauen würde, einen kleinen Besprechungsraum zu beschallen, wäre das ohne Dolby Audio vermutlich nicht möglich.

Die Mikrofone erlauben eine problemlose Verständigung mit den Gesprächspartnern bei einer Telefonkonferenz. Bei Geräten mit Quad-Mikrofonarray fällt der Ton klarer aus, aber hier muss man an die Preisklasse des L13 denken.

Unser Testgerät ist mit einer 720p-Webcam und IR-Kamera zum Windows Hello-Login ausgestattet. Hierbei handelt es sich vermutlich in allen ThinkPad-Linien um ähnliche oder gleiche Kameramodule, denn wie bereits bei früheren Testberichten ist die Qualität der Kamera enttäuschend. Einige Testbeispiele werden in den nächsten Wochen gezeigt. Die Gesichtserkennung mittels IR-Kamera funktioniert dagegen einwandfrei und erkannte unseren Tester bei normalen Lichtverhältnissen wie auch bei völliger Dunkelheit schnell und zuverlässig.

Eine biometrische Zugangskontrolle ist ebenfalls über den Fingerabdruckleser möglich, der rechts neben dem Touchpad im Palmrest eingelassen ist. Wie auch beim kürzlich getesteten ThinkPad P53 fällt dieser sehr klein aus, funktioniert aber zuverlässig.

Konnektivität

Anschluss an die Außenwelt findet das L13 drahtlos über eine Intel Wireless-AC 9560, die 802.11ac-WLAN sowie Bluetooth 5.0 unterstützt. Eine Wi-Fi 6-Karte (802.11ax) ist optional verfügbar. WWAN bzw. LTE wird beim L13 jedoch leider nicht angeboten. Ethernet kann, wie bereits beschrieben, über einen Adapter nativ angeschlossen werden.

Technische Daten

TestgerätAlternativen/Maximal
CPUIntel Core i7-10510U (4 Kerne, 8 Threads, 8MB Cache, 14nm++)Intel Core i3-10110U (2c)
Intel Core i5-10210U (4c)
RAM16 GB DDR4-2666, verlötet, kein Slotab 4GB
Display13.3″ FHD (1920×1080), IPS, 250 nits, 800:1 KontrastHD (1366×768), TN, 250 nits, 500:1 Kontrast
FHD (1920×1080) Multi-Touch, IPS, 300 nits, 700:1 Kontrast
GrafikIntel UHD Graphics
HDD/SSD512 GB M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 x4M.2 2242 NVMe SSD, PCIe 3.0 x2
Intel Optane Memory H10 + M.2 2280 NVMe SSD, PCIe 3.0 v4
WLANIntel Wireless-AC 9560 (2×2 802.11ac)Intel Wi-Fi 6 AX201 (2×2 802.11ax)
Bluetooth5.05.0
LTE
Schnittstellen2x USB 3.1 Gen1
2x USB 3.1 Typ C Gen1
HDMI 1.4b
microSD-Reader
3,5mm Klinke
Side Docking-Anschluss
BiometrieFingerprint-Reader
Windows Hello Infrarot-Kamera
Audio2W Stereo-Lautsprecher
Stereo-Mikrofon
WebcamHD 720p
Akku46 Wh
Netzteil65 W45 W
65 W Slim
OSWindows 10 ProWindows 10 Home

Hardware

CPU

Der Intel Core i7-10510U ist eine 4-Kern-CPU der 10. Generation „Comet Lake“ im 14nm++-Verfahren. Er taktet mit 1,8 GHz und kann im Turbo Boost bis zu 4,9 GHz erreichen. 8MB L3-Cache unterstützen die CPU, die eine TDP von 15W besitzt – diese kann auf 25W angehoben werden.

Wir haben den Core i7-10510U im Cinebench R20 getestet. Im Netzbetrieb erreicht die CPU durchschnittlich 1154 Punkte im Multicore-Test und 401 Punkte im Singlecore-Test, was ein Multicore-Verhältnis von 2,87 ergibt. Im Akkubetrieb mit Einstellungen auf „Höchstleistung“ dokumentierten wir 1451 Punkte im Multicore-Test und 433 Punkte im Singlecore-Test, somit ein Multicore-Verhältnis von 3,35 und interessanterweise eine höhere Performance als im Netzbetrieb. Mit Einstellungen für „optimierte Leistung“ erreicht der Core i7-10510U noch 812 Punkte im Multicore-Test und 351 Punkte im Singlecore-Test, also ein Multicore-Verhältnis von 2,31.

Leider konnten wir nicht ermitteln, warum das ThinkPad L13 im Netzbetrieb eine geringere Performance als im Akkubetrieb aufweist. Mittels Intels Extreme Tuning Utility (XTU) kann die eingestellte TDP zwar angepasst werden – unbeachtet der Einstellung wird die CPU im Netzbetrieb jedoch schon nach wenigen Sekunden auf 15W begrenzt. Im Akkubetrieb können problemlos kurz 40W und langfristig 25W genutzt werden. Eventuell liegt hier ein Bug im BIOS vor, wir werden die Aktualisierungen im Blick behalten und den Bericht hier aktualisieren.
Leider war es nicht sinnvoll möglich, die CPU zwecks weiterer Leistungssteigerung zu untervolten, da unser Exemplar bereits mit -100 mV unter Last nicht mehr stabil lief.

GPU

Die integrierte Intel UHD Graphics-GPU ist mit der bisher verbauten Intel UHD Graphics 620 identisch. Dementsprechend fallen auch die Leistungswerte nicht überraschend aus. In Furmark erreicht die GPU im Mittel 472 Punkte im Akkubetrieb (Einstellungen auf Höchstleistung) und 397 Punkte im Netzbetrieb, auch hier wird also wieder die Leistung begrenzt.

Wir haben die GPU auch in verschiedenen, der Geräteklasse angemessenen 3DMark-Benchmarks getestet. Im Cloud Gate v1.1 erreicht das L13 8.829 Punkte, im Time Spy v1.0 471 Punkte.

SSD

In unserem Testgerät arbeitet eine Toshiba XG6 NVMe-SSD mit 512GB Speicher (KXG6AZNV512G). Diese SSD besitzt TLC-Speicher und ist per PCIe 3.0 x4 angebunden. Die Benchmark-Ergebnisse sind überzeugend.

PCMark „Alltags-Benchmark“

Im PCMark 10 werden sämtliche Komponenten des Notebooks einigen Tests unterzogen, die die Performance unter verschiedenen Alltagsszenarios beurteilen sollen. Mit 4.234 Punkten positioniert sich das Gerät vor dem vergleichbaren L13 Yoga mit Core i5. Im Bereich „Essentials“ schnitt das L13 Yoga zwar besser ab, allerdings aufgrund schnellerer Anwendungsstarts – vermutlich ist dort eine SSD verbaut, die bei kleinen 4K-Zugriffen schneller ist. In den Bereichen Produktivität und Multimedia kann sich das L13 mit Core i7 jedoch klar absetzen. Ein kompletter PCMark-Bereicht findet sich am Ende des Testberichts.

Temperatur, Stromverbrauch und Lautstärke

Im ThinkPad L13 arbeitet ein vergleichsweise großer Lüfter, der über eine kurze Heatpipe die Abwärme der CPU abtransportiert. Der Lüfterauslass befindet sich an der Rückseite des Gehäuses – das ist für ein normales Notebook eher ungewöhnlich und der Tatsache geschuldet, dass das L13 sich große Teile der Konstruktion mit dem L13 Yoga teilt.

Die Kühlleistung wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. Wie bei zahlreichen Ultrabooks steigt die Temperatur im Akkubetrieb unter Volllast direkt auf 97°C und verbleibt auch dort, während die CPU durch Thermal Throttling auf 4.2 GHz begrenzt wird. Nach kurzer Zeit wird die TDP begrenzt (Package Limit Throttling) und sinkt von 40W auf 25W, womit ein Heruntertakten auf ca. 2.7 GHz sowie ein Absinken der Temperatur auf ca. 90°C einhergehen. Nach einigen Minuten wird die TDP auf 20W abgesetzt, die CPU-Frequenz fällt weiter auf 2.6 GHz und wird dann stabil gehalten. Bei Singlecore-Belastung kann ein einziger Kern komplett eine TDP bis zu 21W ausnutzen, was einen dauerhaften Takt von ca. 4.3 GHz erlaubt. Begrenzt wird hierbei nur durch Thermal Throttling bei 97°C.

Im Netzbetrieb ist die Leistung, wie bereits berichtet, begrenzt. Die Temperatur schnellt damit zwar am Anfang eines Benchmarks kurz auf 97°C hoch, fällt aber sofort auf ca. 75°C und verbleibt dort. Power Limit Throttling begrenzt die CPU auf 15W TDP, was eine Multicore-Frequenz von 2.25 GHz erlaubt.

Der Lüfter ist im Akkubetrieb generell unhörbar, unter Last dreht er nach ca. 20 Sekunden deutlich hörbar hoch. Im Netzbetrieb entsteht deutlich weniger Abwärme, daher muss der Lüfter erst nach 1-2 Minuten beschleunigen. Uns ist jedoch aufgefallen, dass trotz identischer Einstellungen für Akku- und Netzbetrieb die Lüftersteuerung im Netzbetrieb konservativer ausfällt und der Lüfter länger auf einer hörbaren, wenn auch nicht der maximalen Stufe verbleibt. Da der Lüfter aber ausreichend groß dimensioniert ist, entsteht kein nerviges Geräusch. Das Gehäuse bleibt auch unter Volllast angenehm kühl.

Für ein Ultrabook dieser Größenklasse sind wir mit dem thermischen Verhalten zufrieden – schade ist aber dennoch, dass Lenovo die Leistung im Netzbetrieb signifikant begrenzt und diese Einschränkung bisher auch nicht mit Drittsoftware umgangen werden kann.

Akkulaufzeit

Das ThinkPad L13 ist mit einem 46 Wh-Akku ausgestattet, der von Celexpert geliefert wurde. Lenovo gibt eine Laufzeit von bis zu 14 Stunden an – die tatsächliche Laufzeit haben wir mit Battery Eater Pro 2.70 verifiziert.

Im Volllast-Test („Classic Test“) schaltet sich das L13 nach 1h31min mit 5% verbleibender Akkuladung ab. Im Idle-Test („Reader’s Test“) konnten 11h58min Laufzeit erreicht werden. Beide Tests wurden mit mittlerer Helligkeit (ca. 130 nits) durchgeführt, womit man in einem normal beleuchteten Raum angenehm arbeiten kann, sowie bei aktiver WLAN-Verbindung. Ist der Akku einmal leer, füllt das mitgelieferte 65W-USB Typ C-Ladegerät den Energiespeicher in 1h32min komplett auf.

Im Alltagstest konnte unser Tester mit einer Mischung aus Office, Internet und Bildbearbeitung einen 8-Stunden-Arbeitstag knapp bestreiten, ohne das Gerät aufzuladen. Mit einem zusätzlich verbundenen externen Monitor würde die Akkuleistung vermutlich nicht ausreichen.

Die Akkulaufzeit mag auf den ersten Blick gering wirken, im Vergleich zu anderen Geräten ist das ThinkPad L13 jedoch mit einem kleinen Akku ausgestattet und bietet keine Features, die die Laufzeit verbessern, so wie beispielsweise die Low Power-Full HD-Displays, welche in 14″-ThinkPads angeboten werden. Angesichts dessen erscheint das Testergebnis durchaus gut.

Preis und Konfiguration

Die hier getestete Konfiguration kostet 1089 Euro und ist die zweitgrößte Ausbaustufe des ThinkPad L13, die hierzulande verkauft wird. Zum Thema CPU empfehlen wir einen Blick auf den Testbericht zum L13 Yoga, welches mit dem Core i5-10210U getestet wurde – ein 700 MHz höherer Turbo Boost erlaubt dem L13 mit Core i7 einen spürbaren Performancesprung. Leider hat Lenovo mittlerweile jedoch auch bei der L-Serie die Möglichkeit zur Erweiterung des Arbeitsspeichers gestrichen. Sofern man das Gerät nicht nur für Bürotätigkeiten einsetzen möchte, empfehlen wir daher eine Konfiguration mit 16GB RAM. Hervorzuheben ist dabei, dass die vorgegebenen Konfigurationen von Lenovo auch den Core i5 mit 16GB RAM kombinieren – hier lassen sich knappe 100€ sparen.


User-Fragen

Wie ist die Linux-Kompatibilität?

Ein aktuelles Debian Live-Image bootet leider nicht. Wir haben das Gerät auch mit der aktuellen Version von Pop!_OS, einer auf Ubuntu basierenden Ready-to-Use-Distribution getestet – hiermit startet es einwandfrei, sämtliche Funktionen sind verfügbar. Auch das Touchpad – dies wurde im Forum explizit nachgefragt – arbeitet problemlos.

Unterstützt das L13 Thunderbolt?

Nein, leider wird hier wirklich kein Thunderbolt-Controller verbaut.

Anhänge

Hier könnt Ihr einige Daten zum Gerät herunterladen:

PCMark 10-Bericht

Farbprofil BOE Hydis B133HAK01.1 (6500 K, Gamma 2.2)


Fazit

Das ThinkPad L13 ist ein gelungener Einstieg in die ThinkPad-Serie. Mit einem 13-Zoll-Display, geringem Gewicht und geringer Bauhöhe ist es sehr mobil und fällt im Rucksack nicht sonderlich auf. Es ist sehr gut verarbeitet, auch die Eingabegeräte überzeugen, lediglich das Touchpad könnte etwas größer auffallen. Die CPU- und GPU-Leistung entspricht den Erwartungen für diese Prozessorserie und ist in diesem Formfaktor nicht selbstverständlich.
Natürlich muss man in der Preisklasse auch Abstriche machen: Das Display hat eine schlechte Farbraumabdeckung, der Akku fällt kleiner aus und Features wie Thunderbolt oder LTE sind nicht verfügbar. Unabhängig davon negativ aufgefallen sind die extrem schlechten Lautsprecher sowie die im Netzbetrieb reduzierte Leistung. Letzteres kann hoffentlich per Software-Update behoben werden.

Insgesamt liefert das ThinkPad L13, gemessen am Preis, eine gute Performance im Test ab. Nachdem es in niedrigerer Ausstattung bereits ab 899 Euro neu verfügbar ist und zahlreiche Vorteile eines ThinkPads in einem sehr mobilen Formfaktor mitbringt, würden wir es beispielsweise als täglichen Begleiter für Studenten, aber auch für Unternehmen mit gelegentlichen Außeneinsätzen ausdrücklich empfehlen. Wenn jedoch kreative Anwendungen wie Bildbearbeitung von Interesse sind, empfehlen wir, zur X- oder T-Serie zu greifen.

Autor: Yassin

Mein erstes ThinkPad war ein T41, das ich 2009 als Übergangsgerät zwischen einem Samsung-Notebook und einem MacBook Pro verwendet habe. Nach einem Jahr und einem defekten Unibody-Gehäuse habe ich dann ein ThinkPad X201 neu erworben - und dann hat das Sammeln begonnen. Geschätzte 50 ThinkPads später (von denen ich einige immer noch habe) arbeite ich aktuell mit einem ThinkPad T470p und teste hier im Team gerne Lenovos Neuvorstellungen.