„Ein Thinkbook“ by mcb

Diesmal kein Thinkpad im Test, sondern als Novum ein Thinkbook. Das Notebook wurde mir von ok2.de zur Verfügung gestellt und ist natürlich auch dort erhältlich: ok2.de

Die wichtigsten Eckdaten:

Intel Core i7-10510U / 16 GB Ram / 512 GB SSD / 15.6″ FHD Panel (250nits) / Größe und Gewicht: 365 x 245 x 18,9 mm, ~ 1,8 kg

Inklusive Windows 10 Pro. (64bit) und einem Jahr Herstellergarantie.

Das Gerät:

Der erste Eindruck:

Groß und massiv, inklusive eines schweren Displaydeckels (zumindest verglichen mit aktuellen Thinkpads der 14-Zoll-Klasse). Haptisch angenehm ist die Handballenauflage aus Kunstoff, die optisch transparent überzogen wurde. Der Deckel wirkt überaus stabil und solide. Die Gehäuseunterseite besteht aus „weichem Kunststoff“, nicht zwangsläufig ein Zeichen für wenig Stabilität.

Überaus gelungen: die Schutzfolie zwischen Display und Tastatur ist diesmal mit einer Kurzanleitung bedruckt.

Kurzanleitung als Displayschutz

Weniger schön dagegen das Kabel des mitgelieferten Ladegerätes (Slim-Tip), dieses ist ein unflexibler „Draht“.

Alternativ lässt sich das Book über usb-c an der linken Seite laden, dies funktioniert aber nur an einem der beiden usb-c Ports. Wurde umgehend ausprobiert und gefällt.

Seitlich befinden sich die Schnittstellen und einige Status-LEDs.

Links: Ethernet / HDMI / USB / 2x USB-C / sowie Kopfhörer-/Mikrofon-Kombianschluss gefolgt von zwei Status-LEDs (Laden & HDD)

Rechts: Kensington-lock slot / AC (Slim-Tip) / USB / 4-in-1-Kartenleser (SD, SDHC, SDXC, MMC) & ein USB 2.0-Anschluss in einem Fach (auf dem Bild zweckentfremdet)

Inbetriebnahme:

Das Testgerät kam bereits mit vorinstalliertem Windows 10. Nach dem ersten Start wird man aufgefordert, ein paar Fragen zu beantworten und kann dann direkt mit Windows 10 (Version 1903) loslegen. Vorinstalliert sind neben den Treibern Lenovo Vantage und McAfee.

Die Eingabegeräte:

Die Tastatur bietet einen Nummernblock. Kommt aber leider ohne Hintergrundbeleuchtung. Diese unterscheidet sich nicht nur farblich recht stark von denen der Thinkpads.

Die Tastaturkappen sind plan und bieten eine angenehme Haptik. Die Größe des Tastenfeldes muß relativ genau denen der Thinkpads entsprechen, ich hatte nur minimale Eingewöhnungsprobeme. Hier mein Eindruck:

  • genug Hub
  • keinerlei Druckpunkt
  • dafür genügend akkustisches Feedback
  • gewöhnungsbedürftige „Kombitasten“ z.B. # und Enter
  • die F-Tasten sind leider nicht in Blöcken angeordnet

Als langjähriger Thinkpadbenutzer hatte ich so meine Not. Pfiffig: Fn + W schließt genau wie Strg + W einen Tab in Firefox. Fn + Q schaltet allerdings das Lüftermanagement durch, anstatt wie Strg + Q alle Tabs zu schließen.

Das Touchpad ist ohne Fehl und Tadel und tut genau das, was es soll. Die Plastikoberfläche ist keinesfalls zu rau.

Badly missed: ein Trackpoint oder zumindest Maustasten. 🙁

Das Display:

Das verbaute 15.6 Zoll Panel stammt von LG und wird von Lenovo mit folgenden Angaben beworben:

250nits, 16:9, 800:1 Kontrast

Lenovo empfiehlt unter Windows eine Skallierung auf 124 %. Ich habe mich während des Testens mit 125 und 100 % begnügt. 😉

Entgegen meiner Befürchtungen gab es am Display aus meiner Sicht nicht viel zu kritisieren. Sowohl mit, als auch ohne Skalierung ließ sich augenschonend arbeiten. Das Panel ist ausreichend scharf und kontrastreich. Die Gitterstruktur konnte ich mit bloßem Auge maximal erahnen.

Positiv:

  • gute Schaltzeiten
  • kein störendes Displaybleeding (Screenbleeding)
  • genügend Kontrast

Neutral:

  • nicht besonders, aber ausreichend hell (ab 70 %)
  • Farben etwas flau (Sättigung schwächlich)

Alles in allem ein ordentliches Display. 🙂

Lautsprecher / Soundkarte:

Die beiden Lautsprecher sind vorne an der Unterseite angeordnet und geben den Schall nach unten ab. Unter Windows lassen sich Volumen und Lautstärke mit der Dolby-Software ein wenig verbessern. Die Soundausgabe war „ordentlich“, für mich aber insgesamt „blechern“ und „höhenbetont“. Ich hatte Probleme, einen Film auf Englisch zu verstehen.

Rechenleistung, Lüfter und Abwärme:

Ordentlich die Benchmarkergebnisse unter Windows 10 auf maximaler Leistung im Netzbetrieb. Folgend die Einzelergebnisse:

PCMark 10 -> Score: 4532

https://www.3dmark.com/pcm10/41274267

3DMark -> Graphics Score: 492 / CPu Score: 3741

Cinebench R15: 59.33 fps

Cinebench R20: 1762 cb

Geekbench 4 -> Single-Core 5244 / Multi-Core 16259

Hier im Vergleich zu einem T490s mit i5:

https://browser.geekbench.com/v4/cpu/compare/14900150?baseline=14964715

Furmark (FHD) : 494 p (8 fps)

Furmark auf dem TB 15

Lüfter und Abwärme:

Kurz und schmerzlos: Der Lüfter läuft die ganze Zeit, und leider auch nicht grade leise. 🙁 Dafür wird das Gehäuse auch unter Last nicht besonders warm. Umschalten des Powermanagements mit Fn + Q zwischen den Stufen „Maximale Leistung“, „Intelligente Kühlung“ und „Flüsterbetrieb“ änderte daran leider wenig. Gut möglich, daß dieses Verhalten durch ein Bios-Update verbessert wird, während des Tests wurde leider kein neues Bios veröffentlicht. Für mich eindeutig der größte Schwachpunkt des Gerätes.

Storage:

Die verbaute Samsung SSD lieferte dafür perfekte Resultate. Top!

Der Karteneinschub nimmt die Kärtchen leider nicht ganz auf und bietet keinen „Federmechanismus“, eignet sich also nicht zur dauerhaften Speichererweiterung.

Praxis und Softwaresupport: Die 19er Versionen von Windows 10 funktionierten während des Ausprobierens ohne Auffälligkeiten. Einzig ein automatisches Update der Lenovo Service Bridge legte ungefragt WLan, Sound und die im Bios getroffene Auswahl der F-Tasten als primäre Funktion lahm.

Unter Linux läuft das Touchpad leider nicht. Debian Buster boote gar nicht, Ubuntu 19 vom Live-Stick schon, ließ sich ohne Mauseingabe aber nicht benutzen.

Ubuntu (FlavorPop_os) vom Stick

Bewertung / Fazit:

Positiv:

  • das Display ist sehr in Ordnung
  • hohe Rechenleistung
  • „kühles“ Gehäuse
  • günstiger Anschaffungspreis
  • viele Ports und Anschlüsse
  • das Touchpad
  • kein Spulenfiepen durch die Samsung SSD am USB-C-Port
  • Windows im Lieferumfang

Neutral:

  • die Tastatur ist weder besonders gut noch schlecht
  • es fehlt ein vollwertiger Mausersatz
  • kleinere Unstimmigkeiten (SD-Card-Slot, Ethernet-Port, blendender Power-Button, leichte Spiegelungen am Gehäuse u.ä.)
  • Soundausgabe
  • die CPU ist nicht schneller als die Vorgängergeneration
  • unter Linux geht das Touchpad (noch) nicht

Negativ:

  • lauter, dauerlaufender Lüfter
  • nur 1 Jahr Herstellergarantie

Meine persönliche Bewertung: viel Rechenleisung fürs Geld. Mit praxistauglichem Display. Einzig der Lüfter wäre für mich Ausschlußkriterium. Ein wenig mehr hatte ich mir vor dem Test von der neuen CPU versprochen.

Mögliche Alternativen:

Eventuelle ein etwas schwächer ausgestattetes ThinkPad P51 (20MNS03600) https://ok2.de/thinkpad-p51.html oder falls 14 Zoll ausreichen z.B. ein Lenovo Thinkpad T480 (20L60034MD) https://ok2.de/t480-20l60034md.html. Diese bieten beide einen Trackpoint, sowie drei Jahre Garantie zu einem vergleichbarem Preis.