Diesmal im Test das Lenovo V14, hierbei handelt es sich um ein günstiges Einstiegsmodell von Lenovo (VK um 280 €). Das Notebook wurde mir wieder von ok2.de zur Verfügung gestellt.

Die wichtigsten Eckdaten:

AMD 3020e Processor(3020e) / 8GB DDR4 Ram / Free-DOS / 256GB PCIe NVMe SSD / Network: Lenovo AC Wireless (2×2) + BT

Größe und Gewicht: 327 x 241 x 19.9 mm, 1,6 kg

inklusive 1 Jahr Garantie

Das Gerät:

Der erste Eindruck:

Relativ schwer und „massiv“, optisch und haptisch hätte ich ein Leichtgewicht erwartet. Das komplette Gerät besteht aus Kunststoff, dieser ist weder zu hart noch zu weich. Haptisch angenehm: die Handballenauflage ist mit einer Textur überzogen. Der Displaydeckel wirkt auf mich nicht besonders stabil und die Scharniere haben leider relativ viel Spiel. Die Gehäuseunterseite besteht aus „weichem Kunststoff“, nicht zwangsläufig ein Zeichen für wenig Stabilität. Insgesamt ok.

Seitlich befinden sich die Schnittstellen und einige Status-LEDs. Links: AC / HDMI und drei mal USB.

Rechts: SD-Card-Reader und Audio / Mic

Das mitgelieferte Netzteil unterscheidet sich von den Thinkpadnetzteilen. Es ist ein Smartphoneladegerät in groß. 😉

Leider weder Slim-Tip oder usb-c Anschluß, dafür sehr leicht und der Rundstecker ist abgewinkelt.

Die Eingabegeräte:

Die Tastatur ist leider ohne Hintergrundbeleuchtung und unterscheidet sich nicht nur farblich recht stark von denen der Thinkpads.

Die Tastaturkappen sind plan und bieten eine angenehme Haptik. Die Größe des Tastenfeldes entspricht grob denen der Thinkpads. Ich hatte nur minimale Eingewöhnungsprobleme. Hier mein Eindruck:

  • „genug“ Hub
  • Druckpunkt in Ordnung
  • genügend akustisches Feedback
  • gewöhnungsbedürftige „Kombitasten“ z.B. # und Enter
  • die F-Tasten sind leider nicht in Blöcken angeordnet – ich habe öfters F4 und F5 verwechselt
  • Strg Fn „richtig“ sortiert
  • beleuchtete Umschalttaste

Als langjähriger Thinkpadnutzer hatte ich wieder meine Not. Pfiffig: Fn + W schließt genau wie Strg + W einen Tab in Firefox. Fn + T ist allerdings ohne Funktion. Die entsprechende Funktion kann im Bios aktiviert werden. („Fool prove Fn Ctrl“)

Fn + Esc kann man leider nicht als FnLock nutzen, das ist schade, man ist auf die Einstellung im Bios festgenagelt – nach Verrenkungen mit „Fn, Alt + F4“ habe ich im Bios die F-Tasten als Standard ausgewählt.

Der Powerknopf sitzt oben rechts neben Entf. und bietet auch eine Status-LED.

Das Touchpad bietet leider keine Maustasten, dafür ist die Oberfläche ausgesprochen glatt und haptisch wirklich angenehm, definitiv besser als beim T490s oder T14!

Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, wie man ein Notebook ohne Trackpoint nutzen kann. Aber objektiv gesehen funktioniert das Touchpad gut.

Das Display:

Das verbaute 14 Zoll Panel löst in FullHD auf. Leider handelt es sich nur um ein einfaches TN-Panel. Dies fällt recht schnell deutlich auf. Schwach für meine Augen:

  • wenig Kontrast
  • nicht besonders scharf
  • flaue Farben
  • „extrem“ winkelabhängig
  • Farbstich Richtung blau

Während die Helligkeit Indoor durchaus (noch) in Ordnung ist (geschätzt um ~ 200 nits), erschwert der fehlende Kontrast, gepaart mit flauen Farben das Arbeiten doch recht stark. Desweiteren gingen mir Winkelabhängigkeit und „Farbstich“ wirklich auf die Nerven. Es war das erste Testgerät, bei dem ich eine starke Ermüdung der Augen hatte (OK: beim X390 war mir das Panel zu klein).

Positiv fand ich:

  • Schrift auf der Debian Konsole war gut zu lesen
  • praktikable Auflösung

Lautsprecher / Soundkarte:

Die Audioausgabe unter Windows 10 ist sehr dünn und höhenbetont – in Ordnung, mehr nicht. Fällt aber verglichen mit Thinkpads nicht wirklich ab.

Rechenleistung, Lüfter und Abwärme:

Erst einmal die Benchmarkergebnisse unter Windows 10 auf maximaler Leistung im Netzbetrieb. Folgend die Einzelergebnisse:

PCMark 10 -> Score: 2333

https://nbreview.de/wp-content/uploads/2020/11/DESKTOP-AK7FP03_2020-11-29_15-35-29_Pcm10.pdf

3DMark (Time Spy) -> 365 [Graphics Score: 326 / CPu Score: 1162]

Cinebench R20: 374 cb

Geekbench 4 -> Single-Core 2765 / Multi-Core 4957

Hier im Vergleich zu meinem T490s mit i5: https://browser.geekbench.com/v4/cpu/compare/15923013?baseline=15933139

Lüfter und Abwärme:

Der Lüfter lief im Betrieb eigentlich immer, allerdings meist auf kleiner Stufe.

Sehr schön: das Gerät blieb auch unter Last kühl !!!

Lüfterauslass hinter dem Scharnier

Storage / USB-Hub:

Die verbaute SSD von WD lieferte gute Resultate. Etwas langsamer als die mit 4-fach angebundenen Laufwerke der teureren Thinkpads. Aber immer schnell und ohne negative Auffälligkeiten.

Die drei usb-Ports an der linken Seite funktionierten einfach ! Sehr schön.

Praxis:

Unter Windows 10 lief das V14, anders als die Benchmarkergebnisse vermuten lassen, ordentlich. Für einfache Aufgaben ohne viel Rechenlast super nutzbar und immer flink. Auch der Akku, dessen Laufzeit Lenovo mit um 6 Stunden angibt, gab keinen Anlaß zur Kritik.

Für rechenlastige Aufgaben ist die CPU allerdings kaum geeignet.

Bewertung / Fazit:

Viel Notebook für wenig Geld, da war ich wirklich überrascht. Schon erstaunlich!

Positiv:

  • Preiswert
  • gute Performance unter Windows 10 bei einfachen Aufgaben
  • flotte SSD
  • genügend usb-Ports
  • gutes Touchpad
  • kein Spulenpiepen
  • Akkulaufzeit
  • kühles Gehäuse

Neutral:

  • Stabilität
  • Tastatur
  • schwache Lautsprecher

Negativ

  • kein usb-c
  • Display
  • kein Dockinganschluß