Am 19. und 20. Oktober 2026 findet im RAI Amsterdam die AI & Big Data Expo Europe statt. Die Fachmesse beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz, der Verarbeitung großer Datenmengen und dem Einsatz neuer Technologien in Unternehmen.
Sie gehört zur TechEx Europe, die acht Fachveranstaltungen an einem Standort vereint. Für die gesamte Veranstaltung rechnen die Organisatoren mit mehr als 8.000 Teilnehmern, über 250 Referenten und mehr als 200 Ausstellern.
Auf der AI & Big Data Expo stehen Anwendungen, Datenplattformen und die Einführung künstlicher Intelligenz in Unternehmen im Mittelpunkt. Für die Hardwarebranche sind vor allem die damit verbundenen technischen Anforderungen interessant. Denn mit der zunehmenden Nutzung von KI verändern sich auch die Anforderungen an Server, Speicher und Netzwerke.
Wenn KI im Unternehmensalltag ankommt
Ein KI-Modell auszuprobieren ist vergleichsweise einfach. Schwieriger wird es, wenn die Anwendung zuverlässig mit den vorhandenen Systemen eines Unternehmens zusammenarbeiten soll.
Wie sich solche Projekte umsetzen lassen, ist eines der zentralen Themen der AI & Big Data Expo Europe. Das Konferenzprogramm behandelt unter anderem Enterprise AI, generative KI, autonome KI-Agenten und Datenanalyse.
Ein konkretes Beispiel ist die Weiterentwicklung bestehender Datenplattformen. Im Konferenzbereich Enterprise AI ist eine Diskussion über den Übergang von klassischen Data Lakes zu sogenannten Data Products angekündigt. Dabei geht es um die Frage, wie Unternehmen ihre Daten so organisieren können, dass sie für verschiedene Anwendungen zuverlässig verfügbar sind.
Die technischen Anforderungen hängen stark davon ab, welche Aufgaben die KI übernehmen soll. Ein interner Chatbot zur Dokumentensuche benötigt andere Ressourcen als ein System, das große Datenmengen verarbeitet oder eigene KI-Modelle trainiert.
Für IT-Abteilungen wird deshalb die Planung der benötigten Infrastruktur zunehmend wichtiger.
Welche Hardware brauchen Unternehmen für KI?
Beim Einsatz leistungsfähiger KI-Systeme kommt es auf das Zusammenspiel verschiedener Komponenten an. Ein schneller Grafikprozessor allein reicht nicht aus, wenn Arbeitsspeicher, Datenspeicher oder Netzwerkverbindungen zum Engpass werden.
Je nach Anwendung sind folgende Komponenten besonders relevant:
- GPUs und KI-Beschleuniger: Sie übernehmen rechenintensive Aufgaben beim Training und bei der Ausführung von KI-Modellen.
- Server-Prozessoren: Sie steuern Anwendungen und übernehmen weitere Aufgaben der Datenverarbeitung.
- Arbeitsspeicher: Seine Kapazität und Bandbreite beeinflussen, welche Modelle und Datenmengen effizient verarbeitet werden können.
- SSDs und Speichersysteme: Sie ermöglichen den schnellen Zugriff auf Modelle und umfangreiche Datenbestände.
- Netzwerktechnik: Leistungsfähige Verbindungen sind besonders wichtig, wenn Daten zwischen mehreren Servern und Speichersystemen übertragen werden.
Die passende Ausstattung lässt sich daher erst bestimmen, wenn die Anforderungen der jeweiligen Anwendung bekannt sind.
Für Hardwareanbieter ist interessant, welche Probleme Unternehmen beim praktischen KI-Einsatz lösen müssen. Aus diesen Anforderungen ergibt sich, welche technischen Lösungen künftig benötigt werden.
Cloud oder eigene Server?
Eine wichtige Entscheidung betrifft den Standort der KI-Verarbeitung.
Cloud-Dienste ermöglichen den Zugriff auf leistungsfähige KI-Systeme, ohne dass Unternehmen die gesamte Hardware selbst anschaffen müssen. Bei einer dauerhaft hohen Auslastung können jedoch erhebliche laufende Kosten entstehen.
Eigene Server bieten eine größere Kontrolle über den technischen Betrieb und die Speicherung von Daten. Dafür müssen Unternehmen selbst in Hardware, Wartung, Stromversorgung und Kühlung investieren.
Eine dritte Möglichkeit sind hybride Infrastrukturen. Dabei werden eigene Systeme mit externen Cloud-Diensten kombiniert.
Welche Lösung wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Auslastung, den Datenschutzanforderungen und den Kosten der jeweiligen Anwendung ab.
Auf der Messe greifen mehrere Anbieter die Nutzung verteilter Unternehmensdaten auf. Dazu gehört beispielsweise Starburst, das eine Datenplattform für den Zugriff auf Informationen aus unterschiedlichen lokalen Systemen und Cloud-Umgebungen präsentiert.
Solche Technologien zeigen, dass Unternehmen für ihre KI-Anwendungen nicht zwangsläufig sämtliche Daten an einem zentralen Standort speichern müssen.
Rechenzentren: Stromverbrauch und Kühlung werden wichtiger
Der wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz erhöht den Bedarf an geeigneter Rechenzentrumsinfrastruktur.
Wie deutlich diese Entwicklung ausfällt, zeigt ein Bericht der Internationalen Energieagentur vom April 2026. Demnach stieg der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren im Jahr 2025 um 17 Prozent.
Bei Rechenzentren, die speziell auf KI-Anwendungen ausgerichtet sind, fiel der Anstieg mit 50 Prozent wesentlich höher aus.
Für Betreiber bedeutet das zusätzliche Anforderungen an die Stromversorgung und die Kühlung ihrer Anlagen. Auch die Verfügbarkeit geeigneter Netzanschlüsse und technischer Komponenten gewinnt an Bedeutung.
Passend dazu findet im Rahmen der TechEx Europe eine eigenständige Data-Centre-Fachveranstaltung statt. Dort geht es um die Planung, den Betrieb und die technische Ausstattung moderner Rechenzentren.
Für Unternehmen, die eigene KI-Systeme betreiben möchten, spielen deshalb neben der Rechenleistung auch der Energieverbrauch, die Erweiterbarkeit und die laufenden Betriebskosten eine wichtige Rolle.
Edge AI: KI direkt auf lokalen Geräten
Nicht jede KI-Anwendung benötigt eine Verbindung zu einem großen Rechenzentrum.
Bei Edge AI werden Daten direkt auf einem Gerät oder in dessen unmittelbarer Nähe verarbeitet. Dadurch lassen sich Übertragungszeiten reduzieren. Entsprechend entwickelte Systeme können bestimmte Aufgaben auch ohne dauerhafte Internetverbindung ausführen.
Mögliche Einsatzgebiete sind industrielle Fertigungsanlagen, intelligente Kameras und autonome Maschinen.
Die Anforderungen an die Hardware unterscheiden sich dabei von denen klassischer Rechenzentren. Häufig werden kompakte Systeme benötigt, die ausreichend Rechenleistung bei einem möglichst geringen Energieverbrauch bereitstellen.
Hier kommen unter anderem industrielle PCs, eingebettete Computersysteme und spezialisierte KI-Beschleuniger zum Einsatz.
Edge Computing erhält auf der TechEx Europe eine eigene Fachveranstaltung. Mit Physical AI und Intelligent Automation & Robotics sind außerdem Themen vertreten, bei denen die Verbindung zwischen künstlicher Intelligenz und physischer Hardware eine wichtige Rolle spielt.
Autonome KI-Agenten und ihre technischen Anforderungen
Ein weiterer Schwerpunkt der AI & Big Data Expo sind autonome KI-Agenten.
Solche Systeme können mehrere Arbeitsschritte bearbeiten, Informationen aus verschiedenen Quellen abrufen und mit anderen Anwendungen kommunizieren.
Der Veranstalter richtet dafür einen eigenen Agentic AI Pavilion ein. Zu den angekündigten Themen gehören die Entwicklung von KI-Agenten, die Zusammenarbeit mehrerer Agenten sowie deren Überwachung und Absicherung.
Für Unternehmen entstehen dadurch neue Anforderungen an ihre IT-Systeme.
Wenn zahlreiche Agenten gleichzeitig Daten verarbeiten, auf Anwendungen zugreifen oder mehrere KI-Modelle verwenden, muss die technische Infrastruktur entsprechend ausgelegt sein.
Welche Rechenleistung benötigt wird, hängt allerdings stark von der eingesetzten Software und der Anzahl gleichzeitiger Prozesse ab.
Welche Unternehmen sind vertreten?
Auf der offiziellen Ausstellerliste stehen zahlreiche internationale Technologieunternehmen. Dazu gehören IBM, Snowflake, Splunk, SAS und Starburst.
Auch Dell Technologies ist vertreten. Das Unternehmen kündigt an seinem Stand 268 unter anderem die Dell AI Data Platform und die Dell AI Factory mit NVIDIA an. Dabei stehen die Datenverwaltung und die technische Infrastruktur für Unternehmens-KI im Vordergrund.
Für Besucher mit Interesse an Hardware dürfte dieser Auftritt besonders relevant sein.
Auch Robotik ist auf dem Messegelände vertreten. Beispielsweise ist Unitree Robotics im offiziellen Ausstellerverzeichnis aufgeführt.
Im Konferenzprogramm sind darüber hinaus Vertreter zahlreicher Unternehmen angekündigt. Dazu gehören unter anderem Shell, Michelin, Schneider Electric und Rabobank.
Welche konkreten technischen Lösungen und Erfahrungen die Unternehmen während der Veranstaltung präsentieren, wird sich auf der Messe zeigen.
AI & Big Data Expo Europe 2026: Termin und weitere Informationen
Die AI & Big Data Expo Europe findet am Montag, dem 19. Oktober, und Dienstag, dem 20. Oktober 2026 statt.
Veranstaltungsort ist das RAI Amsterdam Convention Centre in den Niederlanden.
Die Ausstellung öffnet am ersten Messetag von 8:45 bis 17:00 Uhr und am zweiten Tag von 8:45 bis 16:00 Uhr.
Für Besucher stehen verschiedene Ticketarten zur Verfügung. Der kostenlose Besucherpass ermöglicht den Zugang zur Ausstellungsfläche und zu den kostenlosen Vorträgen. Für zusätzliche Konferenzbereiche wird ein Gold-Pass angeboten.
Weitere Informationen gibt es auf den offiziellen Veranstaltungsseiten:
- AI & Big Data Expo Europe
- Konferenzprogramm: Enterprise AI
- Ausstellerübersicht
- Dell Technologies auf der AI & Big Data Expo
- Tickets und Registrierung
Fazit
Die AI & Big Data Expo Europe 2026 beschäftigt sich vor allem mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Entsprechend stehen Datenplattformen, autonome KI-Agenten und die Integration neuer Anwendungen in bestehende IT-Systeme auf dem Programm.
Für die Hardwarebranche sind besonders die parallel stattfindenden Veranstaltungen zu Rechenzentren, Edge Computing und Robotik interessant.
Sie behandeln technische Bereiche, deren Bedeutung durch den zunehmenden KI-Einsatz wächst. Gleichzeitig zeigen Unternehmen wie Dell Technologies auf der AI & Big Data Expo, welche Infrastruktur sie für die Verarbeitung großer Datenmengen und den Betrieb von KI-Anwendungen anbieten.
Wer sich für die technische Umsetzung von Unternehmens-KI interessiert, findet in Amsterdam damit ein breit aufgestelltes Veranstaltungsprogramm.
Häufige Fragen zur AI & Big Data Expo Europe 2026
Wann findet die AI & Big Data Expo Europe 2026 statt?
Die Messe findet am 19. und 20. Oktober 2026 statt.
Wo findet die Veranstaltung statt?
Veranstaltungsort ist das RAI Amsterdam Convention Centre in Amsterdam, Niederlande.
Welche Themen stehen im Mittelpunkt?
Die wichtigsten Themen sind Enterprise AI, generative KI, autonome KI-Agenten, Big Data und Datenanalyse. Parallel finden Fachveranstaltungen zu weiteren Technologiebereichen statt.
Welche Unternehmen sind vertreten?
Zu den aufgeführten Ausstellern gehören unter anderem IBM, Dell Technologies, Snowflake, Splunk, SAS, Starburst und Unitree Robotics.
Werden neue Hardwareprodukte vorgestellt?
Dell Technologies hat angekündigt, seine KI-Datenplattform und die Dell AI Factory mit NVIDIA zu präsentieren. Ob weitere Unternehmen neue Hardwareprodukte vorstellen werden, lässt sich aus dem bislang veröffentlichten Programm nicht zuverlässig ableiten.
Ist der Eintritt kostenlos?
Für die Ausstellung und ausgewählte Vorträge gibt es einen kostenlosen Besucherpass. Weitere Konferenzbereiche sind über einen kostenpflichtigen Gold-Pass zugänglich.
Quellen
- AI & Big Data Expo Europe – Offizielle Veranstaltungsseite
- AI & Big Data Expo – Konferenzprogramm
- AI & Big Data Expo – Ausstellerverzeichnis
- Dell Technologies – Offizielle Ausstellerinformationen
- Agentic AI Pavilion – Offizielle Informationen
- AI & Big Data Expo – Besucherinformationen
- AI & Big Data Expo – Registrierung
- Internationale Energieagentur: Key Questions on Energy and AI (2026)
- IBM: What Is Edge AI?
Stand der Informationen: 1. Oktober 2026. Das angekündigte Messeprogramm kann sich bis zum Veranstaltungsbeginn ändern.
