Security-Briefing 08.09.2026: Kritische Schwachstellen in Adobe Magento, Keycloak und WordPress Elementor Pro

Aktuelle Sicherheitslücken für KMU im Überblick: Dieses Briefing fasst die wichtigsten Sicherheitslücken und Sicherheitsupdates des Tages aus offiziellen Quellen zusammen – eingeordnet nach Priorität, betroffenen Systemen und Relevanz für kleine und mittlere Unternehmen. Technische Details stehen jeweils in der verlinkten Quelle.

Linux Kernel: Mehrere Schwachstellen

Im Linux Kernel wurden mehrere Schwachstellen behoben. Eine davon betrifft ksmbd, wo bei zusammengesetzten Anfragen ein Out-of-Bounds-Schreibfehler auftreten konnte. Dies geschah, weil der erste Befehl den Antwortpuffer weitgehend belegte und ksmbd beim Erstellen eines Sicherheitsdeskriptors über den zugewiesenen Puffer hinaus schrieb. Die Ursache war eine ungenaue Puffergrößenprüfung. Ein Patch wurde implementiert, der die genaue Deskriptorgröße vorab berechnet und eine präzise Pufferprüfung durchführt.

  • Priorität: Sofort handeln (aktiv ausgenutzt / KEV)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-31432, CVE-2026-31433, CVE-2026-31431, CVE-2026-68455, CVE-2026-68456, CVE-2026-68457, CVE-2026-68458, CVE-2026-68459, CVE-2026-68460, CVE-2026-68461, CVE-2026-68462, CVE-2026-68463, CVE-2026-68464, CVE-2026-68465, CVE-2026-68466, CVE-2026-68467, CVE-2026-68468, CVE-2026-68469, CVE-2026-68470, CVE-2026-68471
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Systeme mit dem Linux Kernel betreiben. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Ein Angreifer kann diese Schwachstellen ausnutzen, um Privilegien zu erhöhen, einen Denial of Service zu verursachen oder andere, nicht näher spezifizierte Auswirkungen zu erzielen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Keycloak: Schwachstelle ermöglicht Kontoübernahme

Eine Schwachstelle wurde im Legacy-Endpunkt für die client-initiierte Kontoverknüpfung von Keycloak entdeckt. Der Schutzmechanismus gegen unautorisierte Anfragen basiert auf einem Hash, der von einem bösartigen OIDC-Client vorhergesagt werden kann. Durch das Täuschen eines Benutzers kann ein Angreifer eine gültige Verknüpfungs-URL fälschen. Dies verbindet das Konto des Opfers mit einer externen Identität des Angreifers.

  • Priorität: Hoch (kritisch, CVSS 9.1)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-15571, CVE-2026-18963, CVE-2026-45292, CVE-2026-59888, CVE-2026-59889
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Keycloak als Identitäts- und Zugriffsmanagementlösung einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Dies führt zu einer vollständigen Kontoübernahme, wodurch der Angreifer sich als Opfer anmelden kann.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Redis: Schwachstelle in TLS-Funktion

Redis weist eine Use-after-free-Schwachstelle in der Funktion `tlsProcessPendingData()` auf. Diese Funktion verarbeitet die TLS-Pending-Data-Liste, wenn Redis mit TLS-Unterstützung konfiguriert ist. Ein entfernter, nicht authentifizierter Angreifer kann diese Schwachstelle ausnutzen.

  • Priorität: Hoch (kritisch, CVSS 9.8)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-81934
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Redis-Server mit TLS-Unterstützung betreiben. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Ein Angreifer kann Sicherheitsmechanismen umgehen, unberechtigt auf Daten zugreifen, einen Denial-of-Service-Zustand herbeiführen oder Speicherinhalte manipulieren.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

WordPress Elementor Pro: Ausgenutzte Upload-Schwachstelle

Im WordPress-Plugin Elementor Pro besteht eine Schwachstelle, die das Hochladen von Dateien mit gefährlichen Typen ohne Einschränkung erlaubt. Betroffen sind Versionen vor 4.2.2. Die Schwachstelle wurde in der Version 4.2.2 behoben.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-32475
  • Für wen relevant: Betreiber von WordPress-Websites, die das Plugin Elementor Pro einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Ein Angreifer kann bösartige Dateien hochladen und dadurch die Website gefährden.
  • Quelle: BornCity

Roundcube: Mehrere Schwachstellen

In Roundcube wurden mehrere Schwachstellen entdeckt. Ein entfernter, anonymer Angreifer kann diese ausnutzen, um Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Zudem können Informationen offengelegt und manipuliert sowie Cross-Site-Scripting-Angriffe durchgeführt werden.

  • Priorität: Hoch (kritisch, CVSS 9.9)
  • Datum: 08.09.2026
  • Für wen relevant: Betreiber von Roundcube-Installationen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können Sicherheitsvorkehrungen umgehen, Informationen offenlegen, Daten manipulieren und Cross-Site-Scripting-Angriffe durchführen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Adobe Magento Open Source: Schwachstelle für Codeausführung

Adobe Commerce ist von einer Schwachstelle betroffen, die die unsachgemäße Neutralisierung spezieller Elemente in einer Template-Engine betrifft. Dies kann zur Ausführung von beliebigem Programmcode im Kontext des aktuellen Benutzers führen. Die Ausnutzung dieser Schwachstelle erfordert keine Benutzerinteraktion.

  • Priorität: Hoch (kritisch, CVSS 10.0)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-75650
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Adobe Magento oder Adobe Commerce einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Ein entfernter, anonymer Angreifer kann die Schwachstelle ausnutzen, um beliebigen Programmcode mit Administratorrechten auszuführen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Mozilla Firefox, Firefox ESR und Thunderbird: Mehrere Schwachstellen

In Mozilla Firefox, Firefox ESR und Thunderbird wurden mehrere Schwachstellen behoben. Eine davon betrifft ein Site-Isolation-Problem in der Komponente Graphics: CanvasWebGL. Diese Schwachstelle wurde in Firefox 154, Firefox ESR 115.39, Firefox ESR 140.14, Firefox ESR 153.1, Thunderbird 154, Thunderbird 140.14 und Thunderbird 153.1 behoben.

  • Priorität: Erhöht (hoch, CVSS 8.8)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-74934, CVE-2026-74935, CVE-2026-74936, CVE-2026-74937, CVE-2026-74938, CVE-2026-74939, CVE-2026-74940, CVE-2026-74941, CVE-2026-74942, CVE-2026-74943, CVE-2026-74944, CVE-2026-74945, CVE-2026-74946, CVE-2026-74947, CVE-2026-74948, CVE-2026-74949, CVE-2026-74950, CVE-2026-74951, CVE-2026-74952, CVE-2026-74953
  • Für wen relevant: Benutzer von Mozilla Firefox, Firefox ESR oder Thunderbird. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Ein Angreifer kann diese Schwachstellen ausnutzen, um Privilegien zu erhöhen, Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen, vertrauliche Informationen offenzulegen, Spoofing- oder Clickjacking-Angriffe durchzuführen oder Denial-of-Service-Zustände herbeizuführen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

strongSwan: Mehrere Schwachstellen

In strongSwan wurden mehrere Schwachstellen entdeckt. Ein entfernter, authentisierter Angreifer kann diese ausnutzen, um einen Denial of Service zu verursachen. Zudem können Sicherheitsmaßnahmen umgangen, Informationen offengelegt und Code ausgeführt werden.

  • Priorität: Erhöht (hoch, CVSS 8.8)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-78123, CVE-2026-78124, CVE-2026-78126, CVE-2026-78127, CVE-2026-78129, CVE-2026-78130, CVE-2026-78131, CVE-2026-78132, CVE-2026-78133, CVE-2026-78134, CVE-2026-78135
  • Für wen relevant: Betreiber von Systemen, die strongSwan einsetzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Ein Angreifer kann einen Denial of Service verursachen, Sicherheitsmaßnahmen umgehen, Informationen offenlegen und Code ausführen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

libvirt: Schwachstelle für Privilegieneskalation und DoS

Eine Schwachstelle wurde in libvirt entdeckt. Ein nicht privilegierter lokaler Benutzer kann eine Integer-Overflow-Schwachstelle im NodeGetFreePages RPC-Handler ausnutzen. Dies ermöglicht es, präparierte Werte an einer Größenprüfung vorbeizuschleusen, was zu einem zu kleinen Speicherpuffer führt.

  • Priorität: Erhöht (hoch, CVSS 7.8)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-18917
  • Für wen relevant: Betreiber von Systemen, die libvirt verwenden. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Echte NUMA-Knotendaten können diesen Puffer überschreiben, was zu einer Beschädigung des Speichers des Root-libvirt-Daemons führen und potenziell einen Denial of Service oder eine lokale Privilegieneskalation verursachen kann.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Samsung Android: Mehrere Schwachstellen

In Samsung Android wurden mehrere Schwachstellen entdeckt. Ein Angreifer kann diese ausnutzen, um beliebigen Code auszuführen, sich erweiterte Berechtigungen zu verschaffen oder Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Auch das Offenlegen vertraulicher Informationen, das Manipulieren von Daten oder das Auslösen eines Denial-of-Service-Zustands ist möglich.

  • Priorität: Erhöht (hoch, CVSS 8.8)
  • Datum: 08.09.2026
  • CVE: CVE-2026-21085, CVE-2026-21086, CVE-2026-21087, CVE-2026-21088, CVE-2026-21089, CVE-2026-21090, CVE-2026-21091, CVE-2026-21092, CVE-2026-21093, CVE-2026-21094, CVE-2026-21095, CVE-2026-21096, CVE-2026-21097, CVE-2026-21098, CVE-2026-21099, CVE-2026-21100, CVE-2026-21101, CVE-2026-21102, CVE-2026-21103, CVE-2026-21104
  • Für wen relevant: Benutzer von Samsung Android Geräten. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Ein Angreifer kann beliebigen Code ausführen, sich erweiterte Berechtigungen verschaffen, Sicherheitsmaßnahmen umgehen, vertrauliche Informationen offenlegen, Daten manipulieren oder einen Denial-of-Service-Zustand auslösen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

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