Security-Briefing 05.09.2026: Chrome-Zero-Day im KEV-Katalog, Welle von Lücken in KI- und MCP-Werkzeugen

Aktuelle Sicherheitslücken für KMU im Überblick: Dieses Briefing fasst die wichtigsten Sicherheitslücken und Sicherheitsupdates des Tages aus offiziellen Quellen zusammen – eingeordnet nach Priorität, betroffenen Systemen und Relevanz für kleine und mittlere Unternehmen. Technische Details stehen jeweils in der verlinkten Quelle.

Google Chrome: Aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücke geschlossen

Google hat mehrere Schwachstellen in Chrome geschlossen. Die wichtigste ist CVE-2026-85046, eine Type-Confusion-Lücke in der JavaScript-Engine V8: Ein präpariertes HTML-Dokument reicht aus, damit ein Angreifer aus der Ferne Code in der Chrome-Sandbox ausführt. Diese Lücke wird bereits aktiv ausgenutzt und wurde von der US-Behörde CISA am 4. September in den Katalog der bekannten ausgenutzten Schwachstellen (KEV) aufgenommen; US-Bundesbehörden müssen bis zum 18. September patchen. Behoben ist sie laut NVD erst ab Chrome 152.0.7977.82 (je nach Betriebssystem .83) – ältere Korrekturversionen reichen dafür nicht aus. Chromium-basierte Browser wie Edge, Brave, Opera und Vivaldi benötigen die entsprechenden Updates ebenfalls.

  • Priorität: Sofort handeln (aktiv ausgenutzt / KEV, Frist 18.09.2026)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85046 (aktiv ausgenutzt) sowie 50 weitere aus demselben Sammel-Advisory, darunter CVE-2026-78891, CVE-2026-78892, CVE-2026-78893, CVE-2026-78894, CVE-2026-78895
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Google Chrome einsetzen (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Die Ausnutzung dieser Schwachstellen kann zu Codeausführung, Berechtigungserweiterungen und Datenmanipulation führen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

aider (aider-chat): Ausführung von Befehlen durch Konfigurationsdateien

aider (aider-chat) lädt automatisch eine .aider.conf.yml-Konfigurationsdatei aus dem Stammverzeichnis des Git-Repositorys. Eine präparierte Repository-Datei kann test-cmd oder lint-cmd setzen. Diese Befehle werden über eine Shell ausgeführt, ohne Benutzerbestätigung oder API-Schlüssel. Ein Benutzer, der aider in einem solchen Repository ausführt, kann beliebige Befehle auf seinem System ausführen. Dieses Verhalten besteht seit Version 0.86.3.dev.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85674
  • Für wen relevant: Nutzer von aider (aider-chat) (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Die Ausführung von Befehlen durch präparierte Konfigurationsdateien kann zur Ausführung beliebiger Befehle auf dem System führen.
  • Quelle: NVD

goose: Ausführung von Befehlen aus Rezepten

goose Version 1.37.0 führt beliebige Befehle aus Rezept-stdio-Erweiterungen und retry.checks ohne Sicherheitsprüfung aus. Angreifer können bösartige Rezepte verteilen, die Shell-Befehle als der ausführende Benutzer von goose ausführen. Die Sicherheitsprüfung von Rezepten inspiziert weder Erweiterungen noch Retry-Konfigurationen. Eine Aktualisierung wird empfohlen.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85623
  • Für wen relevant: Nutzer von goose (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Die Ausführung von Befehlen aus Rezepten ohne Sicherheitsprüfung ermöglicht die Ausführung von Shell-Befehlen.
  • Quelle: NVD

ILIAS: SQL-Injection im Repository-Papierkorb

ILIAS vor den Versionen 9.22, 10.10 und 11.3 enthält eine SQL-Injection-Schwachstelle. Diese befindet sich im Sortierfeld der Repository-Papierkorb-Tabelle. Das Feld wird direkt in die ORDER BY-Klausel einer SQL-Abfrage übernommen, ohne Validierung. Authentifizierte Benutzer mit Schreibberechtigung können beliebige SQL-Befehle über den Sortierparameter einschleusen. Das ermöglicht Lese- und Schreibzugriff auf die Datenbank sowie die Übernahme von Administrator-Konten.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-82538
  • Für wen relevant: Unternehmen, die ILIAS einsetzen (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können die Datenbank lesen und schreiben sowie Administrator-Konten übernehmen.
  • Quelle: NVD

excel-mcp-server: Pfadbeschränkung nicht durchgesetzt

Die Version 0.1.8 von excel-mcp-server setzt die Pfadbeschränkung im stdio-Modus nicht korrekt durch, wenn EXCEL_FILES_PATH nicht gesetzt ist. Dies ermöglicht es Angreifern, beliebige Dateien zu lesen und zu schreiben. Ungeprüfte Dateipfade können genutzt werden, um auf alle für den Prozess zugänglichen Dateien zuzugreifen. Eine Aktualisierung auf eine neuere Version wird empfohlen.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85661
  • Für wen relevant: Unternehmen, die excel-mcp-server einsetzen (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können durch diese Schwachstelle beliebige Dateien lesen und schreiben.
  • Quelle: NVD

Postgres MCP Pro: Umgehung der eingeschränkten Modus-Validierung

Postgres MCP Pro Version 0.3.0 weist eine Schwachstelle auf, bei der die Validierung von Funktionsnamen für RangeFunction-Knoten in FROM-Klauseln nicht angewendet wird. Angreifer können Datei-Lese-Funktionen wie pg_read_file über die FROM-Klausel ausführen. Dies erlaubt das Lesen beliebiger Dateien trotz aktivierter eingeschränkter Modus-Schutzmaßnahmen. Eine Aktualisierung ist erforderlich.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85620
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Postgres MCP Pro einsetzen (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Diese Schwachstelle ermöglicht das Lesen beliebiger Dateien, auch wenn der eingeschränkte Modus aktiv ist.
  • Quelle: NVD

IBM ContextForge MCP Gateway: Unsachgemäße Validierung von jq-Filtern

IBM ContextForge MCP Gateway bis Version 1.0.7 hat Probleme bei der Validierung von jq-Filtern. Dies kann dazu führen, dass ein authentifizierter Angreifer sensible Anmeldeinformationen erlangt. Des Weiteren ist eine Eskalation von Berechtigungen möglich. Die Schwachstelle betrifft die Art und Weise, wie Filter verarbeitet werden.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-18486
  • Für wen relevant: Unternehmen, die IBM ContextForge MCP Gateway einsetzen (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können sensible Anmeldeinformationen stehlen und ihre Berechtigungen erweitern.
  • Quelle: NVD

git-mcp-server: Argument-Injection-Schwachstelle

git-mcp-server Version 2.15.1 enthält eine Argument-Injection-Schwachstelle. Diese betrifft die Parameter 'ref' und 'object' in den Werkzeugen 'git_log', 'git_diff' und 'git_show'. Es fehlt die Validierung von führenden Bindestrichen. Angreifer können Git-Befehlszeilenoptionen einschleusen. Dies ermöglicht das Schreiben von Dateien außerhalb des Repositorys an beliebige Pfade, auf die der Prozess zugreifen kann.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85626
  • Für wen relevant: Unternehmen, die git-mcp-server einsetzen (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können beliebige Dateien außerhalb des Repositorys manipulieren.
  • Quelle: NVD

Grav: Remote-Codeausführung im Twig sort-Filter

Grav vor Version 2.0.19 (betroffene Versionen bis 2.0.17) hat eine Schwachstelle für Remote-Codeausführung im Twig sort-Filter. Der 'sortFunc'-Wrapper in GravExtension.php setzt 'isSandboxed' fest auf 'false'. Dadurch akzeptiert '|sort' einen einfachen Funktionsnamen innerhalb der Sandbox. Ein authentifizierter Benutzer mit Schreibrechten kann einen präparierten Payload einschleusen. Dies führt zur Ausführung von PHP-Code als Webserver-Benutzer.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85604, CVE-2026-85599, CVE-2026-85598
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Grav einsetzen (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Authentifizierte Benutzer können beliebigen PHP-Code ausführen.
  • Quelle: NVD

Nango: Fehlende Authentifizierung im Runner tRPC Server

Nango vor Version 0.71.6 weist eine fehlende Authentifizierung im Runner tRPC Server auf. Das ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern, beliebigen JavaScript-Code auszuführen. Angreifer mit Netzwerkzugriff auf den Runner-Port können Anfragen an die ungesicherte Startprozedur senden. Dabei wird die nicht erzwungene RUNNER_SECRET_KEY Umgebungsvariable umgangen. Dies führt zur Ausführung von Code aus der Ferne im Runner-Prozess.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-9317
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Nango einsetzen (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Unbefugte können beliebigen JavaScript-Code ausführen und so die Kontrolle über den Runner-Prozess erlangen.
  • Quelle: NVD

Weitere aktuelle Sicherheitslücken und alle bisherigen Briefings finden Sie in der Kategorie Tägliches Cyber- & KI-Sicherheitsupdate.

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