Security-Briefing 04.09.2026: Chrome Zero-Day, Cisco Nexus, WordPress und SEPPmail

Aktuelle Sicherheitslücken für KMU im Überblick: Dieses Briefing fasst die wichtigsten Sicherheitslücken und Sicherheitsupdates des Tages aus offiziellen Quellen zusammen – eingeordnet nach Priorität, betroffenen Systemen und Relevanz für kleine und mittlere Unternehmen. Technische Details stehen jeweils in der verlinkten Quelle.

Google Chrome: Aktive Schadcode-Attacken

Google hat Patches für hochgefährliche Lücken in Chrome veröffentlicht. Eine dieser Schwachstellen wird bereits aktiv ausgenutzt. Ein falscher Klick kann ausreichen, um Schadcode-Attacken zu ermöglichen. Anwender sollten zügig ihre Browser aktualisieren.

  • Priorität: Sofort handeln (aktiv ausgenutzt / KEV)
  • Datum: 04.09.2026
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Google Chrome als Webbrowser einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können über diese Lücken Schadcode auf betroffenen Systemen ausführen.
  • Quelle: Golem Security

Cisco Nexus 9000 Switches: Root-Attacken möglich

Cisco hat Sicherheitspatches für kritische Sicherheitslücken veröffentlicht. Betroffen sind IP-Telefone, Switches und Secure Email-Produkte von Cisco. Bei Nexus-9000-Switches sind Root-Attacken möglich.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • Für wen relevant: Betreiber von Cisco Nexus 9000 Switches, Cisco IP-Telefonen und Cisco Secure Email. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können kritische Schwachstellen ausnutzen, um Root-Zugriff zu erlangen.
  • Quelle: heise Security

WordPress Divi Ajax Filter Plugin: Lokale Dateieinbindung

Das Divi Ajax Filter Plugin für WordPress weist eine Schwachstelle zur lokalen Dateieinbindung auf. Betroffen sind alle Versionen bis einschließlich 5.1.2. Ein Angreifer kann über den Parameter 'custom_loop_template' beliebige PHP-Dateien auf dem Server einbinden und ausführen. Dies ermöglicht die Ausführung von PHP-Code. Die Schwachstelle ist nur ausnutzbar, wenn der Parameter 'loop_templates' auf 'custom-template' gesetzt ist.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-11613
  • Für wen relevant: Unternehmen, die das Divi Ajax Filter Plugin für WordPress einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können so Zugriffskontrollen umgehen, sensible Daten erlangen oder Code ausführen.
  • Quelle: NVD

WordPress ACPT (Premium) Plugin: Rechteausweitung

Das ACPT (Premium) Plugin für WordPress ist anfällig für eine Rechteausweitung. Alle Versionen bis einschließlich 2.0.66 sind betroffen. Ursache ist eine fehlende Autorisierung in der `submit()`-Funktion. Dies erlaubt es nicht authentifizierten Angreifern, die Ziel-Benutzer-ID zu kontrollieren. So können E-Mail-Adressen und Passwörter beliebiger WordPress-Benutzer, einschließlich Administratoren, überschrieben werden. Eine erfolgreiche Ausnutzung erfordert ein öffentliches ACPT-Benutzerformular, das anonyme Einreichungen erlaubt.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-15354
  • Für wen relevant: Unternehmen, die das ACPT (Premium) Plugin für WordPress einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können dadurch Benutzerkonten übernehmen.
  • Quelle: NVD

Dell Secure Connect Gateway: Mehrere kritische Schwachstellen

Im Dell Secure Connect Gateway wurden mehrere Schwachstellen entdeckt. Ein Angreifer kann diese ausnutzen, um unbefugten Zugriff zu erlangen. Es ist möglich, Authentifizierungs- und Schutzmechanismen zu umgehen. Sensible Informationen oder Dateisysteminhalte können offengelegt oder manipuliert werden. Zudem können Berechtigungen bis hin zu Root-Rechten erhöht werden. Auch SQL- und Befehlsinjektionen sowie Denial-of-Service-Zustände sind möglich. In mehreren Fällen können Befehle oder Code remote ausgeführt werden.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-61408, CVE-2026-61409, CVE-2026-61410, CVE-2026-78480, CVE-2026-78481, CVE-2026-78482, CVE-2026-78483, CVE-2026-78484, CVE-2026-78485, CVE-2026-78486, CVE-2026-78487, CVE-2026-78488, CVE-2026-78489, CVE-2026-78490, CVE-2026-78491, CVE-2026-78492, CVE-2026-78493, CVE-2026-78494, CVE-2026-79635, CVE-2026-79636
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Dell Secure Connect Gateway einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können unbefugten Zugriff erhalten, Daten manipulieren und Code remote ausführen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

SEPPmail Secure E-Mail Gateway: Befehlsinjektion und Umgehung von Sicherheitsmechanismen

Das SEPPmail Secure E-Mail Gateway vor Version 15.0.7 weist mehrere Schwachstellen auf. Eine davon ist eine Befehlsinjektionslücke. Authentifizierte Administratoren können darüber Befehle mit erhöhten Rechten ausführen. Ein entfernter, authentisierter Angreifer kann diese Lücken nutzen, um beliebige Kommandos auszuführen. Zudem können Sicherheitsmechanismen umgangen werden.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-84830, CVE-2026-84831, CVE-2026-84832
  • Für wen relevant: Unternehmen, die SEPPmail Secure E-Mail Gateway einsetzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können beliebige Befehle ausführen und Sicherheitsmechanismen umgehen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Atlassian Produkte: Mehrere Schwachstellen

Mehrere Atlassian Produkte weisen Schwachstellen auf. Betroffen sind Atlassian Bamboo, Bitbucket, Confluence, Crucible, Fisheye und Jira. Eine der Schwachstellen betrifft den Terracotta Quartz Scheduler bis Version 2.3.0. Dort sind XXE-Angriffe über eine Jobbeschreibung möglich. Angreifer können diese Schwachstellen ausnutzen, um beliebigen Programmcode auszuführen oder Denial-of-Service-Angriffe durchzuführen. Auch das Offenlegen von Informationen, die Manipulation von Dateien, Cross-Site Scripting und SQL-Injection sind möglich. Zudem können Sicherheitsvorkehrungen umgangen werden.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2019-13990, CVE-2021-44906, CVE-2022-1471, CVE-2022-23521, CVE-2022-3517, CVE-2022-41903, CVE-2023-22518, CVE-2023-22522, CVE-2023-22523, CVE-2023-22524, CVE-2023-22527, CVE-2023-45133, CVE-2023-46604, CVE-2025-14813, CVE-2026-0603, CVE-2026-10050, CVE-2026-12143, CVE-2026-12151, CVE-2026-12802, CVE-2026-12803, CVE-2016-10540, CVE-2020-28282, CVE-2020-7729, CVE-2021-22569, CVE-2021-23358, CVE-2022-1537, CVE-2022-3509, CVE-2022-3510, CVE-2022-37599, CVE-2022-37601, CVE-2022-37603, CVE-2024-7254, CVE-2025-11226, CVE-2025-62718, CVE-2025-69873, CVE-2026-21575, CVE-2026-21577, CVE-2026-21579
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Atlassian Bamboo, Bitbucket, Confluence, Crucible, Fisheye oder Jira einsetzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Dies kann zur Ausführung von Programmcode, Datenoffenlegung oder zur Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen führen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Netgate pfSense: Schwachstellen für Code-Ausführung und XSS

Netgate pfSense Plus vor Version 26.07 und CE vor Version 2.9.0 enthalten mehrere Schwachstellen. Authentifizierte Benutzer mit dem 'Status: Monitoring'-Privileg können über Diagrammkonfigurationsparameter in /status_monitoring.php beliebiges JavaScript injizieren. Die Einstellungen werden in der globalen pfSense XML-Konfiguration gespeichert und unbereinigt in einem JavaScript-String-Kontext ausgegeben. Dies führt dazu, dass der Schadcode im Browser jedes Benutzers ausgeführt wird, der die 'Status: Monitoring'-Seite besucht. Ein entfernter, authentisierter Angreifer kann beliebigen Programmcode ausführen, Cross-Site-Scripting-Angriffe durchführen, Daten manipulieren oder vertrauliche Informationen offenlegen.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-56126, CVE-2026-56127, CVE-2026-56128, CVE-2026-67189
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Netgate pfSense Plus oder pfSense CE einsetzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können beliebigen Programmcode ausführen, Daten manipulieren und vertrauliche Informationen offenlegen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

MISP: Umgehung der Authentifizierung

MISP weist eine Schwachstelle zur Umgehung der Authentifizierung in seinen LDAP- und LinOTP-Authentifizierungskomponenten auf. Dies liegt an einer unzureichenden Validierung der vom Benutzer bereitgestellten Anmeldeinformationen. Leere oder nicht-string-Werte können die zugrunde liegenden Authentifizierungsmechanismen erreichen. Ein Angreifer kann eine gültige E-Mail-Adresse eines Verzeichnisbenutzers identifizieren und ein leeres Passwort übermitteln. Dies kann dazu führen, dass MISP den Angreifer als authentifizierten Verzeichnisbenutzer behandelt, ohne das Passwort zu überprüfen. Das Problem betrifft auch die LinOTP-Authentifizierungskomponente und ermöglicht die Erstellung von MISP-Konten mit leerem lokalem Passwort.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-85216, CVE-2026-85221, CVE-2026-85226, CVE-2026-85227, CVE-2026-85230, CVE-2026-85236, CVE-2026-85237, CVE-2026-85238, CVE-2026-85239, CVE-2026-85533, CVE-2026-85538, CVE-2026-85546
  • Für wen relevant: Betreiber von MISP-Instanzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können sich so ohne korrekte Passwortprüfung authentifizieren.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

OpenSSH: Mehrere Schwachstellen im ssh-agent

OpenSSH weist mehrere Schwachstellen im ssh-agent auf. In Versionen vor 10.5 können bestimmte Operationen, die nur lokal vorgesehen waren, auch remote ausgeführt werden. Dazu gehören Vorgänge zum Hinzufügen von Tokens oder zur Schlüsselverwendung. Die Ursache ist eine Fehlinteraktion zwischen der Agent-Sperrung und der Erweiterung 'session-bind@openssh.com'. Angreifer können diese Schwachstellen ausnutzen.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 04.09.2026
  • CVE: CVE-2026-73281, CVE-2026-73282, CVE-2026-73283
  • Für wen relevant: Administratoren, die OpenSSH einsetzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Dies kann zur Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen, Denial of Service und potenziell zur Codeausführung führen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

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