Security-Briefing 28.08.2026: Mehrere Schwachstellen in Chrome, Edge, TeamViewer und Linux Kernel

Aktuelle Sicherheitslücken für KMU im Überblick: Dieses Briefing fasst die wichtigsten Sicherheitslücken und Sicherheitsupdates des Tages aus offiziellen Quellen zusammen – eingeordnet nach Priorität, betroffenen Systemen und Relevanz für kleine und mittlere Unternehmen. Technische Details stehen jeweils in der verlinkten Quelle.

ownCloud: Unsichere Authentifizierung ermöglicht Dateizugriff

ownCloud hat eine unsichere Authentifizierungslücke in owncloud/core vor Version 10.13.1 geschlossen. Betroffen sind Versionen ab 10.6.0. Ein Angreifer kann ohne Authentifizierung auf Dateien zugreifen, diese ändern oder löschen, wenn der Benutzername des Opfers bekannt ist und der Besitzer der Dateien keinen Signierschlüssel konfiguriert hat. Dies geschieht, weil vorab signierte URLs auch ohne Signierschlüssel akzeptiert werden.

  • Priorität: Sofort handeln (aktiv ausgenutzt / KEV)
  • Datum: 27.08.2026
  • CVE: CVE-2023-49105
  • Für wen relevant: Unternehmen, die ownCloud für die Dateispeicherung und -freigabe nutzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer könnten unbemerkt Dateien manipulieren oder löschen, wenn keine Signierschlüssel eingerichtet sind.
  • Quelle: CISA KEV

TeamViewer Clients: Schwachstellen ermöglichen Codeausführung

Ein Angreifer kann mehrere Schwachstellen in TeamViewer ausnutzen. Dies ermöglicht die Ausführung beliebigen Programmcodes mit den Rechten des angemeldeten Benutzers. Die genauen Folgen hängen von der jeweiligen Schwachstelle ab.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 27.08.2026
  • Für wen relevant: Unternehmen, die TeamViewer für Fernzugriffe oder Support nutzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer könnten die Schwachstellen nutzen, um Schadsoftware auf betroffenen Systemen zu installieren.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Dolibarr – mehrere Stellen betroffen

Bei Dolibarr sind mehrere sicherheitsrelevante Schwachstellen gemeldet:

1. Dolibarr: SQL-Injection im Import-Assistenten

Dolibarr vor Version 24.0.0 enthält eine SQL-Injection im CSV- und XLSX-Import-Assistenten. Der Assistent liest Aktualisierungsschlüssel mit GETPOST('updatekeys', 'array') und wendet nur einen generischen Filter an, der SQL-Schlüsselwörter und Sonderzeichen nicht entfernt. Dadurch können Angreifer mit Import-Berechtigung beliebige Tabelleninhalte auslesen und gezielte Änderungen an Daten vornehmen. Version 23.0.4 enthält die Korrektur nicht; die Filterung wurde erst in 24.0.0 eingeführt.

  • Priorität: Erhöht (hoch (CVSS 8.6))
  • Datum: 27.08.2026
  • CVE: CVE-2026-81728
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Dolibarr für Datenimporte nutzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Daten können ausgelesen oder manipuliert werden, wenn der Import-Assistent genutzt wird.
  • Quelle: NVD

2. Dolibarr: Pfad-Traversal bei E-Mail-Anhängen

Dolibarr 9.0.0 bis 23.0.4 speichert E-Mail-Anhänge unter dem Namen aus den MIME-Headern, ohne diesen auf einen sicheren Basisnamen zu reduzieren. Dadurch können Angreifer, die eine überwachte E-Mail-Adresse nutzen, Dateien außerhalb des vorgesehenen Verzeichnisses ablegen. Bei standardmäßig eingeschränkten Berechtigungen werden andere Dokumente überschrieben; bei freigegebenen Berechtigungen kann Schadcode in ausführbare Pfade geschrieben werden. Version 24.0.0 führt eine Bereinigung der Dateinamen ein.

  • Priorität: Erhöht (hoch (CVSS 8.8))
  • Datum: 27.08.2026
  • CVE: CVE-2026-81730
  • Für wen relevant: Unternehmen, die Dolibarrs E-Mail-Sammelfunktion nutzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer können Dateien an unerwarteten Orten ablegen oder andere Dokumente überschreiben.
  • Quelle: NVD

Veeam ONE: SMB-Zwang und Anmeldedatenverrat

Eine Schwachstelle ermöglicht es einem unauthentifizierten Netzwerkangreifer, SMB-Authentifizierung vom Dienstkonto zu erzwingen. Dies kann zur Offenlegung von Anmeldedaten führen. Betroffen ist Veeam ONE, das auf die Versionen 13.1.0.7233 oder 13.0.2.7159 aktualisiert werden sollte.

  • Priorität: Hoch (kritisch)
  • Datum: 27.08.2026
  • CVE: CVE-2026-65641
  • Für wen relevant: Administratoren und Nutzer von Veeam ONE. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer könnten so Zugriff auf interne Netzwerkressourcen erhalten.
  • Quelle: BornCity

DENX U-Boot: Codeausführung und Denial-of-Service

Ein Angreifer kann mehrere Schwachstellen in DENX U-Boot ausnutzen, um möglicherweise beliebigen Code auszuführen oder einen Denial-of-Service-Zustand herbeizuführen.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 27.08.2026
  • Für wen relevant: Administratoren von Systemen, die DENX U-Boot nutzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Dadurch könnte die Bootumgebung manipuliert oder das System unbrauchbar gemacht werden.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Google Chrome und Microsoft Edge: Mehrere Schwachstellen

Mehrere Sicherheitsmeldungen betreffen Google Chrome und Microsoft Edge. Je nach Schwachstelle sind unter anderem die Ausführung von Programmcode, die Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen, die Offenlegung oder Manipulation von Daten sowie Denial-of-Service-Angriffe möglich. Die betroffenen Versionen und technischen Details stehen in den verlinkten Hinweisen.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 27.08.2026
  • Für wen relevant: Nutzer und Unternehmen, die Google Chrome oder Microsoft Edge einsetzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Browser sind ein häufiger Zugang zu Web- und Cloud-Diensten. Betroffene Versionen sollten deshalb zeitnah aktualisiert werden.
  • Quellen: BSI 0612 · BSI 0481 · BSI 0452 · BSI 0420 · BSI 0401 · BSI 3502 · BSI 3119

Linux Kernel: Mehrere Schwachstellen

Ein Angreifer kann mehrere Schwachstellen im Linux Kernel ausnutzen. Das ermöglicht nicht näher spezifizierte Angriffe, darunter möglicherweise die Ausführung beliebigen Codes, die Ausweitung von Berechtigungen, die Offenlegung von Informationen, die Manipulation von Daten oder Denial-of-Service-Zustände. Die genauen Folgen hängen von der jeweiligen Schwachstelle ab.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 27.08.2026
  • Für wen relevant: Betreiber von Systemen, die den Linux Kernel einsetzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Angreifer könnten die Schwachstellen nutzen, um Berechtigungen zu erhöhen oder Daten offenzulegen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

JFrog Artifactory: Pfadmanipulation in Docker-Cache

Ein authentifizierter Nutzer kann unter bestimmten Bedingungen für Remote-Repositories Daten außerhalb des vorgesehenen Docker-Cache-Pfads schreiben. Betroffen ist die Pfadbegrenzung für eingeschränkte Verzeichnisse in JFrog Artifactory. Die Schwachstelle wurde mit den Versionen 7.87.10 und 7.93.11 behoben.

  • Priorität: Sofort handeln (aktiv ausgenutzt / KEV)
  • Datum: 27.08.2026
  • CVE: CVE-2026-66384
  • Für wen relevant: Unternehmen, die JFrog Artifactory für Docker-Repositories nutzen. (für KMU: kritisch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Dadurch können unerwünschte Dateien in Systembereiche gelangen und die Integrität der Umgebung gefährden.
  • Quelle: CISA KEV

Ruby: DoS und Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen

Ein Angreifer kann mehrere Schwachstellen in Ruby ausnutzen, um einen Denial-of-Service-Angriff durchzuführen und Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 27.08.2026
  • Für wen relevant: Entwickler und Administratoren, die Ruby einsetzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Dadurch könnten Anwendungen unbrauchbar werden oder Schutzmechanismen ausgehebelt werden.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

APITable: Unauthentifizierter Zugriff auf Nutzerkonten

APITable bis Version 1.13.0-beta.1 erlaubt unauthentifizierten Zugriff auf zwei Endpunkte. Der Fehler liegt in der Annotation der Endpunkte getUserHistories und closePausedUserAccount mit requiredLogin = false. Dadurch können Angreifer über die nginx-Gateway alle Anfragen an den Backend-Server weiterleiten. Ein Angreifer kann Nutzerkonten in der 30-tägigen Löschpause gezielt löschen und deren Daten unwiderruflich entfernen.

  • Priorität: Erhöht (hoch (CVSS 8.8))
  • Datum: 27.08.2026
  • CVE: CVE-2026-80208
  • Für wen relevant: Betreiber von APITable-Instanzen. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Nutzerkonten können ohne Authentifizierung gelöscht und Daten unwiderruflich entfernt werden.
  • Quelle: NVD

D-LINK DIR-X1860Z Router: Privilegieneskalation und Datenoffenlegung

Ein Angreifer kann mehrere Schwachstellen im D-LINK DIR-X1860Z Router ausnutzen, um seine Privilegien zu erhöhen und Informationen offenzulegen.

  • Priorität: Erhöht (hoch)
  • Datum: 27.08.2026
  • Für wen relevant: Betreiber des D-LINK DIR-X1860Z Routers. (für KMU: hoch – nur für Betroffene)
  • Warum wichtig: Dadurch könnten Angreifer Zugriff auf das Netzwerk erlangen oder sensible Daten abgreifen.
  • Quelle: BSI CERT-Bund

Weitere aktuelle Sicherheitslücken und alle bisherigen Briefings finden Sie in der Kategorie Tägliches Cyber- & KI-Sicherheitsupdate.

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